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    03/15/2026 4:15 am

    Leben mit Vulkanen

    La Réunion: Im Herzen der Vulkane

    Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In der heutigen Folge erkundet Arnaud die Insel La Réunion zusammen mit ihrer spannenden vulkanischen Geschichte. Die Insel La Réunion lädt zu einer spannenden Reise durch die Vulkangeschichte ein. Der Piton de la Fournaise gehört zu den derzeit aktivsten Vulkanen der Erde, weswegen er sorgfältig überwacht wird. Arnaud begleitet die Vulkanologin Aline Peltier auf ihren Überwachungsrundgang auf den Gipfel des Vulkans. Vor über 500.000 Jahren entstand der Piton de la Fournaise - pro Jahr bricht er ein- bis zweimal aus. Wenige Kilometer von seinen zerklüfteten Hängen entfernt hat die tropische Vegetation alle Spuren seiner Aktivität überwunden. Zusammen mit dem Speläologen Rudy Laurent begibt sich Arnaud in einen Lavatunnel, der vor etwa 22.000 Jahren bei einer Eruption entstand. Ein Bauer entdeckte den Tunnel per Zufall, als er mit seinem Traktor darüberfuhr und einbrach. Die nächste Station der Reise durch die vulkanische Vergangenheit von La Réunion führt zum großen Bruder des Piton de la Fournaise, dem Piton des Neiges. Vor knapp drei Millionen Jahren entstand der Vulkan, aus dem sich die Insel formte - seit rund 12.000 Jahren schläft er allerdings. In den Furchen der schroffen Vulkanfelsen fanden einst die Nachfahren von Sklaven Zuflucht und passten ihre Lebensweise hervorragend an den unzugänglichen Ort an. Trinkwasser, Strom, Nahrungsmittel - für alles sorgen sie selbst, direkt vor Ort. Die einzige Verbindung zur Außenwelt bietet ein Hubschrauber. Die heutige Generation ist fest entschlossen, die außergewöhnliche Lebensweise ihrer Vorfahren beizubehalten. Die aus dem Ozean ragenden Kolosse sind die Geschichtsbücher der Vulkanologie und prägen seit jeher das Leben der Menschen auf La Réunion, die gelernt haben, mit den Felsriesen zu leben.

    03/15/2026 4:45 am

    Geschichte schreiben

    Oluale Kossola, Erinnerungen eines Sklaven

    „Geschichte schreiben“ ist ein von Historikern und Historikerinnen moderiertes Geschichtsmagazin. Im Mittelpunkt der von dem französischen Mittelalter- und Renaissancespezialisten Patrick Boucheron präsentierten Sendung steht die Frage: Was hat uns Geschichte heute zu sagen? Jede Woche stellt ein Gast einen Gegenstand und seine Geschichte vor. Die verwendeten Archivaufnahmen werden in kreative grafische Animationen eingebettet und pädagogisch aufbereitet. Nach Beginn des Kolonialismus wurden über zwölf Millionen Frauen, Männer und Kinder von Afrika nach Amerika verschleppt. Ob Dokumente von Sklavenhändlern, Sklavereigegnern oder ehemaligen Sklaven: Anhand der Archive, die den transatlantischen Sklavenhandel nachzeichnen, gewinnen Historiker nicht nur Erkenntnisse über die großen Zahlen und Fakten dieses grausamen Teils der Geschichte, sondern auch ein recht realistisches Bild von zahlreichen Einzelschicksalen der gegen ihren Willen versklavten Afrikaner. Zu Gast bei Patrick Boucheron erzählt Kolonialhistorikerin Cécile Vidal das Schicksal Oluale Kossolas, der im Jahr 1860 als einer der letzten Afrikaner über die Mittlere Passage nach Amerika verschleppt wurde. Kossolas Zeugnis ging vor allem durch Filmaufnahmen eines Interviews der afroamerikanischen Anthropologin Zora Neale Hurston mit dem Überlebenden in die Geschichte ein.

    03/15/2026 5:00 am

    Leben mit Vulkanen

    Ecuador: Am Fuße des Cotopaxi-Gletschers

    Ihre Lavaströme löschen Leben in einem Wimpernschlag aus, ihre Asche ist Quell außerordentlicher Fruchtbarkeit: Die Gegensätzlichkeit von Vulkanen fasziniert den Menschen seit jeher. Viele Kulturen vermuten in den feuerspeienden Riesen sogar den Sitz ihrer Götter. In der Dokumentationsreihe erkundet der Geologe Arnaud Guérin aktive Vulkane rund um den Globus. Er begegnet Menschen, die am Fuße der brodelnden Erdlungen zu Hause sind und einzigartige Beziehungen zu den Glutriesen geknüpft haben. In dieser Folge reist Arnaud nach Ecuador zum Cotopaxi-Gletscher - dort, wo Feuer auf Eis trifft. Der Cotopaxi in den ecuadorianischen Anden ist mit fast 5.900 Metern einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Sein Gipfelgletscher wird ständig überwacht, denn bei einem Ausbruch schmilzt das Eis und es bilden sich Schlammlawinen, sogenannte Lahars, die verheerende Schäden anrichten. Die Forschungsarbeit in diese Höhe ist eine echte Herausforderung. Das erfährt Arnaud am eigenen Leib: Er wird höhenkrank und muss wieder zum tausend Meter tiefer gelegenen Basislager absteigen. An den Hängen des Cotopaxi begegnet er den Chagras. Der letzte Vulkanausbruch hat den ecuadorianischen Cowboys große Probleme bereitet, da sich die Asche wie eine Betonschicht auf das Gras gelegt hat, das somit ihre Tiere nicht mehr ernähren konnte. Im Falle einer Eruption müssen die Chagras ihre Reitkünste unter Beweis stellen und das Vieh mit Hilfe von Lasso und Pferd evakuieren. Doch der Vulkan stellt nicht nur ein Risiko dar, sondern auch eine Einnahmequelle, denn die Schlammströme hinterlassen Ablagerungen, aus denen sich wertvolle Baustoffe gewinnen lassen. Außerdem steht der Berg im Zentrum einer Glaubensrichtung, in der sich Katholizismus und überlieferte Weisheiten vermischen. Der Schamane Santiago Benitez lädt Arnaud zu einem Reinigungsritual ein: Sie begeben sich in eine Schwitzhütte, die mit glühendem Vulkangestein beheizt ist - eine bewegende Erfahrung. Die Menschen am Fuße des Cotopaxi haben gelernt mit der Gefahr, die vom Vulkan ausgeht, zu leben, haben aus ihrer Schwäche eine Stärke gemacht. Der Felsriese ist der Bezugspunkt ihrer Lebensphilosophie, die ihnen hilft, der Zukunft gelassen entgegenzusehen.

    03/15/2026 5:30 am

    Leuchtende Natur

    Frankreich 2024

    Fluoreszenz - die Fähigkeit von Organismen, Licht zu erzeugen oder zu reflektieren - eröffnet eine für den Menschen meist unsichtbare, farbenreiche Welt. Die Forschung steht noch am Anfang, diese Phänomene zu entschlüsseln. Von den Regenwäldern Singapurs bis zu den Korallenriffen, vom Gefieder australischer Wellensittiche bis zu den Fallen fleischfressender Pflanzen zeigt der Film, wie Tiere und Pflanzen Lichtsignale für Kommunikation nutzen: zur Partnersuche, Tarnung, Jagd oder Fortpflanzung. Gibt es in der Natur eine verborgene Sprache aus Licht? Tatsächlich existiert seit Jahrtausenden eine Kommunikationsform, die für das menschliche Auge meist unsichtbar bleibt - doch unter UV-Licht offenbart sich eine spektakuläre Welt: Frösche, Korallen, Spinnen, Vögel und Pflanzen leuchten in intensiven Farben. Hinter dieser Pracht stecken funktionale Codes. Wellensittiche und Blumen senden Leuchtsignale aus, die nur bestimmte Empfänger wahrnehmen: potenzielle Partner oder Bestäuber. Bei pantropischen Springspinnen kann diese optische Balz jedoch zu fatalen Missverständnissen führen. Korallen nutzen Fluoreszenz als Schutzmechanismus, um Symbionten vor schädlicher UV-Strahlung zu bewahren. Doch nicht immer dient das Leuchten der Verführung: Fleischfressende Pflanzen locken Beute mit fluoreszierenden Fallen in den Tod. Unterwasserorganismen wie Quallen oder Fische erzeugen sogar eigenes Licht (Biolumineszenz), das der Orientierung, Tarnung oder Jagd dient - ein weiteres Beispiel für die Anpassungsfähigkeit der Natur. Nur beim Skorpion ist die Funktion der Fluoreszenz noch ein Rätsel. Trotz jährlicher neuer Theorien - etwa, dass er Licht durch eigenes Leuchten wahrnimmt - bleibt das Phänomen bisher ungeklärt. Die Dokumentation „Leuchtende Natur“ zeigt eine verborgene Welt subtiler Symbiosen, raffinierter Jagdstrategien und unsichtbarer Signale. Licht wird hier zur Sprache - und die Wissenschaft beginnt erst, sie zu verstehen.

    03/15/2026 6:15 am

    Die Ski-Saga

    Frankreich/Schweiz 2020

    "Die Ski-Saga" unternimmt eine ungewöhnliche Zeitreise durch die Geschichte des Skifahrens. Die Geschichte des Skifahrens wurde von starken, mutigen Persönlichkeiten geschrieben, die herrschenden Vorurteilen zum Trotz schneeverwöhnten Ländern einen neuen Lebensstil brachten. Zu ihnen gehören Marie Marvingt, "Influencerin" - lange, bevor es dieses Wort gab -, der Freerider Candide Thovex und die Ski-Ikone Jean-Claude Killy. Doch in Zeiten des Klimawandels ist die Zukunft des Skifahrens ungewiss. Wie lange werden wir noch durch weiße Winterlandschaften gleiten können? Womit lässt sich die ungebrochene Erfolgsgeschichte des Skifahrens erklären? Ist es das Gefühl von Freiheit, das ein Skiläufer verspürt, wenn er schwerelos ins Tal hinuntergleitet? Freiheit trieb die Menschen von jeher an: In früheren Zeiten war es die Bewegungsfreiheit, die Freiheit, sich zu den schnee- und eisbedeckten Regionen unserer Erde aufzumachen, nach Grönland und noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu unerforschten Polarregionen. Oder die Freiheit der Bergbewohner, sich der großen weiten Welt zu öffnen, ohne ihre Heimat zu verlassen? In Archivbildern und Interviews zeichnet die Dokumentation die Geschichte des Skifahrens nach und zieht Parallelen zur Entwicklung unserer Gesellschaft. Zu Wort kommen der Ingenieur und promovierte Naturwissenschaftler Yves Ballu, der Sportwissenschaftler Grégory Quin, der Journalist Guillaume Desmurs, der Freerider Dominique Perret und die erfolgreiche Schweizer Skirennfahrerin Eliane Bernasocchi. Bergwelten vermitteln ein Gefühl der Freiheit, vor allem, wenn wir sie auf Skiern erleben können. Diese Freiheit wird der Mensch sich nicht nehmen lassen, auch wenn er in Zeiten des Klimawandels nicht weiter so Ski fahren kann wie bisher. Ein Film für die Seele der Skifahrer und Skifahrerinnen, die in diesem Winter 2020/21 coronabedingt nur sehr eingeschränkt oder gar nicht über die Pisten der Alpen und der Mittelgebirge wedeln dürfen. Film von Pierre-Antoine Hiroz

    03/15/2026 7:10 am

    Fasten - Ein Phänomen wird erforscht

    Frankreich 2023

    Ist Fasten nur eine Modeerscheinung ohne wissenschaftliche Grundlage? Kann es sogar gefährlich sein? Oder kann es Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzprobleme lindern und heilen? Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Forschung verstärkt mit der therapeutischen Wirkung des Fastens, auch bei scheinbar unheilbaren chronischen Krankheiten. Dabei entdeckt sie ungeahnte Mechanismen im menschlichen Körper, die bisherige Vorstellungen vom Biorhythmus des Menschen auf den Kopf stellen. Was ist wirklich dran an der Heilkraft des Fastens? Angesichts der Gefahren durch skrupellose „Fasten-Gurus" und skeptische Gesundheitsbehörden haben Sylvie Gilman und Thierry Lestrade, die Macher der erfolgreichen Dokumentation „Heilen und Fasten", beschlossen, einen weiteren Film zu drehen, um die Mechanismen, Versprechungen und Grenzen des Fastens auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu erforschen. Tatsächlich scheinen die Forschungsergebnisse zahlreicher Studien der letzten Jahre die positive Wirkung des Fastens auf Diabetes, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, das Mikrobiom, Bluthochdruck und Krebs zu bestätigen. Die Dokumentation begleitet Stéphane, der aufgrund von gesundheitlichen Problemen zwei Wochen fastet. Parallel dazu werden neueste Erkenntnisse aus den USA, Deutschland und Italien aufgegriffen, um zu erklären, was während des Nahrungsverzichts im Körper geschieht: von der Autophagie - einem natürlichen Reinigungs- und Recyclingprozess der Zellen - bis hin zur Stoffwechselumstellung in die sogenannte Ketose, die zur Bildung von Ketonen führt, einem Superkraftstoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Neben dem mehrtägigen Fasten erlebt das Intervallfasten sowohl in den sozialen Medien als auch in der Wissenschaft einen regelrechten Hype. Die neue Ernährungsweise, bei der statt der Kalorien auf dem Teller die Stunden zwischen zwei Mahlzeiten gezählt werden, könnte die Behandlung vieler chronischer Krankheiten revolutionieren. Ob als Therapie oder Prävention - dass Fasten Teil der Gesundheitspolitik werden könnte, ist die Hoffnung vieler Wissenschaftler.

    03/15/2026 8:10 am

    Werden Schwarze Löcher die neuen Kraftwerke?

    42 - Die Antwort auf fast alles

    Schwarze Löcher kennen wir als die Zerstörer schlechthin: Sie zerreißen Sterne, verschlingen Licht und krümmen die Raumzeit. Sie sind wie kein anderes Objekt im All. Gleichzeitig zählen sie zu den größten Energiequellen, die es im Universum gibt! Lässt sich diese Kraft nutzen? Steckt in Schwarzen Löchern die Superenergie der Zukunft - oder spielen wir mit dem Feuer? 1963 entdeckte der Astronom Maarten Schmidt den Quasar 3C273 - ein winziges, aber unvorstellbar helles Objekt, das eine ganze Galaxie um sich herumschleudert. In seinem Zentrum: ein supermassives Schwarzes Loch, das als größte Energiequelle des Universums gilt. "Wir reden hier über die allergrößte Energiequelle, die wir kennen", sagt Dr. Sarah Bosman, Kosmologin am Max-Planck-Institut für Astronomie. Könnten wir ein kleines Schwarzes Loch "erzeugen und isolieren, würde es die Erde für 150 Millionen Jahre mit Strom versorgen." Klingt fantastisch und abwegig zugleich, trotzdem, wie realistisch ist diese Vision? Seit über 50 Jahren gibt es Theorien, wie man Schwarze Löcher anzapfen könnte: durch das Abbremsen ihrer Rotation, das Nutzen der Hitze ihrer Plasmascheiben oder das Abfangen ihrer gewaltigen Energiesäulen. Klingt nach Science-Fiction - doch vor knapp hundert Jahren galt auch die Kernspaltung als unmöglich. Doch was, wenn wir dieser Energiequelle gefährlich nah kommen? Im Frühjahr 2025 sorgten Schlagzeilen wie "Physiker erzeugt Schwarze-Loch-Bombe" für Aufsehen. Stehen wir kurz davor, das größte - und riskanteste - Energiepotenzial des Universums zu entfesseln?

    03/15/2026 8:40 am

    Am Rand des Hauses

    Leben und Schweben - Balkone

    Der Architekt Nicolas Laisné hat in Montpellier ein Haus aus lauter Balkonen entworfen, die ein Drittel der Wohnungsflächen ausmachen und wie Blätter aus einem Baum um das Gebäude stehen. Preisgekrönt auch Christophe Hutins Idee, zusammen mit den Architekten Lacatan und Vasall, eine Großwohnanlage mit einer neuen Fassade aus Wintergärten und Balkonen auszustatten und damit die Wohnqualität erheblich zu steigern.

    03/15/2026 9:10 am

    Twist

    50 Jahre Punk - Rebellion oder Kommerz?

    Einst Gegenkultur, heute Marketingformel? 50 Jahre nach Begründung des Punks in Großbritannien formieren sich heute junge Menschen in Georgien mit lauten Punk-Konzerten und explosiven Straßenprotesten gegen den autoritären Kurs ihrer Regierung. Wie lebt der rebellische Geist von damals fort? In besetzten Häusern und Kellerclubs Londons entsteht 1976 eine radikale Ästhetik, die Popkultur und Gesellschaft erschüttert. Punk steht für Selbstermächtigung, für "Do it yourself". Musikalisch geprägt von Bands wie den Sex Pistols oder The Clash, die mit drei Akkorden einen neuen schrillen Ton setzen. Damit stehen sie für den Mut, Autoritäten infrage zu stellen. Wie wirkt diese Ära bis heute nach? Die französische Illustratorin Magali Le Huche findet in der Musik von The Clash Halt im Kampf gegen ihre Brustkrebserkrankung. Für die Pariser Designerin Jeanne Friot ist ihre Mode ein politisches Statement – nachhaltig produziert und vor allem kompromisslos. Der weltberühmte Maler Daniel Richter hat einst in den besetzten Häusern Hamburgs gelebt. Punk hat seine Kunst geprägt. Doch wie sehr kann jemand Punk sein, dessen Kunst inzwischen Millionen wert ist? In Georgien wird Punk erneut zum Sprachrohr des Widerstands: Die Band Gerchi eröffnet in der Stadt Kutaisi einen Punk-Club als Raum für Solidarität und Protest gegen die Regierung. "Twist" zeigt, wie vielfältig Punk heute in Europa ist. Aber kann diese Haltung die Welt noch verändern? "Twist" ist das Kulturmagazin für relevante Themen unserer Zeit. Jede Woche liegt eine andere europäische Stadt im Fokus: Lokale Kulturschaffende sprechen über große Fragen der Gegenwart und die Beiträge leuchten aus, wie in verschiedenen Kunstdisziplinen dazu gearbeitet und gedacht wird. Eine halbe Stunde voller neuer Perspektiven!

    03/15/2026 9:45 am

    Wildes Neuseeland (1/3)

    Inseln am Rande der Welt

    Pinguine brüten im Wald, Urzeitechsen begeben sich im Unterholz auf die Jagd nach ihrem eigenen Nachwuchs, und Kiwis geben sich im Dunkel der Nacht ein skurriles Stelldichein. Die Berge, Gletscher und weiten Ebenen Neuseelands mögen vielerorts an Landschaften in Nordamerika oder Europa erinnern, beim zweiten Blick jedoch zeigt sich, dass die Tier- und Pflanzenwelt der Inseln am Ende der Welt erstaunlich anders ist. Isolation, die Kräfte des Wassers und der Einfluss des Menschen haben Neuseeland geprägt. Abgeschieden zwischen drei Ozeanen gelegen, entwickelte sich hier in über 80 Millionen Jahren die Tierwelt auf besondere Art und Weise. Räuberische Säuger gab es nicht. Dieser Luxus führte dazu, dass einige Vogelarten ihre Fähigkeit zu fliegen ablegten; der berühmte Wappenvogel Neuseelands, der Kiwi, ist nur einer von ihnen. In der Dokumentation zeigen Zeitrafferaufnahmen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften Neuseelands über die Jahreszeiten, und extreme Zeitlupen lassen Tierverhalten, das in Bruchteilen von Sekunden abläuft, für das menschliche Auge sichtbar werden, etwa die Kämpfe der Seelöwen oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik Hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen, gemeinsam mit einem stimmungsvollen Soundtrack, die Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. Film von Robert Morgenstern, Mark Flowers, Alexander Haßkerl und Nick Easten

    03/15/2026 10:25 am

    Wildes Neuseeland (2/3)

    Im Reich der Extreme

    Neuseeland ist voller Gegensätze. Während der Norden sonnig und warm ist, ist der Süden kalt und wechselhaft. An manchen Tagen laufen alle vier Jahreszeiten auf einmal innerhalb von 24 Stunden ab. Die Küsten der Inseln sind geprägt von orkanartigen Winden, die Gletscher reichen bis ans Meer, und in den schroffen Bergen der Südalpen müssen Tiere tagtäglich mit Eis und Schnee ringen. Wer in diesem Reich der Extreme lebt, muss anpassungsfähig, robust und clever sein. Keas sind berühmt für ihren Spieltrieb – doch sie sind auch findige Jäger, die dank ihrer Neugier mit den harschen Bedingungen der Berge gut zurechtkommen. Neuseeländische Seelöwenweibchen dagegen sind eher zurückhaltende Charaktere. Sie säugen ihren Nachwuchs im Schutz einsamer Dünenwälder, um ihr Junges vor aggressiven Robbenbullen zu schützen. Folgt man kleinen Bachläufen zu ihrem Ursprung, entdeckt man tief in verborgenen Felsgrotten ein zauberhaftes Feenreich unter einem Firmament verhängnisvoller Irrlichter. Verursacht werden sie von kleinen Mückenlarven, die mit langen Fangfäden und selbst erzeugtem Licht nach Insekten angeln. Der Meister der Anpassung aber ist die Weta, eine Heuschrecke, die so groß ist wie eine Maus; ihre Überlebensstrategie lässt sie selbst von den Toten wieder auferstehen. "Wildes Neuseeland" bedient sich aller technischen Raffinessen: Schwerelos gleitet die Kamera durch Südbuchen– und Baumfarnwälder, über gigantische Gletscher, weite Flusstäler und dampfende Geysire, um mit Hilfe von Kran, Dolly und Steadycam eindringliche aber auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Zeitraffer zeigen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften über die Jahreszeiten und extreme Zeitlupen lassen Tierverhalten das in Bruchteilen von Sekunden abläuft, für unsere Augen sichtbar werden: die Kämpfe der Seelöwen etwa oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen, gemeinsam mit einem stimmungsvollen Soundtrack, die große Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. Film von Robert Morgenstern, Alexander Haßkerl, Mark Flowers und Nick Easten

    03/15/2026 11:10 am

    Wildes Neuseeland (3/3)

    Kampf ums Paradies

    Brodelnde Geysire, verwunschene Urwälder, stille Fjorde und eisige Gletscher: Neuseeland ist unvergleichlich, was die Vielfalt seiner Landschaften und seiner Tierwelt angeht. Aber was geschieht, wenn Menschen und von ihnen mitgeführte Tiere in das neuseeländische Paradies eindringen? Was, wenn sich für Kakapo, Brückenechse, Kiwi und Riesenheuschrecke nach Jahrmillionen im natürlichen Gleichgewicht die Lebensbedingungen komplett ändern? Was wenn europäische Wiesel flugunfähige Tierarten, die nur in Neuseeland seit Urzeiten leben, flächendeckend dezimieren? Wie kann die besondere ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands überleben? Und wer wird diesen Kampf gewinnen? Das heutige Neuseeland ist nicht nur Heimat von Kiwi und Kea, Weta und Wekaralle - es ist auch die Heimat von Pflanzen aus aller Welt, von Amseln und Buchfinken, Bachforellen und Mäusen aus Übersee. Sie alle verdrängen auf die eine oder andere Art und Weise die tierischen Ureinwohner Neuseelands aus ihren Lebensräumen. Im modernen Neuseeland werden aber auch neue Allianzen geschlossen. Riesenforellen etwa haben sich darauf spezialisiert, Mäuse beim Durchqueren eines Gewässers zu erlegen. Fast überall auf den Inseln ist die Natur im Wandel. Einige der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten können sich behaupten, viele jedoch stehen kurz vor dem Aussterben: der extrem seltene Chatham-Schnäpper etwa oder der flugunfähige Eulenpapagei Kakapo. Behütet wie die Kronjuwelen leben einige wenige nachtaktive Kakapos auf Codfish Island, einer kleinen Insel im Süden Neuseelands. Die dicken Papageien haben ein merkwürdiges Fortpflanzungsverhalten: Nur wenn der Rimu-Baum ausreichend Früchte trägt - und das geschieht etwa alle vier Jahre - beginnen sie mit ihrer Balz. Dann "boomt" der Kakapo, stößt trommelartige Geräusche aus, die die Weibchen anlocken. Wie die Papageien gerettet werden können und ob modernste Schutzbemühungen fruchten, sind brennende Fragen, die Neuseelands Natur- und Artenschützer umtreiben. Die Folge "Kampf ums Paradies" aus der dreiteiligen Naturdokumentationsreihe "Wildes Neuseeland" gibt Einblicke in aufwendige und clevere Rettungsaktionen sowie in neue, Hoffnung gebende Allianzen und zeigt, dass die eigenwillige Tierwelt Neuseelands durchaus zu retten ist. Dabei bedienen sich die Naturfilmer aller technischen Raffinessen: Scheinbar schwerelos gleitet die Kamera durch Südbuchen- und Baumfarnwälder, über gigantische Gletscher, weite Flusstäler und dampfende Geysire, um mithilfe von Kran, Dolly- und Steadycam eindringliche, aber auch ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Zeitraffer zeigen die Lebendigkeit der grandiosen Landschaften über die Jahreszeiten, extreme Zeitlupen lassen Verhaltensweisen von Tieren, die in Bruchteilen von Sekunden ablaufen, fürs menschliche Auge sichtbar werden. Dazu zählen etwa die Kämpfe der Seelöwen oder die vor Lebensfreude überschäumende Sprungakrobatik Hunderter Schwarzdelfine. Unterwasserexkursionen in die Tiefen der Fjorde und atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus der Luft ergänzen zusammen mit einem stimmungsvollen Soundtrack die große Erzählung von den Geheimnissen und Naturschätzen der Inseln am anderen Ende der Welt. Film von Robert Morgenstern, Alexander Haßkerl, Mark Flowers und Nick Easten

    03/15/2026 11:55 am

    Das vergessene Erbe der arabischen Heilkunst

    Frankreich 2025

    Können alte Heilkünste den Weg für innovative Therapien ebnen? In den Bibliotheken von Fès, Rabat und Istanbul entdecken französische Forscher ein faszinierendes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte neu: die arabische Medizin des Mittelalters. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert legten Gelehrte wie Al-Kindi, Al-Razi, Avicenna oder Geber mit systematischen Beobachtungen, Experimenten und sorgfältigen Aufzeichnungen die Grundlagen der modernen Pharmakologie. Ihre lange verkannten oder gar verdrängten Schriften zeugen von einer erstaunlich modernen Denkweise, die auf einem experimentellen, streng klinischen Ansatz basiert. Diese Wiederentdeckung bildet den Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Forschungsarbeit. Historiker, Biologen und Chemiker des CNRS bündeln ihren Sachverstand, um dieses vergessene Wissen neu zu erschließen. Die Dokumentation wandelt kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei wird deutlich: Die Werkzeuge der Wissenschaft haben sich verändert, ihre Methode ist jedoch dieselbe geblieben - beobachten, vergleichen, experimentieren. In Bibliotheken entschlüsseln die Forscher arabische Texte des Mittelalters, in Laboren prüfen sie die Hypothesen der einstigen Gelehrten. Ein von Avicenna beschriebenes Mittel gegen Hautinfektionen bildet das Herzstück der Untersuchung und steht sinnbildlich für die Weitergabe von jahrhundertealtem Wissen. Zugleich stellt die Dokumentation grundlegende Fragen: Warum wurde dieses Wissen aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt? Weshalb blieb das goldene Zeitalter der arabischen Medizin im Westen so lange unbeachtet?

    03/15/2026 11:55 am

    Das vergessene Erbe der arabischen Heilkunst

    Frankreich 2025

    Können alte Heilkünste den Weg für innovative Therapien ebnen? In den Bibliotheken von Fès, Rabat und Istanbul entdecken französische Forscher ein faszinierendes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte neu: die arabische Medizin des Mittelalters. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert legten Gelehrte wie Al-Kindi, Al-Razi, Avicenna oder Geber mit systematischen Beobachtungen, Experimenten und sorgfältigen Aufzeichnungen die Grundlagen der modernen Pharmakologie. Ihre lange verkannten oder gar verdrängten Schriften zeugen von einer erstaunlich modernen Denkweise, die auf einem experimentellen, streng klinischen Ansatz basiert. Diese Wiederentdeckung bildet den Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Forschungsarbeit. Historiker, Biologen und Chemiker des CNRS bündeln ihren Sachverstand, um dieses vergessene Wissen neu zu erschließen. Die Dokumentation wandelt kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei wird deutlich: Die Werkzeuge der Wissenschaft haben sich verändert, ihre Methode ist jedoch dieselbe geblieben - beobachten, vergleichen, experimentieren. In Bibliotheken entschlüsseln die Forscher arabische Texte des Mittelalters, in Laboren prüfen sie die Hypothesen der einstigen Gelehrten. Ein von Avicenna beschriebenes Mittel gegen Hautinfektionen bildet das Herzstück der Untersuchung und steht sinnbildlich für die Weitergabe von jahrhundertealtem Wissen. Zugleich stellt die Dokumentation grundlegende Fragen: Warum wurde dieses Wissen aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt? Weshalb blieb das goldene Zeitalter der arabischen Medizin im Westen so lange unbeachtet?

    03/15/2026 1:30 pm

    Mord mit kleinen Fehlern

    Spielfilm Großbritannien/USA 1972 (Sleuth)

    Andrew Wyke ist ein reicher englischer Krimiautor. Er lädt Milo Tindle in sein großes Landhaus ein, um eine unangenehme Angelegenheit zu regeln: Milo und die Frau des Schriftstellers haben ein Verhältnis und wollen heiraten. Wyke schlägt ein für alle Parteien vorteilhaftes Vorgehen vor. Doch nachdem sich Milo darauf eingelassen hat, erweist sich der betrügerische Plan als Beginn eines tödlichen Katz-und-Maus-Spiels. Andrew Wyke gilt als einer der besten Krimiautoren der Welt. Darüber hinaus besitzt Wyke eine exzessive Spielleidenschaft. Sein beeindruckendes Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert ist ein wahres Museum voller Dartboards, Schachbretter, mechanischer Puppen und Roboter sowie vielerlei anderer Merkwürdigkeiten. Eines Tages lädt er Milo Tindle, einen ehemaligen Friseur, der es inzwischen zu mehreren Salons gebracht hat, zu sich ein. Zunächst genießt Milo den Besuch - bis Wyke ihm eröffnet, er wisse von dem Verhältnis seiner Frau mit Milo und ihren Hochzeitsplänen. Doch zum großen Erstaunen Milos zeigt sich Wyke so erfreut darüber, seine Frau loszuwerden, dass der zukünftige Ex-Gatte sich sogar einen Plan ausgedacht hat, von dem beide Männer profitieren. Um sicherzustellen, dass Milo den gewohnten verschwenderischen Lebensstil seiner Frau weiterhin gewährleisten kann, will Wyke den Diebstahl der Juwelen seiner Frau fingieren und diese nicht nur in Amsterdam verpfänden, sondern auch die Versicherungssumme kassieren. So kämen beide Männer auf ihre Kosten. Nachdem der Diebstahl ausgeführt ist, zückt Wyke eine Pistole und erklärt, dass er sich niemals von seiner Frau Marguerite scheiden lassen wird und sich den Plan nur ausgedacht hat, um Milo als Einbrecher erschießen zu können. Als der junge Mann zusammenbricht und um sein Leben fleht, richtet Wyke die Waffe auf ihn und drückt lässig ab. Wykes Plan scheint gelungen, doch bald darauf erhält er einen unerwarteten Besuch von Inspektor Doppler, der im Fall des verschwundenen Milo Tindle ermittelt. Das Spiel beginnt erneut … „Mord mit kleinen Fehlern“ ist die Verfilmung eines Zwei-Personen-Stücks von Anthony Shaffer, der für seine Leistung mit dem Tony Award in der Kategorie Bestes Theaterstück ausgezeichnet wurde. Der Film ist geprägt von intelligenten Dialogen, eleganten Porträts und einer sehr souveränen Regie. Laurence Olivier und Michael Caine wurden 1973 sowohl bei den Oscars als auch bei den Golden Globes als beste Hauptdarsteller nominiert. 2007 spielte Michael Caine in der Neuverfilmung des Stücks („Ein Mord für zwei“) die Rolle des Andrew Wyke. An seiner Seite als Milo Tindle spielte Jude Law.

    03/15/2026 3:45 pm

    Die ganze Welt in einem Bild - Der Ingres-Diamant

    Der Ingres-Diamant

    Rom, 1807: Der junge französische Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres malt das Porträt von Madame Duvaucey, der Geliebten des französischen Botschafters beim Heiligen Stuhl. Obwohl eher schlicht gehalten, enthält das entrückend schöne Bildnis ein wertvolles Detail: ein Diamantring am Finger der jungen Frau. Das Schmuckstück ist ein Hinweis auf eine vom Orientalismus geprägte Mode, die sich im Zusammenhang mit dem frühen Kolonialismus verbreitete. Von den Minen in Indien über die Diamantenhändler von Antwerpen bis hin zu den exklusiven Pariser Juweliergeschäften erkundet der Dokumentarfilm die Hintergründe dieser Geschichte. Die Reihe „Die ganze Welt in einem Bild“ geht der Geschichte kleiner Gegenstände auf den Grund, die auf den Bildern großer Maler zu sehen sind. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich vermeintliche Details als überraschende Symbole für bestimmte kulturelle und geografische Räume. Sie offenbaren Geschehnisse, die sich vor Jahrhunderten und Tausende von Kilometern ereignet haben und bis heute nachklingen.   Im Mittelpunkt der heutigen Folge steht das von Jean-Auguste-Dominique Ingres angefertigte Porträt von Madame Duvaucey, der Geliebten des französischen Botschafters beim Heiligen Stuhl. Das Gemälde aus dem Jahr 1807 mutet einfach an - bis auf den Diamantring am Finger des Modells. Der Dokumentarfilm beleuchtet die politischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Hintergründe in der Entstehungszeit des Porträts. Vor allem die Gier der französischen Aristokratie im Ersten Kaiserreich nach Gold und nach exotischen Edelsteinen befeuerte die Konflikte zwischen den europäischen Kolonialmächten und den indischen Herrschern. Anhand der Beiträge zahlreicher Expertinnen und Experten zeichnet der Film die abenteuerliche Reise dieses Edelsteins am Finger einer ambitionierten jungen Frau der napoleonischen Ära nach: von den Diamantenminen im indischen Golkonda über die Korallenriffe in Sardinien und die Diamantenhändler in Antwerpen bis hin zur Pariser Place Vendôme. Der diskrete Ring im Gemälde des großen Malers, Zeichners, Orientalisten und Hauptvertreters des Neoklassizismus Ingres offenbart dem aufmerksamen Betrachter die Geschichte einer Welt im Wandel.

    03/15/2026 4:40 pm

    Bruno de Sá singt Mozart & Caruso

    Wrocław Baroque Orchestra

    Der herausragende brasilianische Sopranist Bruno de Sá macht keinen Hehl aus seiner leidenschaftlichen Bewunderung für Wolfgang Amadeus Mozart, in dessen Opern alle wichtigen weiblichen Rollen für Sopranstimme geschrieben sind. Der Sänger, der aufgrund des bei ihm ausgebliebenen Stimmbruchs zu den wenigen männlichen Sopranisten zählt, interpretiert diese und viele andere Sopranarien ebenso stimmgewaltig wie virtuos. Bruno de Sá bringt im polnischen Gliwice Ausschnitte aus seinem vielfältigen Repertoire zu Gehör. Den Auftakt bildet die Uraufführung einer Arie des Komponisten Luigi Caruso, gefolgt von zwei berühmten Mozart-Werken, dem strahlenden "Exsultate, jubilate" und dem "Laudate Dominum". Zwischen diesen musikalischen Höhepunkten spricht der Künstler über seine Bewunderung für Mozart und das Verhältnis zu seiner Stimme. Begleitet wird der Sopranist vom Wrocław Baroque Orchestra unter Leitung des herausragenden Cellisten Jarosław Thiel. Die ebenso ungewöhnliche wie wirkungsvolle Kulisse bildet die Ruine des Victoria-Theaters im oberschlesischen Gliwice. Das im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte ehemalige Stadttheater ist heute eine Hochburg der zeitgenössischen polnischen Kulturszene. Kunstvoll und dramaturgisch gekonnt setzt der Film hier Bruno de Sá in Szene.

    03/15/2026 5:25 pm

    Karambolage

    Die Currywurst / Vichy

    * Die Speise Sonja Fahrenhorst erzählt die Geschichte einer wahren Berliner Delikatesse: Currywurst. * Die Stadt Nikola Obermann zeigt eine charmante Stadt, die sich in der Mitte Frankreichs befindet. Es gibt Gründe, warum alle Franzosen die Stadt Vichy kennen. * Das Rätsel Und wie jede Woche das Rätsel! Ein Wort, ein Gegenstand, ein Ritual – Karambolage erläutert spielerisch und humorvoll die kleinen und großen Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen.

    03/15/2026 5:40 pm

    Köstliches Südtirol

    Vom Norden bis ins Herz des Eisacktals

    Die vierteilige Dokureihe "Köstliches Südtirol" schlägt eine Brücke zwischen dem Süden und dem Norden, führt in die alpin-mediterrane Küche ein und animiert zum Nachkochen. In jeder Folge laden Menschen aus der Region zu einem ganz persönlichen Einblick in ihren Alltag und in die heimische Speisekammer ein. In Folge zwei geht es ins eindrucksvolle Eisacktal. Die Doku erkundet den Norden Südtirols. Seit der Römerzeit führt vom Brenner aus eine Verbindungsader durch die Region: das Eisacktal. Noch heute zählt es zu den wichtigsten Handelswegen der Alpen und verbindet auch die Esskulturen des Nordens und des Südens. Auf 2.369 Meter Höhe liegt die Tribulaunhütte. Sie fiel mit Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg von Österreich an Italien. Daniela Eisendles Eltern übernahmen in den 1970er Jahren die Bewirtschaftung der Hütte. Heute sorgen Daniela und ihr Mann Fabrizio für das leibliche Wohl der Gäste. Der Renner bei den hungrigen Besuchern sind die Schlutzkrapfen: Teigtaschen aus Pustertaler Roggenmehl. Die Dreitausender der Texelgruppe sind ein Paradies für Naturliebhaber - und Fliegenfischer. Mehrmals in der Woche geht Lukas Fahrner in den Gebirgsbächen zum Fliegenfischen. Hier kommt er zur Ruhe und fängt den Fisch fürs Abendessen: frische Regenbogenforellen mit Bratkartoffeln und Pfifferlingen. Auf einem knappen Hektar pflegt Harald Gasser bei Barbian einen Mikrokosmos aus mehr als tausend Gemüsesorten und Kräutern. Seine Anbaumethoden sind ungewöhnlich, aber die Ergebnisse so hervorragend, dass Harald zum Lieblingslieferanten der Top-Gastronomen Südtirols geworden ist. Am Ufer des Flusses Eisack thront die imposante Trostburg. Hier lebt Terese Gröber, die seit ihrer Kindheit auf dem Hof gearbeitet und in der Burg gedient hat. Den beliebten Nachtisch ihrer Kindheit kocht sie immer noch gern: Schwarzplentene Riebler. Der Kaiserschmarrn aus Buchweizen wird mit einer Frucht aus dem eigenen Hof abgerundet.

    03/15/2026 6:10 pm

    ARTE Journal

    Frankreich/Deutschland 2026

    ARTE Journal, das europäische Nachrichtenmagazin, wirft einen aktuellen, weltoffenen und europäischen Blick auf Politik und Kultur.

    03/15/2026 6:30 pm

    Prinzessin Khulan

    Die mongolische Ringerin

    Eine Legende besagt: Im 13. Jahrhundert trat Prinzessin Khutulun gegen die stärksten Männer der Mongolei an und besiegte sie alle. Denn sie versprach: Wer sie besiegt, erhält ihre Hand. Dass eine Frau gegen einen Mann gewinnt, war damals beschämend. Und so änderten die mächtigen Männer die Regeln des Ringens, um sich nie mehr von einer Frau demütigen zu lassen. Jahrhunderte später wächst in der Mongolei ein zehnjähriges Mädchen heran, das an diese Legende erinnert: Khulan hat einen Traum - sie will Ringerin werden. In der Mongolei ist Ringen mehr als ein Sport: Es ist nationales Kulturerbe, Teil des traditionellen Naadam-Festes und wird seit Jahrhunderten ausschließlich von Männern praktiziert. Frauen dürfen lediglich im olympischen Freistil-Ringen antreten, nicht jedoch im traditionellen mongolischen Ringen. Die jahrhundertealten Regeln, Rituale und Kostüme sind allein den Männern vorbehalten. Khulan trainiert trotzdem. Ihr Vater, selbst ehemaliger Ringer, unterstützt sie auf ihrem Weg. Ihr Alltag ist geprägt von harten Trainingseinheiten, Wettkämpfen - und dem ständigen Spagat zwischen ihrem Willen und den Erwartungen einer traditionsbewussten Gesellschaft. Die Regisseure Dino Argentiero und Jargalmaa Sumiya haben Khulan begleitet und erzählen ihre Geschichte durch die Stimmen von Khulan selbst, ihrer Familie und ihren Trainern. Es entsteht das eindringliche Porträt eines jungen Mädchens, das seinen eigenen Weg geht - ein Film über Selbstbehauptung, über die Kraft des Willens und über die Frage, wie viel Raum eine Gesellschaft dem Anderssein gibt.

    03/15/2026 7:15 pm

    Zeugin der Anklage

    Spielfilm USA 1957 (Witness for the Prosecution)

    Sir Wilfrid Robarts, Londons wohl berühmtester Strafverteidiger, kehrt niedergeschlagen in sein Haus zurück. Sein Arzt hat ihm geraten, seinen Beruf aufzugeben, und ihm strikt das Rauchen und Trinken verboten. Außerdem hat er ihm die strenge Schwester Plimsoll zur Seite gestellt. Die Zukunftsaussichten erscheinen dem alten Herrn also düster. Doch da kommt Sir Wilfrid der Zufall zu Hilfe, der ihn aus dem Dilemma eines Lebensabends ohne Aufregungen befreien könnte. Ein befreundeter Rechtsanwalt berichtet von einem nahezu aussichtslosen Fall. Ein gewisser Leonard Vole ist angeklagt, die reiche Witwe Mrs. French ermordet zu haben. Tatsache ist, dass Vole seit Wochen häufiger Gast der Witwe war und von ihr bewundert wurde. Wenige Tage, bevor sie tot aufgefunden wurde, hatte sie ihm ihr beträchtliches Vermögen vermacht. Vole streitet den Mord ab. Er behauptet, von dem Testament und dem Reichtum der Toten nichts gewusst zu haben. Aber er hat kein Alibi für die Mordzeit. Diese Sachlage ist ganz nach Sir Wilfrid Robarts Geschmack. Er übernimmt den Fall trotz aller Ermahnungen seines Arztes. Zunächst bittet er die Frau des Angeklagten, Christine Vole, zu sich. Sie ist der einzige Mensch, der Vole entlasten kann, wozu sie jedoch nicht bereit ist. Ganz im Gegenteil: Sie tritt am ersten Verhandlungstag sogar als Zeugin der Anklage auf! Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt: "Durch die schauspielerischen Leistungen, vor allem von Charles Laughton und Marlene Dietrich, und die kühl-perfekte Inszenierung Billy Wilders, die die Spannung des klassischen 'courtroom drama' buchstäblich bis zum letzten Moment aufrechterhält, ein Meisterwerk seiner Gattung." Der polternde Staranwalt Sir Wilfrid war eine Glanzrolle für den unvergessenen Charles Laughton ("Der Glöckner von Notre-Dame"); auch sonst profitierte dieser klassische Gerichtssaal-Thriller von einer glänzenden Besetzung. Neben Marlene Dietrich und Tyrone Power lieferten Laughtons Frau Elsa Lanchester als Schwester Plimsoll und Una O'Connor als schrullige Haushälterin schauspielerische Kabinettstückchen. Regisseur Billy Wilder ("Manche mögen's heiß") sorgte mit gewohnter Meisterschaft für nie nachlassende Spannung.

    03/15/2026 9:10 pm

    Blood Diamond

    Spielfilm USA 2006

    Der Bürgerkrieg in Sierra Leone Ende der 1990er Jahre fordert seine Opfer: Viele Dörfer werden brutal überfallen und Familien getötet oder verschleppt. So auch die des Fischers Solomon Vandy, der vergebens versucht, sie zu beschützen. Während sein Sohn in den Fängen der Rebellen zum Kindersoldaten ausgebildet wird, landet Solomon selbst als Zwangsarbeiter in einer Diamantenmine. In einem unbeobachteten Moment gelingt es ihm, einen rosa Rohdiamanten unschätzbaren Werts am Rande der Diamantenfelder zu verstecken. Zeitgleich versucht der ehemalige Söldner Danny Archer, geboren in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, als Diamantenschmuggler zwischen den Fronten des Konflikts zu überleben. Geprägt von den gewaltvollen Erlebnissen seiner Kindheit scheint er den Glauben an das Gute im Menschen verloren zu haben. Als sich seine Wege mit denen von Solomon kreuzen, sieht er in dessen Diamanten-Fund eine Chance, das Land, den Kontinent und sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Solomon hingegen hofft, mit Archers Hilfe seine Familie retten zu können. Die amerikanische Journalistin Maddy Bowen verkörpert in diesem heterogenen Trio die Rolle der idealistischen Kämpferin für Gerechtigkeit. Sie recherchiert für eine Geschichte, mit der sie die Verstrickungen der westlichen Diamantenhändler mit den schmutzigen Geschäften der Rebellen und Waffenschmuggler aufdecken will. Das Trio macht sich auf eine gefährliche Suche nach dem Diamanten und gerät dabei in Schusswechsel und andere Schwierigkeiten. Mit "Blood Diamond" knüpft Edward Zwick an seine Tradition politisch aufgeladener Filme an und macht das Thema der Konfliktdiamanten einem breiten Publikum zugänglich. Mit fünf Oscarnominierungen, unter anderem für Leonardo DiCaprio, der für sein beeindruckendes Schauspiel auch bei den Golden Globes nominiert wurde, stößt der Film einen Diskurs über die Vereinbarkeit von politischer Sensibilisierung und Unterhaltungskino an.

    03/15/2026 11:20 pm

    Arabien: Auf den Spuren antiker Karawanen

    Frankreich 2023

    Die Archäologin Laïla Nehmé ist seit über 20 Jahren in der arabischen Welt tätig. Beinahe ebenso lange plant sie eine außergewöhnliche Forschungsexpedition: Mit einer Dromedar-Karawane will sie gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern unterschiedlicher Disziplinen nach Spuren der vorislamischen Zivilisation der Nabatäer suchen. Rund 2.000 Jahre kontrollierte das Nomadenvolk weite Teile des Handels in Südarabien. Die Nabatäer waren ein mächtiger Verbund von Nomadenstämmen. Als Karawanenhändler kontrollierten sie vom 3. Jahrhundert vor Christus bis ins 2. Jahrhundert nach Christus die Handelswege Südarabiens. An der sogenannten Weihrauchstraße zeugt noch heute vieles vom Einfluss der Nabatäer. Ihre berühmteste Hinterlassenschaft ist Petra, die Hauptstadt ihres einstigen Königreichs im heutigen Jordanien. Diese antike Zivilisation ist noch weitgehend unerforscht, selbst über ihre elegante Schrift, aus der sich später das arabische Alphabet entwickelte, ist nicht alles bekannt. Gemeinsam mit anderen Archäologen, Epigraphikern und Historikern will Laïla Nehmé die 160 Kilometer lange Handelsroute zwischen den beiden großen nabatäischen Städten Hegra und Tayma erkunden. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, entlang dieser Straße die von Einheimischen und Reisenden erwähnten Reliefwände wiederzufinden, um mehr über die Kultur der Nabatäer zu erfahren. Für Laïla Nehmé und ihr Team wird diese Expedition auf den Rücken der Dromedare zu einem wissenschaftlichen und menschlichen Abenteuer.

    03/16/2026 12:15 am

    Neuseeland - Wald der Riesen

    Frankreich 2022

    Vom Menschen unberührte Gebiete schwinden von Tag zu Tag. In Neuseeland gibt es jedoch noch Primärwälder. Uralte Bäume erhalten diese einzigartigen Ökosysteme seit Jahrtausenden am Leben. Aber so majestätisch und widerstandsfähig diese Riesen auch sind - sie sind heute mit Bedrohungen konfrontiert, die sie schwächen: Invasive Arten, Parasiten und Waldfragmentierung lassen ihre Zukunft düster erscheinen. Wissenschaftler und Waldhüter wechseln sich vor Ort ab, um diese ebenso unglaublichen wie fragilen Wälder zu schützen und wiederzubeleben. In Neuseeland gibt es alte Wälder, natürliche Überreste der riesigen Waldfläche, die einst den Archipel überzog. In diesen Fragmenten des Primärwaldes faszinieren die alten Bäume, von denen einige so alt sind wie die Kathedralen in Europa: Totara, Matai, Rimu, Kauri oder Rata - sie alle waren Zeitzeugen vieler Veränderungen. 90% der Baumarten gibt es nur hier und nirgendwo sonst auf der Erde. Mit der menschlichen Besiedelung vor gerade einmal 700 Jahren wurden Fläche und Stabilität der Wälder drastisch reduziert. Nur wenige, heute geschützte Wälder sind übrig geblieben - Bollwerke gegen Abholzung und Artensterben. Die Baumriesen wachen aus 50 Metern Höhe über ein einzigartiges Ökosystem. Auf ihren Ästen wurzeln Epiphyten, und in ihren hohlen Stämmen erholen sich Kolonien von Langnasenfledermäusen. Aber können die Urbäume auch diesmal den von Menschen verursachten Bedrohungen entkommen? Invasive Arten, Waldfragmentierung und Parasitosen - von Klimaerwärmung ganz zu schweigen - lassen das Zukunftsbild düster erscheinen. Aus Liebe zu „ihren“ Bäumen kämpfen Wissenschaftler, Waldhüter und lokale Gebietskörperschaften um deren Erhalt und erklären ihre Pläne, um die Urwälder zu schützen und mit neuem Leben zu erfüllen.

    03/16/2026 1:00 am

    Nach dem Urteil

    Spielfilm Frankreich 2017 (Jusqu'à la garde)

    Nach der Scheidung wegen seiner Unbeherrschtheit erwirkt Antoine das Recht, alle 14 Tage das Wochenende mit dem Sohn zu verbringen. Dabei sind die Nerven aller zum Zerreißen gespannt. Mit seiner bedrohlichen Intensität zieht Xavier Legrands Beziehungsthriller den Zuschauer in seinen Bann. Das Spielfilmdebüt des oscarnominierten Regisseurs besticht durch die grandiosen Leistungen seiner Hauptdarsteller. Miriam ist fassungslos, als das Gericht ihrem Ex-Mann Antoine das Recht zuspricht, den gemeinsamen Sohn Julien jedes zweite Wochenende zu sich zu nehmen. Sie und auch Julien wissen um Antoines unberechenbare Tobsuchtsanfälle, mit denen er seine eigene Unsicherheit zu überspielen versucht. So kommt es wie es kommen muss: Julien verweigert die Zusammenkunft, Miriam deckt ihn, während Antoine draußen auf der Straße Amok zu laufen droht. Unter Tränen folgt der Junge schließlich seinem Vater ins Haus von dessen Eltern, die selbst nicht wissen, wie sie mit Antoine umgehen sollen. Alle zwei Wochen wiederholt sich ähnlich Beklemmendes für Sohn und Mutter. Julien wird zum Spielball des Vaters, der über ihn immer wieder Kontakt zu seiner Ex-Frau sucht. Nachdem Miriam ihre Wohnung gewechselt hat, setzt Antoine den Jungen so gnadenlos unter psychischen Druck, bis dieser ihn zur neuen Wohnung führt. Dort angekommen, durchsucht Antoine alle Zimmer, um schließlich unter der Beteuerung, er habe sich doch geändert, in Tränen auszubrechen. Miriam bleibt zu Recht skeptisch. Als die ältere Tochter der beiden kurz darauf heiratet, kann Miriam nur mit Mühe verhindern, dass Antoine die Hochzeitsfeier stört. Antoine hat jedoch jedes Maß verloren und ist in seinem blindwütigen Zorn zu allem fähig. Es beginnt mit einer ebenso nüchternen wie zermürbenden Verhandlung über das Sorgerecht, bei der die Richterin beiden Parteien Gerechtigkeit widerfahren lassen möchte. Doch der Film zeigt, dass dieses Bemühen unweigerlich an Grenzen stößt. Xavier Legrands Inszenierung konfrontiert den Zuschauer mit einer kaum lösbaren Konfliktsituation, die in eine Spirale der Gewalt mündet. "Nach dem Urteil" gewann zahlreiche Filmpreise, darunter den Silbernen Löwen in Venedig für die "Beste Regie".

    03/16/2026 2:35 am

    Die wunderbare Welt der Weine (5/10)

    Patagonien: Weinbau am Ende der Welt

    Wüstenartige Landschaften, so weit das Auge reicht, endlose, in gleißendes Licht getauchte Steppen, Berge, die unüberwindlich scheinen – das ist Patagonien, eine Wildnis am Rande der Welt mit der Atmosphäre des Wilden Westens. An den Ausläufern der Anden haben ein paar ambitionierte Winzer trotz widriger klimatischer Bedingungen damit begonnen, die karge Erde mit modernen Methoden in grüne Reblandschaften zu verwandeln. In diesem Wilden Westen Südamerikas scheint noch alles möglich. Patagonien liegt am südlichen Ende Lateinamerikas und war schon immer ein Paradies für Pioniere, Schriftsteller und Reisende, die das Abenteuer suchen. An den Ausläufern der Anden haben ein paar ambitionierte Winzer damit begonnen, die karge Erde mit modernen Methoden in grüne Reblandschaften zu verwandeln. Trotz extremer Hitze und Kälte setzte sich eine kleine Gruppe abenteuerhungriger Europäer bereits vor etwas mehr als hundert Jahren in den Kopf, die lebensfeindlichen Landschaften zu bezwingen, um dort Wein anzubauen. Unweit der Stadt General Roca gedeihen die Pinot-noir-Trauben der Bodega Humberto Canale. Ihre Gründer, die sich vor über hundert Jahren dort niederließen, waren Pioniere des Rebbaus in Patagonien. Etwas weiter entfernt liegt der südlichste Weinberg Argentiniens. Er gehört der Familie Rodríguez, die es als erste wagte, in diesen Breitengraden Wein anzubauen. Tag für Tag verschieben Patagoniens Winzer die Grenzen der Wüste etwas weiter. Mit neuen Technologien trotzen sie den extremen klimatischen Bedingungen einer isolierten Region, die von der Natur nicht für den Weinbau vorgesehen war.

    03/16/2026 3:00 am

    Die wunderbare Welt der Weine

    Frankreich/Elsass - Der Pakt mit der Natur

    Eingebettet zwischen Vogesen und Schwarzwald, breitet sich das Elsass in der Rheinebene aus und bietet optimale Bedingungen für den Weinbau. Das kleine Anbaugebiet im Grenzland von Deutschland und Frankreich bietet einzigartige geologische Bedingungen. Die elsässischen Weinbauern bemühen sich, dieses Geschenk der Natur zu bewahren. Viele arbeiten mit biologischen und biodynamischen Methoden, da sie erkannt haben, dass die Zukunft ihrer Weine von einem respektvollen Umgang mit der Natur abhängt. Das Elsass bietet optimale Bedingungen für den Weinbau. Die an den Berghängen aneinandergereihten Rebzeilen bilden ein schmales, rund hundert Kilometer langes Band. Die Lage am Fuß der Vogesen sorgt nicht nur für ideale klimatische Bedingungen, sondern beschert dem Elsass auch besonders vielfältige Böden. In einem Tal im Süden des Elsass produziert die Familie Zusslin edle Weine von internationalem Renommee. Die Geschwister Jean-Paul und Marie haben das Gut übernommen, das seit 13 Generationen im Besitz der Familie ist. Auf Initiative ihres Vaters wird es seit den 70er Jahren biologisch bewirtschaftet. Schon damals machten die Winzer der Region 250 Hektar Land, die an den Weinberg grenzten, zum Naturschutzgebiet, um die Biodiversität zu bewahren. Die heutige Generation geht sogar noch einen Schritt weiter: Die jungen Winzer verteilen unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten zwischen ihre Rebstöcke. Nach Jahrzehnten intensiver Landwirtschaft kehrt damit eine große biologische Vielfalt zurück, was auch dem Wein zugutekommt: Vögel, Obstbäume und diverse Pflanzen bilden einen natürlichen Kreislauf. Im Elsass wird Pionierarbeit in Sachen biodynamischer Weinanbau geleistet. Damit dienen die engagierten Winzer einer ganzen Generation von jungen Weinbauern als Vorbild.

    03/16/2026 3:25 am

    (Fast) die ganze Wahrheit

    Jeff Bezos

    Drei Minuten über einen Star aus der Welt des Films, der Musik, Literatur oder Mode, einen Künstler, Sportler, Politiker oder Superhelden. In dieser Folge: Jeff Bezos.

    03/16/2026 4:05 am

    Die Erfindung der guten Mutter

    Österreich 2021

    Ausgehend vom heutigen Mutterbild der Do-it-all-Mother, die am besten mit Hüftschwung Kinder, Haushalt und Karriere meistert, begibt sich der Film auf eine kulturhistorische Zeitreise und geht der Frage nach, woher unser Bild der guten Mutter kommt. Seit Jahrhunderten hat der Mythos der guten Mutter mit angeborener Mutterliebe und Opferbereitschaft unsere Gesellschaft fest im Griff. Das war aber nicht immer so. Die Regisseurin Marion Priglinger entmystifiziert die hartnäckigsten Muttermythen und stellt sie humorvoll der historischen Realität gegenüber: vom Marienkult im Mittelalter über die Entdeckung der Mutterliebe im 18. Jahrhundert und die Erfindung des Mutterinstinkts bis hin zum Mutterkult der Nationalsozialisten. Schnell wird klar: Die eine gute Mutter hat es nie gegeben und Mutterschaft wird bis heute benutzt, um patriarchale Strukturen aufrechtzuerhalten. "Die Mutter kann stillen, das Kind sättigen, das heißt aber noch lange nicht, dass die Mutter das Kind besser herumtragen oder beruhigen kann", meint die Psychoanalytikerin Helga Krüger-Kirn. Dass es ausgerechnet in Deutschland wenig weibliche Karrieren gibt, sieht die deutsche Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken unter anderem als Folge der deutschen Nachkriegsfamilienpolitik. "Es liegt auf der Hand, dass wir die mütterliche Verantwortung um ein Vielfaches reduzieren müssen […] und vor allem müssen wir diese Verantwortung aufteilen", appelliert die Philosophin Elisabeth Badinter und resümiert: "Die gute Mutter ist für mich genauso selten wie Mozart. Sie ist ein Genie!" Film von Marion Priglinger

    arte (Germany)

    Available schedules: 05/19/2021 - 03/17/2026 Time zone: Central European Time (CET) UTC +1 Country: Germany Language: German

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