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    03/01/2026 4:20 am

    Leben mit Vulkanen

    Ätna: Der lebendige Berg

    Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. Diese Folge führt an den höchsten und aktivsten Vulkan Europas: den Ätna auf Sizilien. Der über 3.300 Meter hohe Ätna ist der höchste und aktivste Vulkan Europas. Ein- bis zweimal jährlich bricht der Mongibello, wie ihn die Sizilianer nennen, aus und bedroht mit seinen glühenden Lavaströmen die 900.000 Menschen, die in seinem Umkreis leben. Und doch ist der Ätna für die sonst sehr trockene Insel Sizilien auch ein unbezahlbarer Schatz: Der Feuerberg fungiert als natürliches Wasserreservoir. Zu seinen Füßen erstrecken sich Felder, Zitrus- und Olivenplantagen, so weit das Auge reicht. Die äußerst fruchtbaren Böden bescheren den Menschen seit Jahrtausenden reiche Ernten und bilden die Existenzgrundlage ihrer Dörfer. Jedes Jahr Anfang Februar veranstaltet die Stadt Catania das für Katholiken weltweit bedeutsame Fest der heiligen Agatha. Drei Tage und drei Nächte lang versammeln sich eine halbe Million Sizilianer, um zur Schutzheiligen Catanias zu beten, damit sie sie vor den Zornesausbrüchen des Ätna bewahre. Zusammen mit Mathilde, Einwohnerin und Stadthistorikerin von Catania, nimmt Arnaud Guérin an der spektakulären Prozession teil. Doch den Vulkan aus der Ferne zu betrachten, genügt dem Geologen nicht. Gemeinsam mit Boris Behncke erklimmt er den sich regenden Feuerberg für eine Inspektionstour. Der Vulkanologe besteigt den Ätna beinahe täglich, um das Terrain zu kontrollieren und gegebenenfalls Warnstufen auszurufen. Zurück in der Ebene lässt sich Arnaud Guérin vom Obstbauern Orazio erklären, wie sich die Lavaströme im Verlauf der Zeit in einen wahren Garten Eden verwandeln. Für Orazio und die anderen Sizilianer ist der Ätna nicht nur ein Vulkan - er ist die Seele von Catania, Orientierungspunkt und Wohltäter, der alles gibt und alles wieder nehmen kann.

    03/01/2026 4:50 am

    Geschichte schreiben

    Das Wahlgeheimnis

    Reicht es aus, das Wahlrecht zu haben, um frei wählen zu können? In der Tat war Wählen lange Zeit eine kollektive Handlung und aufgrund des öffentlichen oder gar ostentativen Charakters des Urnengangs der sozialen Kontrolle unterworfen. Die Geschichte der freien Wahl ist an einen besonderen Gegenstand geknüpft: die Wahlkabine. Erst sie legitimiert das Wählen als persönlichen und "geheimen" politischen Akt. Indem sie das Wahlgeheimnis garantiert, sichert sie auch das öffentliche Wohl und die Demokratie. „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Dabei kann alles geschichtsträchtig sein: in Serie gefertigte Objekte, Einzelstücke, Kultgegenstände, Werkstoffe oder Schriftdokumente. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. In einer regelmäßigen Kolumne schlägt die französische YouTuberin Manon Bril die Brücke zwischen Geschichte und Digitalzeitalter.

    03/01/2026 5:05 am

    Sind Wespen Gamechanger der Evolution?

    42 - Die Antwort auf fast alles

    Auf der Picknickdecke ist sie unsere natürliche Antagonistin: die Wespe. Doch wer sie nur als Plagegeist abtut, unterschätzt sie gewaltig. Wespen zählen zu den ersten sozialen Arten der Erde und helfen uns, eines der größten Rätsel der Evolution zu lösen: Warum gibt es Altruismus? Laut Charles Darwin und seinem Prinzip „Survival of the fittest“ dürfte er eigentlich gar nicht existieren - doch Wespen beweisen das Gegenteil. Warum sie mehr können als nur stören, zeigt diese Folge von „42 - Die Antwort auf fast alles“. Wespen finden die meisten von uns vor allem: unendlich nervig. Insbesondere, wenn sie uns mal wieder den Pflaumenkuchen streitig machen wollen. Doch damit werden wir ihnen nicht gerecht, findet der Biologe Michael Ohl vom Naturkundemuseum Berlin. Denn Wespen spielen für das Ökosystem eine ganz entscheidende Rolle. Sie bestäuben jede Menge Pflanzen - ja, auch Wespen tun das! Und wären sie nicht so erfolgreiche Jägerinnen, würden wir wahrscheinlich in Insekten versinken, vermutet er. Eigentlich müssten wir uns also beim Anblick jeder Wespe freuen - über all die Mücken, die uns dank ihr nicht gestochen haben. Die Verhaltensforscherin Seirian Sumner findet sogar: Wespen sind eines der spektakulärsten Tiere der Welt. Denn sie gehören zu den ersten sozialen Wesen auf dem Planeten - und bis heute wird beforscht, wie sie mit einem so geringen Gehirnvolumen derart ausgefeilte Sozialstrukturen managen. Das interessiert auch Alessandro Cini von der Universität Pisa. Er erkennt in den Wespen einen Schlüssel zur großen Frage der Evolution: Warum Lebewesen wie die Wespenarbeiterinnen auf ihre eigene Fortpflanzung verzichten, um die Kinder ihrer Königin großzuziehen - obwohl sich bei der Evolution doch alles um den Erhalt der eigenen Gene dreht.

    03/01/2026 5:35 am

    Kontinente in Bewegung (2/5)

    Europa heute

    Die offizielle Geschichte des europäischen Kontinents beginnt mit der Öffnung des Atlantiks im Osten und der Annäherung Afrikas im Süden, bei der das Mittelmeer und die Alpen entstanden. Und sie ist noch lange nicht abgeschlossen - denn die Erdplatten bewegen sich noch heute. Was davor passierte, erzählen Wissenschaftler in einem Überblick über die letzten historischen Ereignisse der europäischen Vorgeschichte. So geben Kristalle, die versierte Bergführer in den Alpen fanden, Aufschluss über die Entstehung dieses eindrucksvollen Gebirges. Und auch das Mittelmeer hat eine faszinierende Vergangenheit. Vor gar nicht langer Zeit waren Korsika und Sardinien noch mit der provenzalischen Küste verbunden, bevor sie zu Inseln wurden und ins Meer abglitten. Dieser Vorgang kann heute mit magnetostratigraphischen Methoden, bei denen man die magnetische Polung von Gestein analysiert, rekonstruiert werden. Einmal schloss sich die Straße von Gibraltar sogar ganz, und das Mittelmeer trocknete völlig aus - man hätte zu Fuß von Europa nach Afrika wandern können. Durch Klimaveränderungen und minimale kontinentale Verschiebungen entstanden unterirdische Höhlen, die den ersten Menschen vor 40.000 Jahren als Lebensraum dienten. Damals war es in ganz Europa so kalt wie im heutigen Skandinavien. Die Rekonstruktion der Gletscherbewegungen hilft den Forschern dabei, die tektonischen Verschiebungen nachzuvollziehen. Die Bewegungen der Erdplatten lösen Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis aus. Diese Naturkatastrophen, die vor allem die Regionen rund um das Mittelmeer und im Norden des Kontinents Island bedrohen, machen deutlich, dass die Kräfte der Erde noch immer aktiv sind. Schon bald wird es das Mittelmeer nicht mehr geben, die Alpen hingegen werden in die Höhe schießen, und Amerika wird sich noch weiter vom alten Kontinent entfernen. Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentation zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte, und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen. Diese Folge zeigt das heutige Europa und erklärt die in der Zukunft zu erwartenden Veränderungen des Kontinents.

    03/01/2026 6:20 am

    5 Elemente der Unendlichkeit

    Deutschland 2021

    Ausbalancierte Übungen im Qigong-Kurs, eine ausgewogene und gesundheitsbewusste Küche, das harmonische Einrichten der Wohnung nach Feng-Shui-Prinzipien oder die Akupunktur-Behandlung: All dies basiert auf den Grundsätzen der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre, die heute weltweit enorm populär geworden ist. In China ist diese Philosophie schon seit Tausenden von Jahren fester Bestandteil im Leben der Menschen. Sie wurde aus der Beobachtung der Natur abgeleitet und beschreibt alles, was im Universum existiert, uns Menschen eingeschlossen. Die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser gelten demnach als Grundbausteine von allem, sie bedingen einander und gehen ineinander über. Nichts bleibt, wie es ist, das Leben und die Natur sind in stetigem Wandel. Und wenn sich die Elemente im Einklang befinden, geht es Mensch und Natur gut. Der Dokumentarfilm begibt sich auf die Spur dieses jahrtausendealten Systems. Das Kamerateam trifft Modedesigner, Ärzte, Bauern und Tai-Chi-Meister, deren Leben noch heute tief mit der alten Philosophie verbunden ist. Noch nie hat ein Film diese uralte Weltanschauung so umfangreich eingefangen. 200 Drehtage am Boden und in der Luft machen den Dokumentarfilm zu einer bildgewaltigen Reise durch alle Jahreszeiten und Klimazonen Chinas - von der Weite und Hitze der Wüste bis zu den langen eisigen Nächten des hohen Nordens.

    03/01/2026 7:55 am

    Was, wenn das Leben spiegelverkehrt wäre?

    42 - Die Antwort auf fast alles

    Stellt euch vor, die Welt wäre plötzlich spiegelverkehrt. Ihr selbst und alles um euch herum wäre seitenvertauscht - links statt rechts und umgekehrt. Klingt völlig absurd? Nicht ganz. Denn für die wichtigsten Moleküle, die das Leben auf der Erde ausmachen, gibt es rein theoretisch einen spiegelverkehrten Zwilling. Mit diesen Spiegelmolekülen könnte man effizientere Arzneimittel herstellen, so die Hoffnung. Was wäre aber, wenn es nicht nur gelänge, lebenswichtige Moleküle zu spiegeln, sondern sogar ganze Lebewesen? Bakterien zum Beispiel. Wie die Welt dann wohl aussähe? Viele lebenswichtige Moleküle lassen sich in zwei spiegelbildliche Varianten anordnen, vergleichbar mit einer linken und einer rechten Hand. Chiralität nennt man dieses Phänomen. Und so gibt es rechts- und linkshändige Moleküle. Mit einer Besonderheit: "Das Leben hat sich immer nur für eine Spiegelform entschieden", sagt Cornelia Meinert von der Universität Côte d'Azur in Nizza. "Die Aminosäuren in den Proteinen sind ausschließlich linkshändig und die Zuckermoleküle in der DNA immer rechtshändig". Wie genau diese merkwürdige Vorliebe des Lebens vor etwa 3,8 Milliarden Jahren zustande kam, ist nach wie vor unklar. Was wäre, wenn wir dieses Gesetz auf den Kopf stellen und die lebenswichtigen Moleküle spiegeln würden? "Das könnte einen großen Nutzen für die Medizin bringen", sagt Kate Adamala von der University of Minnesota. Spiegelmoleküle werden dank ihrer entgegengesetzten Anordnung nicht von der Körperabwehr erkannt und könnten daher ihre medizinische Wirkung besser entfalten. Doch diese positive Eigenschaft könnte auch gravierende Folgen haben - dann nämlich, wenn wir statt einzelner Spiegelmoleküle einen ganzen gespiegelten Organismus erschaffen würden - etwa ein Spiegelbakterium. "Es sind Szenarien denkbar, in denen sich ein Spiegelbakterium in der Umwelt ausbreitet, Ökosysteme umwälzt, Pflanzen und Tiere infiziert und schließlich auch uns Menschen", warnt David Bikard vom Institut Pasteur in Paris. Noch gibt es keine Spiegelbakterien aus dem Labor. Doch die Wissenschaft ist alarmiert und fordert, das Spiel mit dem Spiegeln des Lebens nicht zu weit zu treiben.

    03/01/2026 8:30 am

    Am Rand des Hauses

    Leben ganz oben: Rooftop

    Cheng Chung Au lebt, wie Tausende andere Menschen in Hong Kong, in einer illegalen Behausung auf einem Hochhausdach. Trotz Rattenplage und Taifun-Gefahren liebt er die Freiheit, die er dort oben hat. Aktivistin Anastasia Cole-Plakias betreibt auf einem Fabrik- und Bürogebäude in Brooklyn eine der größten Rooftop-Farmen der USA; sie fordert mehr Grün und mehr Solaranlagen auf den Dächern.

    03/01/2026 8:55 am

    Twist

    Kann man Hoffnung trainieren?

    Hoffnung scheint in einer Welt der Polykrisen und Bedrohungen naiv zu sein. Und doch gilt: Wer nicht mehr hoffen kann, hat aufgegeben. In Kunst, Musik, Bildern und Performances wird sie immer häufiger zum Thema. "Twist" fragt warum? Wie denken Künstler und Künstlerinnen über Hoffnung? Wie drücken sie sie aus? Und was lässt sie hoffen? Hoffnung und Zuversicht sind wie Grashalme: fragil, unscheinbar - und dennoch etwas, woran wir uns festhalten können, wenn permanente Alarmbereitschaft Angst zum Grundgefühl macht. Gleichzeitig steht Hoffnung in einer Welt der Polykrisen unter Verdacht, naiv oder vereinfachend zu sein. In Kunst, Musik und Performances bricht sie sich Bahn. "Twist" fragt, was Hoffnung heute sein kann. Nur Träumerei oder Widerstand? In dem Stück "Hope" spielt der niederländische Theatermacher Guy Weizman mit seiner Truppe NITE verschiedene Szenarien der Hoffnung durch, bis sie als trainierbarer Muskel erscheint. Radikal anders: Die iranische Filmemacherin Mahnaz Mohammadi, mehrfach inhaftiert für ihren Widerstand gegen das Mullah-Regime. Für sie entsteht Hoffnung durch Handeln im Hier und Jetzt, wie in ihrem Film "Roya", der auf der Berlinale gezeigt wird. Der Künstler Tomás Saraceno verbindet Hoffnung mit ethischer Verantwortung: In Projekten mit indigenen Gemeinschaften lernt er von Spinnennetzwerken. Hoffnung heißt hier: handeln, Gemeinschaft stärken, Untergangserzählungen kreativ entgegensetzen. In digitalen Netzwerken wird Hoffnung ästhetisch: Unter #hopecore kursieren Clips mit Dur-Musik, die Zuversicht ohne Analyse wecken. Der Musiker Anatole Muster macht das hörbar: Sein Album Hopecore erzeugt Leichtigkeit, ohne die Schwere zu leugnen. Das Street-Art-Duo Various & Gould trägt Hoffnung in die Stadt, mit bunten Murals für Vielfalt und Solidarität, als bewusste Entscheidung gegen Resignation.

    03/01/2026 9:30 am

    Kontinente in Bewegung (3/5)

    Ozeanien

    Australien blieb in seiner gesamten Geschichte fast völlig von Kollisionen oder Abspaltungen verschont. Die sehr alten Gesteinsvorkommen in der nordöstlichen Region Pilbara geben daher wertvolle Hinweise auf den Verlauf der frühen Erdgeschichte. So beschränkt sich die einzig erwähnenswerte Erschütterung Ozeaniens auf den Zusammenstoß der Pazifischen Platte mit Neuseeland, von dem noch heute zahlreiche aktive Vulkane auf den umliegenden Inseln wie dem Inselstaat Vanuatu zeugen. Eine der wenigen Spuren einer Kontinentalkollision befindet sich mitten in Australien: der Ayers Rock, um den sich die Legenden der australischen Ureinwohner ranken. Im Süden des Landes finden sich wiederum die ältesten Spuren tierischen Lebens. Die Ediacara-Fauna lebte in Untiefen nahe der Küste. Eine leichte tektonische Verschiebung reichte aus, um den Meeresgrund an die Erdoberfläche zu befördern - die Überreste der ersten Zweiseitentiere wurden im Gestein für die Nachwelt festgehalten. In der Pilbara-Region konnten Wissenschaftler nachvollziehen, wie und wann erstmals Sauerstoff auf der Erde entstand und sich in der Atmosphäre verbreitete. Von diesem Ereignis, das nicht nur neues Leben hervorbrachte, sondern auch für das Aussterben älterer, vom Stickstoff abhängiger Organismen verantwortlich ist, zeugt eine schwarze Linie im Gestein - ein Beweis, nach dem Martin Van Kranendonk 20 Jahre lang gesucht hatte. Vor 200 Millionen Jahren trennte sich Australien zusammen mit der Antarktika und Neuseeland von dem südlichen Großkontinent Gondwana. Dann löste sich die Antarktika durch einen Magmaaufstieg, dessen Spuren noch heute an der Südküste Australiens sichtbar sind, von Australien ab und platzierte sich am Südpol. Neuseeland versank im Ozean, kam jedoch nach seinem Zusammenstoß mit der Pazifischen Platte wieder teilweise an die Oberfläche. Der Kontinent Zealandia liegt noch heute zu 70 Prozent unter Wasser. Doch es scheint, als stünden dem Kontinent noch einige Erschütterungen bevor: Seine Bewegung in Richtung China deutet auf eine Kollision hin, die ein zweites Himalaja-Gebirge hervorbringen könnte. Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentationsreihe zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen.

    03/01/2026 10:15 am

    Kontinente in Bewegung (4/5)

    Von den Anfängen Asiens

    Die Geschichte Asiens begann im heutigen Sibirien. Hier fanden Wissenschaftler rund um den Baikalsee das älteste Gestein des Kontinents. Damals sammelten sich zunächst immer mehr Landmassen um Sibirien, vor allem an der Westseite. Bei einem gewaltigen Zusammenstoß mit Europa vereinten sich dann die beiden Kontinente, und das Uralgebirge entstand. Dort, wo das Meer einst die Erdteile voneinander trennte, werden heute in zahlreichen Minen kostbare Bodenschätze abgebaut. Die Vereinigung von Europa und Asien wirft eine interessante Frage auf: Wenn der Begriff des Kontinents eine zusammenhängende Festlandmasse bezeichnet, warum wird dann überhaupt zwischen europäischen und asiatischen Kontinent unterschieden? Ebenfalls in Sibirien fand vor 250 Millionen Jahren eines der größten Massenaussterben in der Geschichte des Erdteils statt. Unter dem Druck, der von allen Seiten auf den Kontinent ausgeübt wurde, entstanden Risse, die zu heftigen Vulkanausbrüchen führten. Die ausströmende Lava bedeckte eine Fläche von mehreren Millionen Quadratkilometern, tötete mehr als 90 Prozent der Fauna und formte eine Landschaft, die heute als Sibirischer Trapp bekannt ist. Dass sich bald weitere Landmassen, darunter das heutige Thailand, an das junge Asien anschlossen, beweisen Fossilien von dinosaurierartigen Tieren derselben Epoche, die man in China und Thailand fand. Ein einschneidendes Ereignis gab dem asiatischen Kontinent schließlich seine aktuelle Form: Indien, das bis dahin mit Gondwana verbunden gewesen war, löste sich vom Südkontinent ab und schob sich mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung Norden. Auf dem Weg glitt es über einen sogenannten "HotSpot" und entwickelte vulkanische Aktivität. Genau wie im Sibirischen Trapp veränderten die Lavaströme die Landschaft grundlegend und vernichteten alles Leben, darunter die Dinosaurier. Kurz darauf wurde beim Zusammenstoß Indiens mit Asien der Himalaya aufgetürmt, das höchste und jüngste der heutigen Gebirge. Sein erodiertes Gestein wurde von den neu entstandenen großen Flüssen Ganges und Brahmaputra ins Tal gespült, wo auf einem riesigen Geröllhaufen das heutige Bangladesch entstand. Auf diese Weise wurde bereits das Dreifache des Gesteinsvolumens des Himalaya über den Bengalischen Golf ins Meer geschwemmt. Auch heute schiebt sich Indien noch immer weiter nach Norden und lässt den Himalaya beständig nach oben wachsen. Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentation zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte, und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen.

    03/01/2026 11:00 am

    Kontinente in Bewegung (5/5)

    Asien heute

    Entscheidend für die Entwicklung des asiatischen Kontinents waren die Kollision mit dem indischen Subkontinent und das Aufeinandertreffen mit der Pazifikplatte. Bei seiner rasanten Drift nach Norden kollidierte Indien mit Sibirien und drückte das tibetanische Plateau zusammen. Das führte zu Erdbeben und der Bildung riesiger Erdspalten. Nepal, China, insbesondere die chinesische Gebirgsregion Kunlun Shan, leiden noch heute unter den Folgen dieser Kontinentalbewegungen. Doch mitunter haben sie auch überraschende Folgen: In der Wüstenlandschaft Badain-Jaran etwa haben Erdspalten Wasser aus den Hochebenen bis unter die Dünen geführt, so dass die trockene Weite der Wüste von kleinen Seen durchbrochen wird. Bei seinem Zusammenstoß mit Asien schob Indien die südöstlichen Teile des Kontinents in Richtung Meer, die sich daraufhin ablösten und zu Inseln wurden. Diesen Vorgang kann man auf Java nachvollziehen: Hier sank der Meeresspiegel einst so weit ab, dass Urmenschen zu Fuß auf die Insel gelangten und dort siedeln konnten, wie anhand von Ausgrabungen im 19. Jahrhundert festgestellt wurde. Die Reibung mit der Pazifischen Platte ist besonders in Japan spürbar. Das Land liegt dem Marianengraben genau gegenüber, an dem die Philippinische und Pazifische Platte zusammenstoßen. Hier befindet sich mit über 10.000 Metern auch die tiefste Stelle des Weltmeeres. Obwohl sich Japan durch sein Know-how in Sachen Erdbebenprävention auszeichnet, konnte es die schreckliche Tsunami-Katastrophe vom März 2011 nicht verhindern. Auf den Kontakt zwischen den verschiedenen Erdplatten gehen auch die unzähligen Vulkane zurück, die den Pazifischen Ozean umranden und den pazifischen Feuerring bilden. Wie tödlich die Macht der Vulkane sein kann, zeigt sich etwa am Fudschijama in Japan und am Kawak Ijen in Indonesien. Wie es mit dem asiatischen Kontinent weitergeht, wird sich wohl im Zentrum des Erdteils entscheiden. Am Baikalsee, an dem das älteste Gestein der Erdgeschichte gefunden wurde, wirft ein großes Ereignis seine Schatten voraus: Eine sich öffnende Erdspalte könnte sich mit Wasser füllen, zum Meer werden und den Kontinent endgültig in zwei Teile spalten. Dokumentation von Yanick Rose

    03/01/2026 11:45 am

    Das Kolosseum, Arena der Macht

    Ein Bau der Superlative

    Das Kolosseum ist das größte je errichtete Amphitheater im antiken Rom - aber warum wurde es gebaut? Historikerinnen und Historiker untersuchen die Überreste dieses prachtvollen Bauwerks mitten in der italienischen Hauptstadt. Gibt es andernorts in Italien Hinweise auf den Ursprung des weltberühmten Monuments und der darin inszenierten Spiele? Neue archäologische Erkenntnisse zeigen, welche Tiere bei den grausamen Spektakeln getötet wurden - und wie die Römer ihre atemberaubenden Spiele in Szene setzten. Der erste Teil präsentiert die beeindruckenden Maßstäbe der Spiele, die im Kolosseum stattfanden, sowie die exotischen Tiere, die zur Unterhaltung der Bürgerinnen und Bürger auf grausamste Weise in der Arena getötet wurden. Die Dokumentation beleuchtet, wie dieses immense Amphitheater einer neuen Herrscherdynastie half, die Kontrolle über Rom und das gesamte Reich aufrechtzuerhalten: Nach der Niederschlagung von Aufständen wurden die Spiele zum Propagandawerkzeug, das sämtlichen Bewohnerinnen und Bewohnern des Römischen Reiches eine gemeinsame Identität verlieh. Das Kolosseum wurde zum Modell für weitere Städte, um neuen Untertanen den Ruhm Roms nahezubringen - und ihnen gleichzeitig den Preis für jede Form des Widerstands vor Augen zu führen. Archäologische Grabungen brachten unterirdische Entwässerungskanäle ans Licht, sowie ein ausgeklügeltes Tunnelsystem, das genutzt wurde, um Kämpfer und Tiere scheinbar plötzlich in der Arena erscheinen zu lassen. Tausende von Tierknochen belegen den Tod unzähliger Löwen, Bären und Leoparden, die über römische Handelshäfen aus Nordafrika und dem östlichen Mittelmeerraum eingeführt worden waren. Die Eröffnungsspiele unter Titus im Jahr 80 nach Christus dauerten 100 Tage; auf dem Programm standen unter anderem Gladiatorenkämpfe und exotische Tierhatzen. Unter Trajan (98-117 nach Christus) erreichten die Spiele ihren Höhepunkt. Die Spiele besänftigten Unzufriedene und vermittelten gleichzeitig die klare Botschaft des Staates: Rom belohnt Loyalität - aber bestraft Widerstand. Das Kolosseum ist ein Monument einer blutigen, gewaltvollen Geschichte - und das größte je errichtete Amphitheater. Doch was gab den Ausschlag für diesen Bau und die grausamen Spektakel, die darin stattfanden? Mit exklusivem Zugang zu laufenden archäologischen Forschungen erkundet der Zweiteiler den wahren Zweck des Kolosseum und des Netzwerks von Amphitheatern im gesamten Römischen Reich. An Stätten in Rom, Volterra und Nordafrika werden Funde erläutert, die das Ausmaß der Spiele offenbaren und Einblicke in das Leben der Gladiatoren geben. Das Kolosseum - Wahrzeichen des antiken wie des heutigen Roms - zeugt vom Aufstieg und Fall eines der größten Weltreiche der Menschheitsgeschichte.

    03/01/2026 12:40 pm

    Das Kolosseum, Arena der Macht

    Glanz und Verfall

    Die Blütezeit des Römischen Reichs war auch die des Kolosseum. Moderne Analysen von Knochenfunden belegen: Gladiatoren waren die Sportstars der Antike - mit spezieller Ernährung und medizinischer Spitzenversorgung. Im gesamten Reich wurden sie für die Kämpfe trainiert. Doch als das Christentum im späten 2. Jahrhundert an Einfluss gewann, begann der Niedergang Roms - und mit ihm der des Kolosseum. Archäologen untersuchen in Österreich, Tunesien und Rom die Überreste aus dieser Epoche und rekonstruieren den Aufstieg und Fall eines Weltreichs. Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie der Bedeutungsverlust des Kolosseum mit dem Niedergang des Römischen Reichs einherging. Zwar stiegen zahlreiche Gladiatoren von Gefangenen zu gefeierten Athleten auf, doch die aufwendigen Spiele wurden für das Reich zunehmend zur finanziellen Belastung. Die Amphitheater, einst Orte der Unterhaltung und der imperialen Repräsentation, verwandelten sich in Schauplätze politischer Gewalt: Hier starben nun Gegner Roms - vor allem Christen - den Märtyrertod. Archäologische Funde bestätigen den hohen Status der Gladiatoren: Sie lebten in professionellen Trainingslagern, erhielten optimale medizinische Betreuung und wurden mit nährstoffreichen Speisen versorgt. Kaiser Domitian lässt kurz nach der Eröffnung des Kolosseum den Untergrund der Arena zu 12.000 Quadratmetern raffiniertester Bühnenkunst ausbauen, um die Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe noch besser in Szene zu setzen. Doch Wirtschaftskrise und Inflation zwingen Kaiser Mark Aurel gegen Ende des 2. Jahrhunderts zu Sparmaßnahmen - auch bei den Spielen. Als sich im 3. Jahrhundert das Christentum immer mehr ausbreitet, werden Christen bald zu Reichsfeinden erklärt und zu willkommenen Sündenböcken für die Krise. Statt spektakulärer Kämpfe dienten die Arenen bald als Hinrichtungsstätten, aus den Vergnügungsstätten wurden Instrumente der Abschreckung. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches kann sich Rom den Luxus des Kolosseum nicht mehr leisten, der letzte bekannte Bericht, der die Spiele erwähnt, stammt aus dem Jahr 523 nach Christus. Das Kolosseum, einst Symbol römischer Macht, wird zum Mahnmal eines untergegangenen Imperiums.

    03/01/2026 12:40 pm

    Das Kolosseum, Arena der Macht

    Glanz und Verfall

    Die Blütezeit des Römischen Reichs war auch die des Kolosseum. Moderne Analysen von Knochenfunden belegen: Gladiatoren waren die Sportstars der Antike - mit spezieller Ernährung und medizinischer Spitzenversorgung. Im gesamten Reich wurden sie für die Kämpfe trainiert. Doch als das Christentum im späten 2. Jahrhundert an Einfluss gewann, begann der Niedergang Roms - und mit ihm der des Kolosseum. Archäologen untersuchen in Österreich, Tunesien und Rom die Überreste aus dieser Epoche und rekonstruieren den Aufstieg und Fall eines Weltreichs. Der zweite Teil der Dokumentation zeigt, wie der Bedeutungsverlust des Kolosseum mit dem Niedergang des Römischen Reichs einherging. Zwar stiegen zahlreiche Gladiatoren von Gefangenen zu gefeierten Athleten auf, doch die aufwendigen Spiele wurden für das Reich zunehmend zur finanziellen Belastung. Die Amphitheater, einst Orte der Unterhaltung und der imperialen Repräsentation, verwandelten sich in Schauplätze politischer Gewalt: Hier starben nun Gegner Roms - vor allem Christen - den Märtyrertod. Archäologische Funde bestätigen den hohen Status der Gladiatoren: Sie lebten in professionellen Trainingslagern, erhielten optimale medizinische Betreuung und wurden mit nährstoffreichen Speisen versorgt. Kaiser Domitian lässt kurz nach der Eröffnung des Kolosseum den Untergrund der Arena zu 12.000 Quadratmetern raffiniertester Bühnenkunst ausbauen, um die Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe noch besser in Szene zu setzen. Doch Wirtschaftskrise und Inflation zwingen Kaiser Mark Aurel gegen Ende des 2. Jahrhunderts zu Sparmaßnahmen - auch bei den Spielen. Als sich im 3. Jahrhundert das Christentum immer mehr ausbreitet, werden Christen bald zu Reichsfeinden erklärt und zu willkommenen Sündenböcken für die Krise. Statt spektakulärer Kämpfe dienten die Arenen bald als Hinrichtungsstätten, aus den Vergnügungsstätten wurden Instrumente der Abschreckung. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches kann sich Rom den Luxus des Kolosseum nicht mehr leisten, der letzte bekannte Bericht, der die Spiele erwähnt, stammt aus dem Jahr 523 nach Christus. Das Kolosseum, einst Symbol römischer Macht, wird zum Mahnmal eines untergegangenen Imperiums.

    03/01/2026 1:30 pm

    Das Geheimnis des verborgenen Tempels

    Spielfilm Großbritannien/USA 1985 (Young Sherlock Holmes)

    Als der Arztsohn John Watson (Alan Cox) Mitte des 19. Jahrhunderts auf ein Internat in London wechselt, trifft er den jungen Sherlock Holmes (Nicholas Rowe). Auch wenn die beiden auf Anhieb nur wenig Gemeinsamkeiten haben, sind sie sich doch sympathisch und spüren bereits, dass sie gute Freunde werden. Diese Freundschaft brauchen sie schon kurz darauf, um ein gemeinsames Abenteuer durchzustehen. London wird von einer Reihe mysteriöser Todesfälle älterer Londoner Bürger erschüttert. Plötzlich stirbt völlig überraschend ein den beiden nahestehender versponnener alter Professor. Zusammen mit dessen Nichte Elizabeth Hardy (Sophie Ward), für die Sherlock schon länger Gefühle hegt, machen sich die zwei auf die Suche nach einer Erklärung – zum Ärger des Polizisten Lestrade (Roger Ashton-Griffiths), der kein Interesse daran hat, dass ihm ein paar Jugendliche ins Handwerk pfuschen. Die Suche nach den Mördern führt Holmes und Watson tief in unterirdische Gewölbe, mitten in das Hauptquartier einer altägyptischen Sekte – und in höchste Lebensgefahr. Ein spannungsreicher Film, der einen fiktiven Auftakt für die grandiosen Sherlock-Holmes-Erzählungen liefert, in denen der Londoner Meisterdetektiv und sein bester Freund und Kollege Dr. John Watson gemeinsam auch den mysteriösesten Fall lösen. Die Romane und die zahlreichen filmischen Adaptionen sind nicht zuletzt wegen der Kombination der ungleichen Protagonisten populäre Klassiker geworden, die noch heute die Zuschauer begeistern. Sherlock Holmes' Fälle sind beste Beispiele für die klassische Detektion: Eine Spur führt immer zum Täter. Steven Spielberg koproduzierte "Das Geheimnis des verborgenen Tempels" 1985 und blieb nicht hinter den Erwartungen zurück: Der Film ist eine unterhaltsame Mischung aus Thriller, Abenteuerfilm und fantastischem Krimi, der seinerzeit für die visuellen Effekte gelobt und für den Oscar nominiert wurde. Im Film tauchen erstmals computeranimierte Figuren auf, zum Beispiel als ein Ritter aus einem Bleiglasfenster plötzlich Gestalt annimmt und in den Raum springt. Bruce Broughton erhielt 1986 einen Saturn Award für die beste Filmmusik.

    03/01/2026 3:20 pm

    Die ganze Welt in einem Bild

    Manets Lampen

    Diese Folge richtet den Blick auf Édouard Manets Gemälde ʺBar in den Folies Bergèreʺ. Zwei im Spiegel reflektierte Lampen erhellen die Nachtclub-Szene und bilden den Ausgangspunkt der Untersuchung. Die weißen Leuchtkugeln verweisen auf einen tiefgreifenden technologischen Umbruch: den weltweiten Einzug der Elektrizität. Von den Experimenten Thomas Edisons über die Pariser Vergnügungswelt der Belle Époque bis hin zu den Werkstätten japanischer Ukiyo-e-Holzschnitte erzählt die Dokumentation die unerwartete Geschichte künstlerischer, wirtschaftlicher und politischer Begegnungen zwischen Japan und dem Westen Ende des 19. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der Elektrizität und dem künstlichen Licht verändert sich die menschliche Lebensweise grundlegend. ʺDie Lampen von Manetʺ zeigt, wie einfache Bambusfasern aus einem Shinto-Schrein nahe Kyoto das Nachtleben der westlichen Metropolen revolutionierten. Zahlreiche Sachverständige begleiten diese Spurensuche: der Direktor sowie ein Lichtgestalter der Folies Bergère, mehrere shintoistische Mönche, eine japanische Verlegerin eines Holzschnitt-Ateliers und ein ehemaliger Bergarbeiter aus Nordfrankreich. Die Reihe ʺDie ganze Welt in einem Bildʺ geht der Geschichte kleiner Gegenstände auf den Grund, die auf den Bildern großer Maler und Malerinnen zu sehen sind. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich vermeintliche Details als überraschende Symbole für bestimmte kulturelle und geografische Räume. Sie offenbaren, wie die Menschen bereits vor Jahrhunderten weltweit miteinander in Verbindung standen und wie Ereignisse über die Kontinente hinweg Wellen schlugen.

    03/01/2026 4:35 pm

    Harnoncourt dirigiert Monteverdis "L‘Orfeo"

    Sternstunden der Musik

    Das Stück ʺL’Orfeoʺ von Claudio Monteverdi gilt als eine der frühesten Opern: die Geschichte handelt von Orpheus und Eurydike, einem jungen Liebespaar, das vom Schicksal getrennt und dann erneut auf die Probe gestellt wird. Dirigent Nikolaus Harnoncourt bringt die Oper unter der Regie von Jean-Pierre-Ponnelle 1975 zur Aufführung - im Klang so originalgetreu wie möglich, in der Umsetzung mythisch-fantastisch: eine Sensation. Die Verfilmung der Oper folgte im Jahr 1978. Die Sternstunde lässt das Ereignis mit Rolando Villazón Revue passieren. Claudio Monteverdi war der Revolutionär und Begründer des Musiktheaters. Den Auftakt machte sein Opernstück ʺL’Orfeoʺ zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Statt starrem Singspiel schrieb er ein Stück voller Theatralik, durchdachter Klangdramaturgie und betörenden Koloratur-Arien. Der erste ernst zu nehmende Rekonstruktionsversuch fand 1954 auf teilweise eigenhändig nachgebauten historischen Instrumenten in Wien statt. Im Orchester befindet sich der junge Nikolaus Harnoncourt, der zukünftige Monteverdi-Pionier. Seine eigene Interpretation des ʺL’Orfeoʺ sorgt Mitte der 1970er Jahre für eine Renaissance des weitgehend vergessenen Komponisten: Akribisch sucht Harnoncourt Musiker und Musikerinnen alter Instrumente zusammen und vereinte sie zu einem neuen Ensemble. Dessen Darbietung gilt als dramatischer, unmittelbarer und direkter, als es jede Modernisierung gekonnt hätte. Aber auch der Bühnenbildner Jean-Pierre Ponnelle hatte einen großen Anteil daran: schon als Jugendlicher entwarf er Bühnenbilder zu Monteverdi-Opern - nun verwandelt er die Mythenwelt in ein wildromantisch bis düsteres Schlaraffenland mit antiken Anspielungen. Die sinnenfrohe Inszenierung für die Kamera ist bis heute beeindruckend. Die Sternstunde wirft den Blick zurück und fragt zugleich nach der Aktualität des Stoffes. Mit dabei sind der Tenor Francisco Araiza, der damals einen Hirten sang und die Schauspielerin Dietlinde Turban, damals als Euridice (Eurydike) auf der Bühne zu sehen.

    03/01/2026 5:25 pm

    Karambolage

    Familiennamen / Nippon-Schokolade / Plattenbau

    Themen: * Die Frage: Ein deutscher Zuschauer hat gefragt, warum Franzosen ihren Familiennamen häufig in Großbuchstaben schreiben. * Was mir fehlt: Nathalie Tric hat in Deutschland gelebt. Sie wohnt nun wieder in Frankreich, wo sie wunschlos glücklich wäre, wenn ihr nicht diese eine kleine Sache fehlen würde: die Nippon-Schokolade. * Die Architektur: Anna Schuster stellt den Franzosen den ostdeutschen Plattenbau vor. * Das Rätsel: Und wie jede Woche das Rätsel! Ein Wort, ein Gegenstand, ein Ritual - "Karambolage" erläutert spielerisch und humorvoll die kleinen und großen Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen.

    03/01/2026 5:35 pm

    Zu Tisch

    Asturien, Spanien

    In Asturien baut Sila Fernández auf ihrem Hof Casa Bartuelo die traditionelle Faba-Bohne an. In der Provinz im Norden Spaniens gilt sie als typische Zutat der regionalen Küche und wird für Eintöpfe verwendet. Gemeinsam mit ihrer Familie probiert Sila neue Gerichte aus, die sich für die Bohne eignen und zeigt, wie eng Landwirtschaft und Kochkunst in Asturien miteinander verbunden sind. Im grünen Norden Spaniens pflegt Sila Fernández auf dem Familienhof Casa Bartuelo eine jahrhundertealte Tradition: den Anbau der Faba-Bohne. Sie ist das Herzstück der asturischen Küche und Grundlage von Eintöpfen. Bodenbeschaffenheit, Klima und Anbaumethode geben ihr einen unverwechselbaren Charakter und machen sie zu einem Superfood. Gemeinsam mit ihrer Familie experimentiert Sila Fernández mit neuen Rezepten. Es entstehen dabei Gerichte, die das Land in seiner ganzen Vielfalt widerspiegeln: bodenständig, kreativ und voller Geschmack. Von der Ernte bis zum Apfel-Bohnenkuchen erzählt der Beitrag von Frauen, die Altes bewahren und Neues wagen - und von einer Bohne, die Asturien zusammenhält. "Zu Tisch" reist in die Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart.

    03/01/2026 6:10 pm

    ARTE Journal

    Frankreich/Deutschland 2026

    ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

    03/01/2026 6:30 pm

    Das Leben der Amish

    Deutschland 2022

    Ein Leben wie vor 300 Jahren - die Amish in den USA. Die religiöse Gemeinschaft hat ihren Ursprung in Europa und ihre ganz eigenen Regeln, wie etwa die Erwachsenentaufe und - je nach Strenge der Gemeinde - die Ablehnung technischen Fortschritts. Sie tragen altmodische Kleidung, Hüte, Hauben und lange Bärte und haben weder Autos, Fernsehen oder Computer. Ihre Siedlungen sind nicht ans Stromnetz angeschlossen, Batterien und Generatoren sind aber erlaubt. Wer den Amish begegnet, taucht in eine vergangene Welt ein. Zeitreise in die Gegenwart: Ursprünglich aus Süddeutschland und der Schweiz stammend, hat die Amish-Gemeinschaft ihre Kultur und Sprache in die Neue Welt getragen: Sie sprechen Pennsylvaniadeutsch - eine Mischung aus Englisch und deutschen Dialekten - und leben wie vor 300 Jahren. Tief verwurzelt in ihrem Glauben, folgen die Amish strengen Richtlinien und lehnen moderne Technologien und Lebensformen ab. Für Außenstehende können diese Regeln manchmal rätselhaft erscheinen. Mit Pferdekutschen durchstreifen sie ihre ländlichen Gemeinden, doch wenn es zu weit ist, darf ein Shuttleservice genutzt werden, an dem einige Amerikaner viel verdienen. Das Telefon wird nicht benutzt, außer wenn es sich um geschäftliche Belange handelt und sich das Gerät außerhalb des Hauses befindet. Trotz ihrer einfachen Lebensweise haben die Amish keine Nachwuchsprobleme. Kinderreiche Familien sind an der Tagesordnung. Auch die Geschäfte laufen gut, denn die landwirtschaftlichen Produkte aus ökologischem Anbau sind genauso gefragt wie das handwerkliche Geschick der Amish. Die Amish haben ihre eigenen Privatschulen, besuchen diese aber meistens nur bis zum 14. Lebensjahr. Der Lehrplan gibt neben Lesen, Schreiben, Rechnen, Geografie und Deutsch vor allem Bibelunterricht vor. Bereits während der Schulzeit arbeiten die Kinder zu Hause mit. Doch bevor sie sich als junge Erwachsene taufen lassen, um dann endgültig zur Amish-Gemeinschaft dazuzugehören, haben sie die Möglichkeit zum sogenannten Rumspringa: In dieser Zeit dürfen sie alles ausprobieren, was auch andere Jugendliche gewöhnlich tun - danach müssen sie sich für einen Lebensstil entscheiden. Wer jedoch nach der Taufe ein moderneres Dasein wählt, wird exkommuniziert. Der Film gibt einen faszinierenden Einblick in eine traditionelle Welt.

    03/01/2026 7:15 pm

    Der mit dem Wolf tanzt

    Spielfilm USA/Großbritannien 1990 (Dances with Wolves)

    Um 1865, mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg, wählt der Nordstaaten-Offizier John J. Dunbar als Belohnung für eine heldenhafte Tat die Versetzung an einen der westlichsten Außenposten. Doch als er in Fort Sedgewick ankommt, muss er feststellen, dass es verlassen wurde und er der einzige Bewohner ist. Um ihn herum nur Büffel, ein Wolf und die Ureinwohner, ein Stamm der Sioux, darunter der Medizinmann Strampelnder Vogel, der Krieger Wind in seinem Haar, der Häuptling Zehn Bären und Steht mit einer Faust, eine weiße Frau, die als Kind in den Stamm aufgenommen wurde. Die ersten Aufeinandertreffen sind alles andere als harmonisch, etwa als die Sioux Dunbars Pferd stehlen wollen. Aber allmählich, durch Dunbars Tapferkeit und Ehrlichkeit, entwickeln die Sioux und er gegenseitigen Respekt und Bewunderung. Mehr und mehr taucht er in ihr Leben und in ihre Kultur ein, heiratet Steht mit einer Faust und wird Mitglied des Stammes. Eines Tages trifft er im Fort unerwartet auf Soldaten der Nordstaaten-Armee. Sie stellen ihn vor die Wahl, gegen die Indianer zu kooperieren oder wegen Hochverrats angeklagt zu werden. Und Dunbar entscheidet sich … Die weitere Eroberung des amerikanischen Westens durch die Weißen ist jedoch nicht aufzuhalten. Ausdrucksstark zeichnet der Film Dunbars Einleben in die ihm zunächst fremde Kultur nach, folgt seiner mitreißenden Romanze mit Steht mit einer Faust, seinen bemerkenswerten Freundschaften mit der indigenen Bevölkerung und schließlich der Entscheidung, die er als Mann auf der Suche nach sich selbst treffen muss und die sein Schicksal bestimmen wird. Von den Kulissen und Requisiten bis hin zu Kostümen, Haaren und Make-up war Regisseur Costner akribisch bemüht, die Menschen und die damalige Zeit genau darzustellen. Der vielleicht kühnste Akt der Authentizität des Films ist die Verwendung der echten Lakota-Sprache durch die indigenen Darsteller. Der Film gilt als eine der wenigen ehrlichen filmischen Darstellungen der amerikanischen Ureinwohner, die ihre Kultur und Identität an den weißen Mann verlieren.

    03/01/2026 10:05 pm

    Kevin Costner und der Western

    Deutschland 2025

    Eine weite Landschaft. Ein mitreißender Soundtrack. Ein Mann tanzt ums Feuer. Ein Wolf beobachtet ihn. 1990 schauen Millionen Menschen Kevin Costners Regiedebüt ʺDer mit dem Wolf tanztʺ. Es ist ein riskantes Projekt - und wird zum Meisterwerk. Einen Western ins Kino zu bringen, gilt zu dieser Zeit als Wagnis: Das Genre ist unpopulär, während Filme wie ʺPretty Womanʺ, ʺDas Schweigen der Lämmerʺ und ʺKevin allein zu Hausʺ die Charts dominieren. Warum wurde die Geschichte eines einsamen Offiziers dennoch zum Welthit - und wie hat Kevin Costner den Western bis heute geprägt? ʺDer mit dem Wolf tanztʺ gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität - erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig. Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in ʺSilveradoʺ zum Weltstar in ʺBodyguardʺ hoch. Flops wie „Waterworld“ oder ʺPostmanʺ lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit ʺOpen Rangeʺ kehrt er 2003 zurück, mit der Serie ʺYellowstoneʺ prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu. Gleichzeitig entwickelt sich der Western weiter: ʺBrokeback Mountainʺ zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, ʺWestworldʺ verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in ʺDjango Unchainedʺ auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds.

    03/01/2026 11:00 pm

    Hope on the Road

    Daniel Hope auf der Suche nach dem Hollywood-Sound

    Daniel Hope auf Spurensuche: Der Geiger bricht auf in die Vergangenheit – und nach Los Angeles. Ein weiter Weg von Europa, den viele jüdische Künstler nach der Machtergreifung der Nazis nehmen mussten. Doch für die Entwicklung Hollywoods war diese Zuwanderung von entscheidender Bedeutung: Komponisten wie Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman und Miklós Rózsa prägten jahrzehntelang die Filmmusik als Kunstform. Bei seinem Roadtrip spielt der international gefeierte Geiger Daniel Hope an legendären Orten große Soundtracks und besucht Filmkomponisten von heute.

    03/01/2026 11:55 pm

    Der große Wagen

    Spielfilm Frankreich/Schweiz 2023 (Le Grand chariot)

    Ihr Puppentheater schweißt seit Jahrzehnten die Familie Burchnar zusammen. Als der Vater und Gründer stirbt, kommt der eingespielte kleine Theaterbetrieb ins Trudeln: Während die beiden Töchter am Familienbetrieb festhalten, jagen Sohn Louis und Kollege Pieter eigenen Träumen nach. Feinfühliges Familienporträt von Philippe Garrel. Gewinner des Silbernen Bären 2023 für die beste Regie. Das Puppentheater „Der große Wagen“ der Familie Burchnar besteht aus fünf Köpfen. Vater Simon, der Gründer, leitet das fahrende Theater, benannt nach dem Sternbild Großer Wagen; er wird von seinen drei Kindern Simon, Martha und Lena beim Spiel unterstützt und von seiner Mutter Gabrielle beim Bau der Puppen. Als mit dem Alter die Kraft nachlässt, stellt Simon den Kunstmaler Pieter als Verstärkung ein. Zwischen ihm und Simons Sohn Louis herrscht spontan eine Art stillschweigendes Einverständnis, denn die jungen Männer werden beide von unerfüllten Leidenschaften getrieben: Was die Malerei für Pieter, ist das Schauspiel für Louis. Kaum ist Pieter jedoch in die Truppe aufgenommen, ist es mit dem Puppenspiel vorbei: Simon bricht bei einem Auftritt zusammen und stirbt kurze Zeit später. Die Familienkonstellation bricht auf, Rollen werden neu verteilt. Die Schwestern Lena und Martha wollen das Lebenswerk ihres Vaters erhalten; für Louis aber scheint der richtige Zeitpunkt gekommen, den Sprung zum professionellen Theater zu wagen - als Schauspieler. Als er noch dazu eine neue Liebe findet, ist ein Konflikt mit Pieter vorprogrammiert. Die familiäre Struktur löst sich nach und nach auf; vorsichtig versucht jede und jeder für sich, den Pfad des eigenen Lebens zu finden. Die Filme von Philippe Garrel besitzen alle eine autobiografische Prägung; "Der große Wagen" vielleicht am meisten, wenn man das Puppenspiel als Sinnbild für die künstlerische Praxis einer Familie von Filmemachern begreift. Familie Garrel ist eine in Frankreich und international sehr bekannte Filmdynastie. Da es um das Leben und Arbeiten einer Familie mit und für die Kunst geht, hat Regisseur Philippe Garrel konsequent seine Kinder besetzt: Louis, zunächst als Schauspieler erfolgreich und inzwischen selbst ein gefragter Regisseur, und seine Schwestern Esther und Lena. Bei dem Puppenspiel im Film handelt es sich um einen Kniff, der die Familienbeziehungen auf der Spielebene spiegelt. Der Film wurde mit dem Silbernen Bären belohnt. ARTE Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 76. Berlinale Vom 12. bis 22. Februar 2026 ist Berlin die Hauptstadt des internationalen Kinos. ARTE strahlt hierzu eine Auswahl von 13 früheren Weltpremieren und Preisträgern des Festivals aus, ob fiktionale Filme oder Dokumentarfilme. Darunter auch die ARTE-Koproduktion und der Goldene Bär aus dem Jahr 2024: "Dahomey" von Mati Diop. ARTE begleitet die 76. Berlinale mit einer Reihe von 13 Filmen, die auf dem Festival ihre Uraufführung hatten und/oder ausgezeichnet wurden.

    03/02/2026 1:30 am

    Village X (1/2)

    Die Komikerin und die Aalfänger

    In Mailand ist Komikerin und Feministin Giada Biaggi ein Star. In Comacchio jedoch, einem kleinen Ort in der oberitalienischen Provinz, kennt sie niemand. Hier ist die Welt noch klar geordnet, sind die Rollen zwischen Männern und Frauen klar verteilt: Die Männer sind für den Aalfang zuständig, die Frauen für Haushalt und Familie. Giada will eine Comedyshow für die Aalfischer veranstalten und sie dadurch für das Thema Feminismus sensibilisieren. Doch die Fischer haben erst einmal andere Sorgen. Durch den Klimawandel werden die Aale weniger und weniger. Eine jahrhundertealte Tradition steht vor dem Aus. Wird es Giada dennoch gelingen, zu den Aalfischern durchzudringen? Ihnen womöglich sogar Mut zu machen, das Altbewährte aufzugeben und sich der Zukunft zuzuwenden?

    03/02/2026 1:55 am

    Village X (2/2)

    Die Komikerin und die Aalfänger

    In Mailand ist Komikerin und Feministin Giada Biaggi ein Star. In Comacchio jedoch, einem kleinen Ort in der oberitalienischen Provinz, kennt sie niemand. Hier ist die Welt noch klar geordnet, sind die Rollen zwischen Männern und Frauen klar verteilt: Die Männer sind für den Aalfang zuständig, die Frauen für Haushalt und Familie. Giada will eine Comedyshow für die Aalfischer veranstalten und sie dadurch für das Thema Feminismus sensibilisieren. Doch die Fischer haben erst einmal andere Sorgen. Durch den Klimawandel werden die Aale weniger und weniger. Eine jahrhundertealte Tradition steht vor dem Aus. Wird es Giada dennoch gelingen, zu den Aalfischern durchzudringen? Ihnen womöglich sogar Mut zu machen, das Altbewährte aufzugeben und sich der Zukunft zuzuwenden?

    03/02/2026 2:25 am

    Village X (1/2)

    Rami und das Porschedorf

    Rami Hamze hasst Autos. Sie sind laut und verpesten das Klima, findet er. Der (erfolglose) Filmemacher aus Köln macht sich also auf, die Deutschen von der Energiewende und dem Umstieg aufs Lastenrad zu überzeugen. Und er beginnt damit ausgerechnet in Weissach-Flacht, einer der reichsten Gemeinden Deutschlands, die ihren Wohlstand einer der profitabelsten Automarken der Welt verdankt: Porsche. Vielleicht gelingt es ihm ja, den ehemaligen Rennfahrer und Steve-McQueen-Double Herbert Linge als Verbündeten zu gewinnen? Oder gar den smarten, aalglatten Bürgermeister, der die Weissacher auf Sparkurs bringen will? Immerhin kommt Ramis Filmemacherkumpel Marcus aus Köln angereist, um mit ihm in der Gemeinde einen epischen Film zu drehen, der die Weissacher am Ende überzeugen soll, ihre vierrädrige Bequemlichkeit zumindest ein klein wenig aufzugeben. Eine Geschichte, die im Kleinen von den Herausforderungen erzählt, die wir im Großen als Gesellschaft bewältigen müssen: unseren Allerwertesten hochzubekommen und ein bisschen Wohlstand und Bequemlichkeit abzugeben, damit für die nächsten Generationen noch etwas übrigbleibt.

    03/02/2026 2:50 am

    Village X (2/2)

    Rami und das Porschedorf

    Rami Hamze hasst Autos. Sie sind laut und verpesten das Klima, findet er. Der (erfolglose) Filmemacher aus Köln macht sich also auf, die Deutschen von der Energiewende und dem Umstieg aufs Lastenrad zu überzeugen. Und er beginnt damit ausgerechnet in Weissach-Flacht, einer der reichsten Gemeinden Deutschlands, die ihren Wohlstand einer der profitabelsten Automarken der Welt verdankt: Porsche. Vielleicht gelingt es ihm ja, den ehemaligen Rennfahrer und Steve-McQueen-Double Herbert Linge als Verbündeten zu gewinnen? Oder gar den smarten, aalglatten Bürgermeister, der die Weissacher auf Sparkurs bringen will? Immerhin kommt Ramis Filmemacherkumpel Marcus aus Köln angereist, um mit ihm in der Gemeinde einen epischen Film zu drehen, der die Weissacher am Ende überzeugen soll, ihre vierrädrige Bequemlichkeit zumindest ein klein wenig aufzugeben. Eine Geschichte, die im Kleinen von den Herausforderungen erzählt, die wir im Großen als Gesellschaft bewältigen müssen: unseren Allerwertesten hochzubekommen und ein bisschen Wohlstand und Bequemlichkeit abzugeben, damit für die nächsten Generationen noch etwas übrigbleibt.

    03/02/2026 3:20 am

    Leben mit Vulkanen

    Neuseeland: Die verborgenen Schätze der Vulkane

    Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. Die heutige Folge führt nach Neuseeland: Hier begegnen die Einwohner den Vulkanen nicht mit Furcht, sondern ziehen Nutzen aus der Erdwärme. Vulkane - in vielen Regionen der Welt stellen die feuerspuckenden Ungetüme ein großes Risiko für die Bevölkerung dar. Nicht so in Neuseeland: Anstatt sich vor den Vulkanen zu fürchten, haben die Bewohner gelernt, mit ihnen zu leben und die Erdkräfte für sich zu nutzen. Arnaud Guérin macht sich auf die Suche nach den verborgenen Schätzen der heißen Riesen. Lava kann nicht nur zerstören, sondern auch erschaffen: Seit Urzeiten nutzen die Maori Obsidian, sogenanntes vulkanisches Glas, um Schmuck oder Werkzeuge herzustellen. Mayor Island ist der einzige Ort in Neuseeland, wo das besondere Lavagestein vorkommt. Die einzigen beiden Bewohner der Naturidylle, Victoria und Keith Harimate, beschützen das kulturelle Gut sowie die Natur. Die Regeln hier sind einfach: Hinterlasse nichts anderes als deine Fußabdrücke, nimm nichts anderes mit als Bilder in deinem Fotoapparat, schlage nichts anderes tot als deine Zeit. Die weitere Reise führt Arnaud in die Umgebung um die Stadt Rotorua. Hier bergen die Vulkane einen weiteren Schatz: Erdwärme. In der geothermisch aktiven Vulkanregion gibt es eine Vielzahl von heißen Quellen, Schlammtöpfen, aber auch Geysire, die das kochende Wasser bis zu 25 Meter in die Luft katapultieren. Das kleine Maori-Dorf Whakarewarewa ist von Dämpfen aus dem Erdinneren umhüllt. Doch der Stamm hat gelernt, sich diese natürliche Energiequelle zunutze zu machen. Anstatt unter der Dusche waschen sich die Bewohner in den heißen Quellen. Doch nicht nur kleine Dörfer profitieren von den Gegebenheiten: Neuseeland nutzt die Erdwärme landesweit im großen Stil - 20 Prozent des Stroms wird mit Hilfe von Vulkanenergie erzeugt.

    03/02/2026 3:45 am

    Alte Schachteln aus Belgien

    Taktgefühl

    Ein Mann möchte seine 96-jährige Tante besuchen. Nach der langen Anreise kommt er voller Vorfreude an ihrem Haus an. Doch als ihm die Cousine die Tür öffnet, geht es um die Frage, wie viel Taktgefühl wann angebracht ist. Wer bislang dachte, Senioren hätten keinen Humor, wird in dieser amüsanten Kurzfilmreihe eines Besseren belehrt. Jeder der rüstigen Rentner sitzt auf seinem ureigenen Sofa in seiner eigenen Wohnung. Doch in trauter Kaffeekränzchenatmosphäre liefern sie sich einen gemeinsamen Schlagabtausch. Das Repertoire ihrer Witze ist breit und alles andere als schrullig und hat eine ganz besondere Färbung: Die siebte Staffel der alten Schachteln kommt nämlich diesmal aus Belgien. Es geht um den letzten Willen und ungestörten Sex, falsche Superweiber und überraschende Beichten.

    03/02/2026 4:10 am

    Italiens unbekannter Norden

    Das Aostatal

    Im äußersten Nordwesten Italiens liegt das Aostatal. Die Alpenregion ist umgeben von einigen der berühmtesten und höchsten Gipfeln der Alpen: Gran Paradiso, Mont Blanc, Monte Rosa, Matterhorn - alle über 4.000 Meter hoch. Zugleich ist die Region die kleinste und am dünnsten besiedelte des Landes. Der Nationalpark Gran Paradiso ist nicht nur geprägt von majestätischen Bergen, sondern beheimatet auch eine vielfältige Tierwelt. Engagierte Parkranger wie Mario Bizel und Stéphanie Bethaz schützen Flora und Fauna. Auch Gletscher sind Gegenstand intensiver Forschung: Geologe Paolo Pogliotti überwacht sie mit modernster Technik. Bergführerin Anna Torretta gibt ihr Wissen im Eisklettern an Frauen weiter. Im Valgrisenche bewahrt Familie Bethaz mit Hingabe die Tradition des Fontina-Käses. In Chamois, einem der wenigen autofreien Dörfer Italiens, sichert Elvis Baravex den Betrieb der Seilbahn - sie ist die Lebensader für die kaum mehr als 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In einigen der höchsten Weinberge Europas trotzen rund um Morgex und La Salle Winzer wie Nicolas Bovard und Vanda Angelini den extremen Bedingungen, um aus der Prié-Blanc-Traube Weißwein zu gewinnen. Dank idealer Beobachtungsbedingungen mit durchschnittlich 200 klaren Nächten pro Jahr und fortschrittlicher Forschungstechnik liefert das Observatorium von Saint-Barthélemy unter der Leitung von Astrophysiker Jean Marc Christille neue Erkenntnisse über das Universum. Ob auf Gletschern, Almen oder unter den Sternen: Das Aostatal steht für wilde Schönheit und eine tiefe Verbundenheit der Menschen mit der Bergwelt.

    arte (Germany)

    Available schedules: 05/19/2021 - 03/17/2026 Time zone: Central European Time (CET) UTC +1 Country: Germany Language: German

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