Schedules
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03/07/2026 4:25 am |
Menuhin und Karajan |
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| Yehudi Menuhin gilt als das Wunderkind des vergangenen Jahrhunderts. Er wurde gefeiert und verehrt wie einst Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Violinkonzert Nr. 5 er für diese Aufzeichnung interpretiert. Nach vielen Jahren des Konzertierens und Reisens stellt der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs einen Wendepunkt für Menuhin dar. Er spielt vor alliierten Truppen, vor Soldaten und Verwundeten. Sein Konzert im befreiten Konzentrationslager Bergen-Belsen erschüttert den geschützten Wunderknaben. Menuhin beschließt, sein Leben und seine Musik der Versöhnung und dem Frieden zu widmen. Bereits 1947 kehrt er als erster jüdischer Musiker für ein Gastspiel zurück nach Berlin. Nur wenige Jahre älter, schlägt Herbert von Karajan einen völlig anderen Weg ein. Sein Leben ist geprägt von der Suche nach Perfektion und musikalischer Größe. Während der NS-Zeit baut Karajan in Deutschland seine Karriere auf und wird zu einem der bedeutendsten Dirigenten der Nachkriegszeit. Dass solch unterschiedliche Lebensläufe musikalischen Sternstunden nicht im Wege stehen, belegt die Aufnahme aus dem Jahr 1966, meisterhaft in Szene gesetzt durch den preisgekrönten Spielfilmregisseur Henri-Georges Clouzot. Internationale Stars aus der Musikszene wie Anne-Sophie Mutter, Alina Ibragimova, Daniel Hope oder Hilary Hahn, aber auch Größen der Filmkunst wie Sunnyi Melles, August Zirner und Bruno Monsaingeon sowie der Musikmanager Till Janczukowicz erzählen davon, wie dieses Zeitzeugnis, die einzige Zusammenarbeit der beiden Musik-Legenden, heute auf sie wirkt. | |||||
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03/07/2026 5:10 am |
Vermeer: Die Jahrhundertausstellung |
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| Im Frühjahr 2023 zeigte das Amsterdamer Rijksmuseum die bis dahin größte Sonderausstellung zu Jan Vermeer (1632-1675). Die Dokumentation gibt Einblick in diese einzigartige Werkschau, bei der erstmals die bekanntesten Bilder des Malers aus Delft nebeneinander zu bestaunen sind. Der Film ermöglicht es den Zuschauerinnen und Zuschauern, in die Details von Vermeers Meisterwerken einzutauchen, die verborgene Geschichte der Übermalungen zu entdecken und den geheimnisvollen Werdegang des Malers nachzuvollziehen. 2023 veranstaltete das Amsterdamer Rijksmuseum, das Nationalmuseum der Niederlande, die bis dahin größte Sonderausstellung zum Werk von Jan Vermeer (1632-1675). Mit zahlreichen internationalen Leihgaben gehörte sie zu den größten Werkschauen, die dem bedeutenden Maler des 17. Jahrhunderts je gewidmet wurden. Sie versammelte bekannte Gemälde wie „Das Mädchen mit dem Perlenohrring" (Mauritshuis, Den Haag), „Der Geograph“ (Städel Museum, Frankfurt am Main), „Briefschreiberin und Dienstmagd“ (National Gallery of Ireland, Dublin), „Frau mit Waage“ (National Gallery of Art, Washington, D.C.) und die von Marcel Proust geliebte „Ansicht von Delft" (Mauritshuis, Den Haag). In Delft lebte und arbeitete Jan Vermeer, der vor allem für seine ruhigen, besinnlichen Interieurs, eine beispiellose Verwendung von hellem, farbigem Licht und seine illusionistischen Perspektiven bekannt wurde. Mit etwa 35 Gemälden hinterließ er ein relativ kleines Oeuvre. Da seine Bilder jedoch zu den wertvollsten Schätzen von Museumssammlungen zählen, werden sie selten auf Reisen geschickt, die Amsterdamer Retrospektive war ein logistischer Kraftakt. Die Ausstellung bot Kuratoren und Forschern die einmalige Gelegenheit, die Gemälde des Malers miteinander zu vergleichen und dabei auch auf modernste materialtechnische Untersuchungen zurückzugreifen: So konnten sie Vermeers Werk weiter entschlüsseln und narrativ neu aufbereiten. | |||||
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03/07/2026 6:05 am |
GEO Reportage |
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| Fast rund um die Uhr wird auf dem Truppenübungsplatz der US-Streitkräfte im oberpfälzischen Grafenwöhr geschossen. Kaum vorstellbar, dass sich gerade deshalb auf diesem riesigen, scheinbar lebensfeindlichen Areal ein einzigartiges Naturrefugium gebildet hat. Unbehelligt von der ständigen Beschneidung ihres Lebensraumes und den Gefahren der Urbanisierung leben hier zahlreiche Tierarten. Nun soll der Einfluss des Wolfes auf die großen Rotwildbestände des Gebietes wissenschaftlich untersucht werden. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr liegt in der Oberpfalz im Norden Bayerns. Mit einer Fläche von über 230 Quadratkilometern ist er der größte Truppenübungsplatz der US-Armee außerhalb der USA. In diesem Gebiet sind Marcus Meißner und Maria Zetsche vom Institut für Wildbiologie Göttingen und Dresden mit einer Sondergenehmigung der US-Armee unterwegs. Der Diplom-Forstwirt und die Tierärztin koordinieren ein Projekt, das den Einfluss des Wolfes auf das Verhalten von Rothirschen untersuchen soll. Seit vielen Jahren befasst sich Marcus Meißner in Zusammenarbeit mit dem Bundesforst mit dem Verhalten von Rothirschen auf dem Truppenübungsplatz. Mit Hilfe von GPS-Sendern wurden das Verhalten und die Bewegungsmuster des Rotwildes ohne den Wolf erforscht. Jetzt soll das gleiche nochmal gemacht werden, unter dem Einfluss der jetzt hier nachweislich lebenden Wölfe. Dazu müssen die scheuen Tiere wieder mühsam eingefangen und mit einem Senderhalsband versehen werden. Marcus, Maria und ihre Kolleginnen sind gespannt auf die Ergebnisse. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. „GEO Reportage“ präsentiert außergewöhnliche Menschen rund um den Globus. | |||||
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03/07/2026 6:40 am |
GEO Reportage |
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| Es ist eine geografische Besonderheit auf dem Darß, die diesen Küstenabschnitt für Kraniche attraktiv macht: der Bodden. Das durch Landzungen und Inseln entstandene Lagunengewässer ist ein wahres Vogelparadies. Die großen Schreitvögel bewohnen normalerweise Sumpf- und Moorlandschaften im gesamten nördlichen und östlichen Europa sowie im Norden Asiens. Doch jedes Jahr im Herbst finden sich unzählige dieser Vögel hier an der Ostseeküste ein und sorgen für ein Spektakel, das Vogelliebhaber und Wissenschaftler gleichermaßen begeistert: die Kranichrast. Zehntausende Kraniche aus Deutschland, vor allem aber aus Skandinavien und dem Baltikum, machen zwischen September und November Rast entlang der Boddenkette – engmaschig überwacht von Ornithologen und fasziniert beobachtet von zahlreichen Vogelbegeisterten. Wie bedroht der Kranich durch Landwirtschaft, Klimawandel und natürliche Feinde ist, soll die aktuelle Zählung zeigen. Einzigartig sind jedoch nicht nur der Vogelzug hier oben im Norden oder die kilometerlangen, breiten Sandstrände. Auch altes Handwerk lebt hier weiter – wie die farbenfrohen Darßer Türen, handgefertigt und mit den typischen Motiven verziert. Auch der Kranich findet sich darauf wieder. In der Werkstatt der Brüder Roloff in Prerow werden neue Türen gebaut und alte saniert. Sie stammen oft aus dem 19. Jahrhundert: alte Kapitänstüren, durch deren Opulenz und Größe der Wohlstand der Bewohner zum Ausdruck kam. Die Charakteristik und das Flair der Ostseeküste zu erhalten, mit ihren Menschen, den Tieren, der Landschaft und Architektur – das ist der große Wunsch der Einheimischen. | |||||
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03/07/2026 7:35 am |
360° Reportage |
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| Selim lebt mit seiner Familie in Yeşiltepe, einem Dorf im Nordosten der Türkei. Umgeben vom Kaçkar-Gebirge, leben sie von Viehzucht und Teeanbau – insbesondere Kühe und Rinder sind eine wichtige Einnahmequelle. Nach dem islamischen Opferfest Kurban Bayram und mit dem Schmelzen des Schnees in den Bergen zieht die Familie mit den Kühen auf die auf 3.100 Meter gelegene Hochebene Tahpur. Die Vorbereitungen dauern eine Woche, denn drei Monate lang wird die Familie in den Bergen leben, das Vieh hüten und Käse herstellen, bevor es im Herbst wieder ins Tal geht. Am Tag des Aufstiegs herrscht reges Treiben: Der erste Lkw wird mit den älteren Kühen beladen, im zweiten Wagen folgen die Muttertiere mit ihren Kälbern. Im dritten Lkw befinden sich Hausrat, Vorräte, Hühner und alles, was die Familie zum Leben benötigt. Vor ihnen liegen 110 Kilometer und fast 2.000 Höhenmeter. Das anspruchsvolle Gelände und der Zeitdruck stellen die Familie vor große Herausforderungen. Doch die Freiheit und Weite der Berge entschädigen Selim und seine Familie für die Strapazen. | |||||
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03/07/2026 8:30 am |
Stadt Land Kunst Spezial |
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| (1): Das farbenfrohe Bangladesch von Zainul Abedin Behäbig zieht der Fluss Brahmaputra seine Bahnen durch die Täler Bangladeschs, bevor er in den Ganges mündet. Der Blick des Malers Zainul Abedin richtet sich allerdings auf das Leben der Menschen, das sich im Wasser des Brahmaputra spiegelt. Der Künstler wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in der damals noch britischen Provinz Bengalen geboren und verbrachte sein Leben damit, die Schönheit und das Leid eines Volkes zu dokumentieren, das zu den ärmsten der Welt gehört. Außerdem begleitete er die Aufstände, die zur Entstehung des Staates Bangladesch führten. In seinem kraftvollen Strich erkennt sich ein ganzes Land wieder, denn er steht für den erbitterten Kampf um Überleben und Unabhängigkeit. (2): Bangladesch: Die Bauls, Bengalens Barden Ein geheimnisvolles Lied von Liebe und Freiheit erhebt sich über dem ländlichen Bangladesch. Es ist der Gesang der Bauls, jener mystischen Gemeinschaft, die weder muslimisch noch hinduistisch oder buddhistisch ist, sich aber von allen drei Religionen etwas ausgeliehen und daraus eine ganz eigene Spiritualität entwickelt hat. Die Bauls glauben nur an den Menschen und an seine Fähigkeit, das Göttliche in sich zu entdecken. Die kleine Gemeinschaft von Barden ist fest in der ländlichen Kultur Bengalens verwurzelt, wurde aber mit ihren sanften und klagenden Weisen, die bis zur Trance führen können, in aller Welt bekannt. (3): In Bangladesch: Der Kampf der 22 Das „Bangabandhu National Stadium“ in Dhaka, Bangladesch, fügt sich zwischen den Elektronikgeschäften, Straßenhändlern und Moscheen so unauffällig in seine Umgebung ein, dass man es leicht übersehen könnte. Und doch erinnert es daran, dass bei manchen Fußballturnieren viel auf dem Spiel steht ... | |||||
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03/07/2026 9:05 am |
Stadt Land Kunst Spezial |
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| (1): Karen Blixens dänisches Festmahl Endlose Wälder, Dünenlandschaften an der Ostsee, windgepeitschte Seen – so kennt man das wildromantische Dänemark aus den Werken von Karen Blixen. Die Schriftstellerin, deren Bücher auf Deutsch häufig unter dem Pseudonym Tania Blixen erschienen, reiste um die halbe Welt, doch ihr gesamtes Werk entstand auf dänischem Boden. Eine bürgerliche Kindheit am Öresund und Ausflüge zu den Fischern auf Jütland lieferten den Stoff, aus dem später einige ihrer großen Romane entstehen sollten. (2): Dänemark, die schönen Tage der Skagen-Maler Im äußersten Norden Dänemarks liegt die Halbinsel Skagen, eine schmale, vom Wind gepeitschte Landzunge. Im Frühjahr, wenn die Tage länger werden, erstrahlt diese Landschaft in einem unglaublichen Licht, das seit jeher Künstler fasziniert. Im 19. Jahrhundert ließ sich eine Gruppe skandinavischer Maler in der gleichnamigen Stadt nieder und versuchte, die besonderen Farbnuancen dieser nordischen Landschaften auf die Leinwand zu bannen. (3): Dänemark: Ein Vergnügen der besonderen Art Wenige Kilometer von Kopenhagen entfernt liegt Bakken, einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt, der Jahr für Jahr Tausende Familien anlockt. Doch schon im 16. Jahrhundert, lange vor der Achterbahn, zog eine nicht minder interessante Attraktion die Menschen hierher … | |||||
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03/07/2026 9:45 am |
Zu Tisch |
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| Im grünen Norden Spaniens pflegt Sila Fernández auf dem Familienhof Casa Bartuelo eine jahrhundertealte Tradition: den Anbau der Faba-Bohne. Sie ist das Herzstück der asturischen Küche und Grundlage von Eintöpfen. Bodenbeschaffenheit, Klima und Anbaumethode geben ihr einen unverwechselbaren Charakter und machen sie zu einem Superfood. Gemeinsam mit ihrer Familie experimentiert Sila Fernández mit neuen Rezepten. Es entstehen dabei Gerichte, die das Land in seiner ganzen Vielfalt widerspiegeln: bodenständig, kreativ und voller Geschmack. Von der Ernte bis zum Apfel-Bohnenkuchen erzählt der Beitrag von Frauen, die Altes bewahren und Neues wagen – und von einer Bohne, die Asturien zusammenhält. | |||||
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03/07/2026 10:20 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| In den Provinzen Bartin und Sinop bis Zonguldak zeigt sich die West-Schwarzmeerküste von ihrer sanften Seite. Im Hinterland prägen tiefe Wälder das Bild und immer wieder bestimmt das Meer das Leben - von Amasra, der historischen Handelsstadt, über den majestätischen Valla Canyon bis zu den traditionellen Handwerkern in Devrek. In Safranbolu, der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt des Safrans, ziehen enge Gassen, kleine Läden und historische Handwerksbetriebe jährlich unzählige Besucher an. Der westliche Teil der türkischen Schwarzmeerküste lädt dazu ein, in die liebliche Seite dieser Region einzutauchen. In der Provinz Bartin, versteckt in einer zauberhaften Bucht, liegt Amasra, ein historischer Ort, um den sich alte Legenden ranken. Weiter südlich liegt der Valla Canyon, einer der tiefsten Canyons der Welt, umgeben von den geschützten Wäldern des Küre-Gebirges. In Devrek wird die Kunst der Gehstöcke bewahrt; Tansel, ein lebender Künstler der UNESCO, führt diese Tradition fort und fertigt jeden Gehstock in mühsamer Handarbeit. Der Pilzexperte Ömer lädt zu Lehrwanderungen ein und vermittelt den respektvollen Umgang mit den Schätzen der Natur. Die Stadt Safranbolu, bekannt für ihre osmanische Architektur und als UNESCO-Weltkulturerbe, fasziniert mit ihren verwinkelten Gassen und dem Anbau des begehrten Safrans. Diese Orte zeigen eine Küste, an der Vergangenheit und Gegenwart harmonisch verschmelzen, und Mensch und Natur in einem seltenen Gleichgewicht stehen. Die vierteilige Dokureihe entdeckt die unbekannte Seite der Türkei, dem fünfbeliebtesten Urlaubsland der Welt: Entlang der Schwarzmeerküste geht es 1.400 km von Istanbul nach Artvin an der georgischen Grenze. Die Reise führt über mächtige Gebirgsketten, durch ein gigantisches Flussdelta, tiefe Schluchten, magische Höhlen und pittoreske Almen, wo unzählige Wildtiere und Waldpflanzen heimisch sind. In malerischen Städten und rauen Landschaften zeigen Nussbauern, Fischer und Orchideenzüchter, weshalb sie ihre Heimat so lieben. | |||||
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03/07/2026 11:05 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Der raue Norden - hier zeigt sich die türkische Schwarzmeerküste von ihrer schöpferischen Seite. Von den Wasserbüffeln im Kizilirmak-Delta, aus deren Milch köstliche Produkte hergestellt werden, bis zu den Bootsbauern von Arakli, die seetüchtige Fischkutter bauen, offenbart sich eine Region voller Kontraste. Geschichten über den leidenschaftlichen Orchideenzüchter und Schäfer Ferdi, der von der Großstadt zurück in seine Heimatregion zog, über Höhlenwelten von Gölköy, beeindruckende Wanderwege durch den Horma-Canyon, bringen uns diesen rauen Teil der türkischen Schwarzmeerküste näher. Der raue Norden der türkischen Schwarzmeerküste. Ein Land der großen Weiten, die Freiheit auch für das Vieh bedeuten. Atemberaubende Landschaften, die sich hier zu einer einzigartigen Kulisse vereinen. Es ist eine Region junger Idealisten, die im Einklang mit Natur und Tier leben. Der Orchideenzüchter Ferdi, der in einem Taldorf des Ilgaz-Berges lebt, und seltene Erdorchideen züchtet, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Auch die Familie Koparan mit ihren Wasserbüffeln prägen das Bild. In der modernen Molkerei von Sohn Mustafa entstehen hochwertige, biologische Büffelmilchprodukte, die weit über die Region hinaus geschätzt werden. Mit ihrer Arbeit trägt die Familie dazu bei, die Tradition der Büffelhaltung lebendig zu halten und gleichzeitig innovative Wege in der Produktion zu gehen. In Arakli, einem kleinen Küstendorf, bewahrt Hüseyin die Kunst des Holzbootbaus. Seit Jahrhunderten wird hier Kastanienholz zu robusten Kuttern verarbeitet, die der rauen See trotzen. Hüseyin, der älteste und erfahrenste Bootsbauer, arbeitet eng mit dem Hafenkapitän Murat zusammen, um die Boote in die richtige Form zu bringen. Sie sind stolz darauf, gemeinsam diese Tradition der Schwarzmeerküste fortzusetzen. Die Geschichte des Bergbaus in Zonguldak erzählt von den Schätzen, die tief unter der Erde lagern, während die Höhle von Gölköy mit ihren uralten Formationen in eine geheimnisvolle Welt entführt. Auch der Horma-Canyon, mit seinen imposanten Felsen und atemberaubenden Wanderwegen, bietet zudem einen spektakulären Einblick in die raue Schönheit der Region. | |||||
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03/07/2026 11:50 am |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Die fruchtbare Mitte der türkischen Schwarzmeerregion begeistert mit ihrer facettenreichen Landschaft und dem traditionsreichen Leben ihrer Bewohner. Wo der Fluss Kizilirmak in das Schwarze Meer mündet, erstreckt sich ein einzigartiges Naturparadies, Heimat unzähliger Vogelarten, Wasserbüffel, wilder Kamele und Pferde. An den Hängen des Pontischen Gebirges prägen Tabak- und Haselnussanbau den Alltag. An der Küste ist die jahrhundertealte Fischerkultur nicht wegzudenken, die den Tagesablauf und das Leben der Menschen bestimmt. In der fruchtbaren Mitte der türkischen Schwarzmeerküste liegen die Provinzen Giresun, Ordu, Trabzon und Samsun an den Nordhängen des Pontischen Gebirges. Diese Region ist ein Schmelztiegel aus kultureller Tradition, natürlicher Vielfalt und nachhaltiger Lebensweise. Hier leben die Menschen im Einklang mit der Natur: Fischerei, Tabak- und Haselnussernte prägen das Leben und den Rhythmus der Bewohner. Das Kizilirmak-Delta an der Küste ist ein Naturschutzgebiet, in dem Wildtiere ungestört leben und Zugvögel auf ihrer Reise von Europa und Asien nach Afrika einen Rastplatz finden. In diesem Zufluchtsort dokumentiert Prof. Dr. Sancar Baris zusammen mit einer Gruppe von Studierenden Lebensweisen und Zugrouten der Wasservögel. Der längste Fluss der Türkei, der Kizilirmak bewässert die Felder rund um die Stadt Bafra und bietet den Nährboden für den Tabak, aus dem die starken, geschmacksintensiven Samsun-Zigaretten gerollt werden. Yilmaz ist einer der vielen Haselnussbauern in Görele, Giresun, wo sie die Haselnüsse auch liebevoll die "fettigen, pummeligen aus Giresun" nennen. Sowohl bei der Haselnussernte als auch beim Pflücken der Tabakblätter packt das ganze Dorf mit an. In der Hafenstadt Arakli lernen wir Emine kennen. Sie ist die einzige Fischerin an der türkischen Schwarzmeerküste. Wie das Meer sie und ihren Mann wieder zusammengeführt hat, steht symbolisch für die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Meer. Die Geschichten der Menschen und die Vielfalt der Natur machen diese Region zu einer Schatzkammer des türkischen Nordens. | |||||
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03/07/2026 12:35 pm |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Der Osten der türkischen Schwarzmeerküste gilt als rau, wild und eigensinnig. Jeden Frühsommer finden auf der Ayder-Alm Stierkämpfe statt, bei denen die Tiere die Rangordnung in der Herde bestimmen - eine 250 Jahre alte Tradition. Am Mencune-Wasserfall sammeln Tausende Bienen unter der Obhut ihres kreativen Imkerkönigs den Nektar der vielen Wildblumen, die an den steilen Hängen wachsen. Im Kackar-Gebirge erntet das ganze Dorf kostbare Teeblätter und in einer Felswand bei Macka versteckt sich einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Christentums: das Sumela-Kloster. Der Osten der türkischen Schwarzmeerküste ist ein Landstrich, der die Kräfte der Natur und die Traditionen seiner Bewohner vereint. An malerischen Hängen, steilen Felswänden und entlang tosender Wasserfälle erleben wir die besondere Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Zwischen den 4000 Meter hohen Kackar-Bergen und dem verträumten Küstenstädtchen Arhavi lernen wir den Imker Bülent und seine Frau Nazli kennen. Zwischen steilen Wasserfällen und dichten Laubwäldern produzieren 80 Millionen Bienen kostbaren Honig, der dank der unberührten Natur besonders hochwertig ist. In den Bergen bei Macka thront auch das historische Sumela-Kloster, das sich wie ein Adlerhorst in eine Felswand schmiegt und Zeugnis einer jahrhundertealten christlichen Tradition ist. An den regenreichen Hängen von Rize führt die Reise zu den berühmten Teeplantagen. Hier wächst das Nationalgetränk der Türken: Çay, den die Einheimischen mit Stolz und in großen Mengen genießen. In Artvin pflegt Falkner Kazim die alte Kunst der Greifvogeljagd. Mit seinem Wanderfalken bewahrt er eine tief verwurzelte Tradition, die die enge Beziehung zwischen den Menschen hier und der ungezähmten Natur widerspiegelt. Bekannt ist die Region auch für ihre Stierkämpfe auf der Ayder-Alm, wo die Tiere unter der strengen Aufsicht ihrer stolzen Besitzer um die Rangordnung kämpfen. So auch Zigzava, der 17-jährige Champion. Wird er sich auch dieses Jahr an der Spitze behaupten können? | |||||
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03/07/2026 12:35 pm |
Die türkische Schwarzmeerküste |
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| Der Osten der türkischen Schwarzmeerküste gilt als rau, wild und eigensinnig. Jeden Frühsommer finden auf der Ayder-Alm Stierkämpfe statt, bei denen die Tiere die Rangordnung in der Herde bestimmen - eine 250 Jahre alte Tradition. Am Mencune-Wasserfall sammeln Tausende Bienen unter der Obhut ihres kreativen Imkerkönigs den Nektar der vielen Wildblumen, die an den steilen Hängen wachsen. Im Kackar-Gebirge erntet das ganze Dorf kostbare Teeblätter und in einer Felswand bei Macka versteckt sich einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Christentums: das Sumela-Kloster. Der Osten der türkischen Schwarzmeerküste ist ein Landstrich, der die Kräfte der Natur und die Traditionen seiner Bewohner vereint. An malerischen Hängen, steilen Felswänden und entlang tosender Wasserfälle erleben wir die besondere Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Zwischen den 4000 Meter hohen Kackar-Bergen und dem verträumten Küstenstädtchen Arhavi lernen wir den Imker Bülent und seine Frau Nazli kennen. Zwischen steilen Wasserfällen und dichten Laubwäldern produzieren 80 Millionen Bienen kostbaren Honig, der dank der unberührten Natur besonders hochwertig ist. In den Bergen bei Macka thront auch das historische Sumela-Kloster, das sich wie ein Adlerhorst in eine Felswand schmiegt und Zeugnis einer jahrhundertealten christlichen Tradition ist. An den regenreichen Hängen von Rize führt die Reise zu den berühmten Teeplantagen. Hier wächst das Nationalgetränk der Türken: Çay, den die Einheimischen mit Stolz und in großen Mengen genießen. In Artvin pflegt Falkner Kazim die alte Kunst der Greifvogeljagd. Mit seinem Wanderfalken bewahrt er eine tief verwurzelte Tradition, die die enge Beziehung zwischen den Menschen hier und der ungezähmten Natur widerspiegelt. Bekannt ist die Region auch für ihre Stierkämpfe auf der Ayder-Alm, wo die Tiere unter der strengen Aufsicht ihrer stolzen Besitzer um die Rangordnung kämpfen. So auch Zigzava, der 17-jährige Champion. Wird er sich auch dieses Jahr an der Spitze behaupten können? | |||||
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03/07/2026 1:20 pm |
Rom gegen Karthago |
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| Im 3. Jahrhundert vor Christus hat das ehemals bäuerliche Rom unter der Führung seiner Adelsfamilien Italien unter seine Herrschaft gebracht. Doch bei der Frage um die Herrschaft über das Mittelmeer gerät es mit der etablierten Handelsnation jener Ära in einen Konflikt. Es mündet in einen Zweiten Punischen Krieg: Gegenüber stehen sich das reiche Karthago und das aufstrebende Rom - nur einer kann herrschen. Hannibal und Scipio tragen diesen Kampf aus. Bis heute gilt das Mittelmeer als Netz lebenswichtiger Handelswege, als Schmelztiegel von Kulturen und Ideen sowie als Arena politischer und militärischer Kämpfe. Vor gut 2.200 Jahren wurden im Zweiten Punischen Krieg die Weichen für die politischen, kulturellen und religiösen Kräfte gestellt, die Europa und den Mittelmeerraum bis heute prägen. Dabei bekämpften sich das aufstrebende Rom und die etablierte Seemacht des Mittelmeers, Karthago. Begonnen wurde dieser Krieg von Hannibal Barkas, einem karthagischen Feldherrn, der zu den größten der Geschichte zählt. Bekanntheit erlangte er durch die Überquerung der Alpen mitten im Winter mit einem Heer von 80.000 Mann und vielen Kriegselefanten. Hannibals Ziel besteht in der Wiederherstellung der Macht Karthagos. Aufgrund seines taktischen Geschicks, mitsamt unerwarteten Aktionen, schafft er es, die Römische Republik an den Rand des Untergangs zu treiben. Nach der bitteren Niederlage bei Cannae ist es der junge Scipio Aemilianus, der den Widerstand Roms gegen Karthago anführen wird. Hautnah beobachtet er Hannibals militärisches Genie in einer Reihe von Schlachten und lernt daraus, wie man ihn schlagen kann. Scipio verlagert den Krieg aus Italien nach Nordafrika, direkt vor die Tore Karthagos. Hannibal muss Italien verlassen und in die Heimat zurückkehren. Bei Zama treffen die beiden größten Feldherren ihrer Epoche aufeinander. Wer von beiden wird als Sieger hervorgehen - der erfahrene Stratege, der keine Schlacht gegen die Römer verloren hat, oder der Neuling? | |||||
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03/07/2026 2:50 pm |
Griechen gegen Perser |
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| Im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus greift das Perserreich, die absolute Großmacht dieser Epoche, nach dem Westen. Es will die griechischen Stadtstaaten unter seine Kontrolle bringen. Zu oft haben die sich an Aufständen der griechischen Städte im Perserreich beteiligt. Was sich anschließt, ist ein Kampf von David gegen Goliath - oder Themistokles gegen den König der Könige: Xerxes. 481 vor Christus: Der uneingeschränkte Herrscher der Perser, Xerxes, rüstet sich für einen Feldzug gegen rebellische Städte in Griechenland. Besonders auf Athen hat er es abgesehen, das seinem Vater Dareios bei Marathon eine demütigende Niederlage zugefügt hat. Xerxes beherrscht viele Länder von Kleinasien bis Indien. Sein Reich ist eines der größten der Geschichte, das erste Imperium des Nahen Ostens, mit schier unerschöpflichen Ressourcen. Seit Jahren plant er eine Invasion Griechenlands und hat keine Mühen und Kosten gescheut, um ein riesiges Heer aufzustellen. Ein Kampf von Goliath gegen David - so scheint es. Xerxes trifft auf eine Konföderation griechischer Stadtstaaten, angeführt von Themistokles aus Athen. Den Griechen stehen nur wenige Ressourcen im Vergleich zur gewaltigen Macht des Perserreichs zur Verfügung. Doch sie besitzen einen entscheidenden Vorteil: Athen ist seit zehn Jahren eine Demokratie. Dieses damals radikale politische System ermöglicht es freien Männern - etwa zehn Prozent der Bevölkerung -, ihre Regierung selbst zu wählen. Sie wählen Themistokles. Er entstammt zwar der Aristokratie, gehört aber nicht zum oligarchischen Machtzirkel, der die junge Demokratie Athens prägt. Doch er besitzt rhetorisches Geschick und politischen Scharfsinn. Als Stratege geht er neue Wege: Er versteht es, Gegner zu täuschen, und beherrscht das Intrigenspiel wie kaum ein anderer. Es gelingt ihm, die Athener davon zu überzeugen, im Kampf gegen die Perser auf Schiffe zu setzen. Die Seeschlacht bei Salamis wird alles entscheiden … | |||||
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03/07/2026 4:25 pm |
ARTE Reportage |
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| (1) Iran: Die ersten Tage dieses Krieges In den ersten Tagen dieses Krieges schwanken Iranerinnen und Iraner zwischen Angst und Hoffnung. Seit Wochen rechneten sie mit einem Krieg, und die meisten hofften, dass er zu einem Regimewechsel führen würde. Nach den ersten Bombenangriffen waren überall im Land Freudenschreie zu hören; manche wagten auch Tänze auf der Straße – allerdings mit Vorsicht. Denn Polizei und Milizen des Regimes patrouillieren wachsam durch Städte und Dörfer. Die Straße bleibt im Iran ein gefährlicher Ort – nun zusätzlich wegen der Bomben. Das Regime orchestriert seine Propaganda mit großen Versammlungen zum Gedenken an den toten Führer Chamenei. ARTE Reportage zeigt die ersten Tage des Krieges in Teheran, und auf der anderen Seite der Grenze, im irakischen Kurdistan. Dort warten Tausende Exil-Iranerinnen und -Iraner darauf, endlich in ihre Heimat zurückkehren zu können. Sie wollen mit dazu beitragen, das Mullah-Regime endlich abzusetzen. (2) Indien - China: Revanche für Mädchen In Indien und China bekommen Eltern wieder gerne Mädchen; anders als früher werden sie nicht mehr abgetrieben. Laxmi wurde am 21. Dezember 2025 in einem indischen Dorf geboren. Die Teams von ARTE Reportage filmten sie ab der achten Sekunde ihres Lebens. Sie erzählen von Laxmis ersten Tagen und vom Leben anderer Mädchen in indischen Dörfern und chinesischen Metropolen. Sie berichten auch über die Tabuthemen in beiden Ländern: gezielte Abtreibungen von Mädchen, Kindstötungen, ausgesetzte Mädchen sowie Mädchen in China, die nach der Geburt verkauft wurden. Bereits 1990 warnte der indische spätere Wirtschaftsnobelpreisträger Amartya Sen, dass in Asien seiner Meinung nach bald 100 Millionen Frauen im Verhältnis zu den Männern fehlen würden. Heute finden viele Männer in China und in Indien keine Ehefrauen mehr. Wohl auch deshalb begannen die Menschen dort endlich umzudenken – und durch Aktivisten, die aufklärten und halfen, diese Wende in den Köpfen anzuregen. | |||||
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03/07/2026 5:20 pm |
Mit offenen Karten |
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| Die seit Jahrzehnten globalisierte Automobilindustrie erlebt seit dem Aufkommen des Elektroautos eine wahre Revolution. In Zeiten des ökologischen Wandels scheinen umweltfreundlichere und sparsamere Fahrzeuge unumgänglich. Zahlreiche Länder haben für die kommenden Jahre verbindliche Absatzquoten für Elektroautos eingeführt, die einen lukrativen Markt versprechen. Europäische, amerikanische, japanische und koreanische Autohersteller stellen nach und nach um. Doch ein Land scheint allen voraus zu sein: China. Sei es bei der Produktion oder beim Zugang zu Rohstoffen – die Volksrepublik positioniert sich als Branchenführer und könnte schon bald den Weltmarkt mit Elektroautos überschwemmen, deren Preise weit unter denen der Konkurrenz liegen. Das Elektroauto ist nicht zuletzt ein strategischer Faktor für Umwelt, Wirtschaft – und Geopolitik. | |||||
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03/07/2026 5:30 pm |
Das Leben der Amish |
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| Ein Leben wie vor 300 Jahren - die Amish in den USA. Die religiöse Gemeinschaft hat ihren Ursprung in Europa und ihre ganz eigenen Regeln, wie etwa die Erwachsenentaufe und - je nach Strenge der Gemeinde - die Ablehnung technischen Fortschritts. Sie tragen altmodische Kleidung, Hüte, Hauben und lange Bärte und haben weder Autos, Fernsehen oder Computer. Ihre Siedlungen sind nicht ans Stromnetz angeschlossen, Batterien und Generatoren sind aber erlaubt. Wer den Amish begegnet, taucht in eine vergangene Welt ein. Zeitreise in die Gegenwart: Ursprünglich aus Süddeutschland und der Schweiz stammend, hat die Amish-Gemeinschaft ihre Kultur und Sprache in die Neue Welt getragen: Sie sprechen Pennsylvaniadeutsch - eine Mischung aus Englisch und deutschen Dialekten - und leben wie vor 300 Jahren. Tief verwurzelt in ihrem Glauben, folgen die Amish strengen Richtlinien und lehnen moderne Technologien und Lebensformen ab. Für Außenstehende können diese Regeln manchmal rätselhaft erscheinen. Mit Pferdekutschen durchstreifen sie ihre ländlichen Gemeinden, doch wenn es zu weit ist, darf ein Shuttleservice genutzt werden, an dem einige Amerikaner viel verdienen. Das Telefon wird nicht benutzt, außer wenn es sich um geschäftliche Belange handelt und sich das Gerät außerhalb des Hauses befindet. Trotz ihrer einfachen Lebensweise haben die Amish keine Nachwuchsprobleme. Kinderreiche Familien sind an der Tagesordnung. Auch die Geschäfte laufen gut, denn die landwirtschaftlichen Produkte aus ökologischem Anbau sind genauso gefragt wie das handwerkliche Geschick der Amish. Die Amish haben ihre eigenen Privatschulen, besuchen diese aber meistens nur bis zum 14. Lebensjahr. Der Lehrplan gibt neben Lesen, Schreiben, Rechnen, Geografie und Deutsch vor allem Bibelunterricht vor. Bereits während der Schulzeit arbeiten die Kinder zu Hause mit. Doch bevor sie sich als junge Erwachsene taufen lassen, um dann endgültig zur Amish-Gemeinschaft dazuzugehören, haben sie die Möglichkeit zum sogenannten Rumspringa: In dieser Zeit dürfen sie alles ausprobieren, was auch andere Jugendliche gewöhnlich tun - danach müssen sie sich für einen Lebensstil entscheiden. Wer jedoch nach der Taufe ein moderneres Dasein wählt, wird exkommuniziert. Der Film gibt einen faszinierenden Einblick in eine traditionelle Welt. | |||||
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03/07/2026 6:20 pm |
ARTE Journal |
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| Eine Woche nach Beginn des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran geht ARTE Journal der Frage nach, wie die Iraner mit dem Konflikt umgehen - mit Bildern, die in den letzten Tagen in Teheran gedreht wurden. Diese Sondersendung bietet auch die Gelegenheit, die Folgen der Regionalisierung des Konflikts zu analysieren und zu verstehen, wie sich die Weltordnung dadurch verändern könnte. | |||||
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03/07/2026 7:15 pm |
Pompeji |
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| Pompeji, 79 nach Christus: Als der Vesuv ausbricht, wird die antike Handelsstadt unter Asche und Bimsstein begraben. Bis heute, fast 2.000 Jahre nach der Katastrophe, gelingen Archäologen sensationelle Funde, die Einblicke geben in die Schrecken der letzten Stunden und den Alltag der Bewohner Pompejis. Nach der Erforschung florierender Gewerbebetriebe – einer Bäckerei und einer Wäscherei – richtet sich der Fokus der Grabungen auf ein prächtiges Anwesen in unmittelbarer Nähe. Abseits der einst belebten Straßen legen die Forscher eine luxuriöse Villa frei, die vermutlich einem einflussreichen Lokalpolitiker gehörte. Die Funde erlauben Einblicke in das verschwenderische Leben der pompejanischen Elite, das in scharfem Kontrast zu den Lebensbedingungen der versklavten Arbeiter in der nahe gelegenen Bäckerei steht. Zu den spektakulären Entdeckungen zählen außergewöhnliche Fresken in einem Bankettsaal sowie beeindruckende Mosaikfußböden – Relikte, die ebenso wie die gut erhaltene Feinkeramik die prunkvollen Gelage der Hausherren lebendig werden lassen. Die bewegendsten Entdeckungen gelingen in einem kleinen Nebenraum: der Leichnam einer Frau, die in einem Beutel kostbare Perlenohrringe und Goldmünzen bei sich trug. Als die Grabung fortschreitet, stößt das Team auf ein zweites Opfer: einen Mann, der unter einem eingestürzten Mauerstück begraben wurde. Wer waren diese Menschen? Warum blieben sie zurück, während so viele andere flohen? | |||||
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03/07/2026 8:10 pm |
Pompeji, Geschichte einer Katastrophe (1/3) |
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| Seit mehr als einem Jahr läuft in Pompeji eines der ehrgeizigsten Grabungsprojekte unserer Zeit: Ein italienisches Archäologenteam entdeckte einen bisher unerforschten Häuserblock und förderte unter anderem eine Bäckerei, ein Wohnhaus und ein Wandgemälde, das eine Art Pizza zeigt, zutage. Die Ausgrabung beginnt mit der Entdeckung eines riesigen Steinofens. Viel zu groß, um zu einem Privathaus gehört zu haben, finden die Forscher heraus, dass er Teil einer Bäckerei war, in der Brot an die Bewohner von Pompeji verkauft wurde. Nicolas Monteix, Experte für das Backgewerbe in der Antike, besichtigt eine der 40 Bäckereien, die bisher in Pompeji gefunden wurden, und erzählt davon, wie das Leben der Sklaven vermutlich ausgesehen hat, die dort Tag für Tag bei gleißenden Temperaturen schufteten und permanent dem Mehlstaub ausgesetzt waren. In einem Nebenraum der Bäckerei entdecken die Archäologen drei Skelette. Ihr Zustand deutet darauf hin, dass die Menschen von der einstürzenden Decke erschlagen wurden. In den ersten 18 Stunden des Vulkanausbruchs fiel ein dichter Niederschlag aus Pyroklasten und Asche auf Pompeji. Unter dem Gewicht der Gesteinsfragmente brachen überall in der Stadt Gebäude ein. Neben der Bäckerei entdecken die Archäologen das Wohnhaus. In jedem Raum türmen sich unberührte Lapilli bis zu drei Meter hoch. Das bedeutet, dass seit dem Vulkanausbruch niemand dieses Haus betreten hat. Im Atrium finden die Forscher unbenutzte Dachziegel, Steine und Werkzeug. Daraus schließen sie, dass das Gebäude zum Zeitpunkt der Eruption renoviert wurde. Tatsächlich hatte 17 Jahre zuvor, im Jahr 62 nach Christus, ein Erdbeben viele Häuser in Pompeji zerstört, die längst noch nicht alle wieder aufgebaut waren. Die dreiteilige Reihe dokumentiert das ehrgeizigste Grabungsprojekt in Pompeji seit einer Generation. Fast zwei Jahre lang begleitete das Filmteam die Wissenschaftler bei ihrer Arbeit und erhielt exklusiven Zugang zur Ausgrabungsstätte. So war es dabei, als die Archäologen im Norden der Stadt einen bisher unerforschten Häuserblock zutage förderten. Zu den überraschenden Entdeckungen zählen eine Bäckerei, verschiedene Werkzeuge, wertvolles Tuch, Kohlezeichnungen von Gladiatoren und ein Wandgemälde mit einer Art Pizza - aber auch drei menschliche Skelette. Die Funde lassen darauf schließen, wer sich damals in dem Gebäude aufgehalten hat und wie die Bewohner von Pompeji die letzten Stunden ihres Lebens verbrachten. | |||||
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03/07/2026 9:10 pm |
Pompeji, Geschichte einer Katastrophe (2/3) |
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| Die Ausgrabungen gehen weiter und das italienische Archäologenteam entdeckt die Überreste eines Pferdegeschirrs. Da sie keine Knochen finden können, stellt sich die Frage, ob sich das Tier retten konnte, als die Eruption begann. Steven Tuck von der Universität Miami schließt sich den Arbeiten an. Er sucht nach Spuren von Menschen, die die Stadt lebendig verlassen konnten, und stellt Berechnungen an, um die Anzahl der Einwohner von Pompeji zu bestimmen. In Pompeji fördern die neuen Ausgrabungen weitere aufschlussreiche Funde zutage. Gleichzeitig ergeben Untersuchungen, dass viele Pompejaner den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus wahrscheinlich überlebten. Bisher schätzten Experten die damalige Einwohnerzahl auf 10.000 bis 12.000 Menschen, aber der Forscher Steven Tuck enthüllt eine Grabinschrift im Süden der Stadt, die eher eine Bewohnerschaft von 30.000 Menschen nahelegt. Im Laufe der 300-jährigen Grabungsgeschichte wurden jedoch bisher nur gut 1.200 Tote gefunden - was bedeutet, dass der Verbleib von mehr als 90 Prozent der Pompejaner bis heute ungeklärt ist. Bei Ausgrabungen im Wohnteil des Gebäudes entdeckt das Team eine kunstvolle Regenrinne, die früher das Dach über dem zentralen offenen Bereich - dem Atrium - zierte und Regenwasser in ein großes flaches Becken leitete, das sogenannte Impluvium. Mit der zusätzlichen Freilegung wertvoller weißer Marmormöbel und Dekorelemente wird immer deutlicher, dass der Eigentümer ein wohlhabender Pompejaner war. Ein weiterer Fund gibt dem Team Rätsel auf: Ein ausgeklügeltes Netz aus 2.000 Jahre alten Rohren und Leitungen verbindet die Bäckerei und das Haus des reichen Bürgers mit dem benachbarten Gebäude. Der Archäologe Miko Flohr untersucht die Ausgrabungsstätte, um zu prüfen, ob es sich um eine römische Wäscherei handeln könnte, eine sogenannte Fullonica. Nur hochrangige Römer benutzten diese Walkereien zur Reinigung ihrer Kleidung; wer in Pompeji eine betrieb, hatte direkten Zugang zu den oberen Schichten der pompejanischen Gesellschaft. | |||||
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03/07/2026 10:05 pm |
Pompeji, Geschichte einer Katastrophe (3/3) |
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| Die dritte und letzte Folge der Reihe über das in dieser Generation wohl ehrgeizigste Grabungsprojekt in Pompeji beleuchtet die letzten Stunden vor dem Untergang der Stadt. Anhand von Grabungsfunden und zum Bewegtbild animierten Original-Wandmalereien zeichnet der Film nach, wie das Leben in Pompeji vor dem Ausbruch des Vesuvs ausgesehen haben könnte - und was geschah, als die Katastrophe vor fast 2.000 Jahren über die Stadtbewohner hereinbrach. In dieser letzten Folge bewerten die Archäologen die vollendete Ausgrabung einer Luxusvilla, einer Bäckerei und einer Wäscherei. Dabei entdecken sie auch Hinweise zu den Tätigkeiten der Pompejaner in den letzten Stunden vor dem Untergang ihrer Stadt. Den Ausgangspunkt bildet der Vesuv. Neunzehn Stunden nach dem Beginn des Vulkanausbruchs liegt Pompeji größtenteils unter einer Schicht aus pyroklastischem Material und Asche begraben. Allerorts sind Dächer unter dem Gewicht des Vulkangesteins eingebrochen und haben Menschen unter ihren Trümmern begraben. Doch es gibt auch Überlebende. Ist nach dem Abebben der ersten Eruption für sie das Schlimmste überstanden? Laut dem Vulkanologen Chris Jackson dürfte die letzte, tödlichste Phase des Vulkanausbruchs erst nach dem Gesteinshagel eingetreten sein: Pyroklastische Ströme, giftige Gase und sengende Hitze vernichteten alles noch in der Stadt befindliche Leben. An der Ausgrabungsstätte hat die Freilegung einer großen Villa neben der Bäckerei und der Wäscherei begonnen. Unter einer Treppe entdeckt das Team Kohlezeichnungen von kämpfenden Gladiatoren. Da Kohle schnell verblasst, glauben die Archäologen, dass jemand diese Bilder kurz vor der Eruption gezeichnet hat. Wer war der Künstler, und warum zeichnete er Gladiatoren? Abschließend reflektiert Teamchef Gennaro Iovino über die Verbindungen der modernen Neapolitaner zu den Pompejanern der Antike - und über den Vesuv, diesem noch heute in der ganzen Region sichtbaren Mahnmal zum Gedenken an die vergangene, aber auch zur Warnung vor einer möglichen neuen Katastrophe. | |||||
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03/07/2026 11:05 pm |
Leevi Madetoja: Die Österbottner |
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| Leevi Madetojas (1887-1947) Die Österbottner ("Pohjalaisia") gilt als Finnlands Nationaloper. Es ist eine Geschichte über Beharrlichkeit, Menschenrechte und Freiheit. Uraufgeführt wurde sie 1924, sechs Jahre nach dem finnischen Bürgerkrieg, bei dem der Bruder des Komponisten umkam. Finnland hatte 1917 die Unabhängigkeit vom Zarenreich erlangt, war aber gleichzeitig von der Russischen Revolution in Mitleidenschaft gezogen worden. Mit den Österbottnern gelang Leevi Madetoja, woran sein Lehrer Jean Sibelius gescheitert war: die Schaffung einer finnischen Nationaloper, ein Wendepunkt für ein Land ohne eigene Operntradition. Sein Werk wurde sofort zu einem festen Bestandteil des finnischen Opernrepertoires (wo es bis heute geblieben ist) und wurde zu Madetojas Lebzeiten auch in Deutschland, Schweden und Dänemark aufgeführt. Der Erfolg der Oper ist auf das Zusammentreffen mehrerer Faktoren zurückzuführen: der Anziehungskraft der tonalen, aber dunkel gefärbten Musik, der Verwendung von Volksmelodien (gemischt mit der eigenen musikalischen Sprache Madetojas), die dem Publikum vertraut waren, einem Libretto (ebenfalls von Madetoja), das auf einem bekannten und beliebten Theaterstück basierte, einer Geschichte über Freiheit von Unterdrückung und Selbstbestimmung, deren allegorische Qualitäten in einem Land, das gerade einen Unabhängigkeitskrieg hinter sich hatte, besonders hervorstachen, und der geschickten Verbindung von komödiantischen und tragischen Elementen. Führende finnische Künstler, allen voran Paavo Westerberg, haben 2024 eine aktuelle Fassung auf die Bühne gebracht. Westerberg ist den Finnen vor allem dank seiner Arbeit in Film und Fernsehen ein Begriff. Die Österbottner ist seine erste Opernproduktion. Szenograf Erlend Birkeland versetzt das Geschehen in einen Kartoffelacker. Kaapo Iljas dirigiert das Orchester der Finnischen Nationaloper. Madetojas Österbottner sind dem Verismus verpflichtet und beschreiben den Widerstand einer Bauerngemeinde gegen das harte Regime einer erdrückenden Obrigkeit, die von einem Sheriff verkörpert wird. Die Geschichte spielt an der Westküste Finnlands, am Bottnischen Meerbusen. Die heutige Provinz Österbotten, auf Finnisch "Pohjanmaa“, ist nur ein kleiner Teil der historischen Landschaft, und der Name weist auf die andere wichtige Landessprache hin: Schwedisch. Die meisten Protagonisten gehören zum Hof von Erkki Harri. Sie sind Tochter, Sohn, Magd oder Knecht des freien Bauern, der auch für die Gefangenentransporte zuständig ist. Antti Hanka, der Verlobte von Maija, Erkkis Tochter, wird des Mordes angeklagt und ins Gefängnis gebracht - von Maijas Vater. So beginnt die Intrige um Mord, Eifersucht, Machtmissbrauch und Freiheitskampf. Paavo Westerberg hat sich in Finnland als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur einen Namen gemacht. Seine Fernsehproduktionen wurden mehrfach ausgezeichnet. Westerberg schreibt auch Theaterstücke und inszeniert für das Theater. Erlend Birkeland stammt aus Norwegen, studierte in Dänemark und Oslo. Er vertrat Norwegen 1999 auf der Internationalen Quadriennale in Prag mit seinem Bühnenbild zu Fuglane. Mittlerweile hat Erlend Birkeland nahezu hundert Inszenierungen in Skandinavien aber auch auf dem Kontinent ausgestattet. Kaapo Ijas hat erfolgreich mit vielen Weltklasse-Orchestern zusammengearbeitet, darunter das Finnish Radio Symphony, Royal Liverpool Philharmonic, Turku Philharmonic und das Polish National Radio Symphony Orchestra. Ijas hat eine besondere Vorliebe für die dramatische Tragweite der Oper, die nahtlose Verbindung von Musik und Theater und das Gemeinschaftsgefühl, das bei großen Produktionen entsteht. Er dirigiert Opernaufführungen in ganz Europa, von Helsinki, Oslo bis Wien. Aufzeichnung vom 12. Dezember 2024 in der Finnischen Nationaloper, Helsinki. | |||||
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03/08/2026 1:15 am |
Der inszenierte Mord |
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| In den 80er Jahren erhält ein obskurer französischer Dienst einen Auftrag: Die deutsche Terroristin Birgitt Haas soll aus dem Weg geräumt werden, wobei ihr Tod den Anschein eines privaten Unglücks haben soll. Um diese Mission kümmert sich ein Team um den Agenten Athanase, vor kurzem verstärkt durch den jungen, ehrgeizigen Agenten Colonna. Von ihm stammt die Idee, wie die als Nymphomanin dargestellte Haas beseitigt werden soll: Ein Lockvogel soll die Terroristin verführen und ihren Tod sozusagen orchestrieren. Der politische Mord wäre somit als Affekthandlung vertuscht; weder die Medien noch die Justiz würden Verdacht schöpfen. Als Colonnas nützlicher Idiot soll Charles-Philippe Bauman dienen, er scheint auf den Auftrag zugeschnitten. Bauman wurde kürzlich von seiner Frau verlassen und auch seine Stelle wurde ihm gekündigt. Er hat Selbstzweifel im Überfluss. Der Eifer seines Neuzugangs Colonna weckt bei Athanase Bedenken, daher übernimmt es der Chef höchstpersönlich, den Kontakt zum ahnungslosen Bauman aufzubauen. Alles läuft wie geplant: Als Bauman unter dem Vorwand seiner Deutschkenntnisse eine Stelle als Handelsvertreter in München angeboten wird, nimmt er sofort an. Dort haben die allgegenwärtigen Spione ein leichtes Spiel, den Unglücksraben und die charmante, aber einsame Birgitt Haas zusammenzuführen. Je näher die Nacht des geplanten Mordes rückt, desto heftiger werden Athanases Gewissensbisse. Vor allem als herauskommt, dass Colonnas Wahl nicht zufällig auf Bauman gefallen ist, sondern von privaten Interessen geleitet war. Wenn schon Birgitt Haas liquidiert werden muss, setzt Athanase nun alles daran, dass der verliebte Bauman überlebt. Der Film ist eine freie Adaption des Romans "L’histoire de Birgit Haas" des französischen Journalisten und Filmkritikers Guy Teisseire. Regisseur Laurent Heynemann nimmt sich aus einer distanzierten französischen Perspektive des Anfang der 80er Jahre brennend aktuellen Themas des Linksterrorismus in der BRD an, wenige Jahre nach dem Tod der in Stammheim inhaftierten RAF-Führungsriege. Lisa Kreuzer, bekannt aus mehreren Wim-Wenders-Filmen, gibt der verfolgten Terroristin ein sanftes Gesicht; Charakterdarsteller Jean Rochefort gibt seinem Bauman etwas Rührendes. Es ist der siebte gemeinsame Film von Rochefort und Philippe Noiret, der Athanase verkörpert. | |||||
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03/08/2026 2:55 am |
28 Minuten |
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| "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. | |||||
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03/08/2026 4:15 am |
Vergessene Königinnen |
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| An der italienischen Adria machen Archäologinnen und Archäologen eine aufsehenerregende Entdeckung: ein luxuriöses, eisenzeitliches Grab. Numana ist die letzte Ruhestätte einer Frau. Die unbekannte Herrin ist nicht die einzige Dame, die so reich bestattet wurde: Auch in Deutschland und Frankreich finden sich außergewöhnliche Grablegungen. Wer waren diese Frauen? Und was erzählt uns das über diese Epoche? Ein Prunkgrab an der italienischen Adria stellt gängige Vorstellungen über Männer und Frauen im vorgeschichtlichen Europa auf den Kopf. Denn der Fund in Numana passt nicht in das gewohnte Bild früher Machtstrukturen und Geschlechterrollen: Der toten Frau wurden ausgefallene und wertvolle Objekte mit auf die Reise ins Jenseits gegeben. Ihre Grabbeigaben offenbaren: Sie war reich, kulinarischen Genüssen zugetan, ästhetisch anspruchsvoll. Und sie war ein prominentes Mitglied ihrer Gesellschaft. Dafür spricht allein der monumentale, ringförmig angelegte Grabkomplex. War sie eine Fürstin, vielleicht sogar Königin? Organisierte sie große kultische oder politische Festivitäten? Bis heute gibt die Unbekannte von Numana der wissenschaftlichen Fachwelt viele Rätsel auf. Expertinnen und Experten aus Deutschland und Italien versuchen, ihre Identität zu klären. Mit allen Verfahren investigativer Restaurierung und Analyse wollen sie mehr über diese Frau und die Gesellschaft herausfinden, in der sie lebte. Aber auch über ihr Volk - die rätselhaften Picener. Die Picener lebten in dieser Frühzeit der späteren Weltmacht Rom in der Region des heutigen Ancona. Reiche Gräber belegen: In der Eisenzeit gelangten in Italien, Frankreich und Deutschland Frauen in höchste Positionen - die Unbekannte aus Italien, die Fürstin von der deutschen Heuneburg und die Dame von Vix. Drei außergewöhnliche Frauen und drei außergewöhnliche Grabstätten, die einen Wandel im Rollenbild der Geschlechter dokumentieren. | |||||
