Schedules
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03/04/2026 4:25 am |
Leben mit Vulkanen |
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| An Tansanias Grenze zu Kenia erhebt sich über dem Natronsee der Ol Doinyo Lengai - ein Vulkan, der aufgrund seiner besonderen Eigenschaften Wissenschaftler auf der ganzen Welt fasziniert: Während seine Lava im flüssigen Zustand schwarz ist, wird sie, sobald sie mit Luft in Berührung kommt, weiß wie Schnee. In der Stadt Arusha trifft Arnaud Guérin den Vulkanologen der Universität Brüssel und Lengai-Spezialisten Matthieu Kervyn. Zehn Jahre nach dem gewaltigen Ausbruch von 2007, bei dem der Ol Doinyo Lengai seine Asche über 250 Kilometer weit spuckte, möchte der Wissenschaftler sehen, wie der Krater heute aussieht. Gemeinsam brechen die beiden auf zu den Massai, einem halbnomadischen Hirten- und Kriegervolk, das in Boma, einem Dorf am Fuße des Vulkans lebt. Um den Lengai besteigen zu dürfen, sind die Wissenschaftler nämlich auf die Erlaubnis ihres Stammesführers angewiesen. Mit dem Wohlwollen des Laibon im Gepäck wagen Arnaud und Matthieu gemeinsam mit Mwenga, einem Einheimischen, den Aufstieg. Unterwegs stoßen sie auf ein riesiges, fast weißes Lavafeld, das kurz vor der Eruption von 2007 entstand. Die ungewöhnliche Farbe stammt von in der Lava enthaltenen Karbonaten. Diese sind es, die den Lengai so berühmt machen, denn als einziger Vulkan der Erde spuckt er solche Karbonatite aus. Nach einer siebenstündigen anspruchsvollen Kletterpartie erreichen sie endlich den Gipfel. Dort lässt Matthieu Kervyn eine Kameradrohne über den Vulkanschlund kreisen, um den Krater kartografieren zu lassen - eine echte Premiere am Ol Doinyo Lengai. So bekommen die Abenteurer dünnflüssige Karbonatitlava zu Gesicht, die sonst nirgendwo auf der Welt zu finden ist. Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. | |||||
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03/04/2026 4:55 am |
GEO Reportage |
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| In Costa Rica, in den Bergen der Provinz Heredia, liegt ein einzigartiges Tierheim: Territorio de Zaguates, das „Land der Streuner“. Mehr als tausend Hunde leben zeitweilig auf dem 150 Hektar großen Gelände - unter freiem Himmel und ohne Zwingerhaltung. Hunde auszusetzen oder im besten Fall einfach abzugeben ist Alltag in dem Land an der Karibikküste. Bei Lya Battle und ihrem Mann Álvaro Saumet haben schon Zigtausende Hunde Zuflucht gefunden - die vergessenen und verstoßenen, die kranken und alten, aber auch viele gesunde und junge Hunde, die ihr Leben auf der Straße fristen. Mit einer ausgeklügelten Idee versucht das Team, die Tiere zu vermitteln. Im Fokus steht dabei die Einzigartigkeit der Mischlinge, denn kein Hund gleicht dem anderen. „GEO Reportage“ hat das „Paradies der Streuner“ besucht. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. | |||||
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03/04/2026 5:50 am |
Küchen der Welt |
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| (1): Land-Meer-Rezept aus der Bretagne: Hummer mit Artischocken Das Departement Finistère liegt an der Spitze der bretonischen Halbinsel. Der traditionelle Hummer mit Artischocken vereint die Schätze von Land und Meer, zwei wichtigen Bestandteile der bretonischen Identität. Laure Granjon hat das traditionelle Gericht im Restaurant von Küchenchef Nolwenn Corre probiert. Pierre Raffard, Geograf und Ernährungswissenschaftler, spricht über das reiche Angebot an Meeresfrüchten und landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Departement Finistère, über die Einführung von Hummer in der bretonischen Küche und über den Verzehr schwer zugänglicher Produkte. (2): Kulinarische Mitbringsel Laure Granjon erkundet die Esskultur des Finistère und entdeckt zahlreiche Köstlichkeiten. In den Regalen stößt sie auf verzierte Keramikschüsseln, Buchweizen-Chips, Algenpesto und natürlich Sardinendosen mit lustigen Wortspielen – typisch bretonischer Humor. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für bretonischen Hummer, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! ---------------------------- Rezept für bretonischen Hummer Zutaten für 4 Personen: 2 Hummer 6 Artischocken 3 Schalotten 2 TL Eisenkraut 150 ml trockener Weißwein (zum Beispiel Chardonnay) 3 EL Mayonnaise Zubereitung: - Die Blätter der Artischocken sowie den Stiel entfernen. Danach den oberen Teil der Artischocken abschneiden, so dass nur noch das Herz übrigbleibt. - Die Artischockenherzen in Olivenöl scharf anbraten. Die gehackten Schalotten, zwei Teelöffel Eisenkraut, den Weißwein und 150 ml Wasser hinzufügen und 15 Minuten kochen lassen. - Hummer zerlegen, Schwanz und Scheren zur Zubereitung zurechtlegen. Wasser zum Kochen bringen, dann den Schwanz fünf Minuten und die Scheren eine Minute darin garen. - Anschließend in Eiswasser abschrecken. - Hummerfleisch aus Schwanz und Scheren herauszulösen. - Die Artischockenherzen aus der Pfanne nehmen und in kleine Würfel schneiden. - Mit der Mayonnaise mischen. - Das Hummerfleisch auf Tellern anrichten und mit der Artischocken-Mayonnaise garnieren. | |||||
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03/04/2026 6:20 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Seamus Heaney, der Dichter, der sich Ulster annahm In der irischen Provinz Ulster, die teilweise zum Vereinigten Königreich gehört, hallen Gedichte wider, die das Klackern der Kieselsteine an den Ufern eines Flusses nachzuahmen scheinen. Die perkussiven Klänge entstammen der Feder des irischen Dichters Seamus Heaney, der 1995 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Er zählt zu den wichtigsten Schriftstellern der angelsächsischen Literatur und wird in der ganzen Welt verehrt. 1966 erschien seine erste Gedichtsammlung „Death of a Naturalist“. Heaney verstand es, diesen Landstrich zwischen irischer Identität und britischer Zugehörigkeit in all seinen Facetten zu schildern. (2): Als die Seidenstraße durch Korsika führte In der Balagne bewahren die Ältesten des Dorfes Moltifao die Erinnerung an ein wenig bekanntes Kapitel korsischer Geschichte. Fast 200 Jahre lang wurden in dieser Region Seidenraupen gezüchtet und Seide gesponnen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde Korsika auf Betreiben der Genuesen mit Maulbeerbäumen bepflanzt, deren Blätter den wertvollen Raupen als einzige Nahrungsquelle dienen. Die kleinen Tierchen und die Industrie, die sie hier hervorbrachten, begleiteten die wesentlichen Schritte auf dem Weg zu einer korsischen Identität. Diese Vergangenheit verschaffte der Insel einen Platz an der legendären Seidenstraße. (3): Mongolei: Tsagaans gegrillter Hammel In der Mongolei sammelt Tsagaan Steine, um das traditionelle Grillgericht Khorkhog zuzubereiten. Bevor er das Hammelfleisch verarbeitet, opfert er dem Gott des Feuers eine Kelle Wodka. Seine Frau kümmert sich derweil um das Gemüse. Ein festliches Gericht, das in der Gemeinschaft gegessen wird. (4): Lima: Alle auf dem Balkon In der peruanischen Hauptstadt Lima wimmelt es nur so von architektonischen Sehenswürdigkeiten. Wer sich von der Plaza de Armas aus in die kleinen Gassen wagt, erblickt hoch über sich sonderbare Holzbalkone. Um diese vom Verschwinden bedrohte Häuserzierde zu retten, versetzte ein Italiener Berge ... | |||||
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03/04/2026 7:05 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Irland: Colm Tóibíns Geschichten über Liebe und Identität Im Südosten Irlands ziehen Geheimnisse durch Häuser und enge Gassen. Eine abgeschottete Welt, in die der Schriftsteller Colm Tóibín 1955 hineingeboren wurde. Hier findet ein Teil seines literarischen Werks seinen Ursprung. Die Figuren in seinen Büchern kämpfen darum, sich unter der erdrückenden Last des Unausgesprochenen ein Leben aufzubauen. In seinem Roman ʺBrooklynʺ schafft Colm Tóibín 2009 die Figur der Eilis Lacey. Aus ihrer Perspektive erzählt der Autor das Schicksal einer Generation junger Irländerinnen und Irländer, die ihre Heimat hinter sich lassen, um im New York der 1950er Jahre ein neues Leben zu beginnen. 2024 setzt Tóibín die Geschichte fort und veröffentlicht seinen Roman ʺLong Islandʺ, in dem die zwischen zwei Kontinenten und zwei Lieben hin- und hergerissene Eilis in ihre Heimat zurückkehrt. (2): Marseille: Das Leben ist schöner Vor gut 20 Jahren begann sich die von einem schlechten Ruf geplagte Stadt Marseille grundlegend zu wandeln. Ein unvorhergesehenes Ereignis sollte die Geschichte der südfranzösischen Metropole nachhaltig prägen. 2004 startete eine Fernsehserie, die im französischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde und mit 18 Staffeln und Tausenden von Episoden einen absoluten Langlebigkeitsrekord in Frankreich aufstellte: ʺPlus belle la vieʺ. Die Serie hatte nicht nur Unterhaltungscharakter, sondern wirkte sich zudem positiv auf das Bild der Stadt in der öffentlichen Wahrnehmung aus. (3): Albanien: Amalias frittierte Hefekrapfen In Himarë bereitet Amalia kleine traditionelle Krapfen zu. Für den Teig gibt sie Weizenmehl, warmes Wasser, Hefe und Raki in eine Schüssel und verrührt alles kräftig. Anschließend deckt sie den Teig ab und lässt ihn gehen. Die Masse frittiert sie in kleinen Portionen und lädt – wie es Sitte ist – ihre Nachbarinnen und Nachbarn zum gemeinsamen Probieren ein. (4): Deutschland: Jazz und Propaganda In Berlin wird jeden Abend in zahlreichen mehr oder weniger bekannten Clubs Jazz, Swing oder Blues gespielt. Diese aus den USA stammenden Klänge entwickelten sich während des Krieges zu einer Propagandawaffe. | |||||
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03/04/2026 7:55 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| In den Provinzen Bartin und Sinop bis Zonguldak zeigt sich die West-Schwarzmeerküste von ihrer sanften Seite. Im Hinterland prägen tiefe Wälder das Bild und immer wieder bestimmt das Meer das Leben - von Amasra, der historischen Handelsstadt, über den majestätischen Valla Canyon bis zu den traditionellen Handwerkern in Devrek. In Safranbolu, der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt des Safrans, ziehen enge Gassen, kleine Läden und historische Handwerksbetriebe jährlich unzählige Besucher an. Der westliche Teil der türkischen Schwarzmeerküste lädt dazu ein, in die liebliche Seite dieser Region einzutauchen. In der Provinz Bartin, versteckt in einer zauberhaften Bucht, liegt Amasra, ein historischer Ort, um den sich alte Legenden ranken. Weiter südlich liegt der Valla Canyon, einer der tiefsten Canyons der Welt, umgeben von den geschützten Wäldern des Küre-Gebirges. In Devrek wird die Kunst der Gehstöcke bewahrt; Tansel, ein lebender Künstler der UNESCO, führt diese Tradition fort und fertigt jeden Gehstock in mühsamer Handarbeit. Der Pilzexperte Ömer lädt zu Lehrwanderungen ein und vermittelt den respektvollen Umgang mit den Schätzen der Natur. Die Stadt Safranbolu, bekannt für ihre osmanische Architektur und als UNESCO-Weltkulturerbe, fasziniert mit ihren verwinkelten Gassen und dem Anbau des begehrten Safrans. Diese Orte zeigen eine Küste, an der Vergangenheit und Gegenwart harmonisch verschmelzen, und Mensch und Natur in einem seltenen Gleichgewicht stehen. Die vierteilige Dokureihe entdeckt die unbekannte Seite der Türkei, dem fünfbeliebtesten Urlaubsland der Welt: Entlang der Schwarzmeerküste geht es 1.400 km von Istanbul nach Artvin an der georgischen Grenze. Die Reise führt über mächtige Gebirgsketten, durch ein gigantisches Flussdelta, tiefe Schluchten, magische Höhlen und pittoreske Almen, wo unzählige Wildtiere und Waldpflanzen heimisch sind. In malerischen Städten und rauen Landschaften zeigen Nussbauern, Fischer und Orchideenzüchter, weshalb sie ihre Heimat so lieben. | |||||
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03/04/2026 8:40 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Der raue Norden - hier zeigt sich die türkische Schwarzmeerküste von ihrer schöpferischen Seite. Von den Wasserbüffeln im Kizilirmak-Delta, aus deren Milch köstliche Produkte hergestellt werden, bis zu den Bootsbauern von Arakli, die seetüchtige Fischkutter bauen, offenbart sich eine Region voller Kontraste. Geschichten über den leidenschaftlichen Orchideenzüchter und Schäfer Ferdi, der von der Großstadt zurück in seine Heimatregion zog, über Höhlenwelten von Gölköy, beeindruckende Wanderwege durch den Horma-Canyon, bringen uns diesen rauen Teil der türkischen Schwarzmeerküste näher. Der raue Norden der türkischen Schwarzmeerküste. Ein Land der großen Weiten, die Freiheit auch für das Vieh bedeuten. Atemberaubende Landschaften, die sich hier zu einer einzigartigen Kulisse vereinen. Es ist eine Region junger Idealisten, die im Einklang mit Natur und Tier leben. Der Orchideenzüchter Ferdi, der in einem Taldorf des Ilgaz-Berges lebt, und seltene Erdorchideen züchtet, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Auch die Familie Koparan mit ihren Wasserbüffeln prägen das Bild. In der modernen Molkerei von Sohn Mustafa entstehen hochwertige, biologische Büffelmilchprodukte, die weit über die Region hinaus geschätzt werden. Mit ihrer Arbeit trägt die Familie dazu bei, die Tradition der Büffelhaltung lebendig zu halten und gleichzeitig innovative Wege in der Produktion zu gehen. In Arakli, einem kleinen Küstendorf, bewahrt Hüseyin die Kunst des Holzbootbaus. Seit Jahrhunderten wird hier Kastanienholz zu robusten Kuttern verarbeitet, die der rauen See trotzen. Hüseyin, der älteste und erfahrenste Bootsbauer, arbeitet eng mit dem Hafenkapitän Murat zusammen, um die Boote in die richtige Form zu bringen. Sie sind stolz darauf, gemeinsam diese Tradition der Schwarzmeerküste fortzusetzen. Die Geschichte des Bergbaus in Zonguldak erzählt von den Schätzen, die tief unter der Erde lagern, während die Höhle von Gölköy mit ihren uralten Formationen in eine geheimnisvolle Welt entführt. Auch der Horma-Canyon, mit seinen imposanten Felsen und atemberaubenden Wanderwegen, bietet zudem einen spektakulären Einblick in die raue Schönheit der Region. | |||||
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03/04/2026 9:25 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Die fruchtbare Mitte der türkischen Schwarzmeerregion begeistert mit ihrer facettenreichen Landschaft und dem traditionsreichen Leben ihrer Bewohner. Wo der Fluss Kizilirmak in das Schwarze Meer mündet, erstreckt sich ein einzigartiges Naturparadies, Heimat unzähliger Vogelarten, Wasserbüffel, wilder Kamele und Pferde. An den Hängen des Pontischen Gebirges prägen Tabak- und Haselnussanbau den Alltag. An der Küste ist die jahrhundertealte Fischerkultur nicht wegzudenken, die den Tagesablauf und das Leben der Menschen bestimmt. In der fruchtbaren Mitte der türkischen Schwarzmeerküste liegen die Provinzen Giresun, Ordu, Trabzon und Samsun an den Nordhängen des Pontischen Gebirges. Diese Region ist ein Schmelztiegel aus kultureller Tradition, natürlicher Vielfalt und nachhaltiger Lebensweise. Hier leben die Menschen im Einklang mit der Natur: Fischerei, Tabak- und Haselnussernte prägen das Leben und den Rhythmus der Bewohner. Das Kizilirmak-Delta an der Küste ist ein Naturschutzgebiet, in dem Wildtiere ungestört leben und Zugvögel auf ihrer Reise von Europa und Asien nach Afrika einen Rastplatz finden. In diesem Zufluchtsort dokumentiert Prof. Dr. Sancar Baris zusammen mit einer Gruppe von Studierenden Lebensweisen und Zugrouten der Wasservögel. Der längste Fluss der Türkei, der Kizilirmak bewässert die Felder rund um die Stadt Bafra und bietet den Nährboden für den Tabak, aus dem die starken, geschmacksintensiven Samsun-Zigaretten gerollt werden. Yilmaz ist einer der vielen Haselnussbauern in Görele, Giresun, wo sie die Haselnüsse auch liebevoll die "fettigen, pummeligen aus Giresun" nennen. Sowohl bei der Haselnussernte als auch beim Pflücken der Tabakblätter packt das ganze Dorf mit an. In der Hafenstadt Arakli lernen wir Emine kennen. Sie ist die einzige Fischerin an der türkischen Schwarzmeerküste. Wie das Meer sie und ihren Mann wieder zusammengeführt hat, steht symbolisch für die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Meer. Die Geschichten der Menschen und die Vielfalt der Natur machen diese Region zu einer Schatzkammer des türkischen Nordens. | |||||
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03/04/2026 10:20 am |
Re: Zu viele Tiere im Zoo - Wie geht moderner Artenschutz? |
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| Hunderttausende Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht. Zoos versuchen daher, durch Zuchtprogramme eine Reservepopulation gefährdeter Arten zu schaffen - wie eine moderne Arche Noah. Der Tiergarten Nürnberg züchtet seit Jahren erfolgreich gefährdete Guinea-Paviane. In dem geschützten Habitat vermehrten sich die Tiere so stark, dass der Platz im Gehege nicht mehr ausreichte. Stress, Aggression und Verletzungen innerhalb der Pavian-Gruppe waren die Folge. Der Zoo entschied sich, zwölf der Tiere zu töten. Bemühungen, sie woanders unterzubringen, waren fehlgeschlagen. Artenschutz vor Tierschutz – das ist der Leitsatz vieler Zoos. Ob strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen folgen, ist unklar. Dennoch entschieden die beiden Direktoren von Beginn an, mit der Maßnahme an die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist auch die Strategie des Kopenhagener Zoos. "Wir präsentieren keine Disney-Welt, sondern die reale Welt", so Direktor Mads Bertelsen. 2014 geriet auch er in die Schlagzeilen. Als Tierarzt des Zoos tötete er einen Giraffenbullen, sezierte ihn öffentlich und verfütterte ihn an Löwen und andere Raubtiere. Heute leitet er den Zoo. Transparenz ist für ihn der Schlüssel zur Akzeptanz. Seine Raubtiere bekommen so oft wie möglich frisches Fleisch, auch von gespendeten Nutztieren wie Pferden. Für jede Tierart, die in europäischen Zoos gehalten wird, gibt es ein Zuchtbuch. Anhand dieser Informationen werden die Tiere weltweit verteilt. Auch Giraffendame Jahi muss vom Zoo Zürich in den Serengeti-Park in Hodenhagen umziehen, wo sie für den Erhalt ihrer Art sorgen soll. | |||||
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03/04/2026 10:55 am |
Küchen der Welt |
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| (1): Das süße Geheimnis der Levante: Knafeh Knafeh ist eine reichhaltige und cremige Süßspeise – in Jordanien ein absolutes Muss. Clémence Fournival probiert bei Küchenchef Qais Malhas die palästinensische Variante dieser besonderen Köstlichkeit und erfährt ihr Geheimnis: die cremige Käsefüllung. Pierre Raffard, Geograf und Ernährungswissenschaftler, erläutert den Ursprung von Kunafa, die Bedeutung von Zucker in der jordanischen Ernährung und hebt geografische Besonderheiten der Region hervor. (2): Ein Biss’chen Heimat: Ziyad, ein Jordanier in Paris Ziyad ist in Jordanien geboren und lebt seit einem Jahr in Paris. An der jordanischen Botschaft bereitet er Mansaf zu und spricht über die prestigeträchtige französische Küche, die unterschiedlichen Zubereitungsarten von Fleisch in Frankreich und Jordanien, und erzählt von den gemeinsamen Momenten in seiner Heimat mit seiner Familie bei einem guten Mansaf. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Kunafa-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ab in die Küche! ------------------- Rezept für Knafeh Zutaten für 6 Personen: 400 g Akkawi-Käse (oder Mozzarella) 250 g Mehl 85 g Ghee 200 g Zucker Ein paar gehackte Pistazien 150 ml Zitronensaft Zubereitung: - Den Käse entsalzen: Dazu in Scheiben schneiden und sechs Stunden lang in Wasser einlegen (diesen Schritt bei der Verwendung von Mozzarella überspringen). Sirup: - Zucker, 130 Milliliter Wasser und Zitronensaft in einem Topf verrühren. - Bei mittlerer Hitze aufkochen. - Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Teig: - Das Mehl bei hoher Hitze fünf Minuten anrösten, anschließend vom Herd nehmen und mit 75 Gramm Ghee vermischen. 50 Milliliter Wasser unterrühren. - Mit dem restlichen Ghee den Boden einer Backform einfetten. - Aus dem Teig zwei Kugeln formen. Mit der ersten Kugel den Boden der Backform auslegen, den zerbröckelten Käse darauf verteilen und mit der zweiten Teigkugel abdecken. - 15 bis 20 Minuten grillen und dabei die Form alle 20 Sekunden drehen. Alternativ 30 Minuten bei 200 Grad Celsius im Ofen backen. - Knafeh aus der Form stürzen, mit Sirup übergießen und mit Pistazien bestreuen. | |||||
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03/04/2026 11:25 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Das kalabrische Exil von Cesare Pavese 1935 verbannte das faschistische Regime in Italien den Schriftsteller Cesare Pavese nach Kalabrien. Auf der Suche nach Inspiration ließ er sich auf diese ebenso ländliche wie karge Gegend ein und bekannte sich als Dichter, Romanautor und Tagebuchschreiber zu seiner wachsenden Verbundenheit mit dieser abgeschiedenen Region. Pavese war häufiger Gast der Dorfkneipe in Brancaleone, genoss die Gastfreundschaft der dortigen Bewohner und ging ihrer Spiritualität auf den Grund. 1936 verließ der Künstler Kalabrien wieder – mit einem einzigartigen literarischen Werk im Gepäck. (2): Grasse: Welthauptstadt des Parfüms In der Provence, im Pays de Grasse, sagt man, dass der Jasmin den Sternen seine Seele schenkt. In den Sommermonaten öffnen sich Tausende kleiner Jasminsterne, um in den frühen Morgenstunden ihr Leben in den Händen der Pflücker zu lassen. Wie der Jasmin folgen auch Rosen und Tuberosen hier Jahr für Jahr ihrer Bestimmung, zu Luxusparfüms verarbeitet zu werden. Dank der wundersamen Natur im Hinterland der Côte d’Azur haben die Bewohner von Grasse ihre Stadt zu dem gemacht, was sie bis heute ist: zur Welthauptstadt der Parfümerie. (3): Ruanda: Regines Schmorgericht In Kigali bereitet Régine Igisafuriya zu, ein traditionelles ruandisches Schmorgericht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Aromen. Auf dem Markt kauft sie eine Zutat, die für das Rezept unerlässlich ist: Bananen. Regine gart sie auf dem Gaskocher und gibt kleingeschnittenen Lauch sowie Tomaten und Hühnerfleisch hinzu. Ein exotischer Genuss! (4): Irak: Ein Archäologe findet das Tor nach Babylon Im 19. Jahrhundert faszinierten die Stadt Babylon und ihre Wunder Archäologen aus der ganzen Welt. 1890 leitete der Deutsche Robert Koldewey Ausgrabungen im heutigen Irak, die die Überreste der antiken Stadt freilegen sollten. Auf der Suche nach dem Turm zu Babel stieß er schließlich auf ein ganz anderes Meisterwerk ... | |||||
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03/04/2026 12:10 pm |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Touraine: Olivier Debrés malerische Revolution Im Paris der 1940er Jahre präsentiert der junge Maler Olivier Debré mitten in der Besatzungszeit erstmals eines seiner Lieblingsbilder: ʺLa petite fille dans l’herbeʺ (ʺKleines Mädchen im Grasʺ). Pablo Picasso bezeichnet seinen Stil jedoch als veraltet. Diese scharfe Bemerkung des spanischen Meisters ist für Debré zunächst ein Schock, öffnet ihm aber zugleich die Augen und bewirkt eine der radikalsten künstlerischen Wandlungen des 20. Jahrhunderts. Debré kehrt der figurativen Malerei den Rücken und entwickelt seine eigene Bildsprache. Die Touraine ist der Ausgangspunkt dieser künstlerischen Suche. (2): Marokko: Die Dattelpalme, Herzstück der Oasen An den Grenzen des marokkanischen Königreichs im weitläufigen Oasengebiet Tafilalet wächst seit Jahrtausenden ein wundersames Gewächs. Die Dattelpalme findet auf den kargen Hügeln am Wüstenrand die idealen klimatischen Bedingungen: Sand unter den Wurzeln und Sonnenschein auf dem Blätterdach. Dabei ist sie viel mehr als eine einfache Palme. Sie ist das Herzstück einer Zivilisation, die inmitten der Oasen heranwächst. Ihre reichhaltigen Früchte tragen zum Ansehen des Landes bei. Für das Leben in der Region sind die heiligen Dattelpalmen unentbehrlich und ein wertvoller Schutzwall gegen die vorrückende Wüste, die die Region zu verschlingen droht. (3): Griechenland: Angelas frittierte Sardinen In Arillas bereitet Angela ein venezianisches Sardinenrezept zu: Zunächst wendet sie die Sardinen in Mehl und frittiert sie, um sie anschließend mit einer Marinade aus Öl, Rosinen, Knoblauch, Essig und Rosmarin zu begießen. Eine köstliche Vorspeise, perfekt als Mezze! (4): London: Shakespeares Ghostwriter Viele Touristen verbinden London mit Theater und Unterhaltung. William Shakespeares Werke sind bei einem Besuch in der britischen Hauptstadt ein Muss. Der Dramatiker diente allerdings nicht nur Literaturbegeisterten als Inspiration. Die Entdeckung unveröffentlichter Dokumente über Shakespeare war für einen jungen Mann der Startschuss einer Fälscher-Karriere. | |||||
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03/04/2026 1:00 pm |
Das unsichtbare Mädchen |
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| Niemals in seiner jahrzehntelangen Dienstzeit bei der Kripo hätte dies der heute 64-jährige, pensionierte Hauptkommissar Altendorf für möglich gehalten: Dass ein geistig behinderter junger Mann wegen Mordes verurteilt werden könnte, obwohl weder die Leiche des vermeintlichen Opfers noch eindeutige Blut- und DNA-Spuren gefunden werden konnten. Das war vor elf Jahren. Die achtjährige Sina Kolb war spurlos aus dem Dorf Eisenstein verschwunden. Nach einer mehrere Monate dauernden Suche verhaftete der neue SOKO-Leiter den 28-jährigen behinderten Emanuel "Ecco" Stock und brachte diesen dazu, den Mord an Sina zu gestehen. Zwei Tage später widerrief Ecco alle seine unter Druck entstandenen Aussagen. Dem Richter jedoch genügte das Geständnis. Beim alljährlichen Dienstausflug der Mordkommission lernen sich der pensionierte Kommissar Altendorf und der 32-jährige Hauptkommissar Niklas Tanner kennen. Als eine ehemalige Zeugin im Fall Sina erdrosselt aufgefunden wird, übernimmt Tanner die Untersuchung und dringt während seiner Ermittlungen immer tiefer in das Labyrinth rund um den Fall von damals ein. Dabei nähern sich die beiden Kommissare allmählich an. Der jüngere Tanner reagiert so fasziniert wie irritiert auf den verschrobenen, scheinbar unnahbaren Älteren. Tanner entdeckt neue Spuren und bringt Licht ins Dunkel. Von seinem Chef Michel - dieser war der damals in die "SOKO Sina" berufene "Erfolgskommissar" - wird Tanner massiv unter Druck gesetzt. Doch der junge Kommissar verbeißt sich erst recht in die alten Akten, die Altendorf all die Jahre in seiner Wohnung bis an die Decke gestapelt aufbewahrt hat. Gemeinsam mit seiner Co-Autorin, der Journalistin und Dokumentarfilmerin Ina Jung, entwickelte der vielfach preisgekrönte Münchner Kriminalschriftsteller Friedrich Ani (Grimme-Preis, Deutscher Krimipreis) ein Thriller-Drama, dessen Wucht teilweise unsere Vorstellung sprengt, das aber dennoch auf erschütternde Weise ein Bild unserer Wirklichkeit zeichnet. Der Film zeigt eine bildgewaltige Szenerie voller wahrhaftiger Charaktere - ein Stoff wie geschaffen für den Meister des deutschen Genrefilms und mehrfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf ("Im Angesicht des Verbrechens"). Eigens für ihn wurde das 2012 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Drehbuch geschrieben. | |||||
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03/04/2026 3:10 pm |
Aal und Co - Süßwasserwelten der Niederlande |
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| Die Niederlande und das Wasser - ein Land und eine Naturgewalt, die untrennbar miteinander verwoben sind. In ihrer faszinierenden Landschaft sind Deiche, Kanäle, Teiche, Becken, Seen und Flüsse allgegenwärtig. Ganze 16 Prozent ihrer Oberfläche bestehen aus Süßwasser, ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Wasser und Wolkenlandschaften sind Teil der niederländischen Identität. Tatsächlich fühlen sich die Menschen seit Urzeiten zum Wasser hingezogen. Aber die ursprünglichen Systeme mit ihren breiten Flussdeltas wurden begradigt, kontrolliert und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Die Süßwasserbiotope interessierten dabei kaum jemanden. Noch vor 30 Jahren hätte niemand dort drehen können, denn in den verschmutzten Gewässern gab es kein Leben mehr. Aber die Zeiten dieser umfangreichen Umweltverschmutzung sind vorbei und die Nachhaltigkeitspolitik macht sich bezahlt: Zahlreiche Lebewesen haben sich ihren einstigen Lebensraum zurückerobert und tummeln sich im frischen, sauberen Nass. Wie das Wasser selbst ist auch sein Ökosystem in ständiger Bewegung. In dem von Wetter und Wolken begünstigten Kreislauf spielt das Quellwasser, das sich in Ströme und Flüsse ergießt, eine ebenso wichtige Rolle wie das scheinbar stagnierende Becken. Jedes Gewässer hat seine Geschichte und seine Protagonisten - nur der Aal ist überall zu Hause. Die Dokumentation entführt in die verborgene, faszinierende und atemberaubend schöne Welt unter der Wasseroberfläche. | |||||
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03/04/2026 4:05 pm |
Kontinente in Bewegung |
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| Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer gewaltigen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den heißen Erdkern umgibt, verändert sich fortlaufend und verschiebt in einem unaufhörlichen Prozess Kontinente und Ozeane. Denn Kontinente sind alles andere als unbeweglich - sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Organismen. Die Dokumentation zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und sich bis heute wandeln. Dieser Teil der Reihe beschreibt die Entstehung des heutigen Australiens und stellt Vermutungen über seine künftige Entwicklung an. Australien blieb während seiner gesamten geologischen Geschichte weitgehend von Kontinentalkollisionen oder Abspaltungen verschont. Die sehr alten Gesteinsformationen in der nordwestlichen Region Pilbara liefern daher wertvolle Hinweise auf den Verlauf der frühen Erdgeschichte. Eine der wenigen Spuren einer Kollision findet sich im Herzen des Kontinents: der Uluru - auch bekannt als Ayers Rock -, um den sich zahlreiche Legenden der australischen Ureinwohner ranken. Im Süden des Landes wiederum wurden die ältesten fossilen Spuren tierischen Lebens entdeckt: Die sogenannte Ediacara-Fauna lebte einst in flachen Küstengewässern. Eine leichte tektonische Verschiebung reichte aus, um Teile des Meeresbodens an die Erdoberfläche zu heben - die Überreste der ersten Zweiseitentiere blieben im Gestein erhalten. In der Pilbara-Region konnten Forschende rekonstruieren, wann und wie erstmals Sauerstoff auf der Erde entstand und sich in der Atmosphäre verbreitete. Dieses Ereignis ermöglichte nicht nur die Entstehung neuen Lebens, sondern führte auch zum Aussterben früherer, vom Stickstoff abhängiger Organismen. Davon zeugt bis heute eine dunkle Schicht im Gestein - ein Beleg, nach dem der Geologe Martin Van Kranendonk 20 Jahre lang gesucht hat. Vor rund 200 Millionen Jahren trennten sich Australien, die Antarktis und Neuseeland gemeinsam vom südlichen Großkontinent Gondwana. Später driftete die Antarktis infolge eines Magmaaufstiegs, dessen Spuren bis heute an Australiens Südküste sichtbar sind, weiter südwärts und nahm ihre heutige Position am Südpol ein. Neuseeland hingegen versank größtenteils im Ozean, wurde aber durch den Zusammenstoß mit der Pazifischen Platte teilweise wieder emporgehoben. Der Kontinent Zealandia liegt noch heute zu etwa 70 Prozent unter Wasser. Die einzige nennenswerte geotektonische Erschütterung Ozeaniens betrifft daher den Kontakt der Pazifischen Platte mit Neuseeland - ein Prozess, von dem noch heute zahlreiche aktive Vulkane auf den umliegenden Inseln zeugen, etwa im Inselstaat Vanuatu. Doch möglicherweise stehen dem Kontinent noch weitere Veränderungen bevor: Die Bewegung der australischen Platte in Richtung China deutet auf eine künftige Kollision hin, aus der ein neues Hochgebirge entstehen könnte - möglicherweise ein zweiter Himalaya. | |||||
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03/04/2026 4:50 pm |
Wildes Neuseeland (2/3) |
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| Neuseeland ist voller Gegensätze. Während der Norden sonnig und warm ist, ist der Süden kalt und wechselhaft. An manchen Tagen laufen alle vier Jahreszeiten auf einmal innerhalb von 24 Stunden ab. Die Küsten der Inseln sind geprägt von orkanartigen Winden, die Gletscher reichen bis ans Meer, und in den schroffen Bergen der Südalpen müssen Tiere tagtäglich mit Eis und Schnee ringen. Wer in diesem Reich der Extreme lebt, muss anpassungsfähig, robust und clever sein. Keas sind berühmt für ihren Spieltrieb – doch sie sind auch findige Jäger, die dank ihrer Neugier mit den harschen Bedingungen der Berge gut zurechtkommen. Neuseeländische Seelöwenweibchen dagegen sind eher zurückhaltende Charaktere. Sie säugen ihren Nachwuchs im Schutz einsamer Dünenwälder, um ihr Junges vor aggressiven Robbenbullen zu schützen. Folgt man kleinen Bachläufen zu ihrem Ursprung, entdeckt man tief in verborgenen Felsgrotten ein zauberhaftes Feenreich unter einem Firmament verhängnisvoller Irrlichter. Verursacht werden sie von kleinen Mückenlarven, die mit langen Fangfäden und selbst erzeugtem Licht nach Insekten angeln. Der Meister der Anpassung aber ist die Weta, eine Heuschrecke, die so groß ist wie eine Maus; ihre Überlebensstrategie lässt sie selbst von den Toten wieder auferstehen. "Wildes Neuseeland" bedient sich aller technischen Raffinessen: Schwerelos gleitet die Kamera durch Südbuchen– und Baumfarnwälder, über gigantische Gletscher, weite Flusstäler und dampfende Geysire, um mit Hilfe von Kran, Dolly und Steadycam eindringliche aber auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Zeitraffer zeigen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften über die Jahreszeiten und extreme Zeitlupen lassen Tierverhalten das in Bruchteilen von Sekunden abläuft, für unsere Augen sichtbar werden: die Kämpfe der Seelöwen etwa oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen, gemeinsam mit einem stimmungsvollen Soundtrack, die große Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. Film von Robert Morgenstern, Alexander Haßkerl, Mark Flowers und Nick Easten | |||||
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03/04/2026 5:30 pm |
Wildes Neuseeland (3/3) |
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| Brodelnde Geysire, verwunschene Urwälder, stille Fjorde und eisige Gletscher: Neuseeland ist unvergleichlich, was die Vielfalt seiner Landschaften und seiner Tierwelt angeht. Aber was geschieht, wenn Menschen und von ihnen mitgeführte Tiere in das neuseeländische Paradies eindringen? Was, wenn sich für Kakapo, Brückenechse, Kiwi und Riesenheuschrecke nach Jahrmillionen im natürlichen Gleichgewicht die Lebensbedingungen komplett ändern? Was wenn europäische Wiesel flugunfähige Tierarten, die nur in Neuseeland seit Urzeiten leben, flächendeckend dezimieren? Wie kann die besondere ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands überleben? Und wer wird diesen Kampf gewinnen? Das heutige Neuseeland ist nicht nur Heimat von Kiwi und Kea, Weta und Wekaralle - es ist auch die Heimat von Pflanzen aus aller Welt, von Amseln und Buchfinken, Bachforellen und Mäusen aus Übersee. Sie alle verdrängen auf die eine oder andere Art und Weise die tierischen Ureinwohner Neuseelands aus ihren Lebensräumen. Im modernen Neuseeland werden aber auch neue Allianzen geschlossen. Riesenforellen etwa haben sich darauf spezialisiert, Mäuse beim Durchqueren eines Gewässers zu erlegen. Fast überall auf den Inseln ist die Natur im Wandel. Einige der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten können sich behaupten, viele jedoch stehen kurz vor dem Aussterben: der extrem seltene Chatham-Schnäpper etwa oder der flugunfähige Eulenpapagei Kakapo. Behütet wie die Kronjuwelen leben einige wenige nachtaktive Kakapos auf Codfish Island, einer kleinen Insel im Süden Neuseelands. Die dicken Papageien haben ein merkwürdiges Fortpflanzungsverhalten: Nur wenn der Rimu-Baum ausreichend Früchte trägt - und das geschieht etwa alle vier Jahre - beginnen sie mit ihrer Balz. Dann "boomt" der Kakapo, stößt trommelartige Geräusche aus, die die Weibchen anlocken. Wie die Papageien gerettet werden können und ob modernste Schutzbemühungen fruchten, sind brennende Fragen, die Neuseelands Natur- und Artenschützer umtreiben. Die Folge "Kampf ums Paradies" aus der dreiteiligen Naturdokumentationsreihe "Wildes Neuseeland" gibt Einblicke in aufwendige und clevere Rettungsaktionen sowie in neue, Hoffnung gebende Allianzen und zeigt, dass die eigenwillige Tierwelt Neuseelands durchaus zu retten ist. Dabei bedienen sich die Naturfilmer aller technischen Raffinessen: Scheinbar schwerelos gleitet die Kamera durch Südbuchen- und Baumfarnwälder, über gigantische Gletscher, weite Flusstäler und dampfende Geysire, um mithilfe von Kran, Dolly- und Steadycam eindringliche, aber auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Zeitraffer zeigen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften über die Jahreszeiten, extreme Zeitlupen lassen Verhaltensweisen von Tieren, die in Bruchteilen von Sekunden ablaufen, fürs menschliche Auge sichtbar werden. Dazu zählen etwa die Kämpfe der Seelöwen oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik Hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen zusammen mit einem stimmungsvollen Soundtrack die große Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. Film von Robert Morgenstern, Alexander Haßkerl, Mark Flowers und Nick Easten | |||||
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03/04/2026 6:20 pm |
ARTE Journal |
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| ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur. | |||||
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03/04/2026 6:35 pm |
Mit offenen Karten - Im Fokus |
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| Emmanuel Macron hielt auf dem Militärstützpunkt Île Longue südlich von Brest eine wichtige Rede über atomare Abschreckung und darüber, dass er mit sieben weiteren EU-Ländern die Ausweitung des nuklearen Schutzes diskutieren wird. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, in der angesichts der weltweiten Krisen die atomare Aufrüstung wieder an Fahrt aufnimmt. | |||||
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03/04/2026 6:40 pm |
Re: Eine Pflegefamilie wandert aus |
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| Für die 11-jährigen Zwillinge Patricia und Victoria aus Chemnitz beginnt bald die Schule in Griechenland - sie freuen sich darauf. Vor anderthalb Jahren haben sie mit ihren Pflegeeltern Jana und Hartmut und ihrer Adoptivschwester Johanna eine lange Reise angetreten, im umgebauten Schulbus quer durch Südeuropa. In Griechenland hat die ungewöhnliche Familie nun beschlossen: Hier wollen wir bleiben. "Die Kinder können hier den Ballast ihrer Vergangenheit abwerfen und einen Schritt machen in etwas Neues, Positives", sagt Mutter Jana. Dafür lernt die gesamte Familie intensiv Griechisch. Adoptivtochter Johanna blickt dem ersten Schultag in Griechenland mit gemischten Gefühlen entgegen. "Vielleicht verhalte ich mich dann komisch, weil ich so nervös bin, und es fällt den anderen schwer, auf mich zuzugehen," fürchtet sie. Um schonmal ein paar Mädchen aus ihrer neuen Schule kennenzulernen, hat sie sich zum Volleyballtraining angemeldet. Vor dem Schulstart muss die Familie noch eine Hürde meistern: Das Jugendamt in Chemnitz will Eltern und Kinder sehen. Wird das Amt den Neuanfang der Familie akzeptieren? Die Eltern haben in Griechenland aber auch eigene Pläne: Sie wollen am neuen Wohnort ein Erholungszentrum für Pflegefamilien errichten und besichtigen dafür einen Olivenhain, der zum Verkauf steht. "Wir glauben, dass Pflegefamilien der Austausch untereinander hilft. Man fühlt sich nämlich oft ziemlich alleine", sagt Jana. Viel zu oft passiere es leider, dass Pflegefamilien aufgrund der hohen Belastung scheitern, mit schlimmen Folgen für die Kinder. | |||||
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03/04/2026 7:15 pm |
Das Massaker von Katyn |
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| Das Meisterwerk von Andrzej Wajda - oscarnominiert als bester fremdsprachiger Film - beleuchtet eines der verdrängten Kapitel des Zweiten Weltkriegs: die Ermordung von rund 22.000 polnischen Offizieren und weiteren Kriegsgefangenen durch die sowjetische Geheimpolizei im Frühjahr 1940. Jahrzehntelang wurde diese Tragödie vertuscht, die Wahrheit durch Propaganda und politische Interessen verwischt. Wajda, dessen Vater selbst in Katyn ermordet wurde, erzählt die Geschichte aus der Perspektive der Hinterbliebenen - Ehefrauen, Mütter, Schwestern -, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung um Gewissheit ringen. Der Film "Das Massaker von Katyn" verwebt persönliche Schicksale mit der großen historischen Lüge und zeigt, wie die Manipulation von Fakten ganze Generationen prägte. Im April 2025 erinnerte Polens Ministerpräsident Donald Tusk angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an Katyn als Mahnung vor den Gefahren von Desinformation und staatlicher Gewalt. Wajdas Werk wird so zu einem zeitlosen Appell für Wahrheit und Verantwortung - gestern wie heute. "Das Massaker von Katyn" ist nicht nur ein historisches Drama, sondern eine Warnung vor der Macht der Geschichtsfälschung in einer Welt, in der Faktenverdrehung erneut zur Waffe wird. Ein Film, der die Frage stellt: Wie lange kann eine Gesellschaft mit verdrängter Geschichte leben - und was bedeutet das für unsere Gegenwart? Regisseur Andrzej Wajda arbeitet mit diesem Film ein Trauma der polnischen Geschichte auf. Erst 1990 räumte Gorbatschow ein, dass die sowjetische Regierung für den Massenmord verantwortlich war. Wajda legt den Fokus nicht nur auf die Aufklärung einer Staatslüge, sondern will auch der Opfer gedenken, zu denen auch sein Vater gehört. Bekannt wurde der 2016 verstorbene Regisseur, dessen Filme zwischen 1975 und 2007 vier Mal ins Rennen um den Oscar für die beste internationale Produktion gingen, unter anderem mit "Das Gelobte Land" (1975) und "Der Mann aus Eisen" (1981). | |||||
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03/04/2026 9:10 pm |
Nach dem Urteil |
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| Nach der Scheidung wegen seiner Unbeherrschtheit erwirkt Antoine das Recht, alle 14 Tage das Wochenende mit dem Sohn zu verbringen. Dabei sind die Nerven aller zum Zerreißen gespannt. Mit seiner bedrohlichen Intensität zieht Xavier Legrands Beziehungsthriller den Zuschauer in seinen Bann. Das Spielfilmdebüt des oscarnominierten Regisseurs besticht durch die grandiosen Leistungen seiner Hauptdarsteller. Miriam ist fassungslos, als das Gericht ihrem Ex-Mann Antoine das Recht zuspricht, den gemeinsamen Sohn Julien jedes zweite Wochenende zu sich zu nehmen. Sie und auch Julien wissen um Antoines unberechenbare Tobsuchtsanfälle, mit denen er seine eigene Unsicherheit zu überspielen versucht. So kommt es wie es kommen muss: Julien verweigert die Zusammenkunft, Miriam deckt ihn, während Antoine draußen auf der Straße Amok zu laufen droht. Unter Tränen folgt der Junge schließlich seinem Vater ins Haus von dessen Eltern, die selbst nicht wissen, wie sie mit Antoine umgehen sollen. Alle zwei Wochen wiederholt sich ähnlich Beklemmendes für Sohn und Mutter. Julien wird zum Spielball des Vaters, der über ihn immer wieder Kontakt zu seiner Ex-Frau sucht. Nachdem Miriam ihre Wohnung gewechselt hat, setzt Antoine den Jungen so gnadenlos unter psychischen Druck, bis dieser ihn zur neuen Wohnung führt. Dort angekommen, durchsucht Antoine alle Zimmer, um schließlich unter der Beteuerung, er habe sich doch geändert, in Tränen auszubrechen. Miriam bleibt zu Recht skeptisch. Als die ältere Tochter der beiden kurz darauf heiratet, kann Miriam nur mit Mühe verhindern, dass Antoine die Hochzeitsfeier stört. Antoine hat jedoch jedes Maß verloren und ist in seinem blindwütigen Zorn zu allem fähig. Es beginnt mit einer ebenso nüchternen wie zermürbenden Verhandlung über das Sorgerecht, bei der die Richterin beiden Parteien Gerechtigkeit widerfahren lassen möchte. Doch der Film zeigt, dass dieses Bemühen unweigerlich an Grenzen stößt. Xavier Legrands Inszenierung konfrontiert den Zuschauer mit einer kaum lösbaren Konfliktsituation, die in eine Spirale der Gewalt mündet. "Nach dem Urteil" gewann zahlreiche Filmpreise, darunter den Silbernen Löwen in Venedig für die "Beste Regie". | |||||
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03/04/2026 10:40 pm |
Ich werde dich töten |
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| Häusliche Gewalt geht häufig mit psychischer und emotionaler Gewalt einher. Die Dokumentation beleuchtet diese Mechanismen anhand des Konzepts der Zwangskontrolle (Coercive Control). Als Zwangskontrolle werden die vielen Formen des alltäglichen Macht- und Kontrollmissbrauchs bezeichnet, mit denen Täter ihre Opfer unterwerfen und von sich abhängig machen. Sie reichen von Telefonmobbing bis hin zu Morddrohungen. In Frankreich sind über 270.000 Frauen und Kinder Opfer dieses häuslichen Terrors. Exzessive Eifersucht, Isolation, Demütigung, Beleidigungen, GPS-Tracking, Cybermobbing, wirtschaftliche Diskriminierung sowie Drohungen mit Selbstmord oder Mord - all das sind Formen der Zwangskontrolle und zentrale Mechanismen häuslicher Gewalt. Kennt man dieses Verhaltensmuster, verschiebt sich die Perspektive: Statt zu fragen "Warum verlässt sie ihn nicht einfach?" lautet die entscheidende Frage: "Was tut er, damit sie ihn nicht verlassen kann?". Genau hier knüpft die Dokumentation an. Sie zeigt, wie gewalttätige Partner ihr Vorgehen beschreiben und begründen und wie Gesetz und Justiz solche Verhaltensweisen bewerten. Zu Wort kommen dabei unter anderem spezialisierte Richterinnen wie Gwenola Joly-Coz, die erste Präsidentin des Berufungsgerichts von Poitiers, und Ombeline Mahuzier, Präsidentin des Strafgerichts von Colmar. 2023 wurde in einer französischen Gerichtsverhandlung erstmals das Konzept der Zwangskontrolle als Mechanismus häuslicher Gewalt rechtlich anerkannt. Ausgehend davon beleuchtet die Dokumentation die Abläufe und Eskalationsstufen dieses komplexen Misshandlungssystems, das darauf abzielt, Frauen durch extreme psychische Gewalt abhängig zu machen und ihres Grundrechts auf Bewegungsfreiheit zu berauben. Im schlimmsten Fall mündet der häusliche Terror in einem Feminizid. An französischen Gerichten, beispielsweise in Poitiers, Colmar und Paris, gibt es seit Kurzem Referate für häusliche Gewalt. Dank einer Sondergenehmigung konnten Anhörungen gefilmt werden, in denen sich die Täter äußern. Ihre Aussagen werden den Standpunkten von Gesetz und Justiz, vertreten durch Richterinnen und Richter, gegenübergestellt. | |||||
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03/04/2026 11:35 pm |
Im Herzen jung |
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| Zufällig trifft der 45-jährige Pierre die Bekannte eines Kindheitsfreundes wieder, die 70-jährige Shauna. Trotz des Altersunterschieds spüren die beiden eine innerliche Nähe, die Pierre mit seiner Frau Jeanne fehlt. Doch wie lange kann ihre Verbindung halten? Regisseurin Carine Tardieu erforscht in ihrem Film ein außergewöhnliches Liebesduo. Auf Dienstreise in Dublin übernachtet der Arzt Pierre Escande bei einer älteren Freundin seines Kollegen und engen Freundes Georges. Auf den ersten Blick erkennt Pierre in der 70-jährigen Shauna die rätselhafte Frau wieder, die er vor Jahren nach dem Tod von Georges' Mutter im Krankenhaus getröstet hatte und die danach spurlos verschwand. Die freiheitsliebende Seniorin führt ein aktives Leben, pendelt zwischen ihrem irischen Ferienhaus und ihrer Wohnung in Paris. Für den 45-jährigen Pierre ist die Begegnung wie ein Hauch frische Luft, und bei nächster Gelegenheit, ein medizinisches Kolloquium in der französischen Hauptstadt, treffen sich die beiden erneut. Trotz der 25 Jahre Altersunterschied funkt es zwischen Pierre und Shauna - Gemeinsamkeiten gibt es im Überfluss und die junge Liebe verfestigt sich schnell. Das Familienleben steht ihnen jedoch im Weg. Shaunas Tochter ist längst aus dem Haus, aber Pierre hat Frau und Kinder in Lyon. Der geistigen, ideellen Nähe steht überdies der biologische Altersunterschied entgegen; Shaunas Alter macht sich durch aufkommende Krankheiten bemerkbar. Die geheime Affäre zeigt ihre Achillesferse: Besteht wirklich eine reelle Chance, auf zwei asynchronen Leben eine Liebe aufzubauen? Regisseurin Carine Tardieu adaptiert mit „Im Herzen jung“ ein Drehbuchprojekt der früh verstorbenen Regisseurin Sólveig Anspach. Darin erinnerte sich die isländische Filmemacherin an die späte Liebe ihrer eigenen Mutter. Sensibel erkundet der Film eine für das Kino seltene Liebeskonstellation mit der bezaubernden Fanny Ardant („Die Frau nebenan“, 1981) als Shauna, für ihre Rolle 2023 bei den Césars als beste Darstellerin nominiert, und Melvil Poupaud, bekannt aus mehreren Filmen von François Ozon, als ihrem jüngeren Seelenverwandten. | |||||
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03/05/2026 1:25 am |
Iran tanzt - Verborgen und vergessen |
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| Das Wort ʺTanzʺ darf man im Iran nicht einmal aussprechen. Aber das hindert junge Menschen in Teheran nicht daran, in einem Kellerstudio mit ihren Körpern nach Ausdrucksformen zu suchen, die ihre Befindlichkeiten, ihre Nöte erzählen. Sie tanzen ihre Träume. Von der faszinierenden Geschichte des Balletts in ihrem Land erfahren sie erst durch die Filmemacherin Sarvnaz Alambeigi. Sie will versuchen, die ehemaligen Tänzerinnen und Tänzer des Nationalballetts aufzuspüren, die die Revolution von 1979 ins Exil getrieben hat. Es beginnt eine Spurensuche vom heutigen Iran ins Persien von gestern, bei der Sarvnaz auf Menschen trifft, deren Vergangenheit wie ein Märchen aus ʺ1001 Nachtʺ klingt. 1979 erreichte die Islamische Revolution im Iran ihren Höhepunkt. Die Menschen hatten genug vom alten Regime und hofften auf Demokratie und Freiheit, der Schah verließ das Land und die Islamische Republik Iran wurde ausgerufen. Nur ein Jahr später wurde das renommierte iranische Nationalballett mit seinen 51 Tänzerinnen und Tänzern aufgelöst. Fast alle verließen daraufhin das Land. Heute ist Tanzen im Iran eine schwierige Angelegenheit: In der Öffentlichkeit ist es verboten, es gibt keine Tanzschulen. Aber junge Menschen, die dafür brennen, bringen es sich selbst bei und treffen sich dafür an verborgenen Orten. Die Filmemacherin Sarvnaz Alambeigi sieht darin eine Idee für ein Filmprojekt: Sie will versuchen, die ehemaligen Tänzerinnen und Tänzer von vor 1979 aufzuspüren und sie mit der jungen Generation zusammenzubringen. Es folgt eine Spurensuche in Holland, England und den USA. Sarvnaz trifft auf Erstaunen, Misstrauen darüber, dass junge Tänzer auf ihre Weise die Tradition fortsetzen. Nur das damals jüngste Mitglied des Teheraner Balletts - heute Bühnentechniker am Scapino Ballett Rotterdam - will schließlich ein Treffen möglich machen. Derweil erarbeiten die jungen Tänzerinnen und Tänzer kleine Szenen, die Einblick in ihre Fragen zu Glauben, Gesellschaft oder Sexualität geben. Schließlich erhalten sie eine Einladung aus Rotterdam, die der Schritt vom Dunkel ins Licht werden soll. Aber da platzt die Weltpolitik dazwischen, Visa werden nicht erteilt und aus einem großen Auftritt wird nur eine kleine Begegnung. Trotzdem: Sie werden weiter ihre Träume tanzen und die Grenzen mit der Kunst überwinden. | |||||
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03/05/2026 2:25 am |
Mit offenen Augen |
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| Das in Peking entstandene Foto zeigt zwei humanoide Blech-Athleten, die sich bei der ersten Roboter-WM im Boxring gegenüberstehen. Mit diesem völlig neuen Wettkampf macht China eine klare Ansage: Es will sich die Vormachtstellung auf dem weltweiten Robotermarkt sichern. Wie echte Boxer mit Boxhandschuhen ausgestattet treten im Ring zwei Roboter gegeneinander an. Das Bild entstand bei den ersten Weltmeisterschaften für humanoide Roboter in Peking. Die futuristisch anmutende Veranstaltung veranschaulicht Chinas State of the Art in Ingenieurwissenschaften mit massiven Investitionen und technologischen Fantasien. Adek Berry, Fotojournalistin bei AFP und Autorin des Fotos, berichtet von den erstaunlichen Ereignissen hinter den Kulissen dieser Roboter-WM. Der Ingenieur und Robotik-Forscher Bruno Vilhena Adorno analysiert die Kommunikationsstrategie Chinas, das sein Publikum an die Humanoiden gewöhnen will. | |||||
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03/05/2026 2:40 am |
28 Minuten |
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| "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. | |||||
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03/05/2026 3:25 am |
(Fast) die ganze Wahrheit |
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| Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Als Gegengift zur Informationslawine und der Verbreitung von Fake News liefert ʺ(Fast) die ganze Wahrheitʺ unbestreitbare Tatsachen, unnützes Wissen und pikante Anekdoten über Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in knackig-kurzen Porträts. In dieser Folge: Virginie Despentes. Die Verfilmung des ersten Romans von Virginie Despentes mit brutalen Sex- und Gewaltdarstellungen rief den französischen Staatsrat auf den Plan, der die Altersfreigabe für den Film 2001 auf 18 Jahre setzte. Die schonungslose Darstellung verstörender Szenen begründete Despentes damit, dass sie ʺmit der Männerwelt noch eine Rechnung offenʺ habe … Die Animationsserie ʺ(Fast) Die ganze Wahrheitʺ, die mit augenzwinkerndem Humor aus dem Nähkästchen prominenter Persönlichkeiten plaudert, wartet mit einer fünften Staffel auf. Die vom Kreativteam der französischen Produktionsfirma Blogothèque geschaffene Serie setzt Spielzeug oder Alltagsutensilien in Stop-Motion-Animationen ein, die von einer frechen Off-Stimme kommentiert werden. In der fünften Staffel gesellen sich zur lustigen Porträtgalerie 39 weitere Promis, darunter Josephine Baker, Jeanne Moreau, Albert Camus, Napoleon, Alain Delon und Virginie Despentes. | |||||
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03/05/2026 4:10 am |
Italien, meine Liebe |
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| Das Piemont, die italienische Region "am Fuß der Berge", grenzt an Frankreich und die Schweiz und ist geprägt von den mächtigen Alpen. Aus den Höhen fließt der Po in die Ebene mit der Hauptstadt Turin, die in Sichtweite der Berge liegt. Die Stadt gilt als wirtschaftliches Zentrum Norditaliens und glänzt mit barocker Prachtarchitektur. Kulinarisch ist die Region eine der reichsten der italienischen Halbinsel. Weiter östlich erstreckt sich die Po-Ebene, wo der Reisanbau die Landschaft prägt. Das Wasser für die Reisfelder kommt aus den Alpen; die Schneeschmelze im Frühjahr spült es ins Tal. Der kleine Ort Barolo in der Hügellandschaft des Piemont steht für einen der besten Rotweine Italiens. Ein beliebter Begleiter zum Aperitivo auf der Dorfpiazza sind die typischen Grissini. Die Geschwister Cravero stellen sie in ihrer Bäckerei auf traditionelle Weise her: Gezogen werden sie von Hand und dann im Steinofen gebacken. Und mit Glück findet man auch den edelsten unter den Edelpilzen: Trüffel aus dem Piemont gelten als die besten der Welt und werden zu Spitzenpreisen gehandelt. Rund um Alba werden die Wälder im Herbst zum Jagdgebiet für die heiß begehrte Köstlichkeit. Auch Trüffelsucherin Martina Aloi und ihre Hündin Edvige haben es auf die schmackhaften Knollen abgesehen. Als Storchenhauptstadt Italiens gilt Racconigi. Hier machen die Langbeiner Rast auf ihrem Weg nach Afrika. Und viele Storchenpaare haben sich auch langfristig niedergelassen. Bruno Vaschetti hat auf seinem Hof Sumpfgebiete angelegt für heimische Vogelarten, aber auch für Zugvögel, die hier eine Rast einlegen. | |||||
