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    02/24/2026 4:10 am

    Magische Anden

    Venezuela

    Die Anden sind das längste Gebirge der Welt und verlaufen über eine Länge von etwa 7.500 Kilometern an der Westküste Südamerikas. Gleich hinter der karibischen Küste erheben sich die Anden in Venezuela auf dem amerikanischen Kontinent. Die Gebirgskulisse rund um die Andenmetropole Mérida wird auch das „Dach Venezuelas“ genannt. Hier liegen die fünf höchsten Gipfel des Landes im Parque Nacional Sierra Nevada, angeführt von Pico Bolívar und Pico Humboldt, die beide knapp an die 5.000 Meter heranreichen. Bergsteiger Alfredo Autiero erklimmt den höchsten Berg Venezuelas, den Gipfel des Pico Bolívar. Besonders aufregend für den erfahrenen und prämierten Kletterer: Sein Sohn begleitet ihn zum ersten Mal. In der auf 2.700 Meter gelegen Gemeinde Los Nevados hat der Schmied Daniel Souto seinen Traum verwirklicht und reist mit seiner Wanderschmiede in die entlegensten Ecken der Anden, um den Menschen dort das Handwerk des Schmiedens beizubringen. An der Grenze zu Kolumbien, im Bundesstaat Táchira, liegt mitten im sogenannten Kakaogürtel die Kakaoplantage von Juan Camilo Restrepo. Der 24-jährige Venezolaner hat aus eigener Kraft ein kleines Kakaounternehmen aufgebaut. Seine Familie und Freunde helfen in den Plantagen und an den Maschinen. In dem von Unruhen gebeutelten Venezuela hält Camilo einen Ausweg bereit, nicht das Land verlassen zu müssen, sondern es von innen heraus zu stärken. Die Dokumentation gibt einen ungewöhnlichen Einblick in ein unvergleichliches Naturparadies und das Leben der Menschen in den venezolanischen Anden.

    02/24/2026 4:55 am

    360° Reportage

    Argentinien, unterwegs mit dem Anden-Doktor

    Die Provinz Jujuy liegt im Nordwesten Argentiniens, direkt an den majestätischen Anden. Abseits von Städten und größeren Siedlungen leben einige Andenbewohner in dieser Region sehr isoliert, oft hoch in den Bergen. Doch auch sie brauchen regelmäßige medizinische Versorgung. Mehrmals im Jahr macht sich Dr. Jorge Fusaro auf den beschwerlichen Weg in entlegene Andensiedlungen. Die Menschen dort erwarten ihren Arzt schon sehnsüchtig. Die Provinz Jujuy liegt im Nordwesten Argentiniens, direkt an den majestätischen Anden. Neben seinem Dienst im Stadtkrankenhaus von San Salvador de Jujuy pendelt Dr. Fusaro regelmäßig zu medizinischen Stationen in der weltläufigen, meist bergigen Umgebung. Ortschaften wie Tilquisa, Tiraxi, Tesorero und Ocloyas fährt er öfters an, denn sie sind noch relativ gut erreichbar. Mit dem Geländewagen sind es etwa zwei Stunden Fahrt, wenn nicht wieder mal die Straße wochenlang gesperrt ist. Schwieriger ist es mit der Siedlung San Bernardo, zu der es gut und gerne an die sechs Stunden Autofahrt sind. Die anspruchsvollste der medizinischen Versorgungstouren aber führt den Anden-Doktor ganz weit weg - zu den sehr hoch gelegenen Siedlungen rund um den Monte Chañi. Tagelang ist er dafür per Pferd und Muli unterwegs über Stock und Stein. Nur sehr wenige Menschen leben in dieser unwirtlichen und schwer zugänglichen Region weitab von jeder Infrastruktur. Eine atemberaubend schöne Naturkulisse entschädigt für vieles. Doch die Bewohnerinnen und Bewohner hier führen ein karges und entbehrungsreiches Dasein voller Mühsal, leben von Ackerbau und Viehzucht. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt.

    02/24/2026 5:50 am

    Küchen der Welt

    Peru: Pachamanca

    (1): Peruanische Kochtechnik im Erdofen: Pachamanca In den peruanischen Anden gibt es ein Gericht zur Verehrung der Mutter Erde, auch Pachamama genannt. Das Gericht besteht aus hochwertigen Zutaten und wird in einem Erdofen gekocht. Der Journalist Arnaud Théry hat sich an der Seite des Küchenchefs und Experten der spirituellen Andenküche Isaac Riquelme, auf den Weg gemacht, um Pachamanca zu probieren. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard berichtet über peruanische Spiritualität, Biodiversität und Menschen, die hoch oben in den Bergen leben. (2): Kulinarische Mitbringsel Um uns die kulinarische Kultur von Cusco näher zu bringen, hat sich der Journalist Arnaud Théry auf die Suche nach essbaren Souvenirs und einem Wundermittel zur Einnahme nach einer reichhaltigen Mahlzeit gemacht. An den Ständen findet er Kokablätter, Ponchos und Meerschweinchen. Außerdem bereitet er eine Opfergabe für die Mutter Erde zu – Pachamama.  (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Pachamanca, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! -----------------------  Rezept für Pachamanca Zutaten für 6 Personen: 600 g Lammfleisch 700 g Schweineschulter 800 g Kartoffeln 800 g Favabohnen 300 g Mangold 650 g Quinoa 500 g Karotten 500 g Zucchini 200 g Brokkoli Basilikum Koriander Rosmarin Thymian Oregano 4 EL Essig 2 TL gemahlener Knoblauch   Zubereitung: - Basilikum und Koriander mit 100 Milliliter Wasser pürieren und anschließend mit Rosmarin, Thymian, Oregano, Knoblauch und Essig vermischen. - Das Fleisch damit bestreichen. 30 Minuten marinieren lassen. - Den Mangold in feine Streifen schneiden. Karotten sowie Zucchini in kleine Würfel schneiden und den Brokkoli in Röschen zerteilen. - Das Gemüse in einem Schmortopf bei mittlerer Hitze zehn Minuten lang andünsten. - Quinoa zwölf Minuten in kochendem Wasser köcheln lassen und anschließend abgießen, sobald das Gemüse vom Herd genommen wurde. - Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Favabohnen in einen Schmortopf geben. Bei schwacher Hitze und mit geschlossenem Deckel eine Stunde lang garen lassen.

    02/24/2026 6:20 am

    Stadt Land Kunst

    Nairobi / Lille / Island

    (1): Nairobi, Thandiwe Murius bunte Frauenporträts Die Hauptstadt von Kenia ist erst ein knappes Jahrhundert alt und strotzt vor jugendlicher Energie. Genau die fängt Thandiwe Muriu mit ihren Fotos ein: Die Fotografin ist ein Sprössling der aufkommenden kenianischen Mittelschicht. Mittlerweile hat sie eigene Ausstellungen in Paris, New York und San Francisco. Die kulturelle Vielfalt Nairobis inspiriert sie dazu, junge, moderne afrikanische Frauen zu zeigen. Ihr gelingt es auf eine spielerische Art, Stereotype zu entkräften, Vorstellungen anzuprangern und sich zu ihrer Identität zu bekennen. (2): Lille, Nordfrankreichs berühmtester Trödelmarkt Jedes Jahr findet Anfang September in Lille ein großes Volksfest statt – die „Braderie von Lille“. Es zählt zu den Größten in ganz Europa! Mit allerlei Krimskrams, Bier, Pommes und Miesmuscheln werden jeweils zwei bis drei Millionen Schnäppchenjäger angezogen und erobern Gassen, Kirmesbuden und Vereinsstände. Im belgischen wie im französischen Flandern organisiert fast jede Stadt jährlich einen Trödelmarkt. Die Tradition ist auf das Mittelalter zurückzuführen und zeugt von der Vergangenheit der Region als Handels- und Industriezentrum. (3): Türkei, Dileks gefüllte Fleischtaschen Es regnet in Mardin, als Dilek auf dem Markt Fleisch, Zwiebeln und Petersilie kauft. Heute gibt es Içli köfte kitel. Wie verleiht Dilek der Speise diesen ganz besonderen Geschmack? – Indem er die Bällchen in einem Kupfertopf zubereitet. Als Beilage gibt es Joghurt aus Ziegenmilch. (4): Jean-Baptiste Charcots stürmisches Island Im Jahr 1936 kehrte Jean-Baptiste Charcot mit seinem Expeditionsschiff, dem „Pourquoi pas?“, von einer Entdeckungsreise in der Arktis zurück. In Island muss aufgrund der schlechten Wetterlage eine Pause eingelegt werden. Unmittelbar nach Aufbruch legt der Wind wieder zu …

    02/24/2026 7:05 am

    Stadt Land Kunst

    Schweden / Tunesien / Paris

    (1): Das wundersame Schweden der Selma Lagerlöf  Nichts prädestinierte Selma Lagerlöf dazu, eines Tages einen Roman voller Fantasie und Pathos zu schreiben. Die Tochter einer lutherischen Mittelschichtfamilie wuchs in Värmland auf, einer ländlichen Provinz im Südwesten Schwedens. Genau diese junge Frau veröffentlichte 1891 „Gösta Berling“. 15 Jahre später gelang ihr der internationale Durchbruch mit dem Kinderbuch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“. Der in viele eigenständige Kapitel gegliederte Debütroman wirkt wie ein Spiegelbild ihrer Heimat – durchdrungen von uralten Geschichten und Geheimnissen.  (2): Tunesien: Die Traditionen der Amazigh  Von den blühenden Hügeln im Norden bis hin zu den kargen Salzseen im Süden bewahren Sprache, Kunst und Handwerk des Amazigh-Volkes den Reichtum und die Tiefe einer jahrhundertealten Kultur und sind ein lebendiges Zeugnis der tunesischen Geschichte. Die Imazighen, die oft als „freie Menschen“ übersetzt werden, sind fest entschlossen, dieses Erbe zu bewahren. (3): Griechenland: Spyros Kabeljau-Ragout  In Kontogialos auf der Insel Korfu serviert Spyro ein Kabeljau-Ragout mit Paprikasoße. Zwiebeln, Knoblauch und gewürfelte Kartoffeln werden in Olivenöl angebraten und mit Paprikapulver bestreut. Dann muss das Ragout in Weißweinessig und Wasser köcheln. Das Gericht kann mit allen möglichen Fischarten zubereitet werden. (4): Paris: Pro und Kontra Todesstrafe  Anfang des 20. Jahrhunderts wird in Paris ein kleines Mädchen ermordet. Der aufsehenerregende Fall erschüttert die Gesellschaft zutiefst und heizt die kontroverse Diskussion über die Todesstrafe an. 

    02/24/2026 7:55 am

    Yellowstone - Das Geheimnis der Wölfe

    Deutschland/Frankreich 2018

    70 Jahre nach ihrer Ausrottung wurden im Jahr 1995 wieder Wölfe im Yellowstone-Nationalpark angesiedelt - auch, um das aus dem Gleichgewicht geratene Ökosystem wiederherzustellen. Der Einfluss der Wölfe erstreckt sich über die gesamte Nahrungskette bis hin zu den kleinsten Insekten. Die Vegetation und sogar die Landschaft verändern sich. Die Aktion erweist sich als eine einmalige Erfolgsgeschichte mit vielen Überraschungen - aber auch mit unerwarteten Rückschlägen. Seit Jahrhunderten jagen und töten Menschen Wölfe. Die Tiere galten als gnadenlose Killer, und in vielen Teilen der Welt wurden sie ausgerottet. Yellowstone, der erste Nationalpark der Welt, war keine Ausnahme. Menschen schufen sich dort das idealisierte Bild eines Naturparadieses. Für Wölfe war darin kein Platz, und 1926 wurden die letzten Wölfe getötet. Statt die perfekte Wildnis zu schaffen, löste der Mensch in Yellowstone jedoch eine Kettenreaktion mit ungeahnten Folgen aus, die das gesamte Ökosystem des Nationalparks aus dem Gleichgewicht brachte. Ohne Wölfe vermehrte sich die Population der Wapiti-Rothirsche explosionsartig. Der Nationalpark versuchte, den Anstieg des Bestands durch gezielte Jagd in den 1960er Jahren zu dezimieren. Der Erfolg war nur von kurzer Dauer. Ohne die Wölfe vermehrten sich die Wapitis erneut sehr schnell. Auch die Öffentlichkeit wandte sich gegen die Tötung der Wapitis. 70 Jahre nachdem die letzten Wölfe durch den Yellowstone-Nationalpark streiften, wurden dort ab 1995 wieder Wölfe angesiedelt - ein weltweit einmaliges Experiment. Für den Yellowstone-Nationalpark erwies es sich als Segen. Die Tiere erfüllten die Erwartungen, die man in sie gesetzt hatte - und veränderten das Ökosystem grundlegend, mit überraschenden Folgen für Tier- und Pflanzenwelt.

    02/24/2026 9:25 am

    Kanadas Nationalparks (4/5)

    Saguenay-St. Lawrence

    Der Saguenay-St. Lawrence Marine Park schützt über 2.000 Tier- und Pflanzenarten. Darunter auch bedrohte Arten wie den Belugawal und den Blauwal. Die Mündung des Saguenay-Fjords in den Sankt-Lorenz-Strom ist eine reichhaltige Nahrungsquelle und ein wichtiger Futterplatz für die Meeressäuger auf ihrer Migrationsroute. Darum wurde 1998 hier in Québec der erste Wassernationalpark Kanadas gegründet. Der Park grenzt an eine Hauptverkehrsader Kanadas: den Sankt-Lorenz-Strom. 7.000 Containerschiffe befahren jedes Jahr den Fluss. Natur und Mensch sollen hier koexistieren. Parks Canada überwacht sämtliche Aktivitäten im geschützten Gebiet. Das wird vor allem dadurch erschwert, dass es auf dem Wasser keine physischen Barrieren gibt. Seit Jahren schwankt die Zahl der Wale, die sich normalerweise einige Monate an der Mündung aufhalten. Wissenschaftler, unter anderem vom privaten Institut GREMM, wollen herausfinden, woran das liegen könnte; die Geschichte der Belugawale zeigt, wie sensibel die Ökosysteme sind. Die südlichste Belugapopulation der Erde wurde beinahe ausgerottet und ist nach wie vor bedroht. Ob sie überleben wird? Biologen und Parkwächter schützen die Baie-Sainte-Marguerite, das Geburtshaus der Belugas, vor den Menschen. Die Rückkehr des Wanderfalken in den Saguenay-Fjord zeigt, wie nachhaltiger Artenschutz funktionieren kann.

    02/24/2026 10:25 am

    Re: Milchbars in Polen

    Deutschland 2025

    Seit über 40 Jahren gibt es in Kielce die Milchbar Jagienka. Die Arbeit von Agata Bogulak beginnt früh am Morgen: Kartoffeln schälen, Piroggen füllen, Suppen ansetzen – bevor mittags bis zu 400 Gäste kommen. Studenten, Arbeiter, Familien aus dem Viertel. Die Milchbar wurde erst vor Kurzem komplett renoviert. Die sozialistische Einrichtung musste neuem weichen, doch die Gerichte sind die gleichen geblieben. Viele "Kantinen für Alle" sind im Wandel zur kultigen Milchbar. Polens "Milchbars" sind ein sozialistisches Relikt. Verteilt im ganzen Land bieten die einfachen Kantinen polnische Hausmannskost an – bis heute. Lange hat der Staat die Milchbars subventioniert, so dass sich jeder für wenig Geld eine warme Mahlzeit leisten kann. In den vielen Küchen der Milchbars arbeiten vor allem Rentnerinnen wie Wanda Szyszko. Die 73-Jährige hilft in der Stettiner Milchbar Kogel Mogel in der Küche aus. Die Milchbar bietet ihre Gerichte sehr günstig an, weil die Stadt sie mitfinanziert und die Supermärkte Lebensmittel spenden. Doch selbst diese günstigen Preise werden für viele zur Herausforderung. Auch in Bydgoszcz sieht Pfarrer Sławomir Bar, wie seine älteren Gemeindemitglieder sparen: zuerst beim Essen. Genau deswegen will er die erste "soziale Milchbar" Polens eröffnen, direkt in seiner Kirche. Die kirchliche Milchbar ist für Menschen über 65 Jahre gedacht, deren Rente nicht zum Leben reicht. Warmes Essen für umgerechnet ein bis zwei Euro – und weniger Einsamkeit im Alter.

    02/24/2026 10:55 am

    Küchen der Welt

    Alentejo: Sericaia

    (1): Das süße Geheimnis der Alentejo-Klöster: Sericaia In Portugal genießt man süße Spezialitäten, die häufig auf alte Klostertraditionen zurückgehen. Mal süß, mal leicht säuerlich, oft mit einer Prise Zimt verfeinert – die Auswahl ist riesig. Die Journalistin Tiphaine Honoré hat sich gemeinsam mit Küchenchef Gonçalo Queiroz auf den Weg gemacht, um eines der berühmtesten Desserts aus dem Alentejo zu probieren: die Sericaia. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der fruchtbaren Landwirtschaft der portugiesischen Region, von den klösterlichen Süßspeisen und von der Herkunft der Pflaume in Portugal. (2): Ein Biss’chen Heimat: Nuno, vom Alentejo nach Paris Nuno, ursprünglich im Alentejo geboren, lebt seit 2005 in Paris. Für seine Freunde und Bekannten bereitet er Gazpacho zu. Er berichtet von köstlichen portugiesischen Fischsorten, von leckeren Gerichten, die Menschen zusammenbringen, und von den Rezepten seiner Großmutter, die ihn in Erinnerungen an seine Heimat schwelgen lassen. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Sericaia, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! -----------------------  Rezept für Sericaia Zutaten für 4 Personen: 4 Eier 500 ml Milch 240 g Zucker 2 Schalenstreifen einer Orange 1 Zimtstange 60 g Weizenmehl 1 TL Zimtpulver 4 in Sirup eingelegte Pflaumen           Zubereitung: - Die Milch, die Hälfte des Zuckers, die Orangeschalenstreifen und eine Zimtstange in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. Sobald die Mischung zu kochen beginnt, vom Herd nehmen und durch ein Sieb gießen. - Die Eier trennen. Die Eigelbe mit der anderen Hälfte des Zuckers und dem Mehl aufschlagen. - Die aromatisierte Milch nach und nach einrühren und die Mischung anschließend bei schwacher Hitze eindicken lassen, ohne dass sie aufkocht. - Creme abkühlen lassen, währenddessen die Eiweiße zu steifem Schnee schlagen und unter die Creme heben. In Auflaufförmchen füllen und mit Zimt bestreuen. - Bei 180 Grad eine Stunde lang backen. - Aus dem Ofen nehmen und mit je einer in Sirup eingelegten Pflaume garnieren.                

    02/24/2026 11:25 am

    Stadt Land Kunst

    Tarascon / Kroatien / Irak

    (1): Tarascon, ein Anti-Held aus der Provence Jedes Jahr finden in Tarascon, einer kleinen Stadt in Südfrankreich, die „Fêtes de la Tarasque“ statt. Mit dem Volksfest feiert man Tartarin de Tarascon, den ulkigen Helden von Alphonse Daudet, der dessen Abenteuer ab 1872 in drei Romanen erzählte. Dabei wählte der Schriftsteller aus Paris einen interessanten Ansatz: Er gestaltete Tarascon als Karikatur seiner selbst – arrogant, feige und doch liebenswert. (2): Kroatien, Titos Spuren in Beton Die Architektur der kroatischen Ferienorte Kroatiens sind denkwürdige Zeugnisse des jugoslawischen Sozialismus‘. Die modernen und außergewöhnliche Betonbauwerke sollen den hohen Stellenwert von Freizeit und Genuss symbolisieren. Tito wollte den Kommunismus und die westliche Lebensweise vereinen. Luxuriöse Hotels wie der Haludovo Palace versinnbildlichen diesen sogenannten dritten Weg des Diktators. Seit Titos Tod sind die Hotels langsam verwahrlost – heute kommen nur noch Architektur-Nostalgiker vorbei. (3): Ruanda, Furahas Pilawreis mit Rindfleisch Pilawreis gehört zu den Lieblingsgerichten der ruandischen Bevölkerung. In Kigali schneidet Furaha Rindfleisch in kleine Stückchen, bereitet eine Tomatensauce vor und fügt Masala aus Kümmel, Zimt und Nelken hinzu. Nach 20 Minuten kann gegessen werden! Eine echte Geschmacksexplosion ... (4): Irak, ein neuer Pythagoras? Fast jeder Schüler kennt den Satz des Pythagoras‘. Im frühen 20. Jahrhundert tauchte in Bagdad jedoch eine geheimnisvolle Tafel auf, die die Urheberschaft des Mathematikers infrage stellen könnte.

    02/24/2026 12:10 pm

    Stadt Land Kunst

    Bosnien / Baskenland / Deutschland

    (1): Bosnien: Die spitze Feder der Slađana Nina Perković Slađana Nina Perković, eine der witzigsten und scharfzüngigsten Schriftstellerinnen ihrer Generation, kam 1981 im damaligen Jugoslawien zur Welt. Heute liegt ihre Heimatstadt Banja Luka in Bosnien und Herzegowina. In ihrem 2024 erschienenem Debütroman „Tante Stanas Beerdigung“ erzählt die Autorin einen turbulenten Roadtrip und zeichnet gleichzeitig das Porträt eines Landes, in dem die Jugend seit Ende des Krieges in den 1990er Jahren nun zwar in Frieden, aber ohne Perspektiven lebt.  (2): Baskenland: blutrotes Eisenerz Ab dem 19. Jahrhundert förderten Bergarbeiter mit reiner Muskelkraft aus den Tiefen der Erde ein blutrotes Mineral, das dem spanischen Baskenland zu Wohlstand verhalf. Eines der vielen Erzvorkommen befindet sich in der Nähe des Dorfes La Arboleda. Der hier gewonnene Hämatit ist besonders begehrt, denn er lässt sich leicht abbauen und ist von außergewöhnlicher Qualität.  (3): Schottland: Sorinas Hirschbraten In einem Vorort von Edinburgh zaubert Sorina ein typisch schottisches Gericht: einen Hirschbraten. Zuerst brät sie das Wildfleisch scharf an. Für ein italienisches Soffritto schwitzt sie Gemüse an und fügt Speck und Wildbrühe hinzu. Gegart wird das Ganze im Ofen. Wie es die Tradition will, darf beim Servieren eine Soße aus Johannisbeeren und Portwein nicht fehlen!  (4): Deutschland: Sprengung einer Insel 70 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste liegt Helgoland. Im 19. Jahrhundert war die Insel ein beliebter Bade- und Urlaubsort. Kaltes Wasser und Steilküsten aus rotem Buntsandstein – ein wahres Paradies für Tiere, das der Mensch beinahe zerstörte …

    02/24/2026 1:00 pm

    Dorfkrimi - Die tote Braut

    Spielfilm Österreich 2024

    Als der Bauer Charly Pieber sein Maisfeld ernten möchte, entdeckt er etwas Schreckliches: Zwischen den grünen Pflanzen liegt im Licht der frühen Morgensonne eine tote Braut. Es stellt sich schnell heraus, dass die Frau Anna Jusic heißt und gestern noch ihre Hochzeit gefeiert hat. Doch wie konnte der neue Lebensabschnitt der jungen Kroatin so dramatisch enden? Der Mordfall wird dem Polizeiinspektor Sifkovits, von allen "Schiffi" genannt, anvertraut - denn er ist in der kleinen österreichischen Gemeinde Stinatz aufgewachsen und kennt die Menschen dort bestens. Doch der Fall entpuppt sich schnell als viel komplexer als erwartet: Während Schiffi versucht, sich durch Intrigen und persönliche Verstrickungen hindurchzuarbeiten, erhält er unerwartet Unterstützung von einem ganz besonderen Trio: Die kluge Hilda Resetarits, die scharfsinnige Resl Grandits und Schiffis Mutter Baba wissen alles über jeden. Eine Personensuche in den sozialen Medien könnte nicht schneller sein, denn wenn die drei älteren Damen ihre Runden durch die kleine Gemeinde drehen, reden sie nicht nur über den neuesten Klatsch und Tratsch, sondern haben ihre Augen auf allem und jedem. Doch je mehr Schiffi über die mysteriöse Vergangenheit der Braut und die dunklen Geheimnisse der Dorfbewohner herausfindet, desto undurchsichtiger wird der Fall. Auf der Suche nach Antworten oder Hinweisen, die ihm vielleicht entgangen sind, wendet er sich an seine Mutter und deren zwei Freundinnen, die ihm mit ihrem Insider-Wissen zur Seite stehen. Auch alte Freunde aus seiner Kindheit unterstützen den etwas tollpatschigen, aber entschlossenen Polizeiinspektor. Doch als Schiffi schließlich glaubt, dem Mörder auf die Spur gekommen zu sein, hofft er tief in seinem Inneren, dass er sich diesmal vielleicht irrt. Die österreichische Krimi-Komödie "Dorfkrimi - Die tote Braut" wurde unter der Regie von Daniel Geronimo Prochaska in Eisenstadt, Mattersburg, Wien, Stinatz und der umliegenden Region gedreht und ist der erste Teil der "Dorfkrimi"-Reihe. Basierend auf dem Kriminalroman "Die Kopftuchmafia" von Thomas Stipsits liefert das Drehbuch von Thomas Weingartner und Stefan Hafner die Grundlage für Prochaskas gekonntes Zusammenspiel aus humorvollen Charakteren, einzigartigen Kamerafahrten und schnellen Schnitten. Autor Stipsits verkörpert selbst die Hauptrolle des tollpatschigen Polizeiinspektors Sifkovits, an seiner Seite spielen als Rentnerinnen-Gang Erika Deutinger, Linde Prelog und Erika Moll.

    02/24/2026 2:40 pm

    Himalaya - Heimat der Schneeleoparden

    Indien 2022

    Das Spitital im Himalaya ist ein karges Gebirgstal mit schroffen Felsen, spärlicher Vegetation und kalten Wintern, die das Überleben für Mensch und Tier zur Herausforderung machen. Hier haben zwei indische Filmemacher fünf Jahre lang eine Gruppe Schneeleoparden gefilmt - die geheimnisvollen Jäger der Berge. Die untergehende Sonne färbt die schneebedeckten Gipfel des Himalaya leuchtend rot. Auf schmalen Gebirgspfaden ist ein Schneeleopard unterwegs und springt leichtfüßig von einem Felsvorsprung zum anderen, unter ihm der Abgrund. Seinen langen, dicken Schwanz setzt er dabei geschickt als Steuerruder ein. Er nimmt eine Herde Blauschafe ins Visier, die unruhig werden und aufschauen. Sie spüren die nahende Gefahr, können sie jedoch nicht ausmachen. In der Felsenlandschaft ist die Raubkatze mit ihrem cremeweißen, dunkel gefleckten Fell perfekt getarnt. Schneeleoparden sind selten und lassen sich nur schwer beobachten, geschweige denn filmen. Die renommierten indischen Filmemacher Naresh und Rajesh Bedi haben das Leopardenmännchen Karma - beziehungsweise nach dessen Tod seinen Nachfolger Namka - und seinen Harem aus einigen Weibchen fünf Jahre lang begleitet. Dabei konnten sie bisher kaum dokumentierte Verhaltensweisen beobachten: das Markieren des Reviers, das Werbe- und Paarungsverhalten, die Jagd sowie das Aufwachsen zweier Jungtiere in ihrer Höhle. Die Dokumentation gibt zudem Einblick in das Leben weiterer Bewohner des schroffen Gebirges, wie dem Sibirischen Steinbock, dem Blauschaf, dem Rotfuchs, dem Steinadler, dem Gänsegeier und dem Himalaya-Königshuhn. Nicht zuletzt wird deutlich, wie schwierig die Dreharbeiten in einem so lebensfeindlichen Umfeld sind. Enttäuschungen und Rückschläge der Filmemacher und ihres Teams aus einheimischen Fährtenlesern werden ebenso miterlebbar wie schließlich die Freude über den Erfolg.

    02/24/2026 3:25 pm

    Luchs

    Frankreich/Schweiz 2021

    In den Bergen des Schweizer Jura dringt ein schriller Schrei durch den winterlichen Nebel. Ein Eurasischer Luchs streift majestätisch zwischen Buchen und Tannen umher und ruft nach seinem Weibchen. Das Paar findet zusammen und gründet eine Familie. Das Leben der Luchse folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten: Die Jungen kommen zur Welt und erlernen die Jagd; sie müssen sich ein eigenes Revier erobern und so manche Gefahr bestehen. Die größte Raubkatze Europas lebt in einer Welt, die der menschlichen Zivilisation nah ist und dennoch fremd erscheint. Ein natürliches Umfeld, das der Luchs mit Gämsen, Wanderfalken, Füchsen und Hermelinen teilt. Luchse sind für das Gleichgewicht des Ökosystems Wald unverzichtbar, doch durch das Eingreifen des Menschen in die Natur ist die Art nach wie vor stark bedroht. Der Fotograf und Filmemacher Laurent Geslin kennt Luchse im Schweizer Jura wie kein anderer. Neun Jahre lang hat er unzählige Tage und Nächte damit verbracht, den Spuren des scheuen Jägers zu folgen und ihn zu beobachten. Luchssichtungen in freier Wildbahn sind äußerst selten, was diese Dokumentation über das Leben der Raubkatze besonders wertvoll macht.

    02/24/2026 4:50 pm

    Night Trains

    Von Villach nach Edirne

    Von Österreich in die Türkei: Mitten im heißen Sommer trägt uns der Optima Express über den Balkan in eine andere Zeitrechnung. Die Reise dauert mehr als 38 Stunden und führt vorbei an Bärenwäldern und Dörfern, in denen Hunderte Störche brüten. Die Reisenden besteigen einen der letzten Gletscher Sloweniens, begegnen serbischen Fliegenfischern und einer Künstlerin, die mit dem Moor arbeitet und dessen fragile Schönheit festhält. Weiter südlich tauchen die Zugpassagiere im Strandscha-Nationalpark nahe dem Schwarzen Meer mit einer Höhlenforscherin in eine verborgene Welt ein. Sie zeigt einen der letzten Urwälder Europas. In den bulgarischen Bergwelten zeigen zwei Brüder, wie sie das Stadtleben hinter sich gelassen haben, um uralte Schaflinien neu zu züchten und ein fast vergessenes Erbe zu bewahren. Im Zug mischen sich Geschichten und Erinnerungen: Viele Reisende sind ehemalige Gastarbeiter und Stammgäste des Optima Express. Die Abteile werden zu fahrenden Wohnzimmern, in denen türkische Gesänge erklingen und sich über Generationen hinweg neue Freundschaften bilden. Schließlich rollt der Zug über die Grenze Bulgariens bis nach Edirne, kurz vor Istanbul - ans Ende einer Reise, die Landschaften, Menschen und Zeiten miteinander verbindet.

    02/24/2026 5:35 pm

    Night Trains

    Von Oslo nach Trondheim

    In acht Stunden geht die Reise durch die Nacht von Oslo nordwärts nach Trondheim. Der Nachtzug, der auch von Pendlern genutzt wird, trägt bei den Einheimischen den Namen Dovrefjell-Linie - benannt nach dem Gebirgspass, den er auf seinem Weg in den Norden durchquert. Im Dovrefjell leben alte Sagen von Trollen fort, und urzeitliche Tiere streifen durch die kargen Höhen. Die Strecke führt entlang eines der größten Seen Norwegens, dessen stille Wasser im Kontrast zu den reißenden Flüssen stehen, die immer wieder aus den Zugfenstern aufblitzen. In dieser wasserreichen, blau-grauen Welt begegnen wir einem Insektenliebhaber, der die verborgenen Körper und Gesichter kleinster Geschöpfe sichtbar macht und die Nacht mit unerwartetem Leben füllt. Mutige Kajakfahrer fordern im Dovrefjell-Hochgebirge die wilden Stromschnellen heraus, und traditionsreiche Pferdezüchter leben hier seit Generationen. An einem abgelegenen Bahnhof treffen die Zugreisenden einen Mann, der das gesamte norwegische Streckennetz zu Fuß erwandert hat und dessen Lebensgeschichte die landschaftliche Härte des Landes auf besondere Weise spiegelt. Junge Bauern zeigen ein autarkes Leben fern der Städte, halten Ziegen und stellen würzigen Käse in Handarbeit her. Ein Paar leidenschaftlicher Fliegenfischer wartet auf den ersten Biss des Wildlachses, während ihr Kind am Ufer schläft. Im sagenumwobenen Hessdalen berichten UFO-Enthusiasten von rätselhaften Lichterscheinungen, die der nächtlichen Landschaft eine besondere Mystik verleihen. Am Ende der Reise öffnet sich vor den Zugfenstern der Trondheimfjord - dessen Unterwasserwelt der Tiefsee ähnelt.

    02/24/2026 6:20 pm

    ARTE Journal

    Frankreich/Deutschland 2026

    ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

    02/24/2026 6:40 pm

    Re: Charkiw - Ein Bruder im Krieg

    Deutschland 2025

    Michael verlässt Deutschland und schließt sich freiwillig den ukrainischen Streitkräften an. Zwei Jahre später ist er tot. Zunächst heißt es, er sei gefallen. Doch dann verdichten sich die Hinweise auf einen Selbstmord. Für seinen Bruder Kai bleiben Zweifel – und viele offene Fragen. Kai macht sich auf den Weg, die Umstände von Michaels Tod zu klären. Er kämpft sich von Deutschland bis nach Charkiw in der Ukraine durch bürokratische Hürden, widersprüchliche Aussagen und ein Land im Krieg. Er trifft Menschen, die Michael kannten: Kameraden, Freunde, Helfer. Er beginnt zu verstehen, warum sein Bruder verzweifelte – doch die Entscheidung für die Front bleibt rätselhaft. Die Reportage zeigt, wie der Krieg auch jene betrifft, die weit entfernt von der Front leben. Die Familien, die zurückbleiben. Die Freunde, die mit Schuldgefühlen leben. Den Bruder, der jetzt über die letzten Gespräche grübelt. Der Beitrag ist auch eine Parabel auf die Fragen, die sich viele junge Menschen in Europa angesichts des Krieges in der Ukraine und der Bedrohung durch Russland stellen: Würde ich bereit sein, mein Land zu verteidigen? Was bedeutet es wirklich, in den Krieg zu ziehen? Wie verändert ein Einsatz an der Front den eigenen Blick auf das Leben – und auf den Tod? Was ist mein Leben wert – und was geschieht mit denen, die ich zurücklasse?

    02/24/2026 7:15 pm

    Giorgia Meloni: Die Macht des Clans

    Die Ursprünge

    In einer antiken Grotte am Colle Oppio, einem der sieben Hügel Roms, bildete sich in den Neunzigerjahren der Clan der „Möwen“ („Gabbiani“ auf Italienisch). Die Gruppe der um die Zwanzigjährigen, der auch Giorgia Meloni angehörte, stand der neofaschistischen Nachfolgepartei von Mussolinis „Movimento Sociale Italiano“ (MSI) nahe und sprach dort über Politik, Gott und die Welt. Ihr Narrativ nährte sich aus der Welt J.R.R. Tolkiens, aus Filmen wie „Der Club der toten Dichter“ oder „Die unendliche Geschichte“. Der Fall der Berliner Mauer 1989 und die Korruptionsermittlungen „Mani pulite“ in Italien 1992 markierten einen politischen Wendepunkt. „Die Möwen“ trauten sich an die Öffentlichkeit – mit Erfolg. 1992 trat Giorgia Meloni in die Jugendorganisation der neofaschistischen MSI ein, 30 Jahre später wurde ihre Partei „Fratelli d’Italia“ zur stärksten Fraktion des Landes. Meloni ist die erste Ministerpräsidentin Italiens und die erste Rechtspopulistin, die eine europäische Demokratie regiert. Die Dokumentation beleuchtet ihren Aufstieg und den ihres Clans. Aus den Reihen der italienischen Regierung geben die ehemaligen „Möwen“ einen präzisen Einblick in ihre Version der Geschichte – nun mit weltweiter Resonanz.

    02/24/2026 8:00 pm

    Giorgia Meloni: Die Macht des Clans

    An der Spitze Italiens

    Die im September 2022 mit etwa 26 Prozent Stimmenanteil bei den Parlamentswahlen zur Regierungschefin gewählte Giorgia Meloni lehnt die Bezeichnung „antifaschistisch“ für sich ab. Innenpolitisch strebt die Ministerpräsidentin die konservative Gesellschaft an, die sie den Italienern im Wahlkampf versprochen hat. So geht sie zunehmend gegen NGOs, Asylbewerber und queere Paare vor und schickt sich an, die italienischen Institutionen von Grund auf zu reformieren. Meloni ist fest entschlossen, die Macht der Exekutive und des Ministerpräsidenten zu stärken. In der Außenpolitik gibt sich „die Meloni“ trotz anders lautender Wahlversprechen beruhigend. Sie demonstriert Normalisierung innerhalb der Europäischen Union, stellt niemals die Zughörigkeit Italiens zur Nato infrage und signalisiert unverbrüchliche Unterstützung für die Ukraine. Mit US-Präsident Donald Trump verbindet sie eine langjährige Freundschaft, und mit seiner Wiederwahl bekam auch Giorgia Meloni Aufwind: Trump erklärte sie unmissverständlich zu seiner Lieblingsansprechpartnerin in Europa. Zu Trumps zweitem feierlichen Amtsantritt im Weißen Haus wurde Meloni als einziges europäisches Staatsoberhaupt nach Washington eingeladen. Fast drei Jahre nach ihrem Einzug in den Palazzo Chigi wirft die Chefin der italienischen Postfaschisten weiterhin Rätsel auf: Geht es ihr um die Banalisierung und Institutionalisierung eines Rechtspopulismus, der anderen europäischen Ländern als Blaupause dienen könnte, oder initiiert sie – nach dem Vorbild ihres ungarischen Amtskollegen Viktor Orbán – ein Abgleiten Italiens in ein illiberales Regime?

    02/24/2026 8:50 pm

    Schattenwirtschaft - Das Ende der sozialen Sicherheit?

    Deutschland 2025

    Weltweit arbeitet mehr als jeder zweite Mensch in der informellen Wirtschaft - Tendenz steigend. In den Ländern des „Globalen Südens“ sind unsichere, ungeregelte Arbeitsverhältnisse immer schon bittere Normalität. Aber auch in den westlichen Industrieländern sinkt der Anteil der Menschen mit einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis - also mit klaren Regeln für Arbeitszeit, Urlaub, Absicherung gegen Krankheit und Alter. Was sind die Ursachen und wie sieht Arbeit in Zukunft aus? Mitten in einem der reichsten Länder der Welt, in Großbritannien, arbeiten Menschen in sogenannten Zero-Hour-Contracts, „Nullstunden-Verträgen“, der letzten Stufe formeller Arbeit: Sie müssen für den Arbeitgeber auf Abruf bereitstehen, ohne zu wissen, wie viel sie arbeiten können. Auf den Philippinen finden sich die digitalen „Sweatshops“ der milliardenschweren Tech- und KI-Unternehmen aus den USA: Klick für Klick verwandelt eine anonyme Armee informeller Online-Arbeiter riesige Rohdaten in KI-Material. Ohne Arbeitsvertrag, ohne Mindestlohn und ohne jegliche Form der Absicherung. In Europa befördern zunehmend LKW-Fahrer aus dem außereuropäischen Ausland Waren quer durch den Kontinent. Sie sind nicht abgesichert und müssen bisweilen sogar noch um den kargen Lohn kämpfen. Einen Ausweg aus solch ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und gleichzeitig Sinn gefunden hat eine Gruppe Menschen in Marseille - sie haben eine geschlossene McDonald‘s-Filiale besetzt und selbst ein Fast-Food-Restaurant gegründet. Nun träumen sie von einem „sozialen“ Franchise, das faire Arbeit für die Menschen aus ihrem Viertel schafft.

    02/24/2026 10:20 pm

    Arbeit ohne Sinn

    Finnland 2022

    „Arbeit ohne Sinn“ führt uns hinter die glänzenden Fassaden moderner Unternehmen und deckt die systemischen Probleme am Arbeitsplatz auf. Überflüssige Meetings, endloser Papierkram und inkompetente Vorgesetzte - wer kennt das nicht? Toxische Arbeitsplätze mit sinnlosen Anforderungen beschädigen auf Dauer die Gesundheit. Humorvoll zeigt der Dokumentarfilm, warum wir zulassen, dass unsere Arbeitskraft in unnötigen Prozessen vergeudet wird und viele Menschen an Burnout erkranken. Diese Krankheit ist kein individuelles Problem, sondern Hinweis darauf, dass in unserer Arbeitswelt etwas fundamental nicht stimmt. Arbeit kann erfüllend sein - im Idealfall. Doch ziemlich viele Menschen mit Bürojobs sind in ihrer täglichen Arbeit todunglücklich. Klar, man könnte einwenden, die Unzufriedenheit dieser Angestellten sei hauptsächlich ein Problem der Ersten Welt. Sie haben einen sicheren, körperlich nicht anstrengenden Beruf, der oft auch noch relativ gut bezahlt wird - und auf der Welt gibt es viele Menschen, die in weit größerem Elend leben. Aber gehört die beispiellose Verschwendung menschlicher Ressourcen nicht trotzdem zu den großen Dramen unserer Zeit? "Arbeit ohne Sinn" erforscht die Gründe dafür, warum hochbezahlte Managerinnen und Manager so gerne Phrasen dreschen, abstrusen Managementmethoden folgen und zum Wohl der Aktionärinnen und Aktionäre das Betriebsklima vergiften. Laut einer Untersuchung von Gallup versuchen nur 13 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ihren Job gutzumachen. 64 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dagegen ist ihr Job gleichgültig, sie wollen nur mit einem Minimum an Aufwand einigermaßen gut durch den Tag kommen. Ganze 25 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten gegen die Firma, bei der sie angestellt sind, weil sie ihre Tätigkeit hassen. Die Zahlen variieren von Land zu Land, aber der Trend lässt sich überall auf der Welt beobachten. Dass sie in ihrer Arbeit keinen Sinn finden können, macht viele Menschen sogar krank. In der Dokumentation berichten Patientinnen und Patienten mit Burnout von ihren Erfahrungen. Eingeordnet und kommentiert werden deren Aussagen vom verstorbenen Anthropologen und Aktivisten David Graeber und der in Berkeley ansässigen Pionierin der Burnout-Forschung, der Psychologin Christina Maslach. Film von John Webster

    02/24/2026 11:40 pm

    Tracks East

    Generation Aufbruch? Die Gen Z in Osteuropa

    Studien zeigen: Junge Menschen leiden häufiger unter Angst, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit als frühere Jahrgänge. Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die sich nicht länger mit geerbten Krisen und politischen Stillständen abfinden will. "Tracks East" blickt auf die Gen Z in Osteuropa, dem Baltikum und Zentralasien. In Bulgarien war es vor allem die junge Generation, die im Dezember 2025 die Regierung zu Fall brachte. Über Social Media mobilisierten Aktivistinnen und Aktivisten zehntausende Menschen gegen Korruption und Intransparenz. Mitten drin: digitale Strategen, Musikerinnen, Musiker und Kulturschaffende, die Protest in Pop übersetzen. Litauen wiederum überrascht: Trotz geopolitischer Bedrohung und wachsender Militarisierung gilt die Jugend hier als eine der glücklichsten weltweit. Wie passt das zusammen? In Usbekistan richtet sich der Widerstand gegen Smog und Umweltpolitik. Die junge Musikerin Laylo prangert in ihren Songs Luftverschmutzung und staatliche Ignoranz an und beweist Mut in einem autoritär regierten Land.

    02/25/2026 12:15 am

    Im Herzen jung

    Spielfilm Frankreich 2021

    Zufällig trifft der 45-jährige Pierre die Bekannte eines Kindheitsfreundes wieder, die 70-jährige Shauna. Trotz des Altersunterschieds spüren die beiden eine innerliche Nähe, die Pierre mit seiner Frau Jeanne fehlt. Doch wie lange kann ihre Verbindung halten? Regisseurin Carine Tardieu erforscht in ihrem Film ein außergewöhnliches Liebesduo. Auf Dienstreise in Dublin übernachtet der Arzt Pierre Escande bei einer älteren Freundin seines Kollegen und engen Freundes Georges. Auf den ersten Blick erkennt Pierre in der 70-jährigen Shauna die rätselhafte Frau wieder, die er vor Jahren nach dem Tod von Georges' Mutter im Krankenhaus getröstet hatte und die danach spurlos verschwand. Die freiheitsliebende Seniorin führt ein aktives Leben, pendelt zwischen ihrem irischen Ferienhaus und ihrer Wohnung in Paris. Für den 45-jährigen Pierre ist die Begegnung wie ein Hauch frische Luft, und bei nächster Gelegenheit, ein medizinisches Kolloquium in der französischen Hauptstadt, treffen sich die beiden erneut. Trotz der 25 Jahre Altersunterschied funkt es zwischen Pierre und Shauna - Gemeinsamkeiten gibt es im Überfluss und die junge Liebe verfestigt sich schnell. Das Familienleben steht ihnen jedoch im Weg. Shaunas Tochter ist längst aus dem Haus, aber Pierre hat Frau und Kinder in Lyon. Der geistigen, ideellen Nähe steht überdies der biologische Altersunterschied entgegen; Shaunas Alter macht sich durch aufkommende Krankheiten bemerkbar. Die geheime Affäre zeigt ihre Achillesferse: Besteht wirklich eine reelle Chance, auf zwei asynchronen Leben eine Liebe aufzubauen? Regisseurin Carine Tardieu adaptiert mit „Im Herzen jung“ ein Drehbuchprojekt der früh verstorbenen Regisseurin Sólveig Anspach. Darin erinnerte sich die isländische Filmemacherin an die späte Liebe ihrer eigenen Mutter. Sensibel erkundet der Film eine für das Kino seltene Liebeskonstellation mit der bezaubernden Fanny Ardant („Die Frau nebenan“, 1981) als Shauna, für ihre Rolle 2023 bei den Césars als beste Darstellerin nominiert, und Melvil Poupaud, bekannt aus mehreren Filmen von François Ozon, als ihrem jüngeren Seelenverwandten.

    02/25/2026 2:00 am

    Twist

    Hin und weg, die Schönheit vergänglicher Kunst

    Ging es bei Kunst nicht traditionell darum, etwas für die Ewigkeit zu schaffen? "Twist" trifft Kunstschaffende, die faszinierende Werke kreieren, die nur für den Moment existieren. Mandalas im Schnee, so groß wie drei Fußballfelder. Skulpturen aus Eis. Temporäre Kunstwerke aus Steinen. In den französischen Alpen sieht man aus dem Skilift geometrische Strukturen. Früh am Morgen ist Simon Beck im Skigebiet Les Arcs aufgebrochen, um ein neues Kunstwerk in den Schnee zu treten – mit Schneeschuhen. Stundenlang macht er tausende Schritte mit Kompass und Maßband, um Mandalas zu hinterlassen, die man nur von oben sieht. Seine größte Sorge ist, dass Pistenraupen oder unachtsame Skifahrer sein Werk kaputtfahren. Kann man eine Wolke ausstellen? Der niederländische Künstler Berndnaut Smilde kreiert künstliche Wolken in Räumen und hält diese magischen Momente in Fotos fest. “Twist“ begleitet den Wolkenmacher nach Portugal, wo er im prächtigen Palacio De Estói ein ephemeres Kunstwerk erschafft. Seine Werke feiern die Schönheit der Natur: Der britische Landartist Jon Foreman legt Steine, Muscheln oder Blätter zu kunstvollen Mustern. “Sculpt the world“ heißt sein erfolgreicher Insta-Account, dem Hunderttausende folgen. Jedes Jahr findet im niederländischen Biddinghuizen ein Eisfestival statt. 45 internationale Künstler arbeiten wochenlang an Skulpturen. Anique Kuizenga ist Eisarchitektin und kümmert sich um das Gesamtkonzept. In diesem Jahr heißt es “Let´s go to the movies“. Mit Kettensägen, Meißeln und Feilen sind die Eis-Schnitzer bei der Arbeit. Die Schweriner Künstlerin Stephanie Lüning bereitet im österreichischen Flachau eine besondere Aktion vor: Sie lässt farbigen Schnee auf die Pisten regnen und bestückt dafür Schneekanonen mit gefärbtem Wasser. „Twist“ ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!

    02/25/2026 2:35 am

    Mit offenen Karten - Im Fokus

    Moderation: Émilie Aubry

    Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA Donald Trumps Strafzölle für ungültig erklärt hatte, führte er neue Zölle in Höhe von zehn Prozent bis 15 Prozent ein, die für alle gelten. Dabei gibt es Gewinner (China, Brasilien, Kanada) und Verlierer (Argentinien, Vereinigtes Königreich, Australien). Aber führt Trumps protektionistische Politik wirklich zu einem neuen "Goldenen Zeitalter"?

    02/25/2026 2:40 am

    Mit offenen Augen

    Donald Trump verkauft (nicht nur) Uhren

    "It's Trump Time"! Im Oktober 2025 war der US-Präsident im konservativen Fernsehsender Newsmax in einem Werbespot zu sehen: Vor einem Hintergrund aus amerikanischen Flaggen wendet sich Trump "an das amerikanische Volk" - allerdings nicht, um über Politik zu sprechen, sondern, um seine eigene Uhrenmarke zu promoten! Für Dan Alexander, Journalist bei Forbes und Experte für die Geschäfte des Immobilienmagnaten, ist die Trump-Uhr sowohl Luxusobjekt als auch politisches Instrument. Der Politikwissenschaftler Kenneth Cosgrove schildert, wie sich Donald Trump über die Jahre ein Image als unermüdlicher Geschäftsmann aufgebaut hat.

    02/25/2026 2:50 am

    28 Minuten

    Magazin Frankreich 2026

    "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe.

    02/25/2026 3:35 am

    (Fast) die ganze Wahrheit

    Tony Parker

    In drei Minuten alles über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Mit Ironie und Absurdität skizziert jede Folge eine Person des Zeitgeschehens, die Schlagzeilen machte.

    02/25/2026 4:00 am

    Oasen - Inseln des Lebens

    Die Perle des Pazifiks

    Moorea – die Schwesterinsel Tahitis – liegt wie ein grünes Juwel mitten im Südpazifik: ein längst erloschener Vulkan mit steilen, von tropischem Regenwald bewachsenen Gipfeln, umringt von einem schützenden Korallenriff. Trotz der extremen Abgeschiedenheit von den nächsten Festlandküsten haben hier Pflanzen, Tiere und Menschen über Millionen von Jahren eine fragile, aber vielfältige Lebensgemeinschaft geschaffen. Schon unter Wasser beginnt das Wunder: Hier entfaltet sich ein komplexes Ökosystem samt Riffhaien und Rochen, Seesternen und Schildkröten, das Forschende zu bewahren versuchen. Doch invasive Arten, Klimawandel und gefräßige Räuber wie der Dornenkronenseestern bedrohen die Existenz der Korallenriffe – und mit ihnen das Gleichgewicht der gesamten Oase. Auch an Land zeigt sich Mooreas ökologische Einzigartigkeit: Seltene, endemische Pflanzen und Tierarten wie die Partula-Baumschnecken leben hier – bedroht von eingeschleppten Raubtieren, die sich im Regenwald ausbreiten. Jenseits der flachen Korallenlagunen werden Tigerhaie und Wale beobachtet, denn Moorea ist ein Refugium für Buckelwale und eine Kinderstube für Junghaie. Die Forschungsstation CRIOBE spielt eine zentrale Rolle für das Verständnis und den Schutz dieser einmaligen Insel des Lebens.

    arte (Germany)

    Available schedules: 05/19/2021 - 03/17/2026 Time zone: Central European Time (CET) UTC +1 Country: Germany Language: German

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