Schedules
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02/21/2026 4:05 am |
Die wunderbare Welt der Weine (8/10) |
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| Im Norden von Bayern, entlang der Schleifen des Mains, erstreckt sich zwischen Spessart und Steigerwald das Weinanbaugebiet Franken. Schon die Römer hatten auf den sonnenbeschienenen Flächen Reben gepflanzt. Auf den Steilhängen wächst vor allem Silvaner, mit kräftigen und mineralischen Aromen. Doch der Weinbau wird heute durch den Klimawandel bedroht. Die Auswirkungen: Erosion und Trockenheit machen dem Wein aus Franken zu schaffen. Vor allem in den Dörfern rund um Würzburg ergreifen die Winzer Maßnahmen, um diese alte Kulturlandschaft zu schützen und zu bewahren. Franken ist eine häufig verkannte Weinbau-Enklave mitten in Bayern - einer Region, die allgemein für ihre Hopfenfelder und die hohe Brauereidichte bekannt ist. Schon die Römer pflanzten Reben auf den sonnigsten Hanglagen. Die steil aufsteigenden fränkischen Weinberge liefern mineralische, kräftige Weißweine. Heute ist der Weinanbau in der Region durch den Klimawandel bedroht: Bodenerosion und Trockenheit machen den charakteristischen fränkischen Rebsorten zu schaffen. Mit vereinten Kräften versuchen Winzer und Wissenschaftler, das fränkische Weinbauerbe zu retten. Die Winzer müssen immer kreativer werden, um die lange Geschichte ihrer Weinberge zu bewahren. Manchmal bedeutet Kreativität auch, alte manuelle Verfahren wiederzubeleben, die zwar äußerst mühsam sind, aber den Boden schützen. Familie Knoll folgt den Grundsätzen des biodynamischen Anbaus, um ihre Weinberge in größerem Einklang mit der Natur zu bewirtschaften. Spezialisierte Forscher haben für dasselbe Gebiet nachgewiesen, dass die Weinberge in besonders exponierten Hanglagen bei zunehmenden Trockenperioden nicht mehr ohne Bewässerung auskommen. Der junge Winzer Markus Müller hat sich mit rund 40 anderen Weinbauern zusammengetan, um eine gemeinsame Bewässerungsanlage zu bauen. Daniel Heßdörfer von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau forscht seit über 20 Jahren zum Wein von morgen, der sich an extreme Temperaturen und starke Regenfälle anpasst. Auf dem Weinberg des Instituts züchtet er alte Rebsorten nach, die dem Klimawandel in den kommenden Jahren besser standhalten sollen. | |||||
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02/21/2026 4:35 am |
Barbie - Die perfekte Frau? |
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| Sie war Präsidentin oder Astronautin, lange bevor die Realität hinterherkam - Barbie. Es gibt sie in allen Hautfarben, im Rollstuhl, Diversity und Inklusion sind längst im Programm. Keine wird so geliebt und gehasst wie sie. Im Juli kommt Barbie mit einer Hollywoodkomödie ins Kino. Alle Welt ist im Barbie-Fieber, pink die Farbe der Modesaison. Doch was die wenigsten wissen: Barbie ist das Produkt der ehrgeizigen Geschäftsfrau Ruth Handler aus den 50er Jahren, einem amerikanischen Einwanderkind mit jüdisch-polnischen Wurzeln. Sie gründete zusammen mit ihrem Mann und einem Freund die Spielzeugfirma Mattel. Auf einer Europareise entdeckt sie eine Puppe: Lilli, ein Merchandise-Produkt einer großen Boulevardzeitung. Erstmals sieht Handler eine erwachsene Puppe mit eigenem Style und erkennt sofort das Verkaufspotenzial. Bis dato gab es nur Babypuppen, um Mädchen früh auf ihre Mutterrolle vorzubereiten. Barbie wird 1959 auf der New Yorker Spielwarenmesse präsentiert. Schon im ersten Jahr verkauft Mattel um die 350.000 Stück. Das Barbie-Universum ist geboren. Das Konzept schlüssig und ökonomisch. Barbie machte Furore als Frau mit eigenem Haus, eigenem Wagen und eigener Karriere. Mit Millionen Followern auf Instagram ist sie heute auch Influencerin. Viele erfolgreiche Frauen wurden als Barbie verewigt. Jüngst die deutsche Meeresbiologin Antje Boetius. Eine Dokumentation, die zeigt: Barbie ist und bleibt ein Phänomen. | |||||
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02/21/2026 5:25 am |
Marvin Gaye |
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| 1976: Marvin Gaye, der König des Souls, befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ein musikalisches Wunderkind, das es nicht immer leicht im Leben hatte. Der Kampf mit den zu erfüllenden Erwartungen als ʺoriginal love manʺ, die Angst und Komplexe vor Tourneen und dem Tanzen, das schwierige Verhältnis zum gewalttätigen Vater und seine Kokainabhängigkeit. Trotzdem schaffte er Anfang der 1980er Jahre das Comeback mit ʺSexual Healingʺ und seinem Album "Midnight Love". Er kehrte aus Brüssel nach Amerika zurück und stand wieder auf der Bühne - aus Leidenschaft, aber auch des Geldes wegen. Sein Auftritt in der ausverkauften Jaap Edenhal in Amsterdam gehört damit zu den wenigen filmisch festgehaltenen Konzerten. Der Mitschnitt seiner ersten Europatournee im Jahr 1976 zeigt 23 Lieder des legendären Soulsängers, darunter die Klassiker ʺYou’re A Wonderful Oneʺ, ʺYouʺ, ʺIt Takes Twoʺ, und ʺAin’t No Mountain High Enoughʺ. Um seine monatelange ʺSexual Healingʺ-Tour durchzustehen, nahm Gaye Unmengen an Kokain zu sich und nährte damit eine sich entwickelnde Paranoia: Der Mann mit dem unvergleichlichen Gesang begann, Stimmen zu hören. Wenige Monate später dann die Eskalation: Der eigene Vater erschoss ihn im Streit mit einer Waffe, die Marvin Gaye ihm zum Schutz selbst geschenkt hatte. ARTE zeigt einen Konzertmitschnitt, der eine unvergleichliche Kostprobe des musikalischen Talents von Marvin Gaye bietet. Aufnahme aus dem Jahr 1976 aus der Amsterdamer Jaap Edenhal. Der Konzertfilm "Marvin Gaye - Greatest Hits Live In ‘76" wurde auf Marvin Gayes erster Europa-Tournee aufgezeichnet und zeigt den US-Sänger in absoluter Höchstform. Gefilmt in der ausverkauften Edenhalle in Amsterdam, zählt diese Show zu den seltenen Live-Auftritten der Soul-Ikone, die auf Film festgehalten wurden. Viele Fans sagen: Marvin Gaye klang nie besser als während seiner ersten Europatournee 1976. | |||||
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02/21/2026 6:20 am |
360° Reportage |
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| Über Jahrhunderte zogen Nomaden mit ihrem Vieh durch das trockene kenianische Dornbuschland. Immer wieder mussten die Hirten dabei Verluste ihrer Herden hinnehmen, denn die Rinder und Ziegen konnten Hitze und Dürre wenig entgegensetzen. Um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, verteilte die Regierung vor ein paar Jahren Dromedare an die Landbevölkerung. Diese genügsame Kamelart kommt von Natur aus besser mit den Wetterextremen in Kenia zurecht. Das Experiment glückte. Heute zählen Dromedare zu den wichtigsten Tieren in Kenia. Der Norden Kenias, eine der trockensten Regionen des ostafrikanischen Landes, ist die Heimat der Samburu, eines Halbnomadenvolks, das eng mit den Massai verwandt ist. Seit Jahrhunderten leben die Hirten von der Viehwirtschaft, treiben Rinder und Ziegen über das trockene Land. Ein seit jeher höchst anfälliges Modell, denn besonders die durstgeplagten Rinder verendeten in Dürrejahren schnell. Während der letzten Trockenphase zwischen 2021 und 2023 verloren die Samburu rund 80 Prozent ihrer Tiere. Um dem künftig vorzubeugen, ließ die Regierung Dromedare an die Menschen verteilen und startete damit ein Erfolgsmodell, dessen positive Entwicklung alle überraschte. Nicht nur passten sich die Höckertiere schnell den Bedingungen im kenianischen Dornbuschland an, ihre Milch wurde zum unerwarteten Wendepunkt für die Menschen: Sie ist nährstoffreicher als Kuhmilch und in größeren Mengen dauerhaft verfügbar. Damit wird der Mangel- und Unterernährung, wie sie immer wieder in trockenen Jahren drohten, bei den Nomaden entgegengewirkt. Was die Menschen nicht selbst benötigen, verkaufen sie an Kooperativen, von denen in den letzten Jahren immer mehr entstanden sind. Bis in die großen Städte wie Nairobi liefern sie das „weiße Gold“. Von dieser Entwicklung profitieren besonders Frauen auf dem Land. Denn sie sind es, die die Dromedare traditionell melken. Und sie sind es auch, die mit deren Milch nun florierenden Handel treiben. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. | |||||
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02/21/2026 6:55 am |
GEO Reportage: Schignano |
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| Schignano - seit Jahrhunderten feiern die Menschen hier mit einem archaischen, wilden Karneval das Ende des Winters. Sie spielen in bunten, selbstgenähten Kostümen die „Wilden“, in einem Bergdorf hoch über dem Comer See. In den Straßen tanzen die „Belli“ und die „Brutti“ - die Schönen und Reichen gegen die Hässlichen und Armen - die „GEO Reportage“ hat die Menschen hinter den schaurigen Holzmasken besucht. Einmal im Jahr legen die Bewohner der Gemeinde Schignano ihre Identität ab, um einen rauschhaften, euphorischen, wild-ungezügelten Karneval zu feiern. Die meisten Bewohner hier fahren täglich zum Arbeiten in die benachbarte Schweiz. Schignano hat eine lange Migrationstradition - schon Anfang des 20. Jahrhunderts suchten die Männer in Australien, Südamerika und den USA ihr Glück. Die Frauen blieben mit Kindern und Hof allein zurück. Damals wie heute waren jedoch einmal im Jahr alle wieder zu Hause: zur Karnevalszeit. Nicht zuletzt deswegen ist in Schignano der Karneval eng an das Thema Auswanderung geknüpft, die „Belli“, die Schönen und Erfolgreichen und die „Brutti“, die Hässlichen und Erfolglosen liefern sich wilde, deftige Szenen, begleitet von viel Alkohol. Battista, ein alteingesessener, berühmter Maskenschnitzer der Region erklärt die Kostüme: „Der Schöne ist der, der die Welt bereist hat und zu Geld gekommen ist. Sein Bauch steht für Wohlstand, er trägt üppigen Schmuck, große, blumige Hüte, macht sich wichtig und gibt sich arrogant. Der Hässliche ist das exakte Gegenteil - er symbolisiert einen schlechten Lebenswandel, trinkt viel und trägt zerschlissene Kleider. Er ist voller Wut gegenüber den Schönen und Reichen.“ Das ganze Jahr ist Battistas Frau mit dem Nähen und Besticken der schrillen Kostüme beschäftigt - und hofft, wie alle hier, dass der Karneval auch in Zukunft weiterleben wird. „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus. | |||||
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02/21/2026 7:45 am |
360° Reportage |
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| Das Katana, wie das legendäre japanische Samurai-Schwert genannt wird, ist untrennbar mit der japanischen Kultur verbunden: Sein Design ist geprägt von Symbolen und einer tiefen Spiritualität. Es steht für Stärke, Ehre und Disziplin. In einer Schmiede in Yamagata arbeitet einer der besten Schwertschmiede Japans, Kanbayashi Sensei. Wochenlang und unter Verwendung der auch in Japan selten gewordenen „Dreistahlmethode“ fertigt er ein Auftragsschwert für einen zutiefst traditionsbewussten Unternehmer und dessen Enkel. Kanbayashi Sensei ist einer der wenigen Schwertschmiedemeister Japans, die heute noch den Titel eines Meisters tragen. Seine Schmiede in Yamagata, im Norden des Landes, befindet sich gleich neben seinem Wohnhaus. Der Sensei schmiedet nur mit Tamahagane - schwarzem Eisensandstahl - und jahrhundertealtem Altmetall, da diese Materialien eine besonders gute Kohlenstoffbilanz aufweisen, die für die Festigkeit einer Klinge entscheidend ist. „Die Arbeit eines Schwertschmieds hängt von jedem einzelnen Moment ab. Der Kenner kann die Veränderungen des Stahls anhand der Farbe des Feuers ablesen“, sagt der Meister. Viele Produktionsschritte sind notwendig, wochenlang wird der Stahl immer und immer wieder bearbeitet, Höhepunkt ist der anspruchsvolle Yaki-Ire-Prozess, bei dem die erhitzte, mit Ton beschichtete Klinge in Wasser abgeschreckt wird. Dabei wird der sogenannte Hamon, das charakteristische Hitzemuster der Klinge, hervorgehoben und der Stahl gehärtet. Wenn der Stahl zu kalt ist, härtet er nicht aus, wenn er zu heiß ist, kann er sich irreparabel verziehen. Ein einziger Augenblick entscheidet über den Erfolg der wochenlangen Schmiedearbeit. Wird das Schwert den Vorstellungen des Kunden entsprechen? Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. | |||||
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02/21/2026 8:40 am |
Stadt Land Kunst Spezial |
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| * Peru: Irving Penns Liebe auf den ersten Blick Auf den Hochplateaus der peruanischen Anden herrschen außergewöhnliche Lichtverhältnisse. Diese Kulisse bezauberte einen der größten Modefotografen des 20. Jahrhunderts. Irving Penn sollte hier 1948 ein Fotoshooting im Auftrag der Zeitschrift „Vogue“ durchführen und verliebte sich augenblicklich in das Land und seine Einwohner. Er reiste von Lima bis Cuzco und erstellte eine Porträtserie, die einen Wendepunkt in seiner künstlerischen und beruflichen Laufbahn darstellte. * Der Titicacasee, Zuflucht der Andenvölker in Peru Der Titicacasee auf der Altiplano-Hochebene in den Anden ist der höchstgelegene schiffbare See der Welt. Er ist fast so groß wie Korsika und hat über die Jahrtausende eine riesige Artenvielfalt hervorgebracht. Im 12. Jahrhundert flüchteten die Bergvölker der Anden vor den Inka auf das Wasser und richteten sich dort zum Schutz auf schwimmenden Inseln ein. Seither haben die Menschen gelernt, auf und mit dem See zu leben, das Schilf in vielfältiger Weise zu nutzen und so eine ganz eigene Lebensweise entwickelt. * Das absolute Muss: Machu Picchu in Peru Machu Picchu ist die bekannteste aller verlorenen Städte. Auf einer Höhe von mehr als 2.400 Metern thront das Heiligtum der Inka über dem Urwald. Seit seiner Entdeckung ranken sich um das Wahrzeichen Perus und seine ehemaligen Bewohner zahlreiche Legenden. Auch so manch einen Indiana Jones hat es schon angezogen. | |||||
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02/21/2026 9:20 am |
Stadt Land Kunst Spezial |
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| Sansibar: Die Revolution von Adam Shafi Adam Vor der ostafrikanischen Küste liegt wie ein fernes Paradies die tansanische Inselgruppe Sansibar. Die Geschichte des Archipels ist die eines bedeutenden Handelsknotenpunkts und einer multiethnischen Gesellschaft. Der sansibarische Schriftsteller Adam Shafi Adam, dessen tansanischer Kollege Abdulrazak Gurnah den Nobelpreis für Literatur erhielt, greift die wirtschaftlichen und ethnischen Gegensätze der Insel in seiner Erzählung „Die Sklaverei der Gewürze“ auf. Darin schreibt er auf Suaheli über die Revolution, die der arabischen Vorherrschaft auf der Insel ein Ende setzte. Sansibar: Wo der Taarab durch die Straßen klingt Das Herz von Sansibar, der tansanischen Inselgruppe vor der Küste Ostafrikas, schlägt im Rhythmus des Taarab. Die orientalische Musikrichtung fand Ende des 19. Jahrhunderts über Ägypten ihren Weg an den Hof des Sultans und brachte auch neue Instrumente wie den Kanun oder die Ney nach Sansibar. Schnell machten die Einheimischen den Taarab zu ihrer Musik, kombinierten ihn mit eigenen musikalischen Elementen und erfüllten die Straßen von Stone Town mit seinen Klängen. Mittlerweile hat eine neue Musikergeneration den Taarab für sich entdeckt ... Der Palast der Wunder auf Sansibar Mit Sansibar verbindet man weiße Sandstrände, türkisblaues Meer und Gewürze. Die Inselgruppe im Indischen Ozean gehört heute zu Tansania, beherbergte aber einst die Hauptstadt des Sultanats Oman. Von diesen ruhmreichen Zeiten zeugt bis heute der Palast der Wunder aus dem 19. Jahrhundert. Einst spielte sich vor seinen Mauern einer der seltsamsten Kriege der Weltgeschichte ab. | |||||
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02/21/2026 10:00 am |
Zu Tisch |
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| An den Ostertagen dreht sich alles ums Ei - ganz besonders im Nordosten Europas. In Litauen ist Ostern nicht nur religiöser Feiertag, sondern auch das erste Fest des Frühlings. Das liebevoll und handwerklich geschickt gefärbte Ei ist das wichtigste Ostersymbol: Es steht für Leben, Wohlstand und eine reiche Ernte. Im Dorf Sabališkė nahe der weißrussischen Grenze pflegt Familie Trubilene die traditionellen Osterbräuche. Auf den Tisch kommen Klassiker der Landesküche wie litauischer Kartoffelsalat, Hering mit eingelegten Zwiebeln und Zeppelini - Kartoffelklöße mit einer Hackfleischfüllung. Aber sie schaffen auch moderne Kreationen mit Symbolkraft: Tochter Elzė zaubert mit einem Spinatbiskuit eine süße grüne Frühlingstorte. "Zu Tisch" reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: www.arte.tv/zutisch | |||||
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02/21/2026 10:30 am |
Das Kolosseum, Arena der Macht |
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| Das Kolosseum ist das größte je errichtete Amphitheater im antiken Rom - aber warum wurde es gebaut? Historikerinnen und Historiker untersuchen die Überreste dieses prachtvollen Bauwerks mitten in der italienischen Hauptstadt. Gibt es andernorts in Italien Hinweise auf den Ursprung des weltberühmten Monuments und der darin inszenierten Spiele? Neue archäologische Erkenntnisse zeigen, welche Tiere bei den grausamen Spektakeln getötet wurden - und wie die Römer ihre atemberaubenden Spiele in Szene setzten. Der erste Teil präsentiert die beeindruckenden Maßstäbe der Spiele, die im Kolosseum stattfanden, sowie die exotischen Tiere, die zur Unterhaltung der Bürgerinnen und Bürger auf grausamste Weise in der Arena getötet wurden. Die Dokumentation beleuchtet, wie dieses immense Amphitheater einer neuen Herrscherdynastie half, die Kontrolle über Rom und das gesamte Reich aufrechtzuerhalten: Nach der Niederschlagung von Aufständen wurden die Spiele zum Propagandawerkzeug, das sämtlichen Bewohnerinnen und Bewohnern des Römischen Reiches eine gemeinsame Identität verlieh. Das Kolosseum wurde zum Modell für weitere Städte, um neuen Untertanen den Ruhm Roms nahezubringen - und ihnen gleichzeitig den Preis für jede Form des Widerstands vor Augen zu führen. Archäologische Grabungen brachten unterirdische Entwässerungskanäle ans Licht, sowie ein ausgeklügeltes Tunnelsystem, das genutzt wurde, um Kämpfer und Tiere scheinbar plötzlich in der Arena erscheinen zu lassen. Tausende von Tierknochen belegen den Tod unzähliger Löwen, Bären und Leoparden, die über römische Handelshäfen aus Nordafrika und dem östlichen Mittelmeerraum eingeführt worden waren. Die Eröffnungsspiele unter Titus im Jahr 80 nach Christus dauerten 100 Tage; auf dem Programm standen unter anderem Gladiatorenkämpfe und exotische Tierhatzen. Unter Trajan (98-117 nach Christus) erreichten die Spiele ihren Höhepunkt. Die Spiele besänftigten Unzufriedene und vermittelten gleichzeitig die klare Botschaft des Staates: Rom belohnt Loyalität - aber bestraft Widerstand. Das Kolosseum ist ein Monument einer blutigen, gewaltvollen Geschichte - und das größte je errichtete Amphitheater. Doch was gab den Ausschlag für diesen Bau und die grausamen Spektakel, die darin stattfanden? Mit exklusivem Zugang zu laufenden archäologischen Forschungen erkundet der Zweiteiler den wahren Zweck des Kolosseum und des Netzwerks von Amphitheatern im gesamten Römischen Reich. An Stätten in Rom, Volterra und Nordafrika werden Funde erläutert, die das Ausmaß der Spiele offenbaren und Einblicke in das Leben der Gladiatoren geben. Das Kolosseum - Wahrzeichen des antiken wie des heutigen Roms - zeugt vom Aufstieg und Fall eines der größten Weltreiche der Menschheitsgeschichte. | |||||
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02/21/2026 11:20 am |
Das Kolosseum, Arena der Macht |
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| Die Blütezeit des Römischen Reichs war auch die des Kolosseum. Moderne Analysen von Knochenfunden belegen: Gladiatoren waren die Sportstars der Antike - mit spezieller Ernährung und medizinischer Spitzenversorgung. Im gesamten Reich wurden sie für die Kämpfe trainiert. Doch als das Christentum im späten 2. Jahrhundert an Einfluss gewann, begann der Niedergang Roms - und mit ihm der des Kolosseum. Archäologen untersuchen in Österreich, Tunesien und Rom die Überreste aus dieser Epoche und rekonstruieren den Aufstieg und Fall eines Weltreichs. Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie der Bedeutungsverlust des Kolosseum mit dem Niedergang des Römischen Reichs einherging. Zwar stiegen zahlreiche Gladiatoren von Gefangenen zu gefeierten Athleten auf, doch die aufwendigen Spiele wurden für das Reich zunehmend zur finanziellen Belastung. Die Amphitheater, einst Orte der Unterhaltung und der imperialen Repräsentation, verwandelten sich in Schauplätze politischer Gewalt: Hier starben nun Gegner Roms - vor allem Christen - den Märtyrertod. Archäologische Funde bestätigen den hohen Status der Gladiatoren: Sie lebten in professionellen Trainingslagern, erhielten optimale medizinische Betreuung und wurden mit nährstoffreichen Speisen versorgt. Kaiser Domitian lässt kurz nach der Eröffnung des Kolosseum den Untergrund der Arena zu 12.000 Quadratmetern raffiniertester Bühnenkunst ausbauen, um die Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe noch besser in Szene zu setzen. Doch Wirtschaftskrise und Inflation zwingen Kaiser Mark Aurel gegen Ende des 2. Jahrhunderts zu Sparmaßnahmen - auch bei den Spielen. Als sich im 3. Jahrhundert das Christentum immer mehr ausbreitet, werden Christen bald zu Reichsfeinden erklärt und zu willkommenen Sündenböcken für die Krise. Statt spektakulärer Kämpfe dienten die Arenen bald als Hinrichtungsstätten, aus den Vergnügungsstätten wurden Instrumente der Abschreckung. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches kann sich Rom den Luxus des Kolosseum nicht mehr leisten, der letzte bekannte Bericht, der die Spiele erwähnt, stammt aus dem Jahr 523 nach Christus. Das Kolosseum, einst Symbol römischer Macht, wird zum Mahnmal eines untergegangenen Imperiums. | |||||
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02/21/2026 12:15 pm |
Das Trojanische Pferd |
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| Die Geschichte vom Trojanischen Krieg ist eine der bedeutendsten Erzählungen Europas. Erst nach zehnjährigem Kampf soll es den Griechen mit Odysseus' List gelungen sein, in die nahezu uneinnehmbare Stadt einzudringen und sie zu erobern. Ein gigantisches Holzpferd voller griechischer Soldaten wird den Trojanern als Geschenk präsentiert. Trotz Warnungen ziehen die Ahnungslosen die Attrappe in die Stadt. Im Schutz der Dunkelheit schlüpfen die Griechen aus dem Pferd und öffnen ihren Kameraden die Tore. Das einst mächtige Troja geht in Flammen auf. Doch was, wenn es ganz anders gewesen wäre? Neue Erkenntnisse legen nahe, dass diese Geschichte vielleicht umgeschrieben werden muss. Das Trojanische Pferd war vermutlich gar kein Pferd. Doch wie haben die Griechen ihre Feinde dann überlistet? Und welche Rolle spielt der antike Autor Homer in diesem Kontext? Dem Forscher Francesco Tiboni zufolge muss sich die Geschichte des Trojanischen Pferdes anders zugetragen haben. Historische Funde und Darstellungen sind ihm zu uneinheitlich, um zueinander zu passen. Tiboni bereist verschiedenste archäologische Schauplätze und beleuchtet konkurrierende Theorien und neue Erkenntnisse über die Kriegslist der Griechen und das berühmt gewordene Ende des Trojanischen Krieges. Die Filmemacher tauchen mit ihm in die Tiefen des Mittelmeeres, wo er schließlich überzeugende Hinweise findet, die ihm helfen, das 3.000 Jahre alte Rätsel zu lösen. Film von Roland May | |||||
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02/21/2026 12:15 pm |
Das Trojanische Pferd |
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| Die Geschichte vom Trojanischen Krieg ist eine der bedeutendsten Erzählungen Europas. Erst nach zehnjährigem Kampf soll es den Griechen mit Odysseus' List gelungen sein, in die nahezu uneinnehmbare Stadt einzudringen und sie zu erobern. Ein gigantisches Holzpferd voller griechischer Soldaten wird den Trojanern als Geschenk präsentiert. Trotz Warnungen ziehen die Ahnungslosen die Attrappe in die Stadt. Im Schutz der Dunkelheit schlüpfen die Griechen aus dem Pferd und öffnen ihren Kameraden die Tore. Das einst mächtige Troja geht in Flammen auf. Doch was, wenn es ganz anders gewesen wäre? Neue Erkenntnisse legen nahe, dass diese Geschichte vielleicht umgeschrieben werden muss. Das Trojanische Pferd war vermutlich gar kein Pferd. Doch wie haben die Griechen ihre Feinde dann überlistet? Und welche Rolle spielt der antike Autor Homer in diesem Kontext? Dem Forscher Francesco Tiboni zufolge muss sich die Geschichte des Trojanischen Pferdes anders zugetragen haben. Historische Funde und Darstellungen sind ihm zu uneinheitlich, um zueinander zu passen. Tiboni bereist verschiedenste archäologische Schauplätze und beleuchtet konkurrierende Theorien und neue Erkenntnisse über die Kriegslist der Griechen und das berühmt gewordene Ende des Trojanischen Krieges. Die Filmemacher tauchen mit ihm in die Tiefen des Mittelmeeres, wo er schließlich überzeugende Hinweise findet, die ihm helfen, das 3.000 Jahre alte Rätsel zu lösen. Film von Roland May | |||||
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02/21/2026 1:10 pm |
Die Wikinger |
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| Der König des englischen Königreiches Northumbria ist von den Wikingern ermordet worden. Seine Witwe, Königin Enid, muss dem Wikingerkönig Ragnar zu Willen sein und bringt neun Monate später ihren Sohn Erik zur Welt. Enid gelingt es, das illegitime Kind vor dem neuen, intriganten König Aella in Sicherheit zu bringen und seine Identität geheim zu halten. Doch dann wird Erik von den Wikingern geraubt und im hohen Norden als Sklave gehalten. Er trägt ein Amulett, aber niemand weiß, was es bedeutet und dass der Knabe der Halbbruder von Einar ist, dem Sohn und zukünftigen Erben von König Ragnar. Auch Erik selbst ahnt 20 Jahre lang nicht, wer er ist. Als sich sowohl Einar als auch Erik in die schöne Prinzessin Morgana verlieben, scheint ein Kampf unausweichlich. Die beiden Halbbrüder treffen aufeinander und ein Kampf um Leben und Tod beginnt, bei dem nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das der englischen Krone auf dem Spiel steht. Auch wenn die historischen Fakten in diesem berühmten Kostümfilm nicht wirklich authentisch zu nennen sind, zeichnet er ein in weiten Teilen glaubwürdiges Bild der Wikinger als wagemutige und wilde Seefahrer. Zudem besticht der Film durch farbenprächtig wiedergegebene Riten und beeindruckende Aufnahmen an Originalschauplätzen. Bevor sich der amerikanische Regisseur Richard Fleischer (1916-2006) dem Film zuwandte, studierte er zunächst Psychologie und wechselte dann an die Yale School of Drama. Im Jahr 1948 gewann Fleischer mit seiner Dokumentation „Design for Death“ den Oscar. Sein Abenteuerfilm „Die Wikinger“ erhielt 1959 den Golden Laurel bei den Laurel Awards und Hauptdarsteller Kirk Douglas wurde beim internationalen Filmfestival in San Sebastián 1958 mit dem Zulueta-Preis ausgezeichnet. | |||||
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02/21/2026 3:05 pm |
Leben mit Vulkanen |
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| Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In dieser Folge geht es auf die Insel Java, wo der noch aktive Vulkan Bromo wie eine Gottheit verehrt wird. Indonesien besteht aus vielen Inseln, die zum größten Vulkansystem der Erde gehören, dem Pazifischen Feuerring. Im Osten der Insel Java erhebt sich der Bromo aus einem Meer vulkanischer Asche. Arnaud Guérin erklimmt den Kamm des Kraters und ihm eröffnet sich ein überwältigendes Panorama. Es sieht aus wie auf dem Mond. Knapp einen Kilometer entfernt sieht die Welt schon ganz anders aus: Die Aschelandschaft ist grünen Wiesen und fruchtbaren Feldern gewichen. Die Bauern hier leben in einem Zwiespalt zwischen Furcht und Verehrung. Etwa alle fünf Jahre erwarten die Einwohner, dass es zu einem Vulkanausbruch kommt. Doch trotz der Gefahr, die von dem Feuerberg ausgeht, betrachten sie ihn als Teil der Familie oder sogar als Gottheit, denn die Asche, die der Bromo ausspuckt, düngt die Felder und sichert somit den Menschen ihr Überleben. Damit die Einwohner sich der göttlichen Gnade sicher sein können, findet jedes Jahr das Kesodo-Fest zu Ehren des Bromo statt, das gleichzeitig das neue Jahr einläutet. Dieses Mal nehmen etwa 10.000 Pilger an den Festlichkeiten teil, unter ihnen Arnaud und der Bauer Astoko. Am Abend versammeln sich alle am Tempel, wo die Opfergaben von den Priestern gesegnet werden. Die Menschen geben dem Vulkan einen Teil ihrer Ernte zurück, da sie auch die Früchte seiner Arbeit sind. Am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang klettern Arnaud und Astoko zusammen mit den anderen Pilgern die Treppen zum Bromo hoch. Oben angekommen, werfen sie die Opfergaben in den Krater, damit der Feuerberg auch weiterhin großzügig und gnädig bleibt. Dieser Akt symbolisiert die Verbundenheit der Menschen zu ihrem Vulkan - ihrem Quell des Lebens. | |||||
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02/21/2026 3:30 pm |
Madagaskar oder der große Karneval der Chamäleons |
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| Wenn es ein Paradies für Chamäleons gibt, befindet es sich auf Madagaskar. Auf der „roten Insel“ lebt knapp die Hälfte der rund 200 bekannten Chamäleonarten - eine weltweit einzigartige Vielfalt. Man findet sie in allen Farben und Größen, mit Hörnern auf der Nase oder helmartigen Kopflappen. Madagaskar scheint für Chamäleons der ideale Lebensraum zu sein. Doch wie kam es dazu? Die Dokumentation erzählt, wie die faszinierenden Reptilien vor 65 Millionen Jahren auf die Insel kamen, und zeigt dann ein beeindruckendes Naturspektakel: den Karneval der Chamäleons. Chamäleons sind eine faszinierende Spezies: Sie sind bekannt für ihre blitzschnelle Zunge und ihre extrem beweglichen Augen, die einen Rundumblick ermöglichen, doch am beeindruckendsten ist ihre Tarnkunst. Die Dokumentation bietet einen faszinierenden Einblick in die Lebensweise der Chamäleons und zeigt gleichzeitig die Vielfalt Madagaskars. Darüber hinaus thematisiert die Dokumentation auch die Entwicklungsgeschichte dieser außergewöhnlichen Reptilien. Nirgends auf der Welt findet man mehr Chamäleonarten an einem Ort: Sie sind kunterbunt, winzig oder kolossal, haben helmförmige Schädel oder Hörner auf der Nase. Warum leben gerade auf dieser Insel so viele verschiedene Chamäleonarten? Und wie kam es dazu, dass sie sich hier besser als irgendwo anders auf der Welt entwickelt haben? Diesen Fragen geht die Dokumentation nach und erzählt dabei auch die Anfänge dieser Spezies, die seit 65 Millionen Jahren auf der Insel lebt. | |||||
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02/21/2026 4:25 pm |
ARTE Reportage |
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| * Ukraine: Überleben im Schutzraum - Am 24. Februar 2026 sind es vier Jahre seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine. Putin wollte damals in nur wenigen Wochen bis nach Kiew durchmarschieren, mit dem erbitterten Widerstand der Ukraine rechnete er nicht. * Indien: Rekruten für Putins Krieg - Sie wollten eine gut bezahlte Arbeit finden, um sich eine Zukunft aufzubauen, doch sie landeten im Krieg: Sonu, Aman, Sajid, Prince und Tinu aus Indien gehören zu den rund 20.000 Ausländern, die unter russischer Flagge in der Ukraine gekämpft haben. * Ukraine: Überleben im Schutzraum Der Alltag wurde in der Ukraine wegen der Raketen und Drohnen vielerorts in den Untergrund verlegt. Die Reportage begleitet Menschen in unterirdischen Schutzräumen, dazu zählen in Kiew auch die U-Bahn-Stationen. In Cherson, einer der am häufigsten von Drohnen angegriffenen Städte, haben sich die wenigen noch verbliebenen Zivilisten an die ständige Bedrohung aus der Luft gewöhnt. In Großstädten wie Charkiw oder Mykolajiw werden Kinder in Schutzräumen unterrichtet, auch Jugendclubs und Radiosender zogen, wenn möglich, in sichere Keller. An der Front baute die Armee in Schützengräben Erste-Hilfe-Krankenhäuser mit allen notwendigen Geräten zur Stabilisierung von Verwundeten. * Indien: Rekruten für Putins Krieg Um seine Kriegsmaschinerie zu füttern, rekrutiert Wladimir Putin ausländische Soldaten: Tausende Nepalesen, Kubaner, Nordkoreaner und Inder kämpfen für Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine. Die Reportage erzählt von den Schicksalen junger Inder, die von Vermittlern im Auftrag Moskaus angeworben wurden. Manche unter ihnen wurden getäuscht: Den jungen Männern aus den ärmsten Schichten Indiens wurde viel Geld für einen Job im Sicherheitsdienst versprochen, doch viele von ihnen schickten die Russen nach ein paar Wochen Ausbildung direkt an die Front. Indische Soldaten, die von der Front zurückkehrten, berichten über die Methoden der russischen Werber der Armee. Offiziell steht Indien neutral zwischen Russland und der Ukraine und muss doch feststellen, dass seine Bürger ohne diplomatischen Schutz unter der russischen Flagge sterben. Die Familien der indischen Soldaten in Russland warten oft lange auf Nachrichten von ihren Vermissten. Aktuelle europäische und internationale politische Themen und Herausforderungen, ergänzt durch historische Erläuterungen und geopolitische Analysen: "ARTE Reportage" berichtet über die Fakten und die menschlichen Verhältnisse, die sich hinter diesen Fakten verbergen. | |||||
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02/21/2026 5:20 pm |
Mit offenen Karten |
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| Dänemark ist zwar das kleinste skandinavische Land, dabei jedoch eine strategische Schlüsselmacht an der Nahtstelle von Nord- und Ostsee. Die Geografie des Landes mit 444 Inseln und zwei autonomen Gebieten, darunter Grönland, begünstigte die maritime Ausrichtung der Wirtschaft mit der Förderung von Erdgas und Erdöl, Offshore-Windenergie, Fischerei, Küstentourismus und internationaler Schifffahrt. Heute gilt Dänemark als wirtschaftliches und gesellschaftliches Vorzeigemodell und ökologisches Musterland. Tatsächlich gewinnt Dänemark über die Hälfte seines Stroms aus Windenergie und hat damit bereits rund 75 Prozent des Weges zur Klimaneutralität hinter sich. Doch der Klimawandel - insbesondere der Anstieg des Meeresspiegels - stellt das fortschrittliche Energiemodell infrage. Parallel dazu sieht sich Dänemark seit mehreren Jahren neuen Bedrohungen ausgesetzt: Einerseits äußert Donald Trump seit seiner Wiederwahl Begehrlichkeiten gegenüber Grönland, das aufgrund neuer, durch das Schmelzen des Eises entstehender Handelsrouten von strategischer Bedeutung ist und über reiche Bodenschätze verfügt. Andererseits häufen sich die diplomatischen Zwischenfälle mit Russland, da Dänemark als einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine die Durchfahrt der russischen Flotte aus Sankt Petersburg und Kaliningrad kontrolliert. Von der Globalisierung von Krankheiten über das Recht auf Bildung bis hin zum internationalen Terrorismus - wichtige Fragen und Konfliktlagen der Weltpolitik werden analysiert anhand von Landkarten. | |||||
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02/21/2026 5:35 pm |
Träume aus Stoff - Modemacherinnen in Sierra Leone |
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| Sierra Leone hat schwere Zeiten durchlebt: Vor etwas mehr als 20 Jahren ging ein blutiger Bürgerkrieg zu Ende, dann erschütterten Ebola und Covid die Region. Immer noch gehört das Land zu den ärmsten der Welt. Sierra Leones Frauen sorgen nun mit einem Feuerwerk an Farben und Formen für einen Aufbruch. So unterschiedlich ihre Lebensgeschichten sein mögen, es eint sie eine Überzeugung: Ein farbenfrohes Leben ist ein glücklicheres Leben! Ein optimistischer Blick auf ein Land, das in der Berichterstattung fast nie stattfindet. Traumstrände, eine sattgrüne Hügellandschaft, leuchtend rote Erde - die Verbundenheit der Sierra-Leoner zu ihrem kleinen Land im Westen Afrikas ist groß, obwohl die Grausamkeiten des Bürgerkrieges tiefe Narben hinterlassen haben. Inzwischen mussten die Menschen auch noch Ebola und Covid verkraften. Dass das Land noch zu den ärmsten der Welt gehört, trifft die Frauen besonders hart. Doch es gibt Hoffnung. Die Zukunft Sierra Leones ist bunt, extravagant, nachhaltig und weiblich. In den Vierteln rund um Freetowns Wahrzeichen, den über 300 Jahre alten Cotton Tree, wächst seit einiger Zeit eine pulsierende Modeszene, in der Frauen aus traditionellen sierra-leonischen Stoffen neue Styles und Trends entwickeln. Das Ziel der Modemacherinnen: Die Welt soll Sierra Leone endlich in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt wahrnehmen und Frauen sollen gleichzeitig ein unabhängigeres Leben führen können. Seit zweieinhalb Jahren bringt Mary-Ann Kaikai Frauen im Rahmen eines Ausbildungsprogramms Gara Tie Dye, die Herstellung von Batikstoffen, bei. Für die alleinerziehende Mutter Isatu Conteh, die aufgrund ihrer Schwangerschaft die Schule abbrechen musste, bedeutet Gara endlich Hoffnung auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Die Dokumentation begleitet Frauen, die aus der Arbeit mit traditionellen Stoffen Mut und Zuversicht schöpfen. Eine lebensbejahende Dokumentation, die einen Einblick in die Lebenswelt von Frauen gewährt und die Schönheit ihrer Heimat zeigt, der sie sich trotz ihrer schwierigen Lebensumstände zutiefst verbunden fühlen. | |||||
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02/21/2026 6:20 pm |
ARTE Journal |
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| ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur. | |||||
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02/21/2026 6:40 pm |
360° Reportage |
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| Für seine ungewöhnlichen Methoden, Pferde zu zähmen, ist der argentinische Pferdeflüsterer Oscar Scarpati in seinem Land und der ganzen Welt bekannt. Regelmäßig ist er mit seinen drei Söhnen Cristobal, Painé und Pincén auf Tour - gemeinsam geben sie Seminare, helfen bei Problemen zwischen Pferd und Besitzer und verbreiten ihre Philosophie der Gewaltlosigkeit. Wird es ihnen auch gelingen, argentinische Wildpferde zu zähmen? "GEO Reportage" hat den Pferdeflüsterer begleitet. Pferdenation Argentinien: Bis heute spielen Pferde hier eine wichtige Rolle - bei Arbeit und Vergnügen. Im Umgang mit ihren Reittieren sind die Gauchos und die Besitzer der riesigen Estancias nicht gerade zimperlich. Gerade bei der „Doma tradicional“ - dem traditionellen Zähmen und Zureiten - werden die Tiere hart an die Kandare genommen. Das versetzt die Tiere jedoch in Angst - ein Problem vieler Pferdebesitzer und eine Gefahr. Denn ein ängstliches, schreckhaftes Pferd wird in Stresssituationen schnell unberechenbar. Der Argentinier Oscar Scarpati verfolgt einen ganz anderen Ansatz - denn er versteht die Sprache der Pferde. Er weiß, wie sie sich ausdrücken - mit ihren Ohren, ihren Beinen, ihrem ganzen Körper. Der Pferdeflüsterer wendet diese Sprache selbst an, um mit den Tieren in Kontakt zu treten und sie so auf sanfte Art zu zähmen. Viele Probleme, sei es beim Zureiten besonders temperamentvoller Pferde oder in der Kommunikation zwischen einem Besitzer und seinem Pferd, konnte Oscar mit seinem Wissen und seiner Fähigkeit schon lösen. Der Wechsel zwischen Berührungen an den empfindlichsten Stellen und dem Beruhigen des Pferdes mindert Berührungsängste und die Scheu vor unerwarteten Reizen. Eine Methode, die immer wieder funktioniert - der Erfolg gibt Oscar und seinen Söhnen recht. „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. | |||||
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02/21/2026 7:15 pm |
Der Amerikanische Bison (1/2) |
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| Die zweiteilige Dokumentation von Ken Burns erzählt die Geschichte Amerikas anhand der Geschichte der Bisons: Mehr als 10.000 Jahre lang bevölkerten diese Wildrinder die Great Plains - die westlichen Prärien Nordamerikas. Die Amerikanischen Bisons verbindet eine jahrtausendealte Beziehung zu den indigenen Völkern des Landes. Doch die Ankunft der Europäer im 19. Jahrhundert führte beinahe zur Ausrottung der pelzigen Riesen. Die erste Folge erzählt vom Zusammenprall zweier Sichtweisen auf den Umgang des Menschen mit der Natur. Die Amerikanischen Bisons teilten ihren Lebensraum über mehrere Jahrtausende mit den indigenen Völkern, deren Lebensgrundlage sie bildeten: Die heimischen Bevölkerungsgruppen aßen nicht nur das Fleisch der Büffel, sondern verwerteten das ganze Tier, unter anderem zur Herstellung von Kleidung, Tipis und Waffen. Die Native Americans verband zudem eine starke spirituelle Beziehung mit dem Bison. Doch mit der Ankunft der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert schrumpften die riesigen Herden kontinuierlich. Die rund 40 Millionen Bisons, die es zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch gab, wurden bis 1890 fast komplett ausgerottet. Die Besiedlung des „Wilden Westens“ im 18. und 19. Jahrhundert, die fortschreitende Industrialisierung und der Bau der Eisenbahn durch Nordamerika beschleunigten die exzessive Bisonjagd. Infolgedessen wurden die natürliche Umwelt und auch die Kultur der Plains-Stämme zerstört. Erzählt wird diese Geschichte von Historikern, Schriftstellern, Hochschulforschern - und vor allem von Nachfahren der Native Americans: Kiowa, Comanche und Cheyenne für die nördlichen Stämme und Lakota, Salish, Kootenai, Mandan, Hidatsa und Blackfoot für die südlichen Stämme der Great Plains. Sie erklären die Verbindung ihrer Vorfahren mit den Bisons und schildern ihr dramatisches Schicksal. Die Bisonjagd im Westen Nordamerikas zwischen 1800 und 1890 stellt eine in der Weltgeschichte einzigartige Massentötung wild lebender Tiere dar. Der Bison - einst der König der Prärien - wurde beinahe für immer ausgerottet. | |||||
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02/21/2026 9:05 pm |
Der Amerikanische Bison (2/2) |
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| Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer dramatischen Massenvernichtung der amerikanischen Bisons. Anfang der 1880er Jahre waren von den rund 40 Millionen Büffeln, die hundert Jahre zuvor noch die nordamerikanischen Great Plains bevölkert hatten, nur noch etwa tausend Tiere in wenigen Herden übrig. Die zweite Folge beleuchtet, wie versucht wurde, das Symboltier der Native Americans im letzten Moment doch noch vor der Ausrottung zu bewahren. Die Bisons wurden wegen ihrer Felle geschlachtet, gehäutet und verwesten dann in der Prärie. Gleichzeitig wurden die einheimischen Stämme ihrer Jagdgebiete beraubt und in Reservate gesperrt. Ohne die Bisons fehlte ihnen sowohl die traditionelle Lebensgrundlage als auch das Tier, mit dem sie spirituell verbunden waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts versuchten einzelne Bürger, das Aussterben der Bisons zu verhindern. Immer mehr Initiativen wurden ins Leben gerufen, bis die Summe der privaten Bemühungen zu einer landesweiten Bewegung anwuchs. Zu den prominenten Bisonschützern zählten ein New Yorker Pressemagnat, ein ehrgeiziger Tierpräparator aus Washington und ein gewisser Buffalo Bill … In zwei Reservaten in Dakota und Montana retteten Native Americans Bisonkälber und züchteten kleine Herden, die inzwischen zu den größten des Landes herangewachsen sind. Die Bestände haben sich erholt. Heute ziehen wieder große Bisonherden über rund 400.000 Hektar Stammesland: Mindestens 80 indigene Stämme in 20 Bundesstaaten haben wieder eigene Herden in freier Wildbahn. | |||||
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02/21/2026 11:00 pm |
Black Far West - Nicht alle Cowboys waren weiß |
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| 1875 war jeder vierte Cowboy eine schwarze Person. Auch schwarze Sheriffs, Trapper und Soldaten gab es im Westen. Viele dieser Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner verbündeten sich mit den Ureinwohnern, andere wurden von ihnen versklavt. All diese Männer und Frauen suchten in den Weiten des amerikanischen Westens die Freiheit und nahmen dafür ein abenteuerliches und gefährliches Leben in Kauf. So hat jede legendäre Wildwest-Figur ihr afroamerikanisches Double, ob Cowboy, Desperado, Revolverheldin oder furchtloser Sheriff. In der offiziellen Geschichtsschreibung wurden sie unterschlagen und auch Hollywood hat sie nicht auf der Leinwand verewigt. Doch einige von ihnen sind bekannt, denn sie haben der Nachwelt Briefe oder Memoiren hinterlassen: so der entflohene Sklave Bass Reeves, der als US-Marshal für Recht und Ordnung sorgte; der sagenhafte Trapper James Beckwourth, ein Grenzgänger zwischen den Welten der indigenen Bevölkerung und der Weißen; die Postkutschenfahrerin Mary Fields, die geschickt mit Waffen umzugehen verstand; der „schwarze Moses“ Benjamin „Pap“ Singleton, der sein Volk nach Kansas in das neue Gelobte Land führte; der von Indigenen versklavte Henry Bibbs und der Lasso-Virtuose Nat Love. Ihre Erzählungen lassen die große Zeit des Far West aufleben, vom Sezessionskrieg bis zum Ende der Pionierzeit und der vollständigen Eingliederung des Westens in das amerikanische Hoheitsgebiet bis hin zum Pazifik. Dort konnten sie hoffen, der Knute des Sklavenhalters, den Gewalttaten des Ku-Klux-Klans und dem Rassenhass zu entgehen. Dieses kaum bekannte Kapitel der US-amerikanischen Geschichte beleuchtet die Dokumentation und lässt die vergessenen Helden und Heldinnen mit eigenen Worten schildern, wie sie diese Zeit erlebten. Ihre Erzählungen zeigen, wie sehr dieses unterdrückte Volk damals darauf hoffte und mit welchem Mut es dafür kämpfte, das Freiheitsversprechen des Far West für sich einzulösen. Film von Cécile Denjean | |||||
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02/22/2026 12:35 am |
Die Frau des Chefs |
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| Matthieus Vater wird nach 30 Jahren Fabrikarbeit wegen einer Lappalie entlassen. Trotz aller Mühe, seine Kollegen gegen die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu mobilisieren, bleibt Matthieus Verlangen nach Gerechtigkeit unbeachtet. So greift er zur Selbstjustiz, indem er die Frau des Chefs verführt. Sozialdrama von Xavier Beauvois (2000). Francis und seine Söhne Eric und Matthieu arbeiten alle in derselben Fabrik: Francis an der Maschine, Eric am Zeichenbrett und Matthieu am Computer. Eines Tages wird Francis nach 30 Jahren fristlos entlassen, weil er sich nicht an das über Nacht verhängte Rauchverbot gehalten hat. Matthieu lehnt sich gegen diese Ungerechtigkeit auf. Er versucht, die Firmenleitung umzustimmen, und als das fehlschlägt, die Kollegen zu mobilisieren. Aber niemand will sich angreifbar machen, sein Bruder eingeschlossen. Als sein Vater kurze Zeit später bei einem Autounfall ums Leben kommt, glaubt Matthieu an einen Suizid und will ihn rächen. Inkognito verführt er Claire, die Frau des Chefs, und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre, die fast Liebe wird - bis zu dem Tag, an dem sie ihn an seinem Arbeitsplatz in der Fabrik entdeckt. Claire will ihn nicht mehr treffen, aber Matthieu besteht auf ein Wiedersehen. Nüchtern erkundet Xavier Beauvois eine Tragödie am Arbeitsplatz, den dahinterstehenden Apparat der Klassengesellschaft und die Grenzen einer sturen Suche nach Vergeltung. Xavier Beauvois, dessen früher Film „Vergiß nicht, dass Du sterben wirst“ 1995 in Cannes mit dem Jury-Preis ausgezeichnet wurde, spielt in „Die Frau des Chefs“ mit dem französischen Originaltitel „Selon Matthieu“ auf das Matthäus-Evangelium an. Er erzählt in seinem Film eine Passionsgeschichte von heute, in der die sozialen Klassen aufeinanderprallen, und tut das ohne jegliche Naivität oder Sozialromantik, auch ohne moralischen Zeigefinger. Benoît Magimel, seit Hanekes „Die Klavierspielerin“ (2001) auch im deutschsprachigen Raum bekannt, spielt seinen zerrissenen Helden glänzend. | |||||
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02/22/2026 2:20 am |
Leben mit Vulkanen |
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| Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. Diese Folge führt an den höchsten und aktivsten Vulkan Europas: den Ätna auf Sizilien. Der über 3.300 Meter hohe Ätna ist der höchste und aktivste Vulkan Europas. Ein- bis zweimal jährlich bricht der Mongibello, wie ihn die Sizilianer nennen, aus und bedroht mit seinen glühenden Lavaströmen die 900.000 Menschen, die in seinem Umkreis leben. Und doch ist der Ätna für die sonst sehr trockene Insel Sizilien auch ein unbezahlbarer Schatz: Der Feuerberg fungiert als natürliches Wasserreservoir. Zu seinen Füßen erstrecken sich Felder, Zitrus- und Olivenplantagen, so weit das Auge reicht. Die äußerst fruchtbaren Böden bescheren den Menschen seit Jahrtausenden reiche Ernten und bilden die Existenzgrundlage ihrer Dörfer. Jedes Jahr Anfang Februar veranstaltet die Stadt Catania das für Katholiken weltweit bedeutsame Fest der heiligen Agatha. Drei Tage und drei Nächte lang versammeln sich eine halbe Million Sizilianer, um zur Schutzheiligen Catanias zu beten, damit sie sie vor den Zornesausbrüchen des Ätna bewahre. Zusammen mit Mathilde, Einwohnerin und Stadthistorikerin von Catania, nimmt Arnaud Guérin an der spektakulären Prozession teil. Doch den Vulkan aus der Ferne zu betrachten, genügt dem Geologen nicht. Gemeinsam mit Boris Behncke erklimmt er den sich regenden Feuerberg für eine Inspektionstour. Der Vulkanologe besteigt den Ätna beinahe täglich, um das Terrain zu kontrollieren und gegebenenfalls Warnstufen auszurufen. Zurück in der Ebene lässt sich Arnaud Guérin vom Obstbauern Orazio erklären, wie sich die Lavaströme im Verlauf der Zeit in einen wahren Garten Eden verwandeln. Für Orazio und die anderen Sizilianer ist der Ätna nicht nur ein Vulkan - er ist die Seele von Catania, Orientierungspunkt und Wohltäter, der alles gibt und alles wieder nehmen kann. | |||||
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02/22/2026 2:45 am |
28 Minuten |
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| "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. | |||||
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02/22/2026 4:15 am |
Geschichte schreiben |
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| Sie gilt als Wegbereiterin der Robotik und faszinierendes Beispiel des Experimentierens mit Automaten im 18. Jahrhundert: die mechanische Ente, eine Erfindung des französischen Ingenieurs Jacques Vaucanson aus dem Jahr 1738. Was machte diese Ente so besonders? Und in welchem Maße erschließen uns künstliche Maschinen intellektuellen Fortschritt? Die Historikerin Mélanie Traversier gibt Einblicke in die abenteuerliche Geschichte und die Funktionsweise dieses Automaten. Schon lange vor dem 18. Jahrhundert tauchen menschen- oder tierähnliche Automaten in der Geschichte auf. Auch der junge Jacques Vaucanson, 1709 in Grenoble als Sohn eines Handschuhmachers geboren, ist von der Mechanisierung und ihrer langen Tradition fasziniert. Seine Automaten stehen in engem Zusammenhang zu der Begeisterung für technische Innovation und mechanischen Fortschritt im 18. Jahrhundert. Vaucanson beginnt Anfang der 1730er mit der Konstruktion erster Automaten und wird ab 1738 durch eine Ausstellung dreier seiner Exemplare in Paris schlagartig berühmt: Neben einem automatischen Flötenspieler und einen Trommler stand vor allem die Ente bald im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und faszinierte Wissenschaftler und Laien im In- und Ausland. „Die mechanische Ente“, schrieb Edgar Allan Poe später in seinem Roman „Maelzels Schachspieler“, „imitierte so perfekt das lebende Tier, dass sich alle Zuschauer der Illusion hingaben.“ Sie war lebensgroß und wurde mittels eines Aufziehmechanismus aktiviert. Zahnräder in ihrem Innern bewegten Hals und Schnabel. Wenn man Körner vor sie hinlegte, konnte die Ente sie aufpicken und sogar vermeintlich verdauen, ein Mechanismus, der auf einer Illusion beruhte, denn die „Exkremente“ wurden zuvor im Entenkörper deponiert und bei Aktivierung ausgeschieden. Besonders angetan waren die Betrachter von der Tatsache, dass man diesen „Verdauungsprozess“ im Innern durch seitliche Öffnungen verfolgen konnte. Bis weit ins 19. Jahrhundert zieht die mechanische Ente die Menschen in ihren Bann, bevor sich nach dem 19. Jahrhundert die Faszination für Automaten und Androiden erstmals mit Unbehagen mischt. Wird sich der Maschinenmensch eines Tages von der humanisierten Mechanik beherrschen lassen? „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: seriengefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin und Historikerin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter. | |||||
