Schedules
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03/08/2026 4:15 am |
Vergessene Königinnen |
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| An der italienischen Adria machen Archäologinnen und Archäologen eine aufsehenerregende Entdeckung: ein luxuriöses, eisenzeitliches Grab. Numana ist die letzte Ruhestätte einer Frau. Die unbekannte Herrin ist nicht die einzige Dame, die so reich bestattet wurde: Auch in Deutschland und Frankreich finden sich außergewöhnliche Grablegungen. Wer waren diese Frauen? Und was erzählt uns das über diese Epoche? Ein Prunkgrab an der italienischen Adria stellt gängige Vorstellungen über Männer und Frauen im vorgeschichtlichen Europa auf den Kopf. Denn der Fund in Numana passt nicht in das gewohnte Bild früher Machtstrukturen und Geschlechterrollen: Der toten Frau wurden ausgefallene und wertvolle Objekte mit auf die Reise ins Jenseits gegeben. Ihre Grabbeigaben offenbaren: Sie war reich, kulinarischen Genüssen zugetan, ästhetisch anspruchsvoll. Und sie war ein prominentes Mitglied ihrer Gesellschaft. Dafür spricht allein der monumentale, ringförmig angelegte Grabkomplex. War sie eine Fürstin, vielleicht sogar Königin? Organisierte sie große kultische oder politische Festivitäten? Bis heute gibt die Unbekannte von Numana der wissenschaftlichen Fachwelt viele Rätsel auf. Expertinnen und Experten aus Deutschland und Italien versuchen, ihre Identität zu klären. Mit allen Verfahren investigativer Restaurierung und Analyse wollen sie mehr über diese Frau und die Gesellschaft herausfinden, in der sie lebte. Aber auch über ihr Volk - die rätselhaften Picener. Die Picener lebten in dieser Frühzeit der späteren Weltmacht Rom in der Region des heutigen Ancona. Reiche Gräber belegen: In der Eisenzeit gelangten in Italien, Frankreich und Deutschland Frauen in höchste Positionen - die Unbekannte aus Italien, die Fürstin von der deutschen Heuneburg und die Dame von Vix. Drei außergewöhnliche Frauen und drei außergewöhnliche Grabstätten, die einen Wandel im Rollenbild der Geschlechter dokumentieren. | |||||
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03/08/2026 5:10 am |
Geschichte schreiben |
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| Schneller, lauter, heller: In einer Zeit, in der Lichtverschmutzung und Lärm den Menschen den Schlaf rauben, scheint der Wunsch, die Nacht abzuschaffen, verwunderlich. Im Zeitalter der Aufklärung war genau das aber gewollt: Die Straßen Europas waren auf einmal von Laternen gesäumt, die Sperrstunde wurde abgeschafft, und nach dem Vorbild der Königshöfe florierte bald in den Städten das Nachtleben. „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. | |||||
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03/08/2026 5:30 am |
Sind Wespen Gamechanger der Evolution? |
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| Wespen finden die meisten von uns vor allem: unendlich nervig. Insbesondere, wenn sie uns mal wieder den Pflaumenkuchen streitig machen wollen. Doch damit werden wir ihnen nicht gerecht, findet der Biologe Michael Ohl vom Naturkundemuseum Berlin. Denn Wespen spielen für das Ökosystem eine ganz entscheidende Rolle. Sie bestäuben jede Menge Pflanzen – ja, auch Wespen tun das! Und wären sie nicht so erfolgreiche Jägerinnen, würden wir wahrscheinlich in Insekten versinken, vermutet er. Eigentlich müssten wir uns also beim Anblick jeder Wespe freuen – über all die Mücken, die uns dank ihr nicht gestochen haben. Die Verhaltensforscherin Seirian Sumner findet sogar: Wespen sind eines der spektakulärsten Tiere der Welt. Denn sie gehören zu den ersten sozialen Wesen auf dem Planeten – und bis heute wird beforscht, wie sie mit einem so geringen Gehirnvolumen derart ausgefeilte Sozialstrukturen managen. Das interessiert auch Alessandro Cini von der Universität Pisa. Er erkennt in den Wespen einen Schlüssel zur großen Frage der Evolution: Warum Lebewesen wie die Wespenarbeiterinnen auf ihre eigene Fortpflanzung verzichten, um die Kinder ihrer Königin großzuziehen – obwohl sich bei der Evolution doch alles um den Erhalt der eigenen Gene dreht. | |||||
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03/08/2026 6:00 am |
Die Maya |
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| Die präkolumbianische Kultur der Maya existierte über 2.000 Jahre im Dschungel Mittelamerikas. Ihre Städte lagen im heutigen Mexiko, in Guatemala, Belize und Honduras. Die alten Maya waren eine der beeindruckendsten Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent, sie entstand mitten in den Urwäldern. Die Maya bauten kolossale Pyramiden und verwinkelte Tempel, sie waren bewandert in Mathematik und Architektur. Wie konnte es ihnen gelingen, inmitten des Dschungels eine so beispiellose Zivilisation aufzubauen? Die Geschichte der Hochkultur kann nun dank neuer wissenschaftlicher Entdeckungen noch fundierter erzählt werden. Tief verborgen in verschiedenen Höhlen, die für die Maya Heimstatt der Götter waren, finden sich Nachweise. Die Analyse von Knochen aus Hunderten von Gräbern liefert außerdem wertvolle Hinweise auf Ernährung und geografische Herkunft der Maya, aber auch auf Umstände, die ihr Leben veränderten. Die Archäologen arbeiten mit einer Technologie namens LiDAR. Dieses System sendet Tausende Laserstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge aus und misst die Zeit bis zur Rückkehr der reflektierten Strahlen. Die Laser sind in der Lage, das Dschungeldach zu durchdringen und hochauflösende Bilder des darunterliegenden Bodens aufzunehmen. So offenbart sich nicht nur die komplexe Herangehensweise der Maya bei der Errichtung ihrer gewaltigen Stadtstaaten, sondern auch der Zusammenbruch der Kultur. Es ist die Geschichte eines Kriegs, die Geschichte von intensiven Machtkämpfen zwischen den Gottkönigen und von Machtlosigkeit der Herrschenden angesichts klimatischer Veränderungen, die zum Zerfall führten. Dazu gehören auch unzählige Menschenopfer, die die Maya ihren Göttern darbrachten. Ihren Untergang konnten sie jedoch auch dadurch nicht verhindern. | |||||
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03/08/2026 6:50 am |
Die Geheimnisse des Olymps |
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| Wer kennt ihn nicht, den Olymp, den Wohnsitz der griechischen Götter? Seit der Antike wurde der Gebirgszug von den Menschen verehrt und von den größten Schriftstellern besungen. Homer, Hesiod und viele andere priesen seine majestätische Größe und die außergewöhnlichen Phänomene, die er hervorbringt: die Blitze, die von Göttervater Zeus geschleudert werden, der Regenbogen, den Götterbotin Iris erstrahlen lässt, den einmaligen Blick auf die Milchstraße oder die „ewige Klarheit“, die den Ursprung des Wortes Olympos bildet. Der Olymp hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren - nicht zuletzt für viele Wissenschaftler, die nach rationalen Erklärungen für diese außergewöhnlichen Phänomene forschen. Einer von ihnen ist Michael Styllas. Der griechische Geologe, der sich auf das Klima in der Antike spezialisiert hat, verbringt den Großteil seiner Zeit mit der Erforschung des Olymps. Zu den Gipfeln des Gebirgsmassivs führen keine Straßen, und nur wenige wagen sich in dieses schwierige Gelände. Michael Styllas erkundet dieses Gebiet seit seiner Jugend und kennt es mittlerweile wie seine Westentasche. Der erfahrene Bergsteiger hat das Basislager für seine Klimaforschungen in einer kleinen Hütte auf 2.700 Metern aufgeschlagen und arbeitet hier seit mehr als 20 Jahren. Die Dokumentation begleitet den Geologen ein Jahr lang auf der Suche nach den Ursprüngen des mythischen „Olympos“, wo er mehrere internationale wissenschaftliche Missionen leitet. Was die Forscher besonders interessiert, liegt im Inneren des Berges: ein eisgefüllter und noch nie zuvor erkundeter Hohlraum, in dem wertvolle Klimaindikatoren wie Saharastaub vermutet werden. Die Herausforderung besteht in einer Rekonstruktion der klimatischen Ereignisse, die in den letzten 10.000 Jahren in dieser Schlüsselregion des Mittelmeers geherrscht haben, und auf diese Weise den Olymp und seine Mythen aus wissenschaftlicher Perspektive neu zu interpretieren. Mit ihrer Untersuchung wollen die Wissenschaftler Einblick in extreme Wetterereignisse der Vergangenheit gewinnen, um daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. | |||||
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03/08/2026 7:45 am |
Brauchen wir den Alpha-Mann? |
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| Der Mann, und auch Männlichkeit selbst, stecken heute in der Krise. Das zumindest erzählen populäre Influencer aus der sogenannten "Manosphere" ihrem Publikum. Und fordern, dass Männer wieder versuchen sollten, "Alphas" zu sein: Starke, dominante Männer, die in der Rangordnung ganz oben stehen, über den schwachen "Beta-Männern" – und über Frauen sowieso. So, wie wir das in der Natur angeblich ja oft genug beobachten könnten: Bei Wölfen etwa, oder bei Schimpansen. Doch stimmt das überhaupt? Gibt es im Tierreich "Alpha-Männchen"? Bei Wölfen etwa stellt sich schnell heraus: Den Alphawolf gibt es nicht, zumindest nicht in freier Wildbahn. Doch bei Schimpansen und weiteren Primaten etwa gibt es ihn schon. Und beim Menschen? Hier zeigt ein Blick die Vergangenheit, als der Mensch üblicherweise in Jäger-Sammler-Gruppen umherzog, dass die Gruppe damals allzu dominante Individuen schnell ausschloss. Und heute? In unseren komplexen Gesellschaften, mit ihren vielen nebeneinander bestehenden Hierarchien, und den vielen Möglichkeiten, sich in Ihnen zu behaupten, entpuppt sich das Bild des Alpha-Manns vor allem als eines: schlicht zu simpel. Und es zeigt sich auch: Wenn Männer trotzdem glauben, sie müssten "Alphas" sein, dann leiden darunter nicht nur Frauen, sondern oft auch sie selbst. | |||||
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03/08/2026 8:15 am |
Am Rand des Hauses |
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| Unterirdisch ist cool: Architektin Iliana Kerestetzi entwirft Ferienhäuser, die sich in die Landschaft schmiegen und mit den traditionellen lokalen Materialien gebaut sind. Die finnische Hauptstadt Helsinki ist von Auto- und Fußgängertunneln durchzogen, und die in den Fels gearbeiteten Gebäude, darunter eine Kirche, ein Schwimmbad und eine Kunstgalerie, fungieren auch als Schutzbunker. | |||||
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03/08/2026 8:45 am |
Twist |
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| Ausgerechnet die sozialen Netzwerke beleben ein jahrhundertealtes Medium neu und begeistern eine junge Generation wieder fürs Lesen. Unter dem Hashtag BookTok tauschen sich online Millionen Bücherfans weltweit aus. Reaction-Videos, Buchempfehlungen, Lese-Sessions – BookTok gibt der Literaturkritik neuen Raum. Die französische Autorin Morgane Moncomble ist eine der prägenden Stimmen dieser Bewegung. Mit 30 Jahren gehört sie zu den erfolgreichsten Romance-Autorinnen Frankreichs. Ihr Erfolg zeigt: BookTok schafft Platz für neue, vor allem weibliche Stimmen und verschiebt die Regeln des klassischen Literaturbetriebs. Auch das Aussehen von Büchern wird wichtiger. Sie sind Statussymbole, die vor der Kamera ebenso wie im Regal glänzen müssen. Die britische Malerin Maisie Matilda ist mit einer jahrhundertealten Technik auf TikTok zum viralen Hit geworden: dem Fore-Edge-Painting. Sie bemalt Buchschnitte und macht so jedes ihrer Werke zum Sammelobjekt. Die BookTok-Bewegung existiert auch offline: In Zürich treffen sich junge Menschen regelmäßig zum „Silent Reading Rave“ – jeder liest für sich und doch gemeinsam. Ein stiller Gegenentwurf zur lauten Welt, inspiriert von einer digitalen Bewegung. Dass Geschichten nicht auf der letzten Seite enden müssen, erklärt die Hamburger Autorin Simoné Goldschmidt-Lechner, Expertin für Fanfiction-Foren. Dort schreibt das lesende Publikum ihre Lieblingsbücher online weiter. „Twist“ taucht in diese Community ein und fragt: Was taugt der Hype? Wie verändert sich die Art zu lesen? Und welche Konsequenzen hat das für die Literaturwelt? "Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven! | |||||
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03/08/2026 9:15 am |
Eine Reise durch Amerikas weiten Westen |
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| Louis-Marie Blanchard, Schriftsteller und Naturforscher, begibt sich auf eine 5.000 Kilometer lange Reise auf den Spuren von John Muir, dem geistigen Gründungsvater der US-Nationalparks. Sein Weg führt ihn nach Kalifornien, zu den legendären Landschaften des Sequoia-Nationalparks, der John Muir Wilderness und des Yosemite-Nationalparks, die Muir einst zu schützen half. Gemeinsam mit Biologen, Forschern, Aktivisten und Förstern thematisiert Blanchard die heutigen Bedrohungen dieser wilden Gebiete: Dürren, riesige Waldbrände, Klimawandel und Urbanisierung. An der Seite von Anthony Ambrose und Wendy Baxter erklimmt er den Wipfel eines Mammutbaums, um die Auswirkungen von Wassermangel auf diese jahrtausendealten Riesen zu beobachten. Mit Kristen Shive und Tony Caprio durchstreift er Brandgebiete, in denen alte Bewirtschaftungsmethoden der indigenen Stämme wiederbelebt werden. Blanchard lernt viele Menschen kennen, die das Vermächtnis von John Muir weitergeben: William Tweed, Naturforscher und Umwelthistoriker, Deanna Lynn Wulff, Umweltaktivistin, die einen geschützten Korridor zwischen Yosemite und Sequoia schaffen will, und Spreck Rosekrans, Aktivist für die Wiederherstellung des überfluteten Hetch Hetchy Valley. In San Francisco besucht Blanchard das Haus von John Muir und dessen "Schreibhöhle". Die Reise thematisiert die Paradoxe des Naturschutzes: Massentourismus, Spannungen zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum sowie die manchmal kontroverse Erinnerung an den Vater der Nationalparks. Die Dokumentation verknüpft prägende Begegnungen, faszinierende Naturerlebnisse und persönliche Reflexionen über die kalifornische Wildnis. | |||||
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03/08/2026 10:10 am |
Eine Reise durch Amerikas weiten Westen |
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| Auf dem Weg nach Kalifornien reist Louis-Marie Blanchard durch Oregon und die nördlichen Ausläufer der Sierra Nevada, bewundert unberührte Landschaften und lernt einiges über die dortigen Ökosysteme. In den White Mountains bestaunt er Langlebige Kiefern, die als älteste Bäume der Welt gelten und bis zu 5.000 Jahre alt werden können. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Connie Millar entdeckt er ihren faszinierenden Stoffwechsel und ihre außergewöhnliche Widerstandskraft – eine Inspiration für den Kampf gegen den Klimawandel. Im Anschluss durchquert er das Große Becken Nevadas, wo die dramatischen Folgen des Goldrauschs noch immer sichtbar sind. Die Vernichtung der indigenen Völker, die Umweltschäden durch den Bergbau und die bis heute nachwirkende Quecksilberbelastung gelten als menschliche und ökologische Tragödie. An der Seite des Historikers Ed Allen besucht er symbolträchtige Orte wie den Mono Lake und die Geisterstadt Bodie. Bei der vulkanischen Kaskadenkette im Norden besucht er ein Herbarium, nimmt den Vulkanboden unter die Lupe und erkundet die Vegetation in Höhenstufen. Nach einem Stopp am Mount Shasta führt ihn die Reise schließlich zu den einst artenreichen Naturwundern Crater Lake und Mount Rainier. Mit der Biologin Amanda Silber vom Mount Rainier Institute beobachtet Blanchard die Folgen des Klimawandels: schmelzende Gletscher, bedrohte alpine Pflanzen und aus dem Gleichgewicht geratene Ökosysteme. Dieser Teil der Doku-Reihe vertieft die zentralen Umweltfragen des amerikanischen Westens und verbindet Forschergeist, geschichtliche Exkurse, Ökologie und kontemplative Momente. Er ist zugleich eine Hommage an eine neue Langsamkeit, ans genaue Beobachten und an die letzten wilden Landschaften des Kontinents. | |||||
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03/08/2026 11:05 am |
Eine Reise durch Amerikas weiten Westen |
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| Louis-Marie Blanchard befindet sich auf der letzten Etappe seiner Reise auf den Spuren von John Muir, die ihn nach Alaska führen. Er erkundet die faszinierenden Landschaften der Insel Wrangell, die animistischen Traditionen der Tlingit und die großen Ökosysteme, für die Muir so leidenschaftlich eintrat. Gleichzeitig wird eine andere Facette des ökologischen Kampfes beleuchtet: die Weitergabe von Kulturen, die Widerstandsfähigkeit der Völker und die Notwendigkeit schneller, effizienter Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auf Wrangell trifft er Mike Hoyt und Esther Reese, die sich für die Bewahrung der Tlingit-Kultur einsetzen. Gemeinsam sprechen sie über Totems, symbolträchtige Tiere, Gesänge und Rituale, die fast einer radikalen Kolonisierung zum Opfer gefallen wären. Der Tongass-Wald, ein riesiges feuchtes Schutzgebiet, bietet eine üppige Kulisse, die bereits Muir begeisterte. Blanchard fährt den Stikine-Fluss hinauf und begibt sich dann auf die Insel Chichagof, die Heimat der Grizzlybären. Mit einer Naturführerin wandert er durch den Wald, angelt in Lachsflüssen und beobachtet Bären in dieser atemberaubenden und doch bedrohten Natur. Der Höhepunkt ist der Besuch des Glacier-Bay-Nationalparks. Blanchard bricht zum Muir-Gletscher auf und spricht mit Zach Brown, Biologe und Aktivist, der wie bereits Muir ein Bewusstsein für den Klimawandel schaffen will, Jugendliche ausbildet und gegen die Nutzung fossiler Energien kämpft. Der Gletscher, der sich bis heute um 25 Kilometer zurückgezogen hat, wird zum Symbol des Kampfes um die Zukunft. Die Dokumentation hinterfragt die Fähigkeit der Menschheit, sich wieder mit der Natur zu verbinden und würdigt neben Muir auch all jene, die seine Botschaft weitertragen. | |||||
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03/08/2026 12:00 pm |
Der mit dem Wolf tanzt |
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| Um 1865, mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg, wählt der Nordstaaten-Offizier John J. Dunbar als Belohnung für eine heldenhafte Tat die Versetzung an einen der westlichsten Außenposten. Doch als er in Fort Sedgewick ankommt, muss er feststellen, dass es verlassen wurde und er der einzige Bewohner ist. Um ihn herum nur Büffel, ein Wolf und die Ureinwohner, ein Stamm der Sioux, darunter der Medizinmann Strampelnder Vogel, der Krieger Wind in seinem Haar, der Häuptling Zehn Bären und Steht mit einer Faust, eine weiße Frau, die als Kind in den Stamm aufgenommen wurde. Die ersten Aufeinandertreffen sind alles andere als harmonisch, etwa als die Sioux Dunbars Pferd stehlen wollen. Aber allmählich, durch Dunbars Tapferkeit und Ehrlichkeit, entwickeln die Sioux und er gegenseitigen Respekt und Bewunderung. Mehr und mehr taucht er in ihr Leben und in ihre Kultur ein, heiratet Steht mit einer Faust und wird Mitglied des Stammes. Eines Tages trifft er im Fort unerwartet auf Soldaten der Nordstaaten-Armee. Sie stellen ihn vor die Wahl, gegen die Indianer zu kooperieren oder wegen Hochverrats angeklagt zu werden. Und Dunbar entscheidet sich … Die weitere Eroberung des amerikanischen Westens durch die Weißen ist jedoch nicht aufzuhalten. Ausdrucksstark zeichnet der Film Dunbars Einleben in die ihm zunächst fremde Kultur nach, folgt seiner mitreißenden Romanze mit Steht mit einer Faust, seinen bemerkenswerten Freundschaften mit der indigenen Bevölkerung und schließlich der Entscheidung, die er als Mann auf der Suche nach sich selbst treffen muss und die sein Schicksal bestimmen wird. Von den Kulissen und Requisiten bis hin zu Kostümen, Haaren und Make-up war Regisseur Costner akribisch bemüht, die Menschen und die damalige Zeit genau darzustellen. Der vielleicht kühnste Akt der Authentizität des Films ist die Verwendung der echten Lakota-Sprache durch die indigenen Darsteller. Der Film gilt als eine der wenigen ehrlichen filmischen Darstellungen der amerikanischen Ureinwohner, die ihre Kultur und Identität an den weißen Mann verlieren. | |||||
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03/08/2026 12:00 pm |
Der mit dem Wolf tanzt |
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| Um 1865, mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg, wählt der Nordstaaten-Offizier John J. Dunbar als Belohnung für eine heldenhafte Tat die Versetzung an einen der westlichsten Außenposten. Doch als er in Fort Sedgewick ankommt, muss er feststellen, dass es verlassen wurde und er der einzige Bewohner ist. Um ihn herum nur Büffel, ein Wolf und die Ureinwohner, ein Stamm der Sioux, darunter der Medizinmann Strampelnder Vogel, der Krieger Wind in seinem Haar, der Häuptling Zehn Bären und Steht mit einer Faust, eine weiße Frau, die als Kind in den Stamm aufgenommen wurde. Die ersten Aufeinandertreffen sind alles andere als harmonisch, etwa als die Sioux Dunbars Pferd stehlen wollen. Aber allmählich, durch Dunbars Tapferkeit und Ehrlichkeit, entwickeln die Sioux und er gegenseitigen Respekt und Bewunderung. Mehr und mehr taucht er in ihr Leben und in ihre Kultur ein, heiratet Steht mit einer Faust und wird Mitglied des Stammes. Eines Tages trifft er im Fort unerwartet auf Soldaten der Nordstaaten-Armee. Sie stellen ihn vor die Wahl, gegen die Indianer zu kooperieren oder wegen Hochverrats angeklagt zu werden. Und Dunbar entscheidet sich … Die weitere Eroberung des amerikanischen Westens durch die Weißen ist jedoch nicht aufzuhalten. Ausdrucksstark zeichnet der Film Dunbars Einleben in die ihm zunächst fremde Kultur nach, folgt seiner mitreißenden Romanze mit Steht mit einer Faust, seinen bemerkenswerten Freundschaften mit der indigenen Bevölkerung und schließlich der Entscheidung, die er als Mann auf der Suche nach sich selbst treffen muss und die sein Schicksal bestimmen wird. Von den Kulissen und Requisiten bis hin zu Kostümen, Haaren und Make-up war Regisseur Costner akribisch bemüht, die Menschen und die damalige Zeit genau darzustellen. Der vielleicht kühnste Akt der Authentizität des Films ist die Verwendung der echten Lakota-Sprache durch die indigenen Darsteller. Der Film gilt als eine der wenigen ehrlichen filmischen Darstellungen der amerikanischen Ureinwohner, die ihre Kultur und Identität an den weißen Mann verlieren. | |||||
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03/08/2026 2:55 pm |
Kevin Costner und der Western |
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| Eine weite Landschaft. Ein mitreißender Soundtrack. Ein Mann tanzt ums Feuer. Ein Wolf beobachtet ihn. 1990 schauen Millionen Menschen Kevin Costners Regiedebüt ʺDer mit dem Wolf tanztʺ. Es ist ein riskantes Projekt - und wird zum Meisterwerk. Einen Western ins Kino zu bringen, gilt zu dieser Zeit als Wagnis: Das Genre ist unpopulär, während Filme wie ʺPretty Womanʺ, ʺDas Schweigen der Lämmerʺ und ʺKevin allein zu Hausʺ die Charts dominieren. Warum wurde die Geschichte eines einsamen Offiziers dennoch zum Welthit - und wie hat Kevin Costner den Western bis heute geprägt? ʺDer mit dem Wolf tanztʺ gilt als Kevin Costners Meisterwerk und belebt Anfang der 1990er ein totgeglaubtes Genre. Während Western als unmodern gelten, ist Costner überzeugt: Man muss sie nur anders erzählen. Er führt selbst Regie und setzt auf maximale Authentizität - erstmals werden indigene Rollen ausschließlich mit amerikanischen Ureinwohnern besetzt, erstmals sprechen indigene Figuren im Blockbuster-Kino Lakota. Der Film trifft den Nerv der Zeit, gewinnt sieben Oscars und verändert die Wahrnehmung des Westerns nachhaltig. Costner wächst behütet auf, entdeckt früh seine Liebe zum Kino und arbeitet sich vom Nebendarsteller in ʺSilveradoʺ zum Weltstar in ʺBodyguardʺ hoch. Flops wie „Waterworld“ oder ʺPostmanʺ lassen sein Image schwanken, doch dem Western bleibt er treu: Mit ʺOpen Rangeʺ kehrt er 2003 zurück, mit der Serie ʺYellowstoneʺ prägt er das Genre im Streaming-Zeitalter neu. Gleichzeitig entwickelt sich der Western weiter: ʺBrokeback Mountainʺ zeigt 2005 offen die intime Beziehung zweier Cowboys, ʺWestworldʺ verbindet Westernmotive mit Science-Fiction, Quentin Tarantino setzt in ʺDjango Unchainedʺ auf überzeichnete Gewalt und Hip-Hop-Sounds. | |||||
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03/08/2026 3:50 pm |
Die Femme fatale in der Kunst |
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| Sie ist verführerisch und verhängnisvoll: die Femme Fatale. Immer wieder arbeiten sich männliche Maler an ihr ab. Bis Frauen ihren Platz in der Welt der Kunst einfordern und die Deutungshoheit über ihren Körper erobern. | |||||
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03/08/2026 4:40 pm |
Jakub Hrůša dirigiert die Berliner Philharmoniker |
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| Béla Bartóks Konzert für Orchester wurde sein vielleicht bekannteste Komposition. Bartóks Idee war nach eigener Aussage, die Verbrüderung der Völker, der er in seiner Musik zu dienen versuchte. Einige Jahre nach seinem Tod im September 1945 interessierte sich nicht nur die Filmindustrie für seine Musik, er erhielt posthum auch Ehrenmitgliedschaften und Auszeichnungen. Sogar ein Asteroid und ein Gletscher in der Antarktis wurden nach ihm benannt. Der tschechische Dirigent Jakub Hrůša ist ein häufiger Gast bei den Berliner Philharmonikern. Wie so oft schaut Hrůša nach Osten und präsentiert die leidenschaftlich entfesselte Musik Bartóks, die einen engagierten, europäischen Humanismus feiert. Aufzeichnung vom 14. April 2025 im Festspielhaus Baden-Baden. | |||||
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03/08/2026 5:25 pm |
Karambolage |
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| (1) Es gibt ein deutsches Wort, das die Französin Prune Antoine unangenehm berührt: Schamhaar. (2) Bemalte Kleintransporter in Deutschland und in Frankreich. (3) Die deutsche Journalistin Nikola Obermann erklärt, warum sie in der Mittagszeit gerne französisches Radio hört. (4) Das Rätsel | |||||
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03/08/2026 5:40 pm |
Köstliches Südtirol (1/4) |
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| Die erste Folge erkundet den Westen Südtirols. Sie führt entlang des nördlichsten Abschnitts des Flusses Etsch durch den Vinschgau bis in das Gebiet um Meran, wo österreichischer Glanz auf mediterranes Flair trifft. Aus Schleis, einem Dorf mit 360 Einwohnern im Obervinschgau, stammt ein Käse, der mehrfach international ausgezeichnet wurde. Kreiert hat ihn Alexander Agethle. Seine Kühe gehen täglich auf die Weide und fressen das Gras, das direkt vor der Tür wächst. Wegen dieser Bedingungen schmeckt das Käse-Soufflé von Alexanders Frau Sonja so lecker. Von Schleis sind es nur wenige Minuten bis nach Plawenn. Konrad Meßner war hier eine treibende Kraft, als es im Tal darum ging, wieder wie früher Roggen und Dinkel anzubauen – in der einstigen Kornkammer Tirols. Mit dem Vinschger Paarl kocht er die traditionelle Brennsuppe. Seine Version fällt etwas üppiger aus: mit mediterranem Touch. An der Grenze zwischen Ober- und Untervinschgau liegen die Bio-Apfelwiesen von Florin Pichler. Heute stammt jeder zehnte europäische Apfel aus Südtirol. Der Intensivanbau boomt. Florin setzt hingegen auf eine konsequent biologische Landwirtschaft. Mit seinen Äpfeln backen seine Frau Nadia und Tochter Sophia den wohl bekanntesten Nachtisch Südtirols: den Apfelstrudel. Professor Paul Thuile ist ein Tüftler. In seiner Freizeit baut er Möbel und Lampen. Mit derselben Akribie widmet er sich auch der Wurstherstellung. Thuile experimentiert gern beim Kochen und interpretiert so den italienischen Klassiker Lasagne neu: diesmal mit Südtiroler Brät, norditalienischem Radicchio, Gorgonzola und Walnüssen. | |||||
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03/08/2026 6:10 pm |
ARTE Journal |
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| Auch am 9. Tag des Krieges haben die USA und Israel Iran massiv angegriffen. Trotz der Bombardierungen gab der iranische Expertenrat bekannt, eine neues geistliches Oberhaupt gewählt zu haben / Wir besuchen am Weltfrauentag eine Moschee in Katar, die von und für Frauen betrieben wird / Österreich zeigt, wie man verwaiste Ortskerne wieder mit Leben füllen kann. | |||||
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03/08/2026 6:30 pm |
Rasta Gracie und Jamaikas Heiler |
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| Gracie ist eine lebendige, energievolle Rastafrau. Sie rappt gerne und lebt mit ihrer zehnjährigen Tochter Anna in einem kleinen 400-Seelen-Dorf. Ihre Ältere lebt bei der Schwiegermutter in Kingston. Gracie hat nicht genug Geld, um beide Kinder durchzubringen. Das ist oft der Fall in Jamaika. Sie träumt davon, in ihrem kleinen Dorf in Jamaika einen Gemüseladen aufzumachen, der den Nachhaltigkeitsregeln der Rastafari genügt. Sie ist Händlerin und fährt wöchentlich mit einem überfüllten Truck zum Markt nach Kingston - mit Bananen, Kokosnüssen und was die Saison so bietet. Sie kauft ihre Ware von den Farmern auf Kredit. Ihr Gewinn deckt nur das Nötigste. Doch Gracie lebt nach dem Motto ihrer Großmutter: „Hilf dir selbst, dann wird auch Hilfe kommen.“ Auch Gracies Freunde Quaco und Robert nennen sich „Großmutters Söhnchen“. Schon als Kinder suchten sie mit ihren Großmüttern nach Heilpflanzen in der Apotheke des Regenwaldes. Rasta Quaco gehört zu den Top Two der Heiler, sagt Robert. Wenn er nicht mit Quaco unterwegs ist, fährt Robert ein Sammeltaxi und hilft auch Gracie, die auf der Suche nach günstigem Baumaterial ist. Gracies großer Traum ist es, an ihrem Haus einen kleinen Laden anzubauen. Sie hofft, mit den Einnahmen ihre ältere Tochter Selassia nach Hause holen zu können. Quaco und Robert jagen ihrem Traum im tiefsten Dickicht des Regenwaldes nach. Sie wollen unbedingt eine besondere Wurzel finden: „Four Man Strength“ ist mit ihren vier herzförmigen Adern weltweit begehrt - zur Stärkung der Immunkräfte und als Aphrodisiakum. Quaco braucht sie, um sein spezielles Lebenselixier kochen zu können. Die Dokumentation gibt einen exklusiven Einblick in die lebensbejahende und naturverbundene Lebenswelt einer Community, die mehr zu bieten hat als Reggae. | |||||
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03/08/2026 7:15 pm |
Mord im Orient-Express |
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| Bitte einsteigen! Die Passagiere des luxuriösen "Orient-Express" auf dem Weg nach Istanbul nehmen ihre Plätze ein. Unter ihnen ist auch Detektiv Hercule Poirot, der sich auf dem Rückweg von einem Fall in Jordanien befindet. Nur durch Beziehungen zum Eisenbahnpersonal konnte Poirot in letzter Minute einen Platz im Schlafwagen "Athen-Paris" ergattern. Dessen Passagiere sind allesamt skurrile Persönlichkeiten: Da sind zum Beispiel die Missionarin Greta Ohlsson, der sexuell gehemmte Hector McQueen, die reiche Witwe Harriet Hubbard, die Exil-Prinzessin Dragomiroff - und Samuel Edward Ratchett, der regelmäßig Morddrohungen erhält. Als er Poirot eine hohe Summe bietet, damit er ihn auf der Reise bewache, lehnt der Detektiv ab. Kurz darauf wird Ratchett im Schlaf brutal mit einem Messer ermordet. Inzwischen ist der Zug in einer Schneewehe steckengeblieben - und Poirot beginnt mit seinen Ermittlungen. Verfilmung des Agatha-Christie-Klassikers mit großem Staraufgebot. Zum Mammut-Aufgebot der Stars in dieser Romanverfilmung gehören auch Jacqueline Bisset, Vanessa Redgrave, Rachel Roberts, Jean-Pierre Cassel und Michael York. Regisseur Sidney Lumet ( "Die zwölf Geschworenen", "Hundstage") gab dem reizvoll im Stil der 1930er Jahre ausgestatteten Thriller nostalgischen Glanz und den Zuschauern Gelegenheit, ihre eigenen "kleinen grauen Zellen" an denen von Superdetektiv Hercule Poirot in einem der brillantesten Fälle seiner kriminalistischen Karriere zu messen. | |||||
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03/08/2026 9:20 pm |
Agatha Christie - Ein Jahrhundert Gänsehaut |
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| Mehr als zwei Milliarden verkaufte Exemplare, darunter 66 Kriminalromane, 6 Romane, über 150 Kurzgeschichten und circa 25 Theaterstücke: Nur William Shakespeares Werke wurden öfter verkauft als die von Agatha Christie, deren Popularität bis heute nicht nachgelassen hat. 2020 feierte ihr erster Roman "Das fehlende Glied in der Kette" sein hundertjähriges Erscheinungsjubiläum. In diesem Werk wird einer der berühmtesten Detektive der Literatur eingeführt: Hercule Poirot. Poirots erster Fall erschien zwischen Februar und Juni 1920 als Serie in der „Times“, konnte also noch vor der Publikation in Buchform in der Zeitung gelesen werden. Agatha Christies Romane sind spannend, voller interessanter Figuren und wurden erfolgreich als Filme und Theaterstücke adaptiert. Über 48 Millionen Menschen sahen die neue Fassung des "Mord im Orient-Express" mit Kenneth Branagh in der Rolle des Hercule Poirot. 2019 wurden Christies Theaterstücke weltweit über 700 Mal inszeniert. Die Dokumentation spürt chronologisch und unter Zuhilfenahme von Archivaufnahmen Christies zehn denkwürdigsten Werken nach, von "Mord im Orient-Express" über "Und dann gabs keines mehr" bis "Vorhang: Hercule Poirots letzter Fall". In dieser Dokumentation sprechen mehrere Menschen über das Werk der Krimikönigin: ihr Urenkel James Prichard, die Kriminalautorin Sophie Hannah, der Schauspieler Hugh Fraser, der in der TV-Verfilmung "Agatha Christie's Poirot" die Rolle von Hastings verkörperte, sowie Anthony Horowitz, Autor der Poirot-Adaptionen für den britischen Sender ITV. | |||||
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03/08/2026 10:25 pm |
Loving Patricia Highsmith |
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| Mit Romanen wie "Zwei Fremde im Zug" und "Der talentierte Mr. Ripley" schafft Patricia Highsmith Weltliteratur. Die Verfilmungen erreichen ein riesiges Publikum. Ihr Privatleben hält die Meisterin des psychologischen Thrillers derweil zeitlebens vor der Öffentlichkeit verborgen. Dass sie lesbisch ist, weiß nicht einmal ihre Familie in Texas. Ihren lesbischen Liebesroman "Salz und sein Preis" (Filmtitel: "Carol") kann sie 1952 nur unter einem Pseudonym herausbringen. Über ihr eigenes bewegtes Liebesleben schreibt sie in ihren Tage- und Notizbüchern. Diese werden erst nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Schweizer Tessin entdeckt. Auf Basis dieser Aufzeichnungen, die im Herbst 2021 anlässlich des 100. Geburtstags der Autorin zum ersten Mal veröffentlicht wurden, erzählt Regisseurin Eva Vitija von Highsmiths Lieben und Leidenschaften. Passagen aus den Büchern, die von Maren Kroymann gelesen werden, stehen neben Interviews mit früheren Freundinnen wie der Autorin Marijane Meaker oder der Schauspielerin Tabea Blumenschein, Highsmiths Familie sowie Szenen aus den weltberühmten Verfilmungen ihrer Romane. Eva Vitijas vielschichtige Liebesbiografie führt uns in ein Reich der Sehnsüchte und Obsessionen - und wirft ein neues Licht auf eine der schillerndsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. "Loving Highsmith" ist aber auch das Porträt einer Generation von Frauen, die mit Highsmiths "Carol" den Mut fanden, für ihr Recht auf Liebe zu kämpfen. Der Film feierte seine Premiere bei den Solothurner Filmtagen und war danach auf vielen internationalen Festivals sowie in Deutschland und in der Schweiz in den Kinos zu sehen. | |||||
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03/08/2026 11:50 pm |
Feuernacht |
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| In einer mexikanischen Kleinstadt in den Bergen des Bundesstaats Guerrero lebt Ana mit ihrer Mutter Rita. Anas Vater ist längst fort; viele der Männer lassen ihre Familien in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA zurück. Wie viele andere Mütter ist Rita auf sich allein gestellt. Nach der Arbeit auf den Schlafmohnfeldern trainiert sie ihre Tochter im Erkennen von gefährlichen Geräuschen, damit Ana die schwarzen SUVs des Drogenkartells rechtzeitig hört. Im Ernstfall soll sich Ana in einem geheimen Erdloch hinter dem Haus verstecken. Außerdem haben die meisten Mädchen burschikose Frisuren, um die Gefahr einer Entführung und Versklavung zu verringern. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Paula und Maria streift Ana durch den Wald und jagt Schlangen. Als geheimen Treffpunkt nutzen sie ein verlassenes Haus. Dort verkleiden sie sich als Frauen. Gemeinsam haben sie sich ein Spiel ausgedacht, das sie stark verbindet und ihre Freundschaft festigt und prägt: gegenseitiges Gedankenlesen. Doch die kindliche Unschuld währt nicht lang an diesem Ort, wo eine düstere Wolke der Gewalt über allem schwebt. In den folgenden Jahren nimmt die Gewalt durch die Drogenkartelle zu. Die Mädchen sind jetzt in der Pubertät und damit bedrohter denn je. Eines Tages kommen die schwarzen SUVs des Drogenkartells zurück. Nicht alle Mädchen schaffen es dieses Mal rechtzeitig in ihre Verstecke. Die Dorfbewohner errichten Barrikaden und machen sich bereit zum Kampf. Feuer wütet in der Dunkelheit der Nacht. „Noche de fuego“ basiert auf dem Roman „Gebete für die Vermissten“ (2015) von Jennifer Clement. Ohne dass die Drogenkartelle selbst eine große Rolle spielen, ist die Gefahr, die von ihnen ausgeht, jederzeit spürbar. Das verbindet Tatiana Huezos Spielfilmdebüt mit ihrem Dokumentarfilm „Tempestad“ (2016). Auch „Tempestad“ erzählt von Mexiko, einem Land, in dem vielerorts Drogengewalt, Korruption und Angst herrschen. „Noche de fuego“ feierte 2021 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes in der Sektion „Un Certain Regard“ Premiere und wurde dort mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet. | |||||
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03/09/2026 1:35 am |
Tippi Hedren und die wilden Tiere |
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| Berühmt wird Tippi Hedren 1963 als blonde Society Lady in "Die Vögel" von Starregisseur Alfred Hitchcock. Er entdeckt die junge Frau in einem Werbespot und testet sie in sündhaft teuren Probeaufnahmen auf ihre Kinotauglichkeit. Sie besteht und wird von ihm daraufhin zur perfekten "Hitchcock-Blondine" geformt - unnahbar und begehrenswert -, bevor er sie in seinem Horrorthriller ausgiebig von aggressiven Vögeln attackieren lässt. Für ihr Durchhaltevermögen und ihre schauspielerische Leistung in "Die Vögel" erhält sie einen Golden Globe und ihre nächste Rolle in Hitchcocks Psychodrama "Marnie". Nun spielt sie eine traumatisierte und gefühlskalte Diebin, die von ihrem Chef zunächst erpresst, dann geheiratet und in der Hochzeitsnacht vergewaltigt wird. Angeblich eine kaum kaschierte Fantasie des Regisseurs, wie sie in ihren Memoiren schreibt. Erst 2016, lange nach Hitchcocks Tod 1980, erzählt sie in "Tippi: A Memoir", dass Hitchcock sie während der Dreharbeiten sexuell belästigt hat. Als Mutter und Großmutter der Hollywoodstars Melanie Griffith und Dakota Johnson möchte sie mit ihrem Buch Frauen ermutigen, sich zu wehren - so wie sie es auch tat. Nach dem Bruch mit Hitchcock 1964 ist sie meist in kleineren Rollen in Hollywoodfilmen zu sehen und entdeckt 1981 in dem Abenteuerfilm "Roar" ihre Liebe zu Großkatzen, denen sie in ihrem Shambala-Reservat bei Los Angeles seit den 80er-Jahren ein Zuhause gibt. In dieser Sendung erzählt die Schauspielerin von der ambivalenten Beziehung zu Alfred Hitchcock, auf die sie mit Dankbarkeit und Abscheu zurückblickt. | |||||
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03/09/2026 2:30 am |
Wim Wenders: Der ewig Suchende |
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| Das Porträt geht der Frage nach, wie die Biografie von Wim Wenders, seine Leidenschaft fürs Reisen und seine Begeisterung für verschiedene Kunstformen – von Fotografie über Tanz bis Musik – mit seinem filmischen Werk zusammenhängen. Wenders blickt dabei sehr persönlich auf sein Leben und seine Filme zurück. Er erklärt, was für ihn eine gute Geschichte ausmacht – und warum die amerikanische Erzählweise für ihn nicht funktioniert hat. Zahlreiche Ausschnitte aus seinen Spielfilmen sowie Begegnungen mit prominenten Weggefährten wie Nick Cave, Sebastião Salgado, Juliette Binoche und Thierry Frémaux ergeben ein berührendes Porträt eines Künstlers, der das europäische Kino über Jahrzehnte geprägt hat. | |||||
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03/09/2026 4:00 am |
Biowein - Alles reine Natur? |
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| Fieberhaft suchen sie in der Erde, auf den Blättern - sogar im Genom. Forscher wollen den ökologischen Weinbau retten. Denn Biowinzer haben ein großes Problem: Ein schädlicher Pilz kann ganze Ernten vernichten. Nur ein einziges Pflanzenschutzmittel ist im Bioweinbau gegen diese Pilzkrankheit erlaubt: Kupfer. Aber das ist umstritten, denn das Schwermetall schädigt Bodenorganismen. Die EU will darum den Einsatz von Kupfer verbieten. Steht der Bio-Weinbau damit vor dem Aus? Oder findet die Wissenschaft ein ökologisches Mittel gegen tödliche Pilzerkrankungen? Die Winzerin Simone Adams arbeitet biodynamisch und stärkt so auf vielfältigem Weg die Abwehrkräfte ihrer Reben. Sie muss dadurch nur wenig Kupfer zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus einsetzen, weit weniger als die in Deutschland für den ökologischen Weinbau zugelassenen drei Kilogramm pro Jahr. Doch ganz verzichten kann sie nicht darauf, weil ihr Weinbau sonst durch Ernteausfälle wirtschaftlich nicht mehr tragbar wäre. Forschende in Deutschland und Frankreich suchen nach Strategien, Kupfer zu ersetzen. Dabei verfolgen sie verschiedene Ansätze. Zum einen wollen sie gezielt die mikrobielle Besiedelung der Weinreben und der Böden beeinflussen, damit die Abwehrkräfte der Reben gestärkt werden. Sie sind auch einem geheimnisvollen Netzwerk im Boden auf der Spur: Mykorrhiza-Pilze gehen eine Symbiose mit den Wurzeln der Weinrebe ein und aktivieren ihre Abwehrkräfte. Die Züchtung von pilzwiderstandsfähigen Sorten, sogenannten PIWIs sollen Weinreben grundsätzlich gegen den Falschen Mehltau immun machen. Dabei kommen gentechnische Verfahren wie Marker-gestützte Selektion zum Einsatz. Aber verträgt sich das mit dem Konzept „Bio“? | |||||
