Schedules
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03/11/2026 4:00 am |
Wilde Ostsee (2/3) |
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| Die Ostsee ist das jüngste Meer der Erde und erst nach der letzten Eiszeit entstanden. Es scheint so vertraut, bietet aber viele Überraschungen. Die zweite Folge führt in eine Welt aus Zehntausenden von Inseln zwischen Estland und dem finnischen Schärenmeer. Auf Saaremaa der größten estnischen Insel schallen im Herbst nasale Laute über die Insel. Es sind die Paarungsrufe der Elche. Große Bullen ziehen zu den traditionellen Brunftplätzen. Im Norden der Insel ragt das Panga Cliff empor, eine über 400 Millionen Jahre alte Kalksteinwand. Anfang März dreht Naturfilmer Christoph Hauschild die Kinderstube der Kegelrobben auf zwei kleinen Inseln in der Rigaer Bucht. Nie zuvor durfte ein Kamerateam die Inseln betreten. Es ist die größte Ansammlung dieser Robbenart in der Ostsee. Nur 200 Kilometer westlich liegt das schwedische Gotland. Viele Tiere und Pflanzen, die sonst nur in Südeuropa vorkommen, finden sich auf der zweitgrößten Insel der Ostsee. Hier brüten Steinadler auf Bäumen, und im Frühling ist der Boden übersät von Orchideen. Auf der Insel Stora Karlsö existiert die größte Lummenkolonie der Ostsee. Im Juni springen die jungen Lummen zu Hunderten von den Felsen, um mit ihren Vätern in die südliche Ostsee zu schwimmen. 300 Kilometer weiter nördlich liegt Finnlands Schärenmeer. Eine Welt aus 80.000 Inseln. In diesem Labyrinth lebt auch das größte Raubtier Europas, der Braunbär. Große Bären schwimmen im goldenen Licht der weißen Nächte von Insel zu Insel auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen. Magische Augenblicke aus dem Felsenmeer, das die letzte Eiszeit in der Ostsee einst geschaffen hat. Film von Christoph und Almut Hauschild | |||||
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03/11/2026 4:55 am |
360° Reportage |
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| Die Provinz Jujuy liegt im Nordwesten Argentiniens, direkt an den majestätischen Anden. Abseits von Städten und größeren Siedlungen leben einige Andenbewohner in dieser Region sehr isoliert, oft hoch in den Bergen. Doch auch sie brauchen regelmäßige medizinische Versorgung. Mehrmals im Jahr macht sich Dr. Jorge Fusaro auf den beschwerlichen Weg in entlegene Andensiedlungen. Die Menschen dort erwarten ihren Arzt schon sehnsüchtig. Die Provinz Jujuy liegt im Nordwesten Argentiniens, direkt an den majestätischen Anden. Neben seinem Dienst im Stadtkrankenhaus von San Salvador de Jujuy pendelt Dr. Fusaro regelmäßig zu medizinischen Stationen in der weltläufigen, meist bergigen Umgebung. Ortschaften wie Tilquisa, Tiraxi, Tesorero und Ocloyas fährt er öfters an, denn sie sind noch relativ gut erreichbar. Mit dem Geländewagen sind es etwa zwei Stunden Fahrt, wenn nicht wieder mal die Straße wochenlang gesperrt ist. Schwieriger ist es mit der Siedlung San Bernardo, zu der es gut und gerne an die sechs Stunden Autofahrt sind. Die anspruchsvollste der medizinischen Versorgungstouren aber führt den Anden-Doktor ganz weit weg - zu den sehr hoch gelegenen Siedlungen rund um den Monte Chañi. Tagelang ist er dafür per Pferd und Muli unterwegs über Stock und Stein. Nur sehr wenige Menschen leben in dieser unwirtlichen und schwer zugänglichen Region weitab von jeder Infrastruktur. Eine atemberaubend schöne Naturkulisse entschädigt für vieles. Doch die Bewohnerinnen und Bewohner hier führen ein karges und entbehrungsreiches Dasein voller Mühsal, leben von Ackerbau und Viehzucht. Farbenfreudige Geschichten, die das Leben schreibt. Reisen, Rituale und Feste mit Menschen aus aller Welt. | |||||
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03/11/2026 5:50 am |
Küchen der Welt |
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| Die Grillsensation aus Texas: Fajitas Rein in die Cowboystiefel und ab auf die Ranch, um ein Rezept zu entdecken, das zum Wahrzeichen der texanischen Küche geworden ist: Fajitas. Nawelle Senad ist nach San Antonio gereist, um die Fajitas von Chefkoch Johnny Hernandez zu probieren, der ein echter Verfechter der authentischen Küche ist und nichts von industriell hergestellten Tex-Mex-Gerichten hält. Pierre Raffard, Geograf und Ernährungswissenschaftler, spricht über die Vaqueros - die mexikanischen Cowboys -, über die Entwicklung der Fajitas zu einem Symbol der Tex-Mex-Küche und über den Zusammenhang zwischen dieser Esskultur und amerikanischen Sportveranstaltungen. Ein Biss’chen Heimat: Andrea, eine Texanerin in Irland Andrea ist in Texas geboren und lebt in Irland. Sie kocht für ihre Liebsten Chili und verrät ihre Lebensaufgabe: das texanische Barbecue nach Irland zu bringen. Andrea erzählt von ihrem ersten Versuch, ein irisches Gericht zu kochen, von Pubs und von geselligen Runden mit texanischen Freundinnen und Freunden bei einem leckeren Chili, das sie an ihre Heimat erinnert. Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Fajitas-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ----------------------- Fajitas-Rezept Zutaten für 4 Personen: 500 g Kronfleisch vom Rind 3 Knoblauchzehen ½ TL Pfefferkörner 2 kleine rote Chilischoten (Chipotle-Chilis) 1 Limette 150 ml dunkles Bier 2 Tomaten 1 weiße Zwiebel 1 Jalapeño 1 Avocado 8 Tortillas Gehackter Koriander Oregano Zubereitung: - Für die Marinade drei Knoblauchzehen hacken und Pfefferkörner, Salz, Oregano und eine Chipotle-Chilischote zerstoßen. - Die Zitrone auspressen und den Saft mit dem dunklen Bier zur Marinade geben und alles vermischen. - Das Fleisch darin 15 Minuten marinieren. - Für die Soße die Tomaten, die Jalapeño und die in Scheiben geschnittene Zwiebel drei Minuten lang auf dem Grill grillen. - Vom Grill nehmen und mit einer Knoblauchzehe, der zweiten Chipotle-Chilischote und dem zuvor gehacktem Koriander zerstampfen. Die Avocado in Würfel schneiden und untermischen. - Das Fleisch auf beiden Seiten jeweils drei Minuten lang auf dem Grill scharf anbraten. - Dann das Fleisch in Scheiben schneiden, mit der Soße und den Tortillas servieren. Die Tortillas nach Belieben mit den Fajitas füllen. | |||||
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03/11/2026 6:20 am |
Stadt Land Kunst |
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| * Friaul: Italiens finstere Seite Im Nordosten Italiens liegt die Region Friaul-Julisch Venetien. In ihrer erfolgreichen Krimi-Saga, deren erster Teil „Eiskalte Hölle“ 2018 erschien, lädt die italienische Autorin Ilaria Tuti zu einem Streifzug durch die Wälder der Alpenregion. Tuti, die aus der Gegend stammt und immer noch dort lebt, zeichnet die pittoresken Landschaften in düsteren Farben. Ihre Romanheldin erkundet die Tiefen der Wälder und Seen, und taucht hinab zu den Abgründen der menschlichen Seele. * Französisch-Guayana: Grüne Hölle der Geografen Im 17. Jahrhundert erschien die Kolonie Französisch-Guayana vielen Franzosen aus Europa als Eldorado. Auf der Suche nach neuen Ressourcen und spannenden Entdeckungen machten sich zahlreiche Forscher auf den Weg in die unwegsame Terra Incognita. Aber das vermeintliche Insel-Paradies wurde für viele von ihnen zur grünen Hölle, denn Hunger und Krankheit plagten die Kolonialherren. Im 19. Jahrhundert gelang es den Geografen endlich, mit der Hilfe von Einheimischen den Gefahren zu trotzen. * Ruanda: Ramadhans Backfisch In Gisenyi bereitet Ramadhan den Getreidebrei Ugali zu. Dafür wird Maismehl in Salzwasser gekocht, bis es eine relativ feste Konsistenz hat. Dann frittiert Ramadhan kleine Süßwasserfischchen, sogenannte Sambazas, die er auf dem Markt gekauft hat. Sie passen hervorragend zu der Sauce aus frischen Tomaten. * Paris: Napoleon Bonaparte in Gefahr Im Zentrum von Paris, auf der Place Vendôme, wacht die Statue Napoleons I. aus 44 Metern Höhe über die französische Hauptstadt. Doch eines Nachts versucht ein Mann, den mächtigen Herrscher mit einem originellen Coup vom Sockel zu stoßen … Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: ARTE lädt täglich auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. | |||||
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03/11/2026 7:05 am |
Stadt Land Kunst |
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| * Neapel: die unbeugsame Malerin Artemisia Gentileschi Entschlossen, ehrgeizig und frei: Mit dieser Haltung reiste im 17. Jahrhundert eine 37-jährige Malerin nach Neapel. In einer Zeit, in der Frauen von gesellschaftlichen Zwängen eingeengt wurden, entschied sich Artemisia Gentileschi, einzig und allein ihrer Kunst zu gehorchen: der Malerei. Ihre frühen Werke waren Ausdruck ihres Zorns - doch Gentileschi strebte nach Größerem. Sie wollte sich in einer patriarchalen Gesellschaft durchsetzen und als größte Malerin ihrer Zeit anerkannt werden. Neapel, Schauplatz eines künstlerischen Aufbruchs, war der ideale Ort für ihre Ambitionen. * Der Elch, König der schwedischen Wälder Zwischen den Bäumen der Wälder Südschwedens zeichnet sich eine massive Gestalt ab: Mit einer Schulterhöhe von rund 2,30 Metern und um die 500 Kilo Körpergewicht ist der Elch eine stattliche Erscheinung - und versetzt jeden in Ehrfurcht, der das Glück dieser seltenen Begegnung hat. Mit mehr als 350.000 Exemplaren ist Schweden Heimat der weltweit dichtesten Elchpopulation. Was den Australiern ihr Känguru, ist den Schweden ihr Elch: ein Wahrzeichen für die ganze Nation. * Griechenland: Emilias pikante Rindfleisch-Makkaroni In Kouramades folgt Emilia einem alten, mündlich überlieferten Pastitsada-Rezept, für das sie lange Makkaroni mit einer aromatischen Sauce zubereitet. Erst brät sie Rindfleischstücke in Olivenöl an und fügt dann goldbraune Zwiebeln, Knoblauch, Rotwein und die Gewürzmischung Spetseriko hinzu. Alles darf langsam köcheln, bevor das Gericht mit den für die Pastitsada typischen Nudeln serviert wird. * Pontivy: kaiserlicher Besuch Pontivy im Département Morbihan war im Laufe der Geschichte mittelalterliche Stadt, protestantische Hochburg und Schauplatz von Bauernaufständen. Ausgerechnet dieses friedliche Örtchen in der Bretagne wurde zum Stützpunkt eines großen Kaisers … Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: ARTE lädt täglich auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. | |||||
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03/11/2026 7:55 am |
Kontinente in Bewegung (1/5) |
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| Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentation zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte, und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen. Dieser Teil der Reihe beschreibt die Anfänge des heutigen Kontinents Europa. Vor 3,5 Milliarden Jahren bildeten sich an der Erdoberfläche die ersten Landmassen. Dass die älteste unter ihnen, das heutige Skandinavien, damals noch irgendwo in der südlichen Hemisphäre schwamm, fand man anhand winziger Kristalle heraus, die Diamantensucher bei ihrer Arbeit entdeckt hatten. Diese Steine heißen Zirkonen und haben zwar keinen kommerziellen Wert, sind für die Geologen jedoch äußerst kostbar: Indem man ihr Entstehungsjahr ermittelt, kann man das Alter des Gesteins bestimmen, in dem sie eingeschlossen waren. Die Erdplatte, die das heutige Europa darstellt, dehnte sich erst nach Westen und dann nach Süden aus, so dass auf der einen Seite die Kontinente Nordamerika und Grönland entstanden, auf der anderen wiederum das herzynische Gebirge erwuchs, das heute im Herzen Europas liegt. Zu jener Zeit befand sich der älteste Kontinent der Welt noch nicht an seinem heutigen Platz, sondern lag in einer tropischen Klimazone. Seine Landschaften ähnelten den Lagunen der Bahamas, und bei der Zersetzung toter Pflanzenreste entstand Kohle - jener Rohstoff, der später zur Grundlage der menschlichen Industrie werden sollte. Im Nordosten wiederum löste sich das heutige Nordamerika von Europa ab und öffnete den Atlantischen Ozean. Mit dem Zustrom kalten Wassers aus dem Norden kamen neue Meeresbewohner: die Coccolithen, mikroskopisch kleine Kalkplättchen, die später zu Kreidegestein wurden und etwa die Felsen von Etretat und Dover formten. Zu jener Zeit sah Europa fast schon aus wie heute. Ein paar Schönheitskorrekturen, einige verheerende Katastrophen - und der Mensch konnte kommen! Die Theorie der Plattentektonik, die die Entwicklung der Kontinente und Ozeane mit all ihren Folgephänomenen erklärt, erscheint für das Verständnis der Erdgeschichte ebenso wichtig wie die Darwinsche Evolutionstheorie für die Erforschung des modernen Menschen. Internationale Wissenschaftler zeigen, wie sie mit ihren Entdeckungen die Theorie der Kontinentalverschiebung stützen und welche Orte der Erde Hinweise auf bedeutende geologische Ereignisse bergen. Berichte von spektakulären Entdeckungen und Besuche an geologischen Stätten nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Erdgeschichte, bei der Stück für Stück das Bild der heutigen Welt entsteht - ein sagenhaftes Epos. | |||||
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03/11/2026 8:40 am |
Kontinente in Bewegung (2/5) |
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| Die offizielle Geschichte des europäischen Kontinents beginnt mit der Öffnung des Atlantiks im Osten und der Annäherung Afrikas im Süden, bei der das Mittelmeer und die Alpen entstanden. Und sie ist noch lange nicht abgeschlossen - denn die Erdplatten bewegen sich noch heute. Was davor passierte, erzählen Wissenschaftler in einem Überblick über die letzten "historischen" Ereignisse der europäischen Vorgeschichte. So geben Kristalle, die versierte Bergführer in den Alpen fanden, Aufschluss über die Entstehung dieses eindrucksvollen Gebirges. Und auch das Mittelmeer hat eine faszinierende Vergangenheit. Vor gar nicht langer Zeit waren Korsika und Sardinien noch mit der provenzalischen Küste verbunden, bevor sie zu Inseln wurden und ins Meer abglitten. Dieser Vorgang kann heute mit magnetostratigraphischen Methoden, bei denen man die magnetische Polung von Gestein analysiert, rekonstruiert werden. Einmal schloss sich die Straße von Gibraltar sogar ganz, und das Mittelmeer trocknete völlig aus - man hätte zu Fuß von Europa nach Afrika wandern können. Durch Klimaveränderungen und minimale kontinentale Verschiebungen entstanden unterirdische Höhlen, die den ersten Menschen vor 40.000 Jahren als Lebensraum dienten. Damals war es in ganz Europa so kalt wie im heutigen Skandinavien. Die Rekonstruktion der Gletscherbewegungen hilft den Forschern dabei, die tektonischen Verschiebungen nachzuvollziehen. Die Bewegungen der Erdplatten lösen Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis aus. Diese Naturkatastrophen, die vor allem die Regionen rund um das Mittelmeer und im Norden des Kontinents Island bedrohen, machen deutlich, dass die Kräfte der Erde noch immer aktiv sind. Schon bald wird es das Mittelmeer nicht mehr geben, die Alpen hingegen werden in die Höhe schießen, und Amerika wird sich noch weiter vom alten Kontinent entfernen. Die Erdkruste, die den Schmelzkern der Erde umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Die Kontinente wachsen, bewegen sich, trennen sich und vereinen sich wieder. In der fünfteiligen Dokumentationsreihe berichten Wissenschaftler von ihren spannenden Entdeckungen zur Kontinentalverschiebung. Sie erläutern, welche Orte der Erde Hinweise auf bedeutende geologische Ereignisse bergen und lassen dadurch alltägliche Landschaften in neuem Licht erscheinen. | |||||
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03/11/2026 9:20 am |
Kontinente in Bewegung (3/5) |
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| Australien blieb in seiner gesamten Geschichte fast völlig von Kollisionen oder Abspaltungen verschont. Die sehr alten Gesteinsvorkommen in der nordöstlichen Region Pilbara geben daher wertvolle Hinweise auf den Verlauf der frühen Erdgeschichte. So beschränkt sich die einzig erwähnenswerte Erschütterung Ozeaniens auf den Zusammenstoß der Pazifischen Platte mit Neuseeland, von dem noch heute zahlreiche aktive Vulkane auf den umliegenden Inseln wie dem Inselstaat Vanuatu zeugen. Eine der wenigen Spuren einer Kontinentalkollision befindet sich mitten in Australien: der Ayers Rock, um den sich die Legenden der australischen Ureinwohner ranken. Im Süden des Landes finden sich wiederum die ältesten Spuren tierischen Lebens. Die Ediacara-Fauna lebte in Untiefen nahe der Küste. Eine leichte tektonische Verschiebung reichte aus, um den Meeresgrund an die Erdoberfläche zu befördern - die Überreste der ersten Zweiseitentiere wurden im Gestein für die Nachwelt festgehalten. In der Pilbara-Region konnten Wissenschaftler nachvollziehen, wie und wann erstmals Sauerstoff auf der Erde entstand und sich in der Atmosphäre verbreitete. Von diesem Ereignis, das nicht nur neues Leben hervorbrachte, sondern auch für das Aussterben älterer, vom Stickstoff abhängiger Organismen verantwortlich ist, zeugt eine schwarze Linie im Gestein - ein Beweis, nach dem Martin Van Kranendonk 20 Jahre lang gesucht hatte. Vor 200 Millionen Jahren trennte sich Australien zusammen mit der Antarktika und Neuseeland von dem südlichen Großkontinent Gondwana. Dann löste sich die Antarktika durch einen Magmaaufstieg, dessen Spuren noch heute an der Südküste Australiens sichtbar sind, von Australien ab und platzierte sich am Südpol. Neuseeland versank im Ozean, kam jedoch nach seinem Zusammenstoß mit der Pazifischen Platte wieder teilweise an die Oberfläche. Der Kontinent Zealandia liegt noch heute zu 70 Prozent unter Wasser. Doch es scheint, als stünden dem Kontinent noch einige Erschütterungen bevor: Seine Bewegung in Richtung China deutet auf eine Kollision hin, die ein zweites Himalaja-Gebirge hervorbringen könnte. Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentationsreihe zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen. | |||||
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03/11/2026 10:25 am |
Re: Wenn Alkohol am Steuer das Auto kostet |
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| Ende Juni 2024 bereitet sich die lettische Sprinterin Gunta Vaicule auf die Olympischen Spiele in Paris vor. Sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Form, als ein betrunkener Fahrer in ihr Auto rast. Ihr Wagen überschlägt sich mehrfach. Vaicule überlebt mit viel Glück. Doch oft enden solche Unfälle tödlich. Lettlands Straßen gehören zu den unsichersten in der EU. Der lettische Staat greift seit 2022 gegen Alkohol am Steuer durch: Wer mit mehr als 1,5 Promille erwischt wird, verliert sein Auto - für immer. Seitdem wurden Hunderte Fahrzeuge beschlagnahmt. Die Polizisten Valērijs Zlotņikovs (36) und Matīss Ananko (31) führen regelmäßig Alkoholkontrollen durch. "Wenn du jemanden erwischst, weißt du, dass du vielleicht etwas sehr Schlimmes verhindert hast - vielleicht sogar einen tödlichen Unfall", sagt Zlotņikovs. In einer Nachtschicht stoppen sie einen Fahrer mit drei Promille, sein Auto wird beschlagnahmt. Viele konfiszierte Fahrzeuge schickt Lettland an die ukrainische Armee, um den Abwehrkampf gegen Russland zu unterstützen. Darunter ist auch ein Audi mit Thüringer Nummernschild. Der Fahrer war mit über 1,5 Promille in Lettland unterwegs. Der Informatiker Imants Skerstens rüstet in seiner Freizeit konfiszierte Fahrzeuge für den Einsatz in der Ukraine um. Aus Geländewagen mit Allradantrieb werden gepanzerte Sanitätsfahrzeuge. Skerstens findet das Gesetz sehr gut. Ganz anders ein Fahrer, der betrunken erwischt wurde: "Am meisten leidet die Familie. Denn oft sind auch Ehepartner oder Angehörige von der Konfiszierung betroffen", sagt er. Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. | |||||
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03/11/2026 10:55 am |
Küchen der Welt |
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| Krautwickel aus Rumänien: Sarmale Die kleinen Rouladen mit ihrer cremigen Füllung und dem knackigen Kohlblatt sind in der rumänischen Küche sehr beliebt. Alexis Sarini probiert Sarmale zusammen mit der Küchenchefin Petra Hianu in einem der kleinsten, aber auch feinsten Restaurants Rumäniens. Pierre Raffard, Geograf und Ernährungswissenschaftler, spricht über die Ursprünge dieses Gerichts, die Geschichte des ländlichen Rumäniens und den Zusammenhang zwischen Esskultur und Bestattungsriten im Land. Ein Biss’chen Heimat: Ruxandra, eine Rumänin in Paris Ruxandra ist in Rumänien geboren und lebt seit 2016 in Paris. Sie kocht für ihre Gäste Mamaliga cu branza si smantana. Außerdem erzählt sie vom Lebensmitteleinkauf im kommunistischen Rumänien, von den in Frankreich erhältlichen Produkten aus aller Welt und von den simplen, aber schmackhaften Gerichten, die sie an ihre rumänische Heimat erinnern. Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Sarmale-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------ Rezept für Sarmale Zutaten für 4 Personen: 1 Kohlkopf 400 g geräucherter Schweinekamm 500 ml Sahne 2 Eiweiße 2 Zwiebeln Frischer Thymian Zubereitung: Fermentierung: - Den Kohl waschen, den Strunk entfernen und die Hälfte der Blätter beiseitelegen. - Diese in ein großes Einmachglas geben. - Zehn Gramm Salz in einem Liter Wasser auflösen. Die Salzlake in das Einmachglas gießen und dieses verschließen. - Die Mischung eine Woche lang bei Zimmertemperatur und vor Licht geschützt und dann eine weitere Woche im Kühlschrank fermentieren lassen. Füllung: - Schweinefleisch und Zwiebeln in kleine Stücke schneiden, würzen und alles sehr fein pürieren. - Eiweiß hinzufügen und erneut mixen. - Die Füllung in eine kalte Schüssel geben und die sehr kalte Sahne unterrühren, bis eine homogene, glatte Masse entsteht. - 5 Minuten kalt stellen. - Den fermentierten Kohl für zwei Stunden in Wasser einweichen und das Wasser regelmäßig wechseln. - Die nicht fermentierten Kohlblätter in Quadrate schneiden, 30 Stunden lang im Dörrgerät zu Chips trocknen und zu Röllchen aufrollen. - Die Füllung in die Röllchen geben. - Mit einer Ausstechform kleine Stücke aus dem fermentierten Kohl stechen und diese scharf anbraten. - Den Boden eines Tellers mit den fermentierten Kohlstücken bedecken und die gefüllten Chips darauflegen. Mit frischem Thymian bestreuen. | |||||
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03/11/2026 11:25 am |
Stadt Land Kunst |
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| Patrick Süskind und der Duft Frankreichs Paris hat tausend Gesichter - aber keine Nase! Zum Glück, könnte man sagen, denn der Geruch in der französischen Hauptstadt war in früheren Jahrhunderten wohl alles andere als verführerisch. In Patrick Süskinds Bestseller-Roman „Das Parfum“ wird genau dieser Gestank beschrieben. Süskind erzählt die Geschichte des Sonderlings Jean-Baptiste Grenouille, der alles daransetzt, das beste Parfum der Welt zu kreieren. Der Autor lässt Grenouille auf der Suche nach den Bestandteilen des Parfums für sein finales Meisterwerk quer durch Frankreich reisen. Mit dem Buschtaxi durch den Senegal 100 CFA-Francs, rund 15 Cent, kostet in Dakar eine Fahrt mit dem kultigsten Fortbewegungsmittel Senegals: dem Buschtaxi. Die bunt bemalten Kleinbusse sind dank der erschwinglichen Fahrpreise bei der Bevölkerung sehr beliebt. Bereits seit fast einem Jahrhundert gibt es diese Fahrzeuge, die nicht nur Menschen von A nach B transportieren, sondern stets auch deren Geschichten mit im Gepäck haben. Immer wieder werden die Busse repariert und geflickt. Damit stehen sie auch sinnbildlich für das Improvisationstalent der Senegalesen, ohne dass man im Land nicht weit kommt. Mongolei: Altangerels gedämpfte Teigtaschen Buuz sind mongolische Teigtaschen, die bei Groß und Klein beliebt sind. In Ulaanbaatar hat Altangarel den Ruf, die besten Buuz der Stadt zuzubereiten! Bevor die mit Schaf- und Rindfleisch gefüllten Teigtaschen gedünstet werden, gibt Altangerel noch etwas Wasser und Zwiebeln hinzu. Dazu serviert sie den traditionellen salzigen Milchtee. Frankfurt: Metamorphosen Schmetterlinge gelten als Sinnbilder für den Kreislauf des Lebens. Einst waren sie die Schutzengel der in Frankfurt geborenen Maria Sibylla Merian. Die Naturforscherin und Künstlerin fertigte detaillierte Zeichnungen von Schmetterlingen und Faltern in unterschiedlichen Entwicklungsstadien an. Bis sich ihr eigenes Schicksal änderte … Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: ARTE lädt täglich auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. | |||||
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03/11/2026 12:10 pm |
Stadt Land Kunst |
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| * Miss Island, eine wortgewandte Schönheit In den 1960er Jahren träumte eine junge, wunderschöne Frau davon Schriftstellerin zu werden - obwohl die Männer im konservativen, patriarchalen Island sie eher als Schönheitskönigin gesehen hätten. Hekla ist die Heldin des 2019 erschienen Romans ʺMiss Islandʺ, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Auður Ava Ólafsdóttirs Werk ist eine Ode an die Magie des Schreibens als Instrument weiblicher Befreiung, getragen von der ungestümen Kraft ihrer Heimat. Eine fast militant anmutende Einladung, überall Schönheit zu finden und seine Träume kompromisslos zu verfolgen. * Marseille: eine Stadt, eine Sprache In Marseille hat die französische Sprache ein Bad im Mittelmeer genommen. Ob in den belebten Straßen, per SMS, auf Hausfassaden, in Romanen oder rhythmischen Liedern -der unverwechselbare Marseiller Dialekt lebt in jeder Facette der Stadt. Das hier gesprochene Französisch ist ein Mosaik verschiedener Mittelmeereinflüsse: Okzitanisch natürlich, aber auch italienische und arabische Noten und eine Prise Provenzalisch. Marseille ist eine Weltstadt - und ihre Sprache ein offenes Meer. * Albanien: Meritas Forelle mit Gemüse In Lin verrät Merita ihr Rezept der albanischen Koran-Forelle. Erst dünstet sie Zwiebeln, Paprika und Tomaten mit Tomatenmark an. Dann verteilt sie das Gemüse in einer Auflaufform, legt die Fischstücke darauf und schiebt das Ganze in den Ofen. Ein paar Nüsse vollenden das Gericht - ein echter Gaumenschmaus! * Italien: ein umstrittener Kongress Weicher Sandstrand, eine einladende Promenade und farbenprächtige Flora: Das ist Sanremo, die Stadt der Blumen. Doch vor knapp 50 Jahren geriet diese Idylle ins Wanken. Hier fand der erste internationale Kongress für Sexualforschung in Italien statt … und löste eine kleine Revolution aus. Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: ARTE lädt täglich auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. | |||||
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03/11/2026 1:00 pm |
Tagebuch einer Kammerzofe |
Spielfilm Frankreich/Italien 1964 (Le Journal d'une femme de chambre) |
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| Das Dienstmädchen Célestine aus Paris tritt eine neue Stelle in der französischen Provinz an. Sowohl bei der bürgerlichen Herrschaft als auch bei den Hausangestellten trifft sie auf Verkommenheit und zerfallende Sitten. Als sich zwischen alltäglichem Gezänk und Bösartigkeit plötzlich ein Mord ereignet, schöpft Célestine Verdacht. Bitterböse Satire (1964) von Luis Buñuel. Frankreich, Ende der 1920er Jahre: Die junge, attraktive Célestine aus Paris tritt in der Normandie ihren Dienst als Hausmädchen einer bürgerlichen Familie an. In ihrem neuen Umfeld herrschen allerhand Unsitten: Madame ist pedantisch und verbittert, Monsieur ein notorischer Lustmolch, Schwiegervater Rabour ein nostalgischer Fetischist. Der Nachbar entpuppt sich als zänkischer Militarist und der sadistische Gärtner Joseph, ein Faschist, macht Célestine auf zudringliche Weise den Hof. Das Hausmädchen weist ihn entschieden ab und verhält sich ihrer Umgebung gegenüber beobachtend und distanziert. Nur zu dem kleinen Bauernmädchen Claire verbindet sie ein liebevolles Verhältnis. Als der Schwiegervater stirbt, will Célestine kündigen und nach Paris zurückzukehren. Doch am Bahnhof erreicht sie die schreckliche Nachricht, dass die kleine Claire im nahen Wald vergewaltigt und ermordet wurde. Das Hausmädchen beschließt, zu bleiben. Zwar gibt es keine Spur des Mörders, doch Célestine verdächtigt Joseph. Um Gewissheit zu erlangen, lässt sie sich auf die Avancen des Gärtners ein. Buñuels "Tagebuch einer Kammerzofe" ist eine bitterböse Satire auf die verlogene, in ihren überkommenen Traditionen gefangene französische Provinz-Bourgeoisie vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Jeanne Moreau in der Rolle des Hausmädchens Célestine befördert die unter der Fassade lauernden Untugenden eines Milieus zutage, das Buñuel zutiefst verachtete und in vielen seiner Filme auf teils schockierende Art und Weise kritisierte. "Tagebuch einer Kammerzofe" basiert auf Octave Mirbeaus gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1900. Dieser wurde bereits 1946 von Jean Renoir für die Leinwand adaptiert, allerdings mit einigen Abwandlungen: Ein Happy End milderte die Gesellschaftskritik der Vorlage ab. Auch Buñuel schrieb die Geschichte für seine Zwecke um: Er übertrug die Handlung aus dem 19. Jahrhundert in das Jahr 1928 - eine Zeit, in der der Filmemacher den sozialen und politischen Aufruhr in Frankreich miterlebte. | |||||
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03/11/2026 2:40 pm |
Leben mit Vulkanen |
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| Der Kilauea auf Hawaiis größter Insel Big Island ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Seit 1983 quellen aus dem Krater Pu'u 'O'o Tag für Tag unermüdlich Lavamassen heraus, die den Vulkan ständig verformen und die Inseloberfläche wachsen lassen. Da es zu gefährlich wäre, sich zu Fuß in die vulkanische Hölle zu begeben, betrachtet Arnaud das beeindruckende Schauspiel aus der Luft. Inmitten des Kraters befindet sich ein brodelnder Lavasee, in dem das frische Magma aufsteigt und die Krustenstücke an der Oberfläche verschluckt - als würde man die Erde atmen sehen. Seine Reise führt Arnaud auf ein riesiges Feld erstarrter Lava, wo früher über 250 Familien gewohnt haben, deren Häuser von den Lavaströmen vernichtet wurden. Allein das Anwesen von Pi'ilani Karvaloa und ihrer Familie blieb verschont, was sie Pele verdanken - der Göttin des Feuers, der Erde und der Vulkane. Für die Menschen auf Hawaii verkörpert Pele die Kraft der Schöpfung, aber auch der Zerstörung. Um dem Wirken des Vulkans noch einmal aus der Nähe zu sehen, wird Arnaud von dem Lava-Jäger Eric Storm so dicht an die Lava geführt, wie es sonst an keinem Ort der Welt möglich ist. Unaufhaltsam wälzt sich der Lavastrom voran. Den größten Teil des Wegs legt er unterirdisch in Lavaröhren zurück, was das Abkühlen verhindert und es ihm ermöglicht, sich in einem spektakulären Finale ins Meer zu stürzen. Sobald es Nacht wird, bietet sich ein überirdisch anmutender Anblick: Die Feuerzungen tauchen in den Ozean ein, riesige weiße Dampfwolken steigen auf. Beim Kontakt mit dem Wasser erstarrt die Lava sofort und türmt sich zu einem Bollwerk aus Basaltblöcken auf. Langsam und geduldig schafft der Vulkan neues Land - Pele kann zufrieden sein. Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. | |||||
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03/11/2026 3:10 pm |
Kontinente in Bewegung (4/5) |
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| Die Geschichte Asiens begann im heutigen Sibirien. Hier fanden Wissenschaftler rund um den Baikalsee das älteste Gestein des Kontinents. Damals sammelten sich zunächst immer mehr Landmassen um Sibirien, vor allem an der Westseite. Bei einem gewaltigen Zusammenstoß mit Europa vereinten sich dann die beiden Kontinente, und das Uralgebirge entstand. Dort, wo das Meer einst die Erdteile voneinander trennte, werden heute in zahlreichen Minen kostbare Bodenschätze abgebaut. Die Vereinigung von Europa und Asien wirft eine interessante Frage auf: Wenn der Begriff des Kontinents eine zusammenhängende Festlandmasse bezeichnet, warum wird dann überhaupt zwischen europäischen und asiatischen Kontinent unterschieden? Ebenfalls in Sibirien fand vor 250 Millionen Jahren eines der größten Massenaussterben in der Geschichte des Erdteils statt. Unter dem Druck, der von allen Seiten auf den Kontinent ausgeübt wurde, entstanden Risse, die zu heftigen Vulkanausbrüchen führten. Die ausströmende Lava bedeckte eine Fläche von mehreren Millionen Quadratkilometern, tötete mehr als 90 Prozent der Fauna und formte eine Landschaft, die heute als Sibirischer Trapp bekannt ist. Dass sich bald weitere Landmassen, darunter das heutige Thailand, an das junge Asien anschlossen, beweisen Fossilien von dinosaurierartigen Tieren derselben Epoche, die man in China und Thailand fand. Ein einschneidendes Ereignis gab dem asiatischen Kontinent schließlich seine aktuelle Form: Indien, das bis dahin mit Gondwana verbunden gewesen war, löste sich vom Südkontinent ab und schob sich mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung Norden. Auf dem Weg glitt es über einen sogenannten "HotSpot" und entwickelte vulkanische Aktivität. Genau wie im Sibirischen Trapp veränderten die Lavaströme die Landschaft grundlegend und vernichteten alles Leben, darunter die Dinosaurier. Kurz darauf wurde beim Zusammenstoß Indiens mit Asien der Himalaya aufgetürmt, das höchste und jüngste der heutigen Gebirge. Sein erodiertes Gestein wurde von den neu entstandenen großen Flüssen Ganges und Brahmaputra ins Tal gespült, wo auf einem riesigen Geröllhaufen das heutige Bangladesch entstand. Auf diese Weise wurde bereits das Dreifache des Gesteinsvolumens des Himalaya über den Bengalischen Golf ins Meer geschwemmt. Auch heute schiebt sich Indien noch immer weiter nach Norden und lässt den Himalaya beständig nach oben wachsen. Seit ihrer Entstehung vor etwa 4,55 Milliarden Jahren ist die Erde einer unheimlichen Kraft unterworfen: Die Erdkruste, die den Schmelzkern umgibt, verändert sich ununterbrochen und verschiebt in einer endlosen Bewegung Kontinente und Ozeane auf der Erdoberfläche. Denn die Kontinente sind alles andere als statisch: Sie entstehen, wachsen und vergehen wie lebendige Wesen. Die Dokumentation zeigt eine Milliarde Jahre Erdgeschichte, und erklärt, wie atemberaubende Landschaften entstanden sind und auch heute noch entstehen. | |||||
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03/11/2026 3:55 pm |
Mit dem Zug zwischen Iser- und Riesengebirge |
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| Ein Zug verbindet: Er erklimmt den Kamm der Sudeten und hangelt sich zwischen Iser- und Riesengebirge durch. Seit 2010 gibt es diesen grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Tschechien und Polen wieder. (45 Minuten) | |||||
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03/11/2026 4:50 pm |
Wilde Wege |
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| Von der Schwarzmeerküste der Türkei führt der "Highway D915" durch steile Täler und hochalpine Pässe in das anatolische Hochland. Gegensätzlicher könnten die Gegenden, die der Highway verbindet kaum sein und auch deshalb ist diese gefährliche Straße durch das Pontische Gebirge noch heute eine respektierte und beliebte Verbindung für die Menschen im hohen Norden der Türkei. Vom Schwarzen Meer bis in das anatolische Hochland: Der "Highway D915" überquert den 1.000 Kilometer langen Pontischen Gebirgszug, der von Istanbul bis an die Grenze zu Georgien reicht. Im Herbst bereiten sich die Menschen für den Winter vor, sechs Monate im Jahr ist die Straße gesperrt. An den Derebasi Kurven, dem gefährlichsten Teil des Highways, müssen die Fahrerinnen und Fahrer 29 Haarnadelkurven bezwingen und am Ende das Eiserne Tor passieren, eine Felspassage in senkrechten Steilwänden, Hunderte von Metern über dem Tal. Auch risikobereite Besucher zieht der Highway an, so zum Beispiel die junge Motorradfahrerin Merve, die ihr Fahrkönnen auf die Probe stellt und anschließend noch eine Pilgerfahrt der besonderen Art an der weiter südlich gelegenen "Stone Road" gelingt. Ahmet und Burhan nutzen die Straße seit vielen Jahren für die Schafszucht und Landwirtschaft, sie haben eine emotionale Beziehung zu diesen Bergen. Selma baut auf der Nordseite des Gebirges Tee an, den sie selbst mit ihrem Transporter zur Verladung fährt. Im Gebirge kreuzen sich fast alle Wege am Imbiss der Straße: "Turgut's Place". Wenige Kilometer weiter ist die abgelegene Gegend ein wichtiger Rückzugsort für Tiere und besondere Pflanzen, die Fotograf Murat seit Jahren dokumentiert. Als Aktivist setzt er sich dafür ein, dass die Straße nicht weiter ausgebaut wird. So unvollkommen, gefährlich und unbequem die Straße sein mag, sie ist genau deshalb heute von Anwohnern und Besuchern gleichermaßen beliebt und geschätzt. | |||||
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03/11/2026 5:35 pm |
Wilde Wege |
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| Wer das Abenteuer sucht, ist im Süden von Chile genau richtig. Auf der Carretera Austral geht es über 1.200 Kilometer durch Fjordlandschaften, Regenwälder und Bergwelten. Es ist eine Fahrt ins Unbekannte, fast bis ans Ende der Welt. Wer sich auf diesen Weg macht, wird mit fantastischen Landschaften belohnt. Mit dem Bau der Carretera Austral wurde in den 1970er Jahren begonnen, weil der Süden Chiles bis dahin nur mit dem Schiff oder über das Nachbarland Argentinien zu erreichen war. Diktator Augusto Pinochet ließ die Strecke von der Armee erschließen. Berge, Eisfelder und dichte Bewaldung machten den Bau zu Chiles aufwändigstem Großprojekt des 20. Jahrhunderts. Heute sind auf der meist nicht asphaltierten Strecke Laster unterwegs, die die kleinen Orte im Süden mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgen. Und Abenteurer - mit Allradfahrzeugen, Wohnmobilen oder auch per Fahrrad. Für sie ist die Schotterstrecke eine besondere Herausforderung: Sonne, Staub und dicht überholende LKW machen die Carretera zu einer Tour de Force. Die Gegend ist außerdem ein Naturparadies: In großen Nationalparks arbeiten Ranger wie Erwin Gonzales um den Erhalt einheimischer Tiere zu sichern. Heute muss er sich allerdings um die Bergung eines Autowracks kümmern - zwei Touristinnen sind im Park von der Straße abgekommen. Abschleppmeister Ivan Ramirez lebt von der Gefährlichkeit der Straße: Täglich muss er auf der Carretera Austral verunglückte Fahrzeuge bergen, und ist selbst schon in manch schwieriger Situation gewesen. | |||||
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03/11/2026 6:20 pm |
ARTE Journal |
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| ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur. | |||||
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03/11/2026 6:35 pm |
Mit offenen Karten - Im Fokus |
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| "Mit offenen Karten im Fokus": Täglich drei Minuten Aktuelles und Analysen. | |||||
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03/11/2026 6:40 pm |
Re: Das Geschäft mit Dino-Fossilien |
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| Sammler Christian Link zählt zu den bekanntesten Fossilien-Händlern Europas. Der gebürtige Schweizer handelt seit Jahren mit Kuriositäten aller Art: Von Briefen, die auf dem Mond waren, bis zu seltenen Eiern des Elefantenvogels. Seit wenigen Jahren kommen bei ihm auch Überreste von Dinosauriern unter den Hammer. Die Preise für Fossilien erreichen international neue Rekordhöhen. 2023 sorgte Link für Aufsehen, als er ein T-Rex-Skelett für 5,6 Millionen Euro versteigerte. Link arbeitet im Vorfeld der Auktion eng mit Wissenschaftlern zusammen, damit diese die Funde dokumentieren können. Die Kritik, Skelette könnten in Privatsammlungen verschwinden, teilt er nicht. Yolanda Schicker-Siber leitet das beliebte Saurier-Museum im Aathal. Ihre Sammlung ist eine der wertvollsten der Welt. Das meiste hat ihre Familie selbst in den USA ausgegraben. Seit ein paar Jahren sind auch sie im Dino-Knochen-Business. Sie bereiten Auktionen vor, indem sie Knochen präparieren und Gestelle bauen. Auch Nils Knötschke ist Dino-Präparator und bereitet Saurierknochen für Auktionen vor - und er ist immer wieder auf der Suche nach neuen Fund- und Grabungsorten. Knötschke weiß, dass viele paläontologische Grabungen ohne private Geldgeber nicht möglich wären. Museen können sich die Dino-Knochen nicht leisten und sind auf Leihgaben oder Schenkungen angewiesen. Nah dran, authentisch, echt - der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht "Re:" in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar. | |||||
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03/11/2026 7:15 pm |
Nur Fliegen ist schöner |
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| Grafikdesigner Michel ist alltagsmüde. Um seiner Routine zu entfliehen, bestellt sich der passionierte Flugzeugfan kurzerhand ein Kajak. Nach und nach baut er seine neue Errungenschaft zusammen und macht auf der Dachterrasse Trockenübungen. Als seine Frau Rachelle Wind davon bekommt, setzt sie ihn an einem Fluss aus und Michel eröffnet sich eine neue Welt jenseits des monotonen Alltagslebens. Eine charmante Anti-Stress-Komödie über Liebe und Leidenschaft, über Magie und Muße und über die befreiende Kraft des Paddelns. Michel, in den 50ern, verheiratet, die Kinder aus dem Haus, Nine-to-five-Job, steckt in seiner täglichen Routine fest. Wenn er nach der Arbeit auf sein Motorrad steigt, träumt er von einem anderen Leben. Wie gerne würde er wie sein Held, der Luftpost-Pionier Jean Mermoz, in einer Propellermaschine durch den Abendhimmel schweben. Eines Tages stößt Michel durch Zufall auf das Foto eines Kajaks - und ist begeistert von der formvollendeten Schönheit und Eleganz des Objekts. Es ist Liebe auf den ersten Blick! Ein Klick - und das Boot zum Selbstzusammenbauen liegt in seinem virtuellen Einkaufskorb. Einige Tage gelingt es Michel, den Kauf vor seiner Frau Rachelle zu verheimlichen. Voller Hingabe setzt er auf der Dachterrasse sein Kajak Stück für Stück zusammen und häuft immer mehr Expeditionsausrüstung an. Ganze Nachmittage verbringt er in seinem halbfertigen Gefährt und träumt sich davon. Schließlich entdeckt Rachelle das Ausrüstungslager, setzt den Trockenübungen ein Ende und ihren Mann an einem Fluss aus, damit er endlich in die Gänge und aufs Wasser kommt. Dass Michels Auszeit ihr gemeinsames Leben komplett auf den Kopf stellen könnte, ahnt Rachelle. Und wirklich: Schon bei seiner ersten Rast trifft Michel im Ausflugslokal mit der schönen Laëtitia auf eine ländliche, exzentrische Boheme. Er taucht ein in eine exotische Welt außerhalb von Raum und Zeit, die geprägt ist von Unbeschwertheit, Kirschen, Sinnlichkeit und eisgekühltem Absinth. Bruno Podalydès ist bekannt für seine feste „Filmfamilie“, die ihm auch für „Nur Fliegen ist schöner“ zur Seite stand. Alle haben bereits mit Alain Resnais gearbeitet, dessen Filmkunst ihr gemeinsamer Nenner ist. Noch heute wird Jean Mermoz (1901-1936) in Frankreich als legendärer Aéropostale-Flieger und Held gefeiert. Zu Mermoz’ Ruhm trugen maßgeblich die Veröffentlichungen des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry bei, der sein Kollege bei der Luftpost war. | |||||
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03/11/2026 8:55 pm |
Die Schäferfamilie |
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| Damien und Claire Jeannerat leben zusammen mit ihren drei Kindern in den Bergen um Crans-Montana in der Schweiz. Die Schäferei war nicht ihre ursprüngliche Berufswahl. Damien war als Landschaftsgärtner tätig, als er den Auftrag erhielt, brachliegende Wiesen zu pflegen. Das viele gemähte Gras, das ungenutzt verkam, brachte ihn auf die Idee, Tiere zu halten. Was mit einer Hand voll Schafen und Ziegen begann, wurde schließlich zu einer Vollzeitbeschäftigung mit nicht weniger als 400 Schafen, 80 Ziegen, drei Kühen, sechs Pferden, fast 200 Lämmern, 14 Hütehunden und ganz nebenbei drei Kindern. Claire kommt ursprünglich aus Großbritannien, lebt aber bereits seit 21 Jahren in der Schweiz. Vor sechs Jahren gab sie ihre internationale Karriere auf, um ihrer Leidenschaft zu folgen und mit ihrem Mann zusammenzuarbeiten. Sie ist stolz darauf, Hirtin zu sein. Die Arbeit mitten in der Natur birgt immer neue Überraschungen und Herausforderungen. Man lernt nie aus und wird sich der eigenen Grenzen bewusst. Claire und Damien haben sich mit der Schäferei nicht nur einen Beruf ausgesucht, sondern einen Lebensentwurf, der nicht immer einfach und idyllisch ist. Damien verbringt fünf Monate im Jahr draußen mit den Schafen. Fünf lange Monate bleibt die Familie getrennt. Während er allein in den Bergen ist, achtet Claire darauf, dass die Kinder nicht den Kontakt zu Gleichaltrigen verlieren. Die Dokumentation zeigt die Freuden, aber auch die Mühen und Momente des Zweifels im Leben dieser ungewöhnlichen Familie. | |||||
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03/11/2026 9:55 pm |
Blinde Weide, schlafende Frau |
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| Das Erdbeben an der Küste der japanischen Region Tōhoku im Jahr 2011 hat die Gemüter der Menschen durcheinandergebracht: So sieht der Bankangestellte Komura seiner Frau Kyoko dabei zu, wie sie die Tage nach dem Unglück reglos vor dem Fernseher verbringt, die Beiträge über all die Vermissten und die Angst vor einem GAU im Atomkraftwerk in sich aufnehmend. Bis er eines Tages nach der Arbeit in ein leeres Haus zurückkommt und ihm seine vertraute Umgebung zum Alptraum wird. Bei der Bank steht sein Kollege Katagiri unter dem Stress, eine massive Schuld von einem Kunden eintreiben zu müssen. Zu Hause erwartet ihn eines Nachts ein riesiger Frosch: Er überzeugt Katagiri davon, zu größeren Taten bestimmt zu sein. In wenigen Tagen soll es in Tokio, dem Frosch nach, ein neues Erdbeben geben, dessen Auswirkungen die des ersten bei weitem übertreffen werden. Zu zweit wollen sie das dafür verantwortliche unterirdische Monstrum besiegen. Auf der Flucht vor ihrem gemütlichen Leben sinnt Kyoko ihrer Jugend nach; ihrer ersten Liebe mit 20 und ihrer Begegnung mit einem alten Mann, der ihre tiefsten Wünsche erfüllte. Auch Komura denkt an seine verschwundene Frau, an ihre Fantasie und die blinde Weide, die sie in einer Zeichnung erfand. Seine Einsamkeit zerreißt ihn. Spontan fliegt Komura nach Hokkaidō, um der Schwester eines Bekannten ein rätselhaftes Paket zu übergeben. Die existenzielle Angst nach der Umweltkatastrophe bringt diese Menschen dazu, neue Wege einzuschlagen, um zu sich selbst zurückzufinden. Regisseur Pierre Földes stammt aus einer Familie von Filmemachern. Sein Vater Peter Foldès (1924-1977), in Ungarn geboren und in Paris gestorben, war ein Pionier der Computeranimation; sein Kurzfilm "Hunger" (1974) erhielt eine Oscarnominierung und den Jury-Preis in Cannes. Sohn Pierre Földes arbeitet in den USA und Europa und widmet sich vorrangig der Animation sowie der Filmmusik als Komponist. "Blinde Weide, schlafende Frau" wurde von mehreren Kurzgeschichten, entstanden zwischen 1980 und 2005, aus dem gleichnamigen Sammelband des weltweit gefeierten Autors Haruki Murakami inspiriert. Der Film wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt und erhielt in Annecy eine Erwähnung der Jury. | |||||
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03/11/2026 11:40 pm |
Der letzte Flug |
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| 20. April 1945: In den Abendstunden schlagen die Schrecken des Krieges mit voller Wucht zwischen den kleinen Dörfern Glienig und Buckow ein. 70 Kilometer vom bereits heftig umkämpften Berlin entfernt schießt die Rote Armee ein Zivilflugzeug der Deutschen Lufthansa vom Himmel, das sich auf dem Weg ins österreichische Enns befindet. Kurz nach dem Start in Tempelhof kracht eine „JU 52“ mit insgesamt 18 Personen an Bord in ein Brandenburger Waldgebiet und geht in Flammen auf. Nur ein Berliner Ingenieur kann sich in letzter Sekunde aus der Maschine retten und dem brennenden Inferno entkommen, dem seine Mitpassagiere zum Opfer fallen. Als deren sterbliche Überreste ein Jahr nach Kriegsende auf dem Friedhof Glienig anonym bestattet werden, bleiben essenzielle Fragen rund um den sogenannten "letzten Flug" unbeantwortet: Wer war an Bord der Maschine und wer durfte das von den Alliierten bombardierte Berlin - noch dazu an einem symbolträchtigen Tag wie Adolf Hitlers Geburtstag - zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch verlassen? Warum gibt es bis heute keine Passagierliste? Warum wurde die Crew kurz vor Abflug aus Berlin noch einmal ausgetauscht? Was hat es mit den Gerüchten auf sich, hochrangige NS-Größen und Günstlinge des Regimes wie der berüchtigte Spielfilmregisseur Hans Steinhoff ("Hitlerjunge Quex") wollten sich mit Flügen wie diesem in Richtung der mystischen Alpenfestung absetzen? Und wohin sind die großen Mengen an Geld, Schmuck und Wertpapieren verschwunden, die sich angeblich an Bord der Maschine befunden haben sollen? "Der letzte Flug - Ein deutsches Geheimnis" geht diesen Fragen in Form eines packenden True-Crime-Doku-Thrillers auf den Grund und rekonstruiert erstmals die mysteriösen Hintergründe eines tragischen Vorfalls, der nicht nur das Leben der Passagiere und deren Angehöriger zerstört, sondern auch tiefe Spuren am Unglücksort hinterlassen hat. Seit dem Absturz der Maschine liegt deren geheimnisvolle Geschichte wie eine bleierne Decke über der Gemeinde - und das Schweigen über den Wahnsinn der letzten Kriegstage umfasst nicht nur die Umstände des Flugzeugabschusses, sondern auch noch viel tiefergehende persönliche Tragödien. | |||||
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03/12/2026 1:10 am |
Aal und Co - Süßwasserwelten der Niederlande |
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| Die Niederlande und das Wasser - ein Land und eine Naturgewalt, die untrennbar miteinander verwoben sind. In ihrer faszinierenden Landschaft sind Deiche, Kanäle, Teiche, Becken, Seen und Flüsse allgegenwärtig. Ganze 16 Prozent ihrer Oberfläche bestehen aus Süßwasser, ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Wasser und Wolkenlandschaften sind Teil der niederländischen Identität. Tatsächlich fühlen sich die Menschen seit Urzeiten zum Wasser hingezogen. Aber die ursprünglichen Systeme mit ihren breiten Flussdeltas wurden begradigt, kontrolliert und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Die Süßwasserbiotope interessierten dabei kaum jemanden. Noch vor 30 Jahren hätte niemand dort drehen können, denn in den verschmutzten Gewässern gab es kein Leben mehr. Aber die Zeiten dieser umfangreichen Umweltverschmutzung sind vorbei und die Nachhaltigkeitspolitik macht sich bezahlt: Zahlreiche Lebewesen haben sich ihren einstigen Lebensraum zurückerobert und tummeln sich im frischen, sauberen Nass. Wie das Wasser selbst ist auch sein Ökosystem in ständiger Bewegung. In dem von Wetter und Wolken begünstigten Kreislauf spielt das Quellwasser, das sich in Ströme und Flüsse ergießt, eine ebenso wichtige Rolle wie das scheinbar stagnierende Becken. Jedes Gewässer hat seine Geschichte und seine Protagonisten - nur der Aal ist überall zu Hause. Die Dokumentation entführt in die verborgene, faszinierende und atemberaubend schöne Welt unter der Wasseroberfläche. | |||||
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03/12/2026 2:05 am |
Leben mit Vulkanen |
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| Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In dieser Folge erkundet Arnaud den Vulkan Ijen, in dessen Krater sich einer der säurehaltigsten Seen der Welt befindet. Indonesien gehört mit seinen 147 aktiven Vulkanen zur vulkanreichsten Region der Erde. Der besonders faszinierende Vulkan Ijen, im Osten der Insel Java, bildet den Gegensatz zum satten Grün der Wälder in der Region: Karges Gestein und giftige Schwefeldämpfe umgeben Arnaud, als er den Felsriesen erklimmt. Inmitten des Vulkans befindet sich der jadegrün leuchtende Kratersee Kawah Ijen, einer der säurehaltigsten Seen der Welt. Weder Tiere noch Mikroorganismen können in diesem sauren Milieu leben. Der Vulkan stößt ständig Gaswolken aus, die bei Arnaud zu einem Brennen im Rachen und einem Hustenreiz führen. Das stört die Bergarbeiter schon längst nicht mehr: Täglich steigen die „starken Männer Javas“ in den Krater, um dort Schwefel abzubauen, und das ohne Schutzkleidung. Seit 28 Jahren macht Sarno diesem Namen alle Ehre, den Arnaud bei seiner strapaziösen Arbeit inmitten der dampfenden Hölle begleitet. Mit einer Art Brecheisen haut Sarno das Schwefelerz aus dem Gestein und schleppt das gelbe Gold die steilen Kraterwände hoch - pro Tag bis zu 150 Kilogramm. Die Arbeit ist nicht nur hart, sondern auch gefährlich: Auf dem Grund des Kratersees können sich riesige hochgiftige Gasblasen bilden, die aufsteigen und an der Oberfläche explodieren - eine tödliche Falle. Auch die umliegende Bevölkerung ist von diesem „Säurefass“ bedroht: Das saure Seewasser gelangt in die Flüsse und stellt eine große Gefahr für die Bevölkerung, die landwirtschaftlichen Kulturen und die Böden dar. Rund 10.000 Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und kämpfen mit gravierenden Gesundheitsproblemen. Als die Sonne untergeht, bietet sich Arnaud ein besonderer Anblick: Aus dem Krater des Ijen züngeln meterhohe blaue Flammen in die Lüfte. Das spektakuläre Naturschauspiel verbildlicht die Aktivität dieses Vulkans, die für die Menschen Einnahmequelle und Gesundheitsrisiko zugleich bedeutet. | |||||
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03/12/2026 2:30 am |
Mit offenen Karten - Im Fokus |
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| Drei Minuten Aktuelles und Analysen | |||||
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03/12/2026 2:35 am |
Mit offenen Augen |
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| Seit mehr als zwei Jahren ist der Sudan Schauplatz eines tödlichen Konflikts, über den nur wenige Informationen nach außen dringen. Über die Auswertung von Satellitenbildern gelang es Forschern der Yale Universität, das Ausmaß der Tragödie im Land sichtbar zu machen. Im Oktober 2025 fiel die sudanesische Stadt Al-Faschir nach einem entsetzlichen Gemetzel in die Hände der Rapid Support Forces. Erst durch Satellitenbilder offenbart sich in dieser, für die Presse unzugänglichen Region das volle Ausmaß der Tragödie. Nathaniel Raymond, Direktor des Humanitarian Lab der Yale Universität, erläutert, wie die Auswertung dieser Aufnahmen dabei hilft, Massenverbrechen zu dokumentieren. OSINT-Spezialist Allan Deneuville betont, dass Satellitenbilder zwar ein mächtiges Informationsmittel sind, gleichzeitig aber anfällig für Manipulationen bleiben. Foto: Airbus DS 2025 | |||||
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03/12/2026 2:50 am |
28 Minuten |
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| "28 Minuten" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. | |||||
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03/12/2026 4:00 am |
Die Geheimnisse des Olymps |
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| Wer kennt ihn nicht, den Olymp, den Wohnsitz der griechischen Götter? Seit der Antike wurde der Gebirgszug von den Menschen verehrt und von den größten Schriftstellern besungen. Homer, Hesiod und viele andere priesen seine majestätische Größe und die außergewöhnlichen Phänomene, die er hervorbringt: die Blitze, die von Göttervater Zeus geschleudert werden, der Regenbogen, den Götterbotin Iris erstrahlen lässt, den einmaligen Blick auf die Milchstraße oder die „ewige Klarheit“, die den Ursprung des Wortes Olympos bildet. Der Olymp hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren - nicht zuletzt für viele Wissenschaftler, die nach rationalen Erklärungen für diese außergewöhnlichen Phänomene forschen. Einer von ihnen ist Michael Styllas. Der griechische Geologe, der sich auf das Klima in der Antike spezialisiert hat, verbringt den Großteil seiner Zeit mit der Erforschung des Olymps. Zu den Gipfeln des Gebirgsmassivs führen keine Straßen, und nur wenige wagen sich in dieses schwierige Gelände. Michael Styllas erkundet dieses Gebiet seit seiner Jugend und kennt es mittlerweile wie seine Westentasche. Der erfahrene Bergsteiger hat das Basislager für seine Klimaforschungen in einer kleinen Hütte auf 2.700 Metern aufgeschlagen und arbeitet hier seit mehr als 20 Jahren. Die Dokumentation begleitet den Geologen ein Jahr lang auf der Suche nach den Ursprüngen des mythischen „Olympos“, wo er mehrere internationale wissenschaftliche Missionen leitet. Was die Forscher besonders interessiert, liegt im Inneren des Berges: ein eisgefüllter und noch nie zuvor erkundeter Hohlraum, in dem wertvolle Klimaindikatoren wie Saharastaub vermutet werden. Die Herausforderung besteht in einer Rekonstruktion der klimatischen Ereignisse, die in den letzten 10.000 Jahren in dieser Schlüsselregion des Mittelmeers geherrscht haben, und auf diese Weise den Olymp und seine Mythen aus wissenschaftlicher Perspektive neu zu interpretieren. Mit ihrer Untersuchung wollen die Wissenschaftler Einblick in extreme Wetterereignisse der Vergangenheit gewinnen, um daraus Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. | |||||
