Schedules
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03/06/2026 4:10 am |
Leuchtende Natur |
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| Fluoreszenz - die Fähigkeit von Organismen, Licht zu erzeugen oder zu reflektieren - eröffnet eine für den Menschen meist unsichtbare, farbenreiche Welt. Die Forschung steht noch am Anfang, diese Phänomene zu entschlüsseln. Von den Regenwäldern Singapurs bis zu den Korallenriffen, vom Gefieder australischer Wellensittiche bis zu den Fallen fleischfressender Pflanzen zeigt der Film, wie Tiere und Pflanzen Lichtsignale für Kommunikation nutzen: zur Partnersuche, Tarnung, Jagd oder Fortpflanzung. Gibt es in der Natur eine verborgene Sprache aus Licht? Tatsächlich existiert seit Jahrtausenden eine Kommunikationsform, die für das menschliche Auge meist unsichtbar bleibt - doch unter UV-Licht offenbart sich eine spektakuläre Welt: Frösche, Korallen, Spinnen, Vögel und Pflanzen leuchten in intensiven Farben. Hinter dieser Pracht stecken funktionale Codes. Wellensittiche und Blumen senden Leuchtsignale aus, die nur bestimmte Empfänger wahrnehmen: potenzielle Partner oder Bestäuber. Bei pantropischen Springspinnen kann diese optische Balz jedoch zu fatalen Missverständnissen führen. Korallen nutzen Fluoreszenz als Schutzmechanismus, um Symbionten vor schädlicher UV-Strahlung zu bewahren. Doch nicht immer dient das Leuchten der Verführung: Fleischfressende Pflanzen locken Beute mit fluoreszierenden Fallen in den Tod. Unterwasserorganismen wie Quallen oder Fische erzeugen sogar eigenes Licht (Biolumineszenz), das der Orientierung, Tarnung oder Jagd dient - ein weiteres Beispiel für die Anpassungsfähigkeit der Natur. Nur beim Skorpion ist die Funktion der Fluoreszenz noch ein Rätsel. Trotz jährlicher neuer Theorien - etwa, dass er Licht durch eigenes Leuchten wahrnimmt - bleibt das Phänomen bisher ungeklärt. Die Dokumentation „Leuchtende Natur“ zeigt eine verborgene Welt subtiler Symbiosen, raffinierter Jagdstrategien und unsichtbarer Signale. Licht wird hier zur Sprache - und die Wissenschaft beginnt erst, sie zu verstehen. | |||||
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03/06/2026 4:55 am |
GEO Reportage: Schignano |
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| Einmal im Jahr legen die Bewohner der Gemeinde Schignano ihre Identität ab, um einen rauschhaften, euphorischen, wild-ungezügelten Karneval zu feiern. Die meisten Bewohner hier fahren täglich zum Arbeiten in die benachbarte Schweiz. Schignano hat eine lange Migrationstradition – schon Anfang des 20. Jahrhunderts suchten die Männer in Australien, Südamerika und den USA ihr Glück. Die Frauen blieben mit Kindern und Hof allein zurück. Damals wie heute waren jedoch einmal im Jahr alle wieder zu Hause: zur Karnevalszeit. Nicht zuletzt deswegen ist in Schignano der Karneval eng an das Thema Auswanderung geknüpft, die „Belli“, die Schönen und Erfolgreichen und die „Brutti“, die Hässlichen und Erfolglosen liefern sich wilde, deftige Szenen, begleitet von viel Alkohol. Battista, ein alteingesessener, berühmter Maskenschnitzer der Region, erklärt die Kostüme: „Der Schöne ist der, der die Welt bereist hat und zu Geld gekommen ist. Sein Bauch steht für Wohlstand, er trägt üppigen Schmuck, große, blumige Hüte, macht sich wichtig und gibt sich arrogant. Der Hässliche ist das exakte Gegenteil – er symbolisiert einen schlechten Lebenswandel, trinkt viel und trägt zerschlissene Kleider. Er ist voller Wut gegenüber den Schönen und Reichen.“ Das ganze Jahr ist Battistas Frau mit dem Nähen und Besticken der schrillen Kostüme beschäftigt – und hofft, wie alle hier, dass der Karneval auch in Zukunft weiterleben wird. | |||||
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03/06/2026 5:50 am |
Küchen der Welt |
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| (1): Sardiniens Star aus dem Meer: Roter Thunfisch Auf der kleinen Insel San Pietro findet jeden Sommer die traditionelle Thunfischjagd statt, auch ʺMattanzaʺ genannt. Carla Bucero Lanzi ist gemeinsam mit Chefkoch Luigi Pomata hautnah bei diesem traditionellen Ereignis dabei. Bei der Gelegenheit genießt sie ihr Lieblingsgericht, Linguine mit Thunfisch, dann macht sie sich auf den Weg zum traditionellen Thunfischfest. Pierre Raffard, Geograf und Ernährungswissenschaftler, spricht über den Fang dieser Fischart auf Sardinien, den Ursprung des Tabarchino und den weltweiten Pastakonsum. (2): Ein Biss’chen Heimat: Igina, eine Sardin in Schweden Igina ist auf Sardinien geboren und lebt seit 17 Jahren in der Region Stockholm. Sie kocht Malloreddus alla campidanese und erzählt dabei von den schwedischen Landschaften, die sie an Sardinien erinnern, von ihrem Wunsch, die sardische Küche im Ausland bekannter zu machen, und von den Produkten, die sie bei jedem Besuch von ihrer Heimatinsel mitbringt. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für roten Thunfisch, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! -------------------------- Rezept für Linguine mit rotem Thunfisch Zutaten für 4 Personen: 500 g Linguine 500 g roter Thunfisch 1 Zitrone 70 g Pecorino gerieben 50 g Kapern 50 g schwarze Oliven 15 g Butter Zubereitung: - Den Thunfisch in Würfel schneiden. - Die Würfel in einer Pfanne mit zwei Esslöffel Olivenöl von jeder Seite jeweils drei Minuten auf hoher Stufe erhitzen. - Den Thunfisch zerpflücken und mit einer Gabel zerdrücken. - Die Pasta sieben Minuten al dente kochen. - Oliven und Kapern in feine Würfel schneiden. - Den Thunfisch mit der weichen Butter gut vermengen. - Die gekochte Pasta abgießen und mit dem Thunfisch, den Oliven und den Kapern in eine Schüssel geben. Gut durchmischen. - Auf den Tellern anrichten, mit Pecorino und Zitronenschale abschmecken. | |||||
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03/06/2026 6:20 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Die andalusische Partitur von Manuel de Falla Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbrachte der spanische Komponist Manuel de Falla die besten Jahre seines Lebens in Andalusien. Granada fühlte sich für ihn an wie das Zentrum der Welt. Der schüchterne, äußerst fromme und bis zur Besessenheit perfektionistische de Falla war eine komplexe Künstlerpersönlichkeit. Von seinen Zeitgenossen als Genie verehrt, komponierte er in einem einzigartigen Stil: einer Verbindung aus andalusischer Volksmusik und universaler Klassik. Eine Ode an die Ursprünge des Flamenco, an die Hexerei und die magische Stimmung der Gassen von Granada. (2): Roquefort: Der Käse und seine Königinnen Der französische Schriftsteller Denis Diderot bezeichnete ihn als „König der Käse“, doch seinen Erfolg verdankt der Roquefort den Händen fleißiger Frauen. Im 19. Jahrhundert wurde der Käse im Departement Aveyron massenhaft produziert. Die sogenannten Cabanières, die sich in feuchten Felsenkellern um seine Herstellung kümmerten, fanden hier die Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen und sich von den Fesseln der sozialen Ordnung zu befreien. Die Frauen waren belastbar und von der Arbeit gestählt und konnten so eigene Forderungen durchsetzen. Durch die Mechanisierung der Käseherstellung im 20. Jahrhundert verschwand allerdings das Berufsbild der Cabanière. Die Erinnerung an das weibliche Know-how wird bis heute weitergegeben. (3): Philippinen: Carls Schweinefleisch-Eintopf In Iloilo City, der Stadt der Liebe, setzt Carl in der Küche ein strahlendes Lächeln auf, um KBL zuzubereiten. Kadyos Baboy Langka ist ein Eintopf aus Schweinefleisch und Jackfrucht, die ähnlich wie Kartoffeln zubereitet wird. Dazu gibt es Reis als Beilage. Carls Gäste sind begeistert! (4): Cambridge: Die Geburt von Wonder Woman Die Harvard Universität in Cambridge hat viele berühmte Staatsmänner und -frauen sowie Industriebarone hervorgebracht. 1941 schuf der Psychologe und Professor William Moulton Marston hier eine Superheldin – und ein Lasso, das bis heute dafür sorgt, dass die Menschen die Wahrheit sagen, nichts als die Wahrheit ... | |||||
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03/06/2026 7:05 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Schweden: Das Epos der Auswanderer Zwischen 1850 und 1914 wanderte ein Viertel der schwedischen Bevölkerung in die USA aus, um ihr Überleben zu sichern. Dieser dramatische Bevölkerungsschwund geriet jedoch weitgehend in Vergessenheit, bis nach dem Zweiten Weltkrieg ʺDie Auswandererʺ erschien, ein mehrbändiges Epos mit umfassenden Erzählungen. Das Werk wurde in über 20 Sprachen übersetzt, verfilmt, als Fernsehserie und Musical adaptiert und 1998, 100 Jahre nach der Geburt seines Autors Vilhelm Moberg, in Schweden zum besten Roman des Jahrhunderts gewählt. (2): Neapel: Ein Gott namens Maradona Ab 1984 kämpfte Diego Armando Maradona mit dem SSC Neapel auf dem Spielfeld für eine Stadt, die im Laufe der Jahrhunderte alles verloren hatte. Die Bevölkerung Neapels erwartete Großes von dem Ausnahmetalent und blickte gespannt auf den neuen Hoffnungsträger, den der Verein für über 13,5 Milliarden Lire eingekauft hatte, damals eine angesichts der Armut der Stadt anrüchige Rekordsumme. Mit dem aufsehenerregenden Transfer ging der Argentinier eine verrückte Wette ein. Sein Ziel: den SSC Neapel zu einem der größten Vereine der Welt zu machen. (3): Frankreich: Nicole und Raymondes würziges Lammfleisch in Kokosmilch In Boulogne-Billancourt öffnen zwei unzertrennliche Omas ihre Tür: Nicole und Raymonde. Die ehemalige Köchin Nicole schmort in ihrem Topf Lammfleisch und Gemüse in Beurre Rouge, Kokosmilch und einer geheimen Gewürzmischung. Serviert wird das Gericht mit Reis als Beilage. Begleitet von kreolischen Liedern lädt der Besuch bei den Herzensschwestern zu einer kulinarischen Reise in die Ferne ein. (4): Vereinigtes Königreich: Mit bloßer Gewalt zum kulturellen Schmelztiegel In London werden mehr als 300 Sprachen gesprochen und über drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner wurden im Ausland geboren: Eine kulturelle Vielfalt, die aus der britischen Metropole eine kosmopolitische Hauptstadt macht. Diese Weltoffenheit war jedoch nicht immer gegeben, sondern wurde im 19. Jahrhundert mit bloßer Gewalt vorangebracht. | |||||
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03/06/2026 7:55 am |
Inseln Italiens (7/7) |
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| Der Sulcis-Archipel liegt vor der Südwestküste Sardiniens. Er umfasst die Inseln Sant’Antioco, San Pietro und mehrere kleine, unbewohnte Inseln. Sant’Antioco ist die Hauptinsel des Archipels und die viertgrößte Italiens. Seit dem 5. Jahrtausend vor Christus ist die Insel besiedelt. Verschiedene Eroberer hinterließen ihre Spuren: Archäologische Funde und Grabstätten von Phöniziern, Karthagern und Römern können auf Sant’Antioco besichtigt werden. Nicht nur kulturell, auch landschaftlich hat die Insel einiges zu bieten: auf der einen Seite flache, lagunenartige Ufer, weite Salzwiesen, in denen der Rosaflamingo lebt, und wunderschöne Sandstrände. Auf der anderen Seite felsige und steile Küstenabschnitte. Unter Wasser erstreckt sich auf dem Meeresboden zwischen Sant’Antioco und Sardinien eine große Wiese aus Neptungras, eine Art Wald im Meer. In ihr lebt die größte Muschel des Mittelmeers: die vom Aussterben bedrohte Pinna nobilis. Die Gewinnung und Verarbeitung der Fäden aus der Pinna nobilis, Byssus oder Muschelseide genannt, hat auf Sant’Antioco eine jahrtausendealte Tradition. Auf der kleineren Insel San Pietro lebt der Großteil der über 6.000 Einwohner im Hafenstädtchen Carloforte, das zu einem der schönsten Orte Italiens gekürt wurde. Auf San Pietro findet immer noch die Mattanza, der traditionelle Thunfischfang, statt. Jedes Jahr im Frühjahr werden Tausende Rotflossen-Thunfische auf dem Weg zu ihren Laichgebieten mit dieser alten Fangmethode gefischt, mit großen Reusen, Muskelkraft und handwerklichem Geschick. Ein Highlight, dem viele Einheimische und Touristen beiwohnen. | |||||
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03/06/2026 8:45 am |
Inseln Italiens |
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| Er ist der unbekannteste der norditalienischen Seen – der Iseo-See. Darin liegt Monte Isola, umgeben von einem bis zu 2.000 Meter hohen Bergpanorama. Die Insel ist nur rund fünf Quadratkilometer groß und wurde als einer der schönsten Orte Italiens ("Borghi più Belli d’Italia") ausgezeichnet. Auf der autofreien Insel herrscht eine zeitlose Atmosphäre. Hektik ist hier ein Fremdwort. Vier malerische Orte liegen am Seeufer, die ursprünglich Fischerorte waren. Heute gibt es noch 30 Berufsfischer, die vom Artenreichtum im klaren Bergsee leben. Hoch oben thront das Santuario, die Wallfahrtskirche der Madonna della Ceriola. Der Bischof von Brescia legte hier schon im 5. Jahrhundert den Grundstein für eine Kapelle, um die Gegend zu christianisieren. Etwa 17.000 Olivenbäume gibt es auf der Insel, die nördlichsten in ganz Italien. Das liegt am ganz besonders milden Mikroklima des Sees an den Ausläufern der Alpen. Es begünstigt auch den Weinanbau am südlichen Ufer. Der Franciacorta-Schaumwein, der in den 1960er Jahren hier kreiert wurde, ist heute weltweit begehrt. Auch der Bootsbau hat auf der Insel Tradition und lockte in den 1960er Jahren die internationale High Society an. Carlo Riva, dessen Großvater bereits 1842 die Werft am See aufgebaut hatte, designte die eleganten Sportboote aus Mahagoni. Sie wurden zum Statussymbol und zur Ikone des Dolce Vita. 2016 verband der Künstler Christo Monte Isola mit dem Ufer durch begehbare goldgelbe Schwimmstege. "The Floating Piers“"waren eine Sensation. Das Kunstprojekt lockte 1,2 Millionen Besucher an. Geblieben ist nur die Erinnerung daran. | |||||
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03/06/2026 9:40 am |
Leben mit Vulkanen |
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| Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge reist Arnaud zum Unzen - dem gefährlichsten Vulkan Japans. 200 Jahre lang schlummerte der Unzen im äußersten Südwesten Japans, bevor er sich 1991 nachdrücklich zurückmeldete. In den folgenden fünf Jahren spuckte er über 10.000 pyroklastische Ströme aus, die immense Schäden verursachten. Die 400 Grad heißen Lawinen aus Gas und vulkanischer Asche rasten zusammen mit Lavabrocken die Vulkanhänge hinunter und vernichteten alles im Umkreis von mehreren Kilometern. Doch mit dem Ende der Eruptionen war die Gefahr noch nicht gebannt: Die Ausbrüche hinterließen über 200 Millionen Tonnen vulkanisches Material, das bei heftigen Regenfällen noch immer mitgerissen wird. Daraus können Schlammströme, sogenannte Lahars, entstehen, die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer ihren Weg ins Tal wälzen. Doch, statt zu resignieren, bieten die Japaner dem aggressiven Vulkan die Stirn. Nach dem letzten Ausbruch veranlassten die Behörden den Bau eines Dammsystems. Bis heute dauern die Arbeiten an, denn es ist keine gewöhnliche Baustelle: Das komplette Gebiet ist Gefahrenzone - Zutritt strengstens verboten. Der Baustellenleiter, Herr Matsui, zeigt Arnaud, wie dort gearbeitet werden kann, ohne dass ein Mensch die Baustelle betritt. Wie in einem Videospiel werden die Baumaschinen aus sicherem Abstand via Fernbedienung gesteuert - in dieser Größenordnung eine einzigartige Technik. Trotz allem ist die Sicherheit in dem Gebiet keineswegs garantiert - doch die Menschen haben gelernt die unvorhersehbaren Launen der Natur als Bestandteil ihres Alltags zu akzeptieren. Auch wenn der Unzen noch so tobt, die Menschen zu seinen Füßen werden nicht weichen. | |||||
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03/06/2026 10:25 am |
Re: Spezialeinheit für Wiens Migrantinnen |
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| Fatima Keblawi ist eine der "Nachbarinnen" aus Wien. Sie begleitet Migrantinnen wie Maisaa oder Hiba, die meist isoliert leben und keinen Zugang zu Bildung oder Arbeit haben – beim Deutsch lernen, bei Arztterminen und bei Fragen zur Kindererziehung, Finanzen oder Partnerschaft. Maisaa wurde in Syrien mit ihrem Cousin verheiratet und hat mit fünfzehn Jahren ihr erstes Kind bekommen. Die 26-Jährige lebt mit ihren fünf Kindern und dem Mann seit 2022 in Wien – ohne Verwandtschaft oder Sprachkenntnisse. Die Familie muss nun aus ihrer Wohnung ausziehen. Fatima unterstützt sie bei der Suche. Doch Hilfe gibt es nur im Austausch gegen aktive Schritte in Richtung Integration. Es sind kleine, aber entscheidende Aufgaben für Frauen wie Maisaa: tägliches Zähneputzen mit den Kindern als neue Routine, der erste eigene Einkauf, ein Gespräch auf Deutsch und der Mut, Grenzen zu setzen. Hiba ist einen Schritt weiter. Die 35-Jährige spricht sehr gutes Deutsch, sie sucht nach der Elternzeit Arbeit und steht für ihre Wünsche ein. Die "Nachbarinnen" – selbst Frauen mit Migrationserfahrung – kennen die Hürden und Ängste der Migrantinnen. Für sie beginnt Integration hinter den Wohnungstüren. Gegründet wurde der Verein von Ärztin Christina Scholten, die erkannte, wie wichtig Brückenbildnerinnen sind. Heute betreuen elf "Nachbarinnen" jährlich hunderte Familien, finanziert von Stadt, Bund und eigener Nähwerkstatt. | |||||
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03/06/2026 10:55 am |
Zu Tisch mit Lucie - Kitchen Hacks |
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| Sie ist klein, scharf und erobert die Küchen der Welt: Die Chilischote hat eine feurige Geschichte zu erzählen. Als Heilmittel, Währung oder kulinarisches Erlebnis – kaum eine Zutat prägt Geschmackserlebnisse so intensiv. In Aquitanien widmen Thierry und Marie-Laure Hiriart ihr Leben der Kultivierung seltener Chilisorten – von mild-aromatisch bis höllisch scharf. Lucie Fischer-Chapalain erkundet die vielseitigen Facetten der Schoten: Sie stellt knuspriges Chili-Öl her, verfeinert hausgemachte Sriracha-Soße und kreiert verführerische Schokoladen-Trüffel mit feuriger Note. Die scharfen Früchte sorgen dabei nicht nur für Geschmacksexplosionen, sondern setzen auch Glückshormone frei – dank des Scharfmachers Capsaicin. | |||||
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03/06/2026 11:25 am |
Stadt Land Kunst |
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| (1): Ouessant: Jean Epsteins Kinokulisse Als er in den 1930er Jahren die Insel Ouessant entdeckt, ist Jean Epstein bereits ein erfahrener Filmemacher und Vertreter der Avantgarde. Er findet auf dieser Insel am Ende der Welt eine utopisch anmutende Gegend vor, in der er das Kino neu erfinden kann. In „Finis Terrae“ fängt Epstein die Rauheit dieser unberührten Landschaft ein. Er erzählt eine typisch bretonische Geschichte über den Kampf von Seetangfischern gegen die Elemente. Die Leuchttürme von Ouessant erhellen den universellen Widerstreit zwischen Mensch und Natur. Jean Epstein beschreibt fast dokumentarisch die harte Wirklichkeit der Insel, die für ihn die Magie dieses Ortes ausmacht. (2): Madeira: Von Walen umgeben Knapp 700 Kilometer vor der marokkanischen Küste liegt die portugiesische Insel Madeira. Mit etwas Glück kann man hier morgens im Licht der aufgehenden Sonne Wale beobachten, die majestätischen Riesen des Ozeans. Die Insel hatte schon immer eine besondere Beziehung zu den Meeressäugern: Ab 1940 machten die Fischer auf Madeira mit Harpunen Jagd auf Wale. Doch 1986 wurde um Madeira eine Schutzzone eingerichtet. (3): Laos: Laas Schweinsragout Unter der Sonne von Luang Prabang hängt Laa kulinarischen Kindheitserinnerungen nach: Ihre Mutter kochte damals oft den traditionellen Eintopf Or Lam. Auf dem Markt kauft Laa Auberginen, Champignons und wilden Pfeffer. Anschließend kocht sie Schweinefleisch. Als Beilage zu diesem köstlichen laotischen Gericht werden Reis und Drachenbohnen gereicht. (4): Chicago: Kulinarische und musikalische Leckerbissen Chicago ist auch als „Schwarze Metropole“ bekannt: Jazz und Blues prägen die Atmosphäre der Stadt. Chicago ist außerdem ein wichtiger Halt auf dem Chitlin‘ Circuit, benannt nach der traditionellen afroamerikanischen Spezialität „Chitterlings“, ein Gericht aus gekochtem oder frittiertem Schweinedarm. Aber hier geht‘s nicht nur um regionale Küche, sondern auch um ganz viel Musik … | |||||
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03/06/2026 12:10 pm |
Stadt Land Kunst Spezial |
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| (1): Malta, Caravaggios Refugium zwischen Hell und Dunkel Seit dem Mittelalter ist Malta nicht nur ein wichtiger Handelsplatz, sondern auch ein Rückzugsort. 1607 floh Caravaggio aus Rom nach Valletta. Während seines über einjährigen Inselaufenthalts fand der Maler, der in Italien auf dem Gipfel seines Ruhmes gestanden hatte, zu neuer Inspiration. Das Licht Maltas und die allgegenwärtige Religiosität regten ihn zu einigen seiner großartigsten Gemälde an, darunter ʺDie Enthauptung Johannes des Täufersʺ. (2): Malta, christliche Ritterbastion Im Laufe der Zeit besiedelten verschiedene Besatzer wie Phönizier, Griechen und Römer den maltesischen Archipel. Im 16. Jahrhundert, als sich das katholische Europa im Krieg mit dem Osmanischen Reich befand, verwandelten die Ordensritter des Ritterlichen Ordens Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem das einsame Eiland inmitten des Mittelmeers in ein Bollwerk des Christentums. Noch heute sind die Spuren des Ordens auf der ganzen Insel sichtbar: von der Befestigungsanlage der Hauptstadt Valletta über die Paläste bis hin zur St. John’s Co-Cathedral, in der viele Ritter begraben liegen. (3): Malta: Annas Kaninchenragout Anna lädt in ihr hübsches Haus auf Malta, um dort ein üppiges Familienessen zuzubereiten: Stuffat tal-Fenek, ein in Milch geschmortes Kaninchen mit Backpflaumen und Gemüse. (4): Malta: Das rote Gold der Ritter Auf Gozo, der zweitgrößten Insel des Archipels von Malta, besticht die Dwejra Bay mit türkisblauem Wasser, dramatischen Felsformationen und grandiosen Tauchgebieten. Im 18. Jahrhundert stand einer der vorgelagerten Felsen hier im Mittelpunkt des Interesses ... | |||||
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03/06/2026 1:00 pm |
Ladykillers |
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| Mrs. Wimmerforce ist eine Seele von Mensch, aber etwas weltfremd. Sie hat ein Häuschen am Londoner Bahnhof King's Cross, das sie mit ihren Papageien bewohnt. Professor Marcus ist sehr angetan von der Lage des Hauses, als er sich bei Mrs. Wimmerforce einmietet. So kommt die liebenswerte alte Dame fortan ausgiebig in den Genuss klassischer Streichmusik und staunt, wie schön der Professor und seine Freunde Major Courtney, Harry, Louis und Pfannkuchen spielen können. Dass sie in Wirklichkeit einer Bande von Spitzbuben aufgesessen ist, die ihr mithilfe eines Plattenspielers etwas vormachen, um in Ruhe einen raffinierten Geldraub vorbereiten zu können, ahnt Mrs. Wimmerforce nicht. Sie merkt auch nicht, wie die Ganoven sich ihre guten Kontakte zur Polizei zunutze machen. Erst als Pfannkuchen beim eiligen Abzug mit der Beute ein Missgeschick passiert, geht Mrs. Wimmerforce ein Licht auf. Das könnte schlimme Konsequenzen für sie haben, doch zum Glück ist sich die Bande partout nicht einig, wer die schrullige alte Dame denn nun umbringen soll. Regisseur Alexander Mackendrick ("Der Mann im weißen Anzug", "Dein Schicksal in meiner Hand") und seinem glänzend aufgelegten Schauspieler-Ensemble, allen voran Sir Alec Guinness ("Adel verpflichtet", "Die Brücke am Kwai"), gelang mit "Ladykillers" eine komödiantische Meisterleistung, die bis heute nichts von ihrem Charme eingebüßt hat. Geist- und einfallsreich inszeniert, ist "Ladykillers" eine zutiefst vergnügliche Kriminalkomödie, in der sich der britische Humor von seiner besten Seite und auf höchstem Niveau präsentiert. | |||||
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03/06/2026 2:35 pm |
Leben mit Vulkanen |
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| Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge besucht Arnaud Neapel, die Stadt, die den Launen von zwei aktiven Vulkanen ausgeliefert ist. Neapel, die drittgrößte Stadt Italiens, wird von zwei aktiven Vulkanen umrahmt. Einer von ihnen ist der Vesuv, der wohl berühmteste Vulkan der Welt: Die Folgen seines Ausbruchs im Jahr 79 nach Christus, der Pompeji, Stabiae und Herculaneum unter einem riesigen Ascheberg begrub, sind in der Region noch heute sichtbar. Seine legendäre Zerstörungskraft lockt Millionen Touristen an, obwohl die Gefahr noch nicht gebannt ist: Je länger der Vulkan schläft, desto größer wird der Druck und desto explosiver kann der nächste Ausbruch werden. Als 1944 in Europa der Zweite Weltkrieg tobte, brach auch der Vulkan aus. Die Eruption forderte 26 Opfer und machte 12.000 Menschen obdachlos. Auf der anderen Seite der Stadt befindet sich eine weitere Bedrohung: die Phlegräischen Felder. Durch unterirdische Magmaflüsse und sich erwärmende Gesteinsschichten hebt und senkt sich das Gelände der anliegenden Stadt Pozzuoli - ein seltenes Phänomen. Innerhalb von 15 Jahren hat sich der Erdboden der Gegend gehoben, was sogar zur Evakuierung eines Stadtteils führte. Doch die knapp eine Million Neapolitaner haben gelernt, mit den unberechenbaren Nachbarn zu leben, aber auch die Ressourcen für sich zu nutzen, wie das vulkanische Tuffgestein. Zusammen mit dem Geologen Vincenzo Albertini besucht Arnaud ein Stollenlabyrinth 40 Meter unter der Stadt, wo das Gestein abgebaut wurde. Alles, was hier fehlt, wurde benutzt, um die Häuser zu bauen. Es ist wie ein Negativabdruck von Neapel. Die Vulkane sind für die Bewohner zugleich Wohltäter und Gefahr, doch der allgegenwärtigen Bedrohung begegnen die Neapolitaner mit Dolce Vita. Als wollten sie den Vulkanen, die ihnen jederzeit alles nehmen können, eine lange Nase ziehen. | |||||
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03/06/2026 3:00 pm |
Inseln Italiens |
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| Im größten Meeresschutzgebiet Europas liegt der Toskanische Archipel, zu dem die Inseln Elba, Montecristo und Capraia gehören. Auch große Landflächen stehen unter Schutz und sind als Nationalpark ausgewiesen. Elba, die größte und bekannteste Insel des Archipels, wird vor allem als Urlaubsinsel geschätzt. Dabei galt die Insel bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wegen ihrer reichen Eisenerzvorkommen als das Ruhrgebiet Europas. Als der Bergbau nicht mehr rentabel war, wurde er vom Tourismus abgelöst. Dabei hat die Insel weit mehr zu bieten als glasklares Wasser und lange Strände: eine reiche Geschichte, denn schon den Etruskern war Elba bekannt, dann kamen die Römer, die Medici und schließlich Napoleon. Und die Tier- und Pflanzenwelt ist vielseitig. Montecristo wurde durch den Roman "Der Graf von Monte Christo" weltberühmt. 63 Kilometer vom italienischen Festland entfernt ragt das menschenleere Inselchen wie ein steiler Granitfelsen aus dem Wasser. Allein Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ist der Zutritt erlaubt. Nur hier lebt die Montecristo-Ziege und die giftigste Schlange Europas, die Montecristo-Viper. Dazu kommt eine Vielzahl an endemischen Reptilien, Schnecken und Pflanzen. Die Insel Capraia hat eine ganz besondere Pflanzenwelt, bedingt durch die Entfernung zum Kontinent und die Lage mitten im Mittelmeer. Über 400 Pflanzenarten wachsen hier, mehr als die Insel Einwohner hat. Hier bleibt nur, wer sich der Natur verbunden fühlt. | |||||
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03/06/2026 3:55 pm |
Inseln Italiens (4/7) |
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| Pantelleria ist ein schlafender Vulkan, wobei der letzte Ausbruch schon weit zurückliegt. Aber es dampft, brodelt und blubbert immer noch überall auf der Insel. Die Insel ist Italiens nächstgelegenes Stück Erde zu Afrika. Die hier siedelnden Araber nannten die Insel einst die "Tochter des Windes". Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr, fegen doch der kalte Mistral und der heiße Scirocco abwechselnd über Pantelleria hinweg. Die Gärten, nicht selten in Terrassen angelegt, schützen die knapp 8.000 Bewohner mit Mauern aus Lavagestein. Viele davon hat Pietro Di Malta gebaut. Sein Vorname ist Familientradition und ganz bewusst gewählt. Pietro bedeutet: Stein. Schon seine Urgroßeltern nannten sich "Pirriatri", also die, die sich auf die Arbeit mit Stein spezialisiert hatten. Das eine ist sein angeborenes Talent, wie er es beschreibt, das Apnoetauchen und die Harpunenjagd sind seine Leidenschaften. Er ist vor den Klippen der Insel regelmäßig auf der Jagd nach den typischen Mittelmeerfischen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Pantelleria ist der Specchio di Venere, der "Spiegel der Venus". Dieser nach Schwefel riechende türkisfarbene Binnensee ist vor 16.000 Jahren entstanden, als ein großer Bereich eines Vulkans in sich zusammenstürzte. An vielen Stellen quillt Schwefelwasser mit einer Temperatur von bis zu 50 Grad Celsius aus dem Grund heraus. Beliebt ist der See vor allem für Schlammbäder. Pantellerias Küsten bieten steile Klippen und vom Wind gepeitschte Natur. Nichts, was die meisten Touristen anzieht. Die, die auf die Insel kommen, wollen Geschichte und Natur pur. | |||||
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03/06/2026 4:50 pm |
Wundersame Wolken |
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| Der Gipfel des Tafelbergs in Südafrika ist häufig in Nebel gehüllt. Die Feuchtigkeit dieser Wolke, die "Tablecloth" genannt wird, sorgt für ein besonderes Mikroklima und hat eine einzigartige Pflanzenwelt hervorgebracht. Daneben trägt jeder Wassertropfen zur Wasserversorgung der Millionenmetropole Kapstadt bei. Urbanisierung, Dürre und Klimawandel gefährden dieses Gleichgewicht und bringen Artenvielfalt, Landwirtschaft, Wasserressourcen und das Leben der Menschen in Gefahr. Der Tafelberg im südafrikanischen Kapstadt wird von einer besonderen Wolkenformation bekrönt: dem Tablecloth, der sich wie eine Decke über Ozean, Sandsteinwände und pulsierendes Stadtleben legt. Dieser Nebel spielt eine zentrale Rolle im lokalen Klima: Er regelt die Temperatur, speist Grundwasser und Flüsse und trägt maßgeblich zum unglaublichen Artenreichtum des Fynbos bei, einem einzigartigen Ökosystem mit vielen endemischen Pflanzen- und Tierarten. Seit Jahrtausenden haben sich hier Menschen angesiedelt, das Land kultiviert und aus diesem Wolkenschleier sowohl Wasser als auch Inspiration geschöpft: zuerst die Khoisan, später niederländische Siedler und schließlich multi-ethnische Gemeinschaften. Der Tablecloth schützt die außergewöhnlichen Weinberge und erhält das fragile Gleichgewicht zwischen Stadt, Natur und Landwirtschaft. Doch die Probleme verschärfen sich: Dürren, Überbevölkerung, invasive Arten, Wasserknappheit und die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine wachsende Bedrohung dar. Wissenschaftler erforschen die Zusammenhänge und suchen nach Wegen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Bevölkerung lernt währenddessen, Ressourcen zu schonen, die Artenvielfalt zu bewahren, und neu zu würdigen, was der Berg für sie leistet. Angesichts der Wasserkrise des "Day Zero" werden die Menschen aktiv, entwickeln neue Nutzungsmöglichkeiten und reflektieren das weitere Zusammenleben mit der Natur. Der Tablecloth lädt auch dazu ein, die elementare Verbindung zwischen modernen Gesellschaften und einer sich ständig verändernden Umwelt neu zu denken. Jede Folge dieser Doku-Reihe erzählt von einem besonderen Wolkenphänomen: dem südamerikanischen Camanchaca, dem japanischen Kasagumo, dem südafrikanischen Tablecloth und dem australischen Hector. ʺWundersame Wolkenʺ zeigt, wie jeder Tropfen dieser dichten Nebel zur Entstehung einzigartiger Ökosysteme beiträgt, und Pflanzen, Tiere und Menschen mit Wasser versorgt. Die Dokumentation vermittelt auch ein Verständnis für die zentrale Rolle, die diese Wolkenformationen in der Vorstellung der jeweiligen Völker und ihrer Spiritualität spielen. | |||||
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03/06/2026 5:35 pm |
Wundersame Wolken |
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| Auf den Tiwi-Inseln im Norden Australiens ist Hector - ein gewaltiger, regelmäßig wiederkehrender Sturm - Teil der Weltentstehungserzählung der Aborigines und zugleich faszinierendes Forschungsobjekt für Wissenschaftler. Als Quelle des Lebens und der Inspiration bestimmt er den Rhythmus der Jahreszeiten, Glaubensvorstellungen, tropische Ökosysteme und Meereszyklen. Die durch den Klimawandel zunehmende Heftigkeit der Stürme stellt die Beziehung eines ganzen Volkes zu diesem ebenso faszinierenden wie lebenswichtigen Phänomen in Frage. Im tropischen Norden Australiens erhebt sich Hector jeden Nachmittag am Horizont der Tiwi-Inseln: gigantisches Gewitter, seltenes meteorologisches Phänomen und mythische Naturerscheinung. Für das Volk der Tiwi ist er mehr als ein einfacher Sturm: Hector ist ein Lebewesen, das fest in ihrer Weltentstehungserzählung verankert ist, den Kalender bestimmt und die Jahreszeiten mit ihren Traditionen begleitet. Seine Regenfälle lassen üppige Wälder und Mangrovensümpfe wachsen, seine Blitze befruchten Land und Meer. Von der Obsternte bis zu den Fischfangtechniken hängt jedes Wissen und jede Wissensweitergabe innerhalb der Familie von diesem himmlischen Riesen ab. Wissenschaftler aus aller Welt begeistern sich für dieses "Freiluftlabor": Hector wirkt sich auf die Hochatmosphäre aus, sorgt für Wärme- und Partikelströme, reguliert das globale Klima und belebt den Ozean bis hin zu den Korallenriffen. Doch seine Kraft, die einst ein Segen war, wird mittlerweile zur Quelle der Besorgnis: Die Zunahme von Stürmen, die wachsende Erosion und der Anstieg des Meeresspiegels stören das fragile Gleichgewicht des Archipels und bedrohen die Biodiversität, den Alltag und die Geschichte der Ureinwohner. Zwischen Spiritualität, Durchhaltevermögen und wissenschaftlichen Innovationen steht Hector für die Kraft des Lebens, die Notwendigkeit der Demut und die Fragilität unserer Zukunft im Angesicht des Klimawandels. Die Dokumentation ist auch eine Hymne an das Zusammenleben zwischen Mensch, Mythen und entfesselter Natur. | |||||
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03/06/2026 6:20 pm |
ARTE Journal |
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| ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur. | |||||
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03/06/2026 6:35 pm |
Mit offenen Karten - Im Fokus |
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| "Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen. | |||||
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03/06/2026 6:40 pm |
Re: Wenn Toskana-Auswanderer älter werden |
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| Wolfgang, 78, gelernter Schriftsetzer, Musiker und biodynamischer Berater, liebt sein einfaches Leben in der Toskana. Seit Jahrzehnten ist dieser Landstrich für viele Deutsche ein echter Sehnsuchtsort. Wolfgang wanderte 2007 in die Maremma, den südlichen und wilderen Teil der Toskana aus. Sie ist für ihn inzwischen zur Heimat geworden. Doch gesundheitliche Sorgen, ein auslaufender Pachtvertrag für seine Druckwerkstatt und die Trennung von seiner Frau stellen ihn vor Herausforderungen. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für ihn keine Option – ohne Krankenversicherung und feste Bleibe möchte er lieber dort bleiben, wo er längst Wurzeln geschlagen hat. Die Dorfgemeinschaft betrachtet ihn schon lange als einen der Ihren. Er liebt die Auftritte mit seiner jungen Band und steht täglich an der Druckpresse. Seine Werke verkaufen sich von Siena bis in die USA. Auch Roman, 81, genießt den Alltag in der Natur und alles, was das italienische Leben für einen Deutschen so verführerisch macht. Schon 1979 kam er nach Italien - damals als Italienkorrespondent. Vor 30 Jahren haben er und seine Frau Christine sich entschieden, hier sesshaft zu werden, und sich ein Anwesen mit Blick auf die weiten Hügel der Toskana gekauft. Doch jetzt, im hohen Alter, erkennt er die Grenzen des Landlebens: Der nächste Nachbar ist weit entfernt, die Wege sind steil, und das Gelände ist nicht rollstuhlgerecht. Gemeinsam mit seiner Frau plant er wehmütig den Abschied und die Rückkehr nach München in eine altersgerechte Wohnung. | |||||
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03/06/2026 7:15 pm |
Katharina Tempel - Was wir verbergen |
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| Der alarmierende Anruf, den Ulla Leitermann gerade noch tätigen konnte, endet abrupt. Von dem renommierten Ärzteehepaar fehlt alsdann jede Spur. Alles deutet auf eine klassische Entführung hin. Noch vor ihrem offiziellen Wechsel zur Hamburger Mordkommission stürzt sich die ehrgeizige Kommissarin Katharina Tempel in ihren ersten Fall. Sehr zum Unverständnis ihres Mannes Volker, dem gefeierten Pressesprecher der Hamburger Polizei, der nicht nachvollziehen kann, warum sie sich von ihm und vom LKA weg zur Mordkommission hat versetzen lassen. Auch der gemeinsame Sohn Linus bereitet dem Ehepaar durch sein aggressives Verhalten in der Schule Sorgen. Ohne zu ahnen, wie nahe ihr der Fall gehen wird, nehmen die junge Kommissarin, ihr neuer Chef Georg König und ihre Kollegin Dela Tahiri die Ermittlungen auf. Während Hans Leitermann bewusstlos auf seinem eigenen Hausboot gefunden wird, fehlt von Ulla Leitermann weiterhin jede Spur. Warum hat der Entführer das Paar getrennt? Lebt Ulla Leitermann überhaupt noch? Für Katharina und ihre Kolleginnen und Kollegen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Durch die gemeinsame Arbeit in ihrer Klinik für Pränataldiagnostik, in der auch Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, hat sich das Ärztepaar nicht nur Freunde gemacht. Die Aktivistengruppe „ProLife21“, die sich gegen Abtreibungen einsetzt und die Klinik bedroht hat, gerät schnell in den Fokus der Ermittlungen. Doch nach und nach erkennt Katharina, dass die wahre Bedrohung nicht von außen, sondern von innen kommt. Sie muss sich ihren eigenen Dämonen stellen und wird so zur einzigen Person, die diesen Fall lösen kann. Mit Franziska Hartmann in der Hauptrolle ist "Katharina Tempel - Was wir verbergen" der Auftaktfilm einer Hamburger Krimidrama-Reihe von ZDF und ARTE. Die Schauspielerin ist neben zahlreichen Theaterrollen auch aus der Miniserie "Neuland" (Grimme-Preis 2023) bekannt. Francis Meletzky inszenierte nach einem Drehbuch von Elke Rössler. Die beiden arbeiteten bereits bei Meletzkys Langfilmdebüt "Nachbarinnen" (2004) zusammen. "Katharina Tempel - Was wir verbergen" eröffnete die Sektion Televisionen beim Filmfest Hamburg 2022. | |||||
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03/06/2026 8:45 pm |
Carlos: Santanas Reise |
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| Mit Hingabe, Ausdruckskraft und seinem legendären Gitarrenspiel hat er über 40 Jahre lang die Musikwelt geprägt: Carlos Santana. Angefangen hat alles in San Francisco, wo er auf revolutionäre Art lateinamerikanische Rhythmen mit Jazz, Blues und Rock 'n' Roll zum sogenannten Latin Rock verschmolz - und somit ein eigenes Musikgenre schuf. Bis heute gilt Santana als der kreative Geist hinter einer gefühlsbetonten Musik, die sich zeit- und grenzenlos über Genres, Generationen und Kontinente hinwegsetzt. Für ARTE erzählt er seine Geschichte selbst. Der 1947 in Mexiko geborene Carlos Santana erhielt ab seinem fünften Lebensjahr Geigenunterricht. Als Achtjähriger entdeckte er eine Leidenschaft für die Gitarre, die ihn sein Leben lang begleiten sollte. Mit 14 perfektionierte er als Straßenmusiker sein Gitarrenspiel und seinen Auftrittsstil und gründete mit nicht einmal 20 Jahren seine eigene Band. Sein legendärer Auftritt vom 16. August 1969, am zweiten Nachmittag des weltbekannten Woodstock-Festivals, machte Santana schlagartig berühmt. Kurze Zeit später erschien sein erstes Album, das es direkt in die Charts schaffte. 50 Jahre lang schrieb er als Gitarrenlegende weltweit Musikgeschichte und erhielt zahlreiche Auszeichnungen - darunter zehn Grammy-Awards. Auch heute noch gilt der Begründer des sogenannten Latin Rock als einer der führenden Musiker der Welt. Sein unverwechselbarer Stil gilt als eine Mischung aus Jazz, Blues, lateinamerikanischen Rhythmen und Rock 'n' Roll - zusammen mit seiner meisterhaften Beherrschung des gefühlvollen Gitarrenspiels. Der Dokumentarfilm ʺCarlos: Santanas Reiseʺ lässt Santana selbst seine Geschichte erzählen und porträtiert ihn mithilfe von bisher unveröffentlichtem Archivmaterial, darunter Interviews mit ihm selbst und seiner Familie sowie von ihm privat aufgenommenen Videofilmen, Konzertmitschnitten und Backstage-Szenen. Regisseur und zweifacher Emmy-Preisträger Rudy Valdez (ʺThe Sentenceʺ; ʺThrough Our Eyesʺ; ʺWe Are: The Brooklyn Saintsʺ) hat einen sehr persönlichen Dokumentarfilm über einen Vollblutkünstler gedreht, dessen Musik mit Stücken wie ʺSamba Pa Tiʺ oder ʺBlack Magic Womanʺ bis heute Fans auf der ganzen Welt unter die Haut geht. | |||||
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03/06/2026 10:10 pm |
Rihanna - Inselkind, Popstar, Nationalheldin |
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| Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen auf der Karibikinsel Barbados, verlässt Rihanna schon in Teenagerjahren die Insel, um in New York zu einem der größten Popstars und zur milliardenschweren Unternehmerin aufzusteigen. Mit mehr als 250 Millionen verkauften Tonträgern und einem Kosmetik-Imperium wird Rihanna in den USA zur jüngsten Selfmade-Milliardärin. Doch die enge Verbindung zu ihrer Heimatinsel hat sie nie gekappt. Von Beginn ihrer Karriere an trägt sie die Last, das Land in der Welt zu repräsentieren. Anhand der Diskussionen über Rihannas Musik und ihr öffentliches Auftreten verhandelt die barbadische Gesellschaft bis heute ihre nationale Identität, Geschlechterrollen und ihre koloniale Vergangenheit. Als sich Barbados im Jahr 2021 endgültig von der britischen Krone lossagt und sich zur Republik erklärt, wird Rihanna feierlich zur ersten Nationalheldin der Republik Barbados ernannt. Kannte man die Insel vor einer Dekade lediglich als exotische Touristendestination, gilt Barbados heute als gewichtige Stimme für Klimagerechtigkeit und als Vorreiter in einer Debatte über Reparationszahlungen für Sklaverei. Die Dokumentation erkundet, welche Rolle Rihanna für Barbados' Aufbruch in ein postkoloniales Zeitalter spielt und findet Antworten auch im außergewöhnlichen Verhältnis zwischen der Musikerin und Premierministerin Mia Mottley. | |||||
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03/06/2026 11:05 pm |
Alborosie & Shengen Clan |
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| Ursprünglich kommt Alberto d'Ascola aus Italien. Mit Mitte 20 zog er allerdings nach Jamaika, um dem Reggae und seinen Ursprüngen näher zu sein. Er ist einer der wenigen weißen Reggae-Musiker, die es geschafft haben, auf Jamaika zum Star zu werden. | |||||
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03/07/2026 12:35 am |
Kölsch, Héctor Oaks, Dax J... |
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| Jedes Jahr kommen die angesagtesten Namen der Technoszene zur Time Warp DE nach Mannheim. Seit seinen Anfängen vor mehr als 25 Jahren hat sich das Festival zu einer der wichtigsten Veranstaltungen des Genres entwickelt. Jedes Jahr füllt die Time Warp die eindrucksvolle Maimarkthalle in Mannheim über 20 Stunden lang mit Techno-Klängen vom Feinsten. In ihrer langjährigen Geschichte konnte sich die Time Warp mit ausgelassenen Raves und einem einzigartigen audiovisuellen Design einen unschlagbaren Ruf erarbeiten. Auch wenn die Time Warp ihren Ursprung in Mannheim hat, können Technoliebhaberinnen und -liebhaber mittlerweile weltweit das Festival erleben - unter anderem in São Paulo, New York und Santiago de Chile. Nichtsdestotrotz pilgern immer noch jedes Jahr aufstrebende und bereits etablierte Acts der Technoszene nach Mannheim, um die zahlreichen Bühnen in der Maimarkthalle zu bespielen. ARTE zeigt auch dieses Jahr ein Best-of Techno von der Time Warp 2022 mit Auftritten von Kölsch, Dax J, Reinier Zonneveld und vielen anderen. Setlist: Sama' Abdulhadi Héctor Oaks Pan-Pot Perel Kölsch Solomun Adam Beyer Dax J Paula Temple Reinier Zonneveld | |||||
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03/07/2026 1:35 am |
Django Django |
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| Man unterscheidet zwischen identifizierten und nicht identifizierten Flugobjekten; letztere werden auch UFOs genannt. Bei den Musikobjekten ist das nicht anders: Manche kann man einem bestimmten Genre zuordnen, andere passen in keine Schublade. Django Djangos Produktion gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Die 2009 von unter anderem David Maclean und Vincent Neff gegründete Band bündelt die vielfältigen musikalischen Einflüsse ihrer Mitglieder. Ihr origineller Sound ist eine bunte Mischung aus Elektro, Indie-Rock, Psychedelic Pop und Breakbeat. Mit ihrem Genremix trifft die Band ins Schwarze; und von Wiederholungen hält sie nicht viel. Django Djangos fünftes Album "Off Planet", 2023 veröffentlicht, scheint das bisherige Repertoire an Vielfalt sogar noch zu übertreffen. Das unidentifizierte Musikobjekt mit 21 Titeln und vier Teilen ist auf der Bühne des "Ground Control" in Paris gelandet. Für den Zuschauer ist es eine wahre Freude, wieder in der fliegenden Untertasse abzuheben! | |||||
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03/07/2026 2:35 am |
Mit offenen Karten |
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| Die seit Jahrzehnten globalisierte Automobilindustrie erlebt seit dem Aufkommen des Elektroautos eine wahre Revolution. In Zeiten des ökologischen Wandels scheinen umweltfreundlichere und sparsamere Fahrzeuge unumgänglich. Zahlreiche Länder haben für die kommenden Jahre verbindliche Absatzquoten für Elektroautos eingeführt, die einen lukrativen Markt versprechen. Europäische, amerikanische, japanische und koreanische Autohersteller stellen nach und nach um. Doch ein Land scheint allen voraus zu sein: China. Sei es bei der Produktion oder beim Zugang zu Rohstoffen – die Volksrepublik positioniert sich als Branchenführer und könnte schon bald den Weltmarkt mit Elektroautos überschwemmen, deren Preise weit unter denen der Konkurrenz liegen. Das Elektroauto ist nicht zuletzt ein strategischer Faktor für Umwelt, Wirtschaft – und Geopolitik. | |||||
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03/07/2026 2:49 am |
Bilder allein zuhaus |
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| Ein Bauern-Ehepaar bei der Arbeit auf dem Feld: Der Ehemann jammert darüber, dass er wieder zur Landwirtschaftsausstellung fahren muss. Den ganzen Tag befreundete Landwirte treffen, abends viel Alkohol, da ist man schnell am Rande eines Burnouts. Da bietet sich seine Frau an, an seiner Stelle hinzufahren … ʺBilder allein zuhausʺ nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis ʺMona Lisaʺ bis hin zu Boteros ʺBailarinesʺ werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die sehr witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde. | |||||
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03/07/2026 2:50 am |
28 Minuten |
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| "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. | |||||
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03/07/2026 3:40 am |
(Fast) die ganze Wahrheit |
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| Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. Als Gegengift zur Informationslawine und der Verbreitung von „Fake News“ liefert „(Fast) die ganze Wahrheit“ unbestreitbare Tatsachen, unnützes Wissen und pikante Anekdoten über Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in knackig-kurzen Porträts. In dieser Folge: Meryl Streep Als Meryl Streep Mitte der 1970er Jahre am Casting für das Remake von „King Kong“ teilnimmt, sagt der Produzent auf Italienisch, dass er sie zu hässlich findet. Der Sprache mächtig, weist sie ihn schlagfertig zurecht. Bis heute ist sie die Schauspielerin mit den meisten Oscar-Nominierungen. Die Animationsserie „(Fast) Die ganze Wahrheit“, die mit augenzwinkerndem Humor aus dem Nähkästchen prominenter Persönlichkeiten plaudert, wartet mit einer fünften Staffel auf. Die vom Kreativteam der französischen Produktionsfirma Blogothèque geschaffene Serie setzt Spielzeug oder Alltagsutensilien in Stop-Motion-Animationen ein, die von einer frechen Off-Stimme kommentiert werden. In der fünften Staffel gesellen sich zur lustigen Porträtgalerie 39 weitere Promis, u. a. Josephine Baker, Jeanne Moreau, Albert Camus, Napoleon, Alain Delon und Virginie Despentes. | |||||
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03/07/2026 4:25 am |
Menuhin und Karajan |
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| Yehudi Menuhin gilt als das Wunderkind des vergangenen Jahrhunderts. Er wurde gefeiert und verehrt wie einst Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Violinkonzert Nr. 5 er für diese Aufzeichnung interpretiert. Nach vielen Jahren des Konzertierens und Reisens stellt der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs einen Wendepunkt für Menuhin dar. Er spielt vor alliierten Truppen, vor Soldaten und Verwundeten. Sein Konzert im befreiten Konzentrationslager Bergen-Belsen erschüttert den geschützten Wunderknaben. Menuhin beschließt, sein Leben und seine Musik der Versöhnung und dem Frieden zu widmen. Bereits 1947 kehrt er als erster jüdischer Musiker für ein Gastspiel zurück nach Berlin. Nur wenige Jahre älter, schlägt Herbert von Karajan einen völlig anderen Weg ein. Sein Leben ist geprägt von der Suche nach Perfektion und musikalischer Größe. Während der NS-Zeit baut Karajan in Deutschland seine Karriere auf und wird zu einem der bedeutendsten Dirigenten der Nachkriegszeit. Dass solch unterschiedliche Lebensläufe musikalischen Sternstunden nicht im Wege stehen, belegt die Aufnahme aus dem Jahr 1966, meisterhaft in Szene gesetzt durch den preisgekrönten Spielfilmregisseur Henri-Georges Clouzot. Internationale Stars aus der Musikszene wie Anne-Sophie Mutter, Alina Ibragimova, Daniel Hope oder Hilary Hahn, aber auch Größen der Filmkunst wie Sunnyi Melles, August Zirner und Bruno Monsaingeon sowie der Musikmanager Till Janczukowicz erzählen davon, wie dieses Zeitzeugnis, die einzige Zusammenarbeit der beiden Musik-Legenden, heute auf sie wirkt. | |||||
